nie fragen fragen

wichtigste erziehungsregel: stell deinem kind keine entscheidungsfragen.
„na, denni-robin-luca, sollen wir heute noch eine impfung machen?“
„komm, rosa-lisa-susa, jetzt ziehen wir noch das t-shirt aus, ja? damit dich der dokter untersuchen kann, ok?“
„magst nicht guten tag sagen, richard-louis-frank?“
„gell, jetzt darf dich der dokter anschauen, okee, lilli-maja-suri?“

never. ever. denn darauf gibts immer nur eine antwort: nein.

besser:
„so, denni-robin-luca, jetzt kommt noch die impfung, kurzer piekser, haben wir ja besprochen.“
„ok, jetzt zieh ich dich kurz aus, damit der dokter schauen kann, ob du auch gesund bist. hose, socken, t-shirt, schwupps, siehste, rosa-lisa-susa, fertig.“
usw. usf.

manche dinge brauchen nur feststellungen, erschaffen von tatsachen, herleiten von unumgänglichen abläufen. vorbereitung , ja. aber wenn´s drauf ankommt, never ever fragen stellen. ein kind muss nicht um einverständnis gebeten werden. manchmal muss man als eltern zeigen, dass manche dinge manchmal einfach so sind, oder so laufen, wie sie laufen. und wie man sie als eltern vorgibt. das schafft sicherheit. wer seinem kind die möglichkeit des neins gibt, gibt ihm auch die unsicherheit, dass mamapapa nicht wissen, was jetzt passieren soll.

27 Kommentare zu „nie fragen fragen

  1. Ooooooooooh, aber damit unterdrückt und bevormundet man die armen Kindlein doch ganz doll schlimm! 😉

    Wah! In dem Schuhladen, in dem ich während des Studiums jobbte, hatte es haufenweise solche Eltern. Die immerzu fragten, ob das gute Kind den wohl gnädigerweise bereit wäre, sich die Füße messen zu lassen oder ob das liebe Kind wohl eventuell möglicherweise mal bereit wäre, das ein oder andere Paar Schuhe anzuprobieren. Manche Eltern waren dann auch tatsächlich so drauf, das sie teilweise noch mehrere Male wiederkamen „Ach nein, Armin-Thorben-Frieder mag heute nicht so gern, wir versuchen es lieber ein andermal wieder“, statt den Nachwuchs böse unterdrückerisch zu bevormunden und zum anprobieren zu nötigen. Und hielten dann jedesmal stundenlang den ganzen Betrieb auf…

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  2. Du sprichst mir aus der Seele! In der Schule gibt es auch Eltern die der Meinung sind ihre Kinder fragen zu müssen, ob sie jetzt Hausaufgaben machen möchten *tztztz

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  3. Lustigerweise sind es eben diese Eltern, die ihren Kindern in den „kleinen“ Dingen dann überhaupt keine Entscheidungsfreiheit lassen. Irgendwie paradox…

    Ich denke, es muss alles Maß und Ziel haben – also kann man ein Kind durchaus fragen „magst du heute das grüne oder das rote T-Shirt anziehen“ oder „was magst du heute essen“, auch wenn man in den wichtigen Dingen ne Leitlinie vorgibt. Und je größer das Kind, desto mehr darf es dann selbst entscheiden.

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    1. Oh ja, Anziehen ist auch ein gutes Thema. Der Sohn einer Freundin (8) „mag“ da alles mögliche nicht, Unterwäsche „findet er blöd“, auch im Winter „mag“ er am liebsten nur TShirt und Jogginghose anziehen, weil ihm alles andere zu umständlich ist und zu lange dauert. Sie regt sich zwar immer maßlos darüber auf, aber sie überlässt die Entscheidung halt auch immer komplett dem Kind. „Das muss er selbst wissen. Da muss er selbst mit klarkommen, wenn seine Mitschüler ihn beim Umkleiden vorm Sport auslachen, weil er keine Unterhose an hat. Wollte er ja so.“

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  4. Kürzlich in der Buchhandlung: Eine Mutter stand mit ihrem etwa 2-jährigen Sohn vor dem Regal mit Kinderbüchern. Sie nahm mehrere Bücher heraus und zeigte sie dem Kind und fragte: „Willst du lieber das Buch hier haben? Oder sollen wir das hier kaufen?“ Das ging ne ganze Weile. Das Kind (2 Jahre!!!) blickte seine Mutter völlig verständnislos an und reagierte überhaupt nicht. Aber die Mutter hörte nicht auf, holte neue Bücher: „Vielleicht gefällt dir das hier besser? Oder schau mal, hier hab ich ein Buch vom Bauernhof! Magst du das vielleicht haben?“

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  5. kinder brauchen halt durch einen festen rahmen und vernünftige ! regeln. das schafft sicherheit und vertrauen. mein reden seit 1822…
    oder wollen wir das lieber noch mal in ruhe besprechen…….

    :-)))

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  6. Nunja, Du hast recht. Ohne Wenn und Aber. Dennoch könnte ich mir vorstellen, genauso dummes Zeug zu meiner Tochter zu sagen, wenn es mal so weit ist. Zur U3 war es noch nicht nötig 😀 Beim eigenen Kind spielt die Ratio dann doch eher eine untergeordnete Rolle.
    Ich hoffe, dass. sollte ich mal solchen Unsinn erzählen, auch jemand den Stift oder

    Ach ja, hier ein Fundstück aus dem Vereinigten Königreich:

    Grüße!

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  7. Diese idealtypische Vorgehensweise des positiven Verstärkens geht so lange gut, bis das Kind, das eben noch sehr kooperativ war und sich feinsinnig mit der Ärztin unterhalten hat, sagt

    „Ich hab es mir überlegt, ich will heute nicht geimpft werden.“

    Sprachs, rollte sich den Ärmel wieder runter und stand auf. Ohne je gefragt worden zu sein.

    Da half nur noch rohe Gewalt, eine Mutter, die das Kind auf dem Schoß plus nicht zu impfenden Arm festhielt, eine Helferin, die den zu impfenden Arm festhielt und eine Ärztin, die impfte.

    Zeter und Mordio, wie ich es von meinem Kind selten gehört habe. Als es dann aber vorbei war, erinnerte sie sich wieder, warum sie geimpft wurde und erzählte jedem, der es hören wollte oder auch nicht, erfundene Horrorszenarien von rostigen Nägeln, „Tenus oder wie das heißt“ und gar schrecklichen Arten zu sterben.

    Merke: Wenn Kinder zu etwas gezwungen werden, was sie nicht mögen, machen sie gemeinhin das Beste draus.

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  8. interessant sind auch Entscheidungsfragen mit Alternativen. In den meisten Fällen entscheidet sich das Kind für die zuletzt genannte Variante 🙂

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  9. Ja, ich gestehe. Ich ertappe mich oft dabei, dass ich meinen Kinder ähnliche „Entscheidungsfragen“ stelle („Sollen wir mal Zähneputzen gehen?“). Dabei ist „nein“ selbstverständlich gar keine akzeptable Antwort. Meine Frau sagt mir dann ähnliche Dinge wie Sie, Herr Kinderdoc. Ich stimme auch durchaus zu, besonders geschickt ist das nicht, aber solche Entscheidungsfragen sind bei Weitem nicht so tragisch wie hier dargestellt.
    Es hilft hier, die Sachlage mal aus sprachwissenschaftlicher Perspektive zu betrachten. Die Sprachwissenschaftler unterscheiden nämlich immer sehr penibel zwischen Inhalt und Form einer Aussage, also dem was gesagt wird und wie es gesagt wird. Das kann sogar in Widerspruch stehen, aber das gehört zu Sprache uns unserem Umgang miteiander dazu, und mithin auch zum Erlernen von Sprache und Sozialisation.
    Ein Beispiel: Die Frage „Können Sie mir mal die Uhrzeit sagen?“ ist grammatikalisch vielleicht eine Ja-Nein-Frage, als Antwort erwarte ich aber deutlich mehr als ja und nein. Wenn Ihnen die Frage jemand TATSÄCHLICH mit ja oder nein beantwortet, dann halten Sie den doch entweder für einen (nicht besonders originellen) Witzbold oder einen Sonderling, oder? Hier ist also real weder ja noch nein eine Antwortoption.
    Anderes Beispiel: Sie sitzen im Bus auf einem Behindertensitz, eine alte Dame kommt an und sagt: „Könnten Sie mir bitte den Platz überlassen?“ Auch das ist eine Frage, aber „nein“ ist keine akzeptierte Antwort. Das wissen wir natürlich, aber wir wissen es auch, weil wir es gelernt haben mit solchen Fragen umzugehen.
    Und ja, auch Richard-Louis-Frank weiß das entweder schon, oder muss es erlernen, und das erlernt er nur dadurch, dass ihm dieses Phänomen begegnet. Natürlich soll das nicht dazu ermutigen, extra solche Nicht-Fragen zu stellen. Wie gesagt, es gibt im Alltag schon genug davon. Fakt ist aber, dass Richard-Louis-Frank mit ziemlicher Sicherheit schon längst weiß, dass „nein“ keine mögliche Antwort ist, und dass Mama eigentlich sagt: „Sag Guten Tag!“. Wenn nicht, dann weiß er es bald, oder es läuft eigentlich noch was ganz anderes schief in der Erziehung….
    Nochmal: Ich finde solcherart Entscheidungsfragen auch blöd, und denke dass meine Frau (und Sie, Herr Kinderdoc) Recht haben, man sollte sie vermeiden. Aber verteufeln braucht man sie auch nicht. Ich glaube wirklich es gibt wichtigere Erziehungsregeln.

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    1. Bei Informatikern auch sehr verbreitet:
      „Möchtest du Tee oder Kaffee?“ „Ja“
      („oder“ ist immer dann wahr, wenn mindestens eine der Alternativen zutrifft)

      SEHR nervig, auch wenns fachlich korrekt ist 😉

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    2. Oh, danke für diesen Beitrag!

      Denn wir grübeln auch schon eine Weile über das Problem, dass man – wenn man das von Kinderdok und vielen Kommentatoren favorisierte Modell verfolgt – praktisch zwei Kommunikationsstile pflegen muß: Im Umgang mit Erwachsenen das dort übliche Fragen statt Fordern („Können Sie mir bitte den Platz freimachen?“) und mit Kindern die konkreten Forderungen („Mach mir bitte den Platz frei.“).

      Klar – man sollte auch mit Erwachsenen so konkret wie möglich reden. Aber die Kinder müssen auch mit den Pseudo-Fragen umgehen lernen.

      Und – Fragen können ja auch von Kindern mit ja beantwortet werden ;-): Mein Zwerg (2,5 Jahre) wurde geimpft. Danach fiel dem Dok auf, dass er noch eine Auffrischung vergessen hatte. Dok fragte meinen Mann: Können wir die zweite auch noch machen? Darauf mein Mann: Fragen Sie ihn doch mal. Dok fragt den Sohn: Können wir nochmal impfen? Es gibt auch noch ein Gummibärchen. Sohn: Ja, klar!

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      1. Es gibt allerdings auch indirekte „Pseudo-Fragen“, die mich bei Erwachsenen nerven:

        Im Supermarkt:
        „Haben Sie’s nicht kleiner?“
        Doch, aber ich dachte mir, so hat jeder von uns beiden was davon.

        „Darf ich mal in Ihre Tasche sehen?“
        Nein. Aber ich geb ihnen gerne ein Foto.

        Am Flughafen:
        „Können WIR (dieses WIR statt DU/SIE ist auch so ein Unding) den Laptop mal rausnehmen?“
        RAUSNHEMEN? Um Gottes willen, nein, dann geht doch der Sprengsatz im Aku hoch!

        Polizeikontrolle:
        „Wissen Sie eigentlich, wie schnell sie gerade gefahren sind?“
        Nein, ich bin leider so besoffen, dass ich den Tacho nicht mehr ablesen kann.

        Etwas in eine Frage zu verpacken hat doch nur den Sinn, einen Wunsch, den der andere ggf. ungerne erfüllt, so erscheinen zu lassen, als hätte ,am die freie Wahl. Mit anderen Worten: Manipulation (aber zugegeben, eine harmlose Variante :)).

        In meiner Grundschulzeit (Mitte 80er) war es üblich, den Kindern Anweisungen immer mit „Du darfst“ zu geben („Du darfst das jetzt ausmalen“, „Du darfst mal vorrechnen“, „Du darfst zu Hause jetzt noch ein paar weitere Tiernamen aufschreiben…“) – geht in eine ähnliche Richtung. Jedenfalls war ich sehr überrascht, wie ungehalten meine Klassenlehrerin wurde, als ich meine großzügige Erlaubnis „Du darfst jetzt ein Osterkörbchen basteln“ freiheitlich wörtlich interpretiert habe 😉

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        1. Die Polizei fragt recht gerne „Wissen Sie, warum wir Sie angehalten haben?“.
          Die einzig richtige Antwort darauf lautet „Nein.“ Auch wenn man weiß, das man zu schnell gefahren ist oder sonst etwas verbotenes getan hat. Regeln vorsätzlich brechen ist schlimmer als sie fahrlässig zu brechen und vlt. hat der Polizist auch einen ganz anderen und harmloseren Regelbruch erkannt.

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  10. Danke Doc für diesen Beitrag 😀

    Hab immer diesen einen Fragesatz vom Papa der Kinder im Ohr…
    Könntest du Bitte…-zimmer aufräumen ? -Nachthemd anziehen. -Zähne putzen etc.

    Antwort der Kinder immer NEIN !
    Anschließende Stundenlange Diskussionen folgen *stöööhn*

    Frag ich ihn dann.. Könntest du Bitte „Befehle“ erteilen und nicht Bitten…
    Seit bestimmt 5 Jahren prädige ich das…

    LG Katja

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  11. Meine Lieblingsfrage ist dann nach wie vor „Möchtest du jetzt schlafen gehen“?
    🙂
    Ach ist das schön wenn der Vater mit dem Sohn am späten Abend Diskussionen führt die absolut 0 angebracht und 100% überflüssig sind wie Wollmäuse und Mückenstiche!

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  12. Hach, da werden böse Erinnerungen wach… Ich war bei meiner Tante in Urlaub, als ich gelernt habe wie solche „Fragen“ eigentlich gemeint sind: Sie hat ihren und meinen pinken Regenschirm (hat unbedingt mitgemusst) getragen, wir waren lange spazieren, und sie hat irgendwo gefragt „willst du deinen Schirm nicht selber tragen“? – Ich dachte in meiner Naivität tatsächlich sie fragt nach meiner Meinung… Meine Antwort kam dann auch ganz ehrlich: „Nein danke“. Darauf folgte das grösste Donnerwetter meines Lebens, ich habe bis am nächsten Morgen nur noch geweint (war mir echt keiner Schuld bewusst), die arme Tante konnte mich nicht mehr beruhigen. Seither mag ich erstens die Tante nicht mehr aber weiss zweitens dass Alternativen meist keine sind…

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  13. Auch sehr beliebt:

    Mutter: „Möchtest du nicht mal zur Toilette gehen?“

    Kind: „Nein.“

    Mutter: „Bist du sicher, dass du nicht doch mal zur Toilette musst?

    Kind: „Nein, ich muss nicht.“

    Mutter: „Ich glaube aber doch dass du mal Pipi machen solltest.“

    Kind: „Nein, ich will jetzt nicht.“

    u.s.w.

    Ich erspare mir meist solche Diskussionen und mache einfach nur die Ansage, dass ich jetzt das Kind zur Toilette begleiten werde.

    Und wenn mir doch mal die Frage herausrutscht, dann akzeptiere ich das nein, warte 5-10 Minuten und mache dann eine Ansage.

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  14. Fragen sind schon ok, sofert das Kind tatsächlich die Wahl hat: Schoko oder Vanille? Rot oder Grün? Links oder rechts? Entscheiden muss auch gelernt sein – aber bitte in kleinen Schritten und nicht in Bereichen, wo eigentlich elterliche Führung angebracht wäre. Kinder können das Rudel nämlich nicht anführen, sie sind weder dafür gemacht noch ist es ihr Job.

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