andere zeitrechnung

laut barmer/gek behandelt ein arzt 224 patienten pro woche, das seien acht minuten pro arzt … rechnung … macht eine arbeitszeit von knapp 30 stunden pro woche, bei einer klassischen arztwoche von 5,5 4,5 tagen (ein freier nachmittag) ist das ca. ein fünfsechseinhalb stunden arbeitstag. und in welcher zeitdimension lebt die barmer/gek?

30 Antworten auf „andere zeitrechnung“

  1. Muss wohl pro Patient heißen.
    Statistiken sind doch immer wieder lustig, besonders, wenn sie mit solchen Milchmädchenrechnungen gespickt sind.

  2. Ich find die im Artikel zitierte 18 interessant. 18 mal im Durchschnitt. Wenn ich überlege wie wenig die Leute, die ich kenne zum Arzt gehen. Und selbst die Arztbesuche mit Töchterchen liegen da noch drunter und da hatte ich schon das Gefühl ich würde dauernd dort sein.

    Wobei – wie ich beim Frauenarzt beobachten konnte zum Quartalsanfang: Schlange an Leuten die ihre 10 Euro bezahlen und dann Überweisungen zu Hinz und Kunz abholen. Zählt das auch als Arztbesuch?

  3. Wenn ich mal so überlege wie oft im Jahr ich zum Arzt gehe.. ca3 mal Hausarzt (Schilddrüsenkontrolle + 2 Wewehchen), 2x Gyn (sollte ich, war aber letztes jahr nur 1 mal), Zahnarzt, Hautarzt, Orthopäde (Einlagen)… macht 8 mal. Wo nehmen die Leute bloß die anderen 10 mal her?

  4. Ich krieg die Zahl nie voll… gut ich geh eigtl nie zum Dok ausser es ist wirklich schlimm aber das ist es ja zum Glück selten… na ja es hats schon jemand gesagt:

    Traue keiner Statistik, welche du nicht selber gefälscht hast.

  5. ich finde jetzt die Rechnung über die Behandlungszeit pro Patienten nicht unrealistisch, wenn ich mir hier so die Sprechzeiten ansehe (unser Kinderarzt z.B. 13 offizielle Stunden pro Woche!). Dass dies nicht der Gesamtarbeitszeit des Arztes entspricht wegen der ganzen Bürokratie drumherum, ist klar…
    Die Oma meines Mannes muss übrigens immer so wöchentlich oder alle 14 Tage zum Arzt, ich glaube, solch Leute gibt es noch mehr und die beeinflussen diese 18 Arztbesuche pro Jahr ganz schön…

    1. 13 offizielle Stunden pro Woche – lass das mal nicht die entsprechende kv hören – es gibt eine kassenarztrechtliche regelung, wieviel sprechstunde ein hausarzt anbieten *muss* – aber überschreiten tut die tatsächliche arbeitszeit die angegebenen sprechzeiten immer um ein vielfaches

  6. ich glaube, letztes Jahr habe ich die Statistik schon voll bekommen. Aber knapp.
    Naja, einmal Schulter gebrochen hat mir gleich 4 oder 5 verschiedene Arztbesuche beschert. Dann KiWu-Behandlung und dann noch die Blutwerte und Abklappereien für die der Hausarzt zuständig war.

    Interessant finde ich die Überlegung, wie oft manche Menschen zum Arzt müssen (besonders ältere) damit sie ÜBER die 18 Besuche kommen, denn die meisten von uns bleiben doch weit darunter, wenn nix gravierendes passiert.

  7. Naja – immer die Überweisung erst holen macht ja schon für jeden Arztbesuch außer Hausarzt 2 Besuche oder? Von daher fördert das „Hausarztmodell“ das doch noch mehr (denn alles was nicht eh zum Hausarzt gehört wird der ja auch weiter überweisen, schon allein um sich abzusichern).

    Selbst komm ich allein wegen der Psychotherapie schon auf weit mehr als 18 Besuche im Jahr.

  8. Aber die 18 kommt wahrscheinlich durch Menschen wie mich zustande, die einmal die Woche zum Arzt gehen oder oefter. Im Uebrigen: Wenn ich zu meinem Superdoc gehe, dann bin ich mindestens 20 Minuten drin.

  9. Wenn ich denke, dass ich als Kind mit meiner Zahnspange früher alle 4 Wochen zum Kieferorthopäden musste (Regeltermine!), dann noch 2 Mal Vorsorge beim Zahnarzt.. das sind fast 15 Arztbesuche, ohne krank gewesen zu sein. Wenn was an der Spange abgebrochen ist, auch zwischendrin zur Frau Kieferorthopädin – bestimmt 5 mal im Jahr passiert. Das sind dann schon 20 Arztbesuche ohne was zu haben.

  10. Also in unserer Allgmeinemedizinerpraxis haben wir letztes Jahr Buch geführt, wie viel Patienten wir in einer bestimmten Zeit behandelt haben, da wir unser Terminsystem umstellen wollten. Morgens zwischen 7 und 13 Uhr waren es meist an die 100 Stück…

    1. das ist eben diese absolute schwachsinns-fließband-medizin, hervorgerufen durch ein immer weiteres Absenken des Lohnes für die Einzelleistung – Hamsterrad dreh dich !!! Und wir Ärztedeppen machen es seit Jahren mit und wundern uns, wenn der Heilpraktiker oder Scharlatane regen Zulauf haben. Die haben einfach ZEIT !!! Und gute Medizin braucht ZEIT – nur ZEIT – wie beim Scharlatan – heißt aber noch lange nicht gute Medizin. Aber das kapieren die wenigsten.

  11. Auf 18x komme ich locker… 4x im Jahr Neurologe mindestens, bei Beschwerden noch mehr. 1x im Jahr MRT, falls nötig auch 4x (letztes Jahr nötig gewesen). 2x Gyn, 2x Zahnarzt, 1x Augenarzt, 4x Blutabnahme und EKG bei der Hausärztin. Und das sind nur die nötigen, geplanten Kontrolluntersuchungen. Erkältungen, Magen-Darm, etc. nicht mit drin. Und mein Neuro nimmt sich deutlich mehr Zeit als 8 Minuten. Muß er allerdings auch, weil zu meiner Kontrolle auch die Kontrolle meiner Sprachfähigkeit gehört und das kann er nur im Gespräch mit mir kontrollieren *g*
    Gestern beim Kinderarzt hatte ich allerdings die Minimalversion von 4 Min.. Rein, Mund und Ohren geschaut, „Nein, kein Scharlach. Normaler Infekt mit Halsrötung“. Sprachs und rauschte raus, bevor ich auch nur sagen konnte, das die Kurze weder Schnupfen noch Husten hat. *grummel*

    1. Klingt ja fast nach einer Leidensgenossin, liebe Thea?

      Das wir chronisch Kranken aber auch jede Statistik versauen … 😉

      Also bei mir sind die zweimonatigen Neurologenbesuche immer wieder tolle Highlights, die meistens ohne Untersuchung, aber selten unter 45 Minuten andauern (wobei dieser Zeit sein regelmäßiges Schimpfen auf unser Gesundheitssystem noch hinzugezählt werden muss)

      1. „ohne Untersuchung“ – bist du sicher?
        Neurologische Untersuchungen können durchaus wie eine normale Unterhaltung wirken, wenn z.B. Orientierung (weiß der, welcher Tag ist, welches Jahr, etc.) und Sprachfähigkeiten gecheckt werden.

  12. ich nehme mal an an chronisch Kranke ziehen die Zahl da hoch. Wenn man alle Nase lang ein neues Rezept braucht.
    ich hatte vor kurzem mal einen Unfall, da kommt zu den 1-3 üblichen Dok-Besuchen ein bissl was zusammen. Zählen wir mal nach: 1. Hausarzt Verletzung vorstellen, 2.Überweisung zum Unfallchirurg, 3.Überweisung zur Rdiologie, 4.zurück zum Chirurg, Termin für OP besprechen,5. zurück zum Hausarzt weil neues Quartal, 6.OP, 7. Drainage ziehen, 8.ein Woche später Fäden ziehen, 9.drei Wochen später neues Rezept für Krankengymnastik, 10.nochmal neues Rezept KG, 11.Abschlußuntersuchung.
    Und immer 1/2 bis 2 Stunden Wartezeit, zehn Minuten Doktor sehen (außer bei 6.) jetzt rechnen wir mal noch mit Schmerztherapie ode Komplikationen, da steigt die Zahl der „Azzd-Besuche“ nochmal.

  13. V.a. weil die Barmer ja auch das als Behandlung abgerechnet hat, wenn man nur mal eben zum Arzt geht um sich ein Rezept zu holen, bzw. einen Überweisung, oder was weiß ich.
    Schon seltsame Zahlen. Und überhaupt: WER geht 18x im Jahr zum Arzt?
    Wir in der Familie pendeln da so zwischen 3-4 (und da ist ein kleines Kind mit dabei sowie Kontrolluntersuchungen beim ZA)
    Verstehe das wer wolle!

    1. Letztes Jahr: min. 4 x Hausarzt (Rezepte), 6 x Rheumatologe, dazu im letzten Jahr ca. 10 x Blutwerte + Besprechung, dann 2 x Leber-Facharzt…

  14. Na ja, das ganze Gesundheitssystem ist korrupt. Jetzt wird noch der Mann, der die Pharmaindustrie gebremst hat, abgesägt. Es ist grauenhaft. Der Patient ist nebensache, es lebe die Verwaltung.
    Wozu gibt es eigentlich die Kassenärztliche Vereinigung? Und wozu gibt es 250 Krankenkassen? Jede Krankenkasse hat einen Vorstand der, von wem eigentlich, bezahlt werden muss? Das ganze System ist mit einem Wort zu beschreiben: ineffizient.

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