termingeschäfte

aus der fundgrube der medizinischen fachangestellten:

„ich kann den termin vor einer halben stunde nicht wahrnehmen.“ ja, danke. das hatten wir auch schon gemerkt.
„wir haben in fünf minuten einen termin. wir kommen eine halbe stunde später.“ äh, nein, tut uns leid. für einen vorsorgetermin geht das nicht. die familie bekommt einen neuen termin. sonst „schiebt“ man diese halbe stunde den ganzen tag vor sich her.
„ich habe zwar um acht einen termin. aber auf ihrem schild steht sprechzeiten erst ab neun. deswegen komme ich jetzt erst.“ um neun. tja. unter den sprechzeiten steht aber auch „und nach vereinbarung“.
„ich dachte, ich komme mal eine halbe stunde später. die muss ich sonst auch immer warten bei ihnen. komme ich jetzt dran?“ nö. denn inzwischen sind die patienten eingetroffen, die jetzt einen termin haben und auch schon warten. also warten sie leider auch.
„ich dachte, ich komme mal eine halbe stunde früher. die muss ich sonst auch immer warten bei ihnen. komme ich jetzt dran?“ nö. denn zu früh ist auch nicht pünktlich. denn jetzt gerade sind die patienten eingetroffen, die jetzt einen termin haben. wenn wir die früher kommer auch früher dran nehmen, warten die pünktlichen genau diese zeit länger.
„…“ leerzeichen. stehen für die häufigste form der terminabsage: nämlich keiner absage. sehr ärgerlich bei gesprächsterminen, die sowieso schon langfristig geplant sind und die oft eine ganze stunde im terminplaner belegen. für uns und alle anderen verschenkte zeit.

47 Antworten auf „termingeschäfte“

  1. Wartezeiten in Arztpraxen hängen meiner Erfahrung nach von 2 Sachen ab: Wo man wohnt und wie in der Praxis das Zeitmanagement ist. Letzteres kann man wohl schlicht erwarten. Ersteres macht Letzteres allerdings in vielen Fällen einfach immer zunichte. Wenn es zu wenig Ärzte gibt, können die dann auf und nieder hüpfen, es wird einfach nicht gut gehen. In der ostdeutschen Kleinstadt in der früher gewohnt habe, musste man bei Notfällen immer, egal bei welchem Arzt mind. 1 Stunde warten, mit Termin nicht besser. Termine bekommen für Vorsorge etc. mind mit 3 Monaten Vorlauf (bei Augenärzten gern das Doppelte), wenn der Arzt einen überhaupt noch genommen hat. In meiner Heimatstadt (tiefe Provinz) gibt es seit 15 Jahren für 20.000 Einwohner (vorwiegend ältere Menschen) plus umliegende Dörfer genau 1 Augenärztin. Termine wurden dann nur 6 Monate im Voraus vergeben, wenn es nichts wirklich Dringendes war. Man kann den Ärzten dann aber auch schlecht einen Vorwurf machen, der Arbeitstag ist nunmal nur endlich lang.

    Jetzt wohne ich in einer westdeutschen Großstadt und bin immer noch jedesmal überrascht, wenn es möglich ist einen Termin innerhalb von 10 Tagen zu bekommen und im Wartezimmer grade mal dazu kommt, das Buch aufzuschlagen.

  2. Die gute Zahnarzt-Planung kann ich bestätigen. Habe zum Februar meinen zahnarzt gewechselt und hatte wegen diverser Dinge jetzt 7 Termine gehabt und musste nie länger als 10 Minuten warten (und ich komme immer einige Minuten früher). Heute zB war mein Termin um 13:50, ich war etwas früher da, die Kontrolle wurde schnell durchgeführt und um 53 stand ich wieder vor der Praxis.
    Bei meiner Gynäkologin hingegen saß ich schon oft 2-3 Stunden um Wartezimmer oder wurde wieder weggeschickt zum einkaufen.

  3. @kinderdok
    Du schreibst, dass es einen Unterschied macht, ob der Patient warten muss, oder ob er den Dok warten lässt. Du begründest das mit der Verschiebung aller nachfolgender Termine.
    Das finde ich ein wenig überheblich. Schließlich verschieben sich beim Patienten auch alle nachfolgenden Termine, wenn er warten muss. Wir haben Gleitzeit, weshalb ein Arztbesuch nicht gutgeschrieben wird. Wenn ich zum Arzt muss, muss ich notfalls Urlaub nehmen. Dann plane ich auch z.B.mein Auto zur Inspektion zur bringen, zum Versicherungsfritzen zu gehen, zur Bankgeschäfte zu erledigen oder ins Rathaus zu gehen.
    Wenn ich dann beim Arzt unnötig lange warten muss, kommt mein Terminplan ebenfalls durcheinander. Ich rede hier nicht von 30 Minuten mehr oder weniger, die plane ich ein. Aber bei 2 Stunden ist es einfach unverschämt und ich wünsche mir dann schon eine deutlich bessere Planung beim Dok.

    1. äh, sorry, aber das finde ich nun wieder überheblich. denn mir geht es nicht um „ob er den Dok warten lässt“ – denn dass ich abends erst aus der tür gehe, wenn alle anderen bereits um fünfe den hammer fallen lassen und ich meine kinder auch nur am wochenende sehe – klar ist das schade. aber – wie ich bereits geschrieben habe – bedeutet ein zuspätkommen *eines* patienten, dass *alle anderen* patienten länger warten müssen.
      sorry @patient, aber die nabelschau liegt gerade bei dir. mir gings eher um die wartezeit für die anderen patienten, die unter den unpünktlichen leiden müssen.

      1. Tut mir leid, wenn ich mich da undeutlich ausgedrückt habe.
        Natürlich arbeitest Du kontinulierlich und es ist dabei vermutlich weitgehend egal an welchen Patienten Du Dich abarbeitest.
        Es ging mir darum, dass die von Dir beschriebene Kettenreaktion eben nicht nur bei den nachfolgenden Patienten ausgelöst wird. Es wird auch eine Kettenreaktion bei dem einen Patienten und dessen weiteren Terminen ausgelöst. Und diese können dann eben genau zu dem auch von Dir so wenig gemochten „Zuspätkommen“ bei anderen Terminen führen. Aber das ist dann ja nicht mehr Dein Ärger …

  4. Ich finde es macht aber auch einen Unterschied ob ich ohne Kind warte oder eben mit Kind. Denn speziell mein Kind ist bei sowas extrem ungeduldig und da wird dann 30 min wartezeit sehr lang für alle anwesenden.

    1. Hmmm, die 40 Min. Wartezeit auf die U2 (mit Mann und älterem Geschwister) kamen mir bisher am längsten vor. Da hat die hier korrekten Begriff für Arzthelferin einsetzen aber auch einen Rüffel bekommen 🙂 .

  5. Es macht mir ehrlich gesagt nichts aus bei einem Arzttermin auch länger warten zu müssen (mehr als eine Stunde)wenn das durch Notfälle bedingt ist.

    Ich habe allerdings einmal einen Arzt wegen Wartezeiten bei Terminen gewechselt, es handelte sich um eine Gynäkologin die grundsätzlich alle Patienten für einen Halbtag (Vormittag oder Nachmittag) am Beginn ihrer Sprechstunde bestellt hat und diese dann abgearbeitet hat.
    Als ich bei dieser Ärztin einmal eine Viertelstunde nach dem vermerkten Termin (in ein volles Wartezimmer) gekommen bin wurde ich wieder weggeschickt da ich ja den Termin verpasst hatte (war nur eine Kontrolle).

  6. Hallo lieber Kinderdoc,

    ich möchte nur ganz kurz einen Gruß auf Deiner Seite hinterlassen. Sehr schöner Blog, sehr unterhaltsam, witzig und gespickt mit vielen Dingen, die ich so auch schon erlebt habe.

    Viele Grüße
    Anna

  7. Kürzlich komme ich zum Hausarzt: Auf dem Schild steht „Sprechzeit bis 18 Uhr“. Es ist 17:30. Die Tür ist abgeschlossen. Ich klopfe laut längere Zeit. Irgendwann steckt eine Helferin ihren Kopf verständnislos schauend durch die Türspalte und fragt, was los wäre. Ich wollte ein Rezept. Die Tür wäre schon zu, sagt man mir. Ich zeige auf das Schild – bis 18 Uhr. Sie: „wir schließen aber schon immer eine halbe Stunde vorher ab“. Ich: ?????

  8. Och, beim Zahnarzt kommen auch öfter mal Schmerzpatienten rein. Gerade da! Deswegen habe ich auch immer Verständnis, wenn ich da mal warten muss. Es könnte mir schließlich schlechter gehen – wenn ich der Grund für die Verzögerung wäre …

    Kein Verständnis habe ich allerdings, wenn man mich 1,5 Stunden lang trotz Ausdrücklicher Anfrage von mir ohne jede Auskunft in einem stickigen Wartezimmer (ja, WZ sind fast immer stickig, weil ganztägig von Menschen beatmet und nie gelüftet wegen des Deutschen panischer Angst vor Luft, die durch ein Fenster strömt) sitzen lässt, obwohl ich draußen in der Fuzo bummeln könnte.

    Eine Rechnung über 30 Euro für nicht rechtzeitig oder plausibel abgesagte Termine halte ich übrigens für eine sehr, sehr gute Sache. Das ist Eigenverantwortung, wie ich sie mir wünsche.

    1. das mit der gebühr bei verpassten terminen ist so eine sache: das haben schon manche versucht, ist aber rechtlich kaum haltbar. man müsste nachweisen, dass der patient tatsächlich einen termin hat (also mindestens einen terminzettel hat – wer macht davon aber schon eine kopie für die akte?) – und der arzt muss nachweisen können, dass er die zeit nicht auch anders hätte nutzen können – naja. genug zu tun gibt in der praxis immer.
      wäre rechtlich nur machbar, wenn vorher schriftlich vereinbart wird, was bei verpassten terminen zu tun / zu bezahlen ist. und das bedeutet wieder viel bürokratie.

      1. Nachweisen, dass ein Termin vereinbart wurde: Ihr notiert Euch doch Eure Termine irgendwo schriftlich, oder? Solange keine weiteren Hinweise auf Besch…, äh Missverständnisse vorliegen, wird kein Richter davon ausgehen, dass Ihr Euch die Termine aus den Fingern saugt.

        Der Nachweis der möglichen anderweitigen Beschäftigung entfällt, wenn die Gebühr einfach bei der allerersten Anmeldung ohne weitere Bedingungen vereinbart wird. Man kann doch nicht bei Euch Patient(en-Sorgeberechtigter) werden, ohne jemals eine Anmeldung o. ä. auszufüllen, oder? Einfach die Klausel mit aufs Formular und hinter den Tresen ein deutliches Hinweisschild an die Wand. Bürokratie erledigt.

  9. Bei meinem Zahnarzt erlebe ich das auch. Ich habe ein einziges Mal gewartet und da nur sehr kurz. Wenn bei der Kontrolle was gefunden wird, hat er meistens auchnoch die Zeit das direkt zu machen.
    Ich denke aber, dass das Zeitmanagment da etwas einfacher ist, als bei einem Haus- oder Kinderarzt wo doch sehr gerne Leute ohne Termin in die Sprechstunde kommen.
    Ich kanns verstehen, dass es da nicht reibungslos klappt.

  10. Das mit dem Zahnarzt kenne ich.
    Die Gelegenheiten zu denen ich dort jemand im Wartezimmer gesehen habe, kann ich an zwei Fingern einer Hand abzählen.
    Das liegt aber daran, dass der Mann inzwischen vier (!) Behandlungszimmer hat, diverse Helferinnen schon Vorarbeiten (Zahnstein entfernen, Zwischenräume säubern und Kram) machen und er von Behandlungszimmer zu Behandlungszimmer eilt.
    Da muss niemand warten weil sauber gemacht werden muss. Das und das Bereitlegen von neuem Werkzeug und so weiter, erledigt eine der Helferinnen dann wenn der Doc in einem anderen Zimmer ist.
    Ich erscheine also rechtzeitig, werde in eins der Behandlungszimmer gesetzt, eine der Helferinnen schaut sich schon mal meine keramische Abteilung an und macht Vorarbeiten und dann kommt auch schon der Doc…

    Generell finde ich in der letzten Zeit vermehrt den Hinweis, dass man Termine rechtzeitig (!) absagen soll und sonst zur Kasse gebeten wird. Finde ich verständlich – der Arzt hätte in der Zeit ja Geld verdient…

    1. … er hat aber nur ein Behandlungszimmer. Und Zahnreinigung macht er eigenhändig. Ich vermute, er macht seinen Umsatz in den arbeitnehmerfreundlichen Abend- und Samstagssprechstunden.

  11. Der Hausarzt meiner Oma spart sich die Zeitplanung komplett. Man geht einfach in sein Wartezimmer, und die dort Anwesenden machen die Behandlungsreihenfolge unter sich aus. Das Praxisteam bekommt von den gruppendynamischen Prozessen nichts mit, denn das Wartezimmer befindet sich in einem Kabuff ausserhalb des Hauses (umfunktionierte Garage oder sowas). Unter seinen Patienten sind zahlreiche gelangweilte Senioren (wie Oma), die die mehrstündige Wartezeit offenbar durchaus schätzen, das Kabuff ist immer was los und jemand zum Quatschen da. Der Arzt selbst ist äusserst geduldig, einfühlsam und hausbesuchsbereit. Oma ist sehr zufrieden — mir wäre das Kabuff ein Graus; aber es gibt im Ort durchaus Alternativen mit vorhandener und funktionierender Terminvergabe.

    Zu meinem Hausarzt bin ich neulich eine halbe Stunde früher gegangen, mit eigenem Lesestoff und der ehrlichen Ansage: „Ich erwarte nicht früher dranzukommen.“ Nach einer Viertelstunde war ich allerdings die einzige im Wartezimmer und meine Impfung wurde vorgezogen. Nach dem fünf-Minuten-Termin waren dann vier Personen angekommen; ich gehe davon aus, den Tagesplan eher entlastet zu haben.

    Und dann gibt es noch meinen Zahnarzt, um dessen wirtschaftliche Situation ich mir seit Jahren Sorgen mache. In seiner Praxis ist mir bisher nur einmal ein anderer Patient begegnet: Als ich mit meinem Vater aus Fahrgemeinschaftsgründen einen „Doppeltermin“ hatte. Das war auch die einzige Gelegenheit, in der ich sein Wartezimmer benutzt habe…

  12. Also, nachdem ich in einer Zahnarztpraxis das perfekte Zeitmanagement mit max 5 minuten Wartezeit kennenlernen konnte, glaube ich mittlerweile, daß es das tatsächlich gibt. Vorher war mir irgendwie klar: beim Arzt warten heißt eben 1-2 Stunden warten. Interessanterweise kam ich, als ich noch über meinen Vater privat versichert war immer gleich dran, erst als Kassenpatient musste ich warten. Aber zum Glück muss ich nicht so oft zum Arzt, da ich die meistens Dinge selbst in die Hand nehmen kann.

  13. In Norwegen geht das so: Termin verpasst oder nicht rechtzeitig abgesagt? Kein Problem für den Doc…der schickt dann ne Rechnung zwischen 150 und 250 NOK, also so 20 bis 30 Euro. So gehts auch 😉

  14. In Norwegen geht das so: Termin verpasst oder nicht abgesagt? Kein Problem…man bekommt einfach ne Rechnung nach Hause geschickt. Sind so ca. 250 NOK, also fast 30 Euro die man dann zahlen darf.

    LG, Maja

  15. Mit unserem Kinderarzt sind wir auch sehr zufrieden – mal warten schon, aber meistens nicht länger als 30 Minuten (insgesamt im Warte- und Behandlungszimmer). Die Arzthelferinnen sind sehr nett (auch am Telefon), der Arzt nimmt sich immer Zeit und läßt sich auch einen kleinen Strampler nicht aus der Ruhe bringen. Und da er sich für mich bzw. uns immer Zeit nimmt, nehme ich auch mal Wartezeit in Kauf.
    Mein (ehemaliger) Hausarzt war schlichtweg das Gegenteil. MIT Termin wartete man trotzdem locker 2-3 Stunden, auch mit (damals noch) Baby – da wurden spontan reingeschneite Erkältungs(privat)patienten eben vorgezogen und ausführlichst behandelt – und unsereins saß mit Migräne und einem weinenden Baby im Wartezimmer. Nun sind wir gewechselt (zu einem im Ort ganz neuen Arzt) und warten nach vorherigem Anrufen, wann es am besten passt selten länger als 30 Minuten. Und das auf dem Dorf!!!
    Übrigens – für mich ist möglichst rechtzeitiges Absagen (sofort, wenn ich weiß, dass ich es nicht schaffe, egal ob 1 Monat, 1 Woche oder 1 Tag vorher) einfach eine Sache von Respekt, die ich Arzt, Helferinnen und auch anderen Patienten einfach entgegen bringen MUSS!

  16. Meine Erfahrung mit Ärzten (egal ob Haus-, Kinder- oder Facharzt) ist, dass die langfrist durchschnittliche Wartezeit allein vom Arzt und seinem Personal abhängt. Bei meinem Hausarzt muss ich im Schnitt(!) nie länger als 15-20 Minuten warten. Klar gibt es Tage da sitzt man schon mal eine halbe Stunde, ich habe auch schon mal anderthalb Stunden gewartet als es hoch her ging. Aber die meisten Termine klappen gut. Gleiches gilt für den Kinderarzt meines Sohnes und für meinen Zahnarzt.

    Es gibt aber auch Ärzte, die sind schlicht und ergreifend nicht willens oder in der Lage sind, ihre Termine halbwegs verlässlich zu planen. Ich hatte vor einiger Zeit mal das Vergnügen Facharzttermine wahrnehmen zu dürfen. Die Termine mussten 6-10 Wochen im Voraus gemacht werden, trotzdem habe ich dann an den jeweiligen Tagen jeweils 90, 90 und 120 Minuten gewartet. Und dieser Arzt hatte ganz sicher keine Notfälle. Sowas nenne ich eine komplette Missachtung der Patienten. Und genauso ärgerlich ist das Verhalten eines örtlichen ambulanten Chirurgen der bei der Terminabsprache mit meiner Frau (OP unseres Sohnes) ohne Nachfrage davpon ausgeht, dass meine Frau vormittags beliebig Zeit hat.

    An dieser Stelle kann ich dann noch mein Credo anbringen: Ärzte sind auch nicht anders als Handwerker, Lehrer oder Ingenieure: es gibt gute vor denen man den Hut ziehen muss und es gibt unfähige die mehr schaden als nützen. Ich habe schon beide Gruppen getroffen und kann jedem Patienten nur raten: hört euren Ärzten gut zu, respektiert, dass sie einen sehr stressigen und komplexen Job haben aber macht euch auch zur Angewohnheit, ärztliche Aussagen zu durchdenken und zu hinterfragen.

  17. Ich habe die perfekte Kinderarztpraxis (finde ich zumindest).
    Gewartet habe ich noch nie länger als 15 min (normalerweise so ca. 2-5 min Wartezimmer und so 4-5 min im Behandlungszimmer). Es sind 2 Ärztinnen die sich immer abwechseln also eine vormittags eine nachmittags.
    Im Wartezimmer sitzen seltenst noch andere Patienten. Ich habe 2 mal welche getroffen.
    Selbst als Notfall musste ich nicht länger warten (hab aber auch vorher angerufen und nachgefragt, wanns passt).
    Ich sage immer Termine ab, nur einmal habe ich den Impftermin genutzt um den MDV mal überprüfen zu lassen.
    Schade, dass wir umziehen….

  18. Hmm, ich brauche ja selten genug einen Arzttermin – und verpasst habe ich glaub‘ auch noch keinen, aber ich denke da irgendwann mal etwas davon gelesen zu haben, dass bei verpassten Terminen etwas verrechnet werden kann. Vielleicht ist das auch nur in der Schweiz so – und eventuell ist das einfach ein Druckmittel das gegebenenfalls gar nicht so verwendet wird, aber das würde zumindest die, die einfach ohne Abmeldung nicht kommen etwas … erziehen. 🙂

  19. Unser Kinderarzt hat auch ein wirklich hervorragendes Zeitmanagment. Wenn ich für 9:20 bestellt bin (und 9:15) uns anmelde kommen wir auch tatsächlich 9:21 ins Behandlungszimmer.
    Neulich bat uns der Arzt um etwas Geduld vor der U – es waren auch wirklich eine Reihe Notfallpatienten da – trotzdem kam ich dann 15 min nach Bestellzeit dran.
    Da er zumindest auch mit den Kindern lieb und offen umgeht, kann ich gut damit leben dass er zu mir als Mutter sehr barsch ist.

  20. Wir haben bei den U’s nie länger als 20 Minuten warten müssen. Find ich toll!
    Blöd war es nur einmal bei einem Impftermin. Wir durften schon in das Impfkämmerlein (eine Besenkammer ist dagegen ne Riesenhütte) und dort auf unseren Kinderdok warten. Wie üblich sollte ich das Baby schon mal ausziehen. Theo hat sich sauwohlgefühlt, nackt unter der Wärmelampe zu liegen, zu dösen und zu spielen…eine halbe Stunde lang!!! Ich hab mich in den dicken Winterklamotten gefühlt wie in ner finnischen Sauna. Ich glaub, die haben uns in dem überheizten Kabuff einfach vergessen… War aber ein Einzelfall!

  21. An dieser Stelle möchte ich unseren Kinderdoc und seine MFA mal ausdrücklich loben. Trotz dieses stressigen Jobs habe ich bei denen noch nie auch nur einen Hauch von der Ungeduld oder Gereiztheit erlebt, die bei anderen Ärzten (beliebigen Fachgebietes) inzwischen eher Regel als Ausnahme ist.

    Die sind immer total freundlich und wenn wir nicht im – meist ziemlich heißen und stickigen – WZ warten wollen, bekommen wir immer eine Auskunft, wie lange wir noch mal raus können, sei es auf den Spielplatz oder zum Bummeln, Hauptsache frische Luft.

    Ist es in einer Arztpraxis eigentlich angebracht, den Leuten mal ein Blumensträußchen als Dank zukommen zu lassen oder sprechen da irgendwelche Gründe dagegen (Hygiene, Vorteilsannahme, was weiß ich)?

    1. das müssen meine flammen sein 😉
      blumenstrauss kommt immer gut! wahlweise eis oder süße stückchen oder schokolade. ist ja keine bestechlichkeit, sondern dankbarkeit

      1. Ich glaube kaum , dass das Deine Flammen sind, denn wenn ich mich recht erinnere praktizierst Du irgendwo in Süddeutschland (BW) – und ich wohne in Köln.

        Danke für die Tipps. Eis halte ich für problematisch, weil es ja sofort verzehrt werden muss. Ist in „heißen Phasen“ wohl eher ungelegen. Aber Süßigkeiten gehen natürlich auch.

  22. Praktisch, wenn auch vergleichsweise nicht so häufig vertreten, sind da Gemeinschaftspraxen, wie die unserer alten KiÄe.
    Ein Arzt für alle U’s und Impfungen, im Tage-Wechsel mit dem Kollegen, der andere für die „Zipperlein“ und Notfälle und montags und freitags ein Springer für die „Ich.muss.aber.heute.noch.ran“-Notfälle oder wenn die Kinderdocs ihre wohlverdienten freien Nach-oder Vor-oder sonstigen Tage haben wollen/müssen.
    Die 1.Sprechstunde des Tages 8-9 Uhr für die Spontanfälle, beide Ärzte da, ab 9 Uhr die regulären Patienten.
    Wir haben dort mit 2 Kindern noch nie länger als 30-40 Minuten gewartet.

    Gutes Praxismanagement ist schon toll, Doppelpraxis ist Luxus, schlechtes Zeitmanagement der Patienten(eltern) ist *örks* und wirft alles über den Haufen.

  23. Ich durfte schon mal über eine Stunde warten obwohl ich einen der ersten Termine des Tages bekommen hatte (mit einer sehr schmerzhaften Angina). Aber da er der Familienarzt seit ewig war, nahm man das halt in Kauf.
    Später konnte unsere Mutter dann aushandeln, dass sie uns angerufen haben, wenn wir dran kamen und wir erst dann in die benachbarte Praxis kamen.
    Abgehärtet dadurch find ich die jetztigen Wartezeiten beim Kinderarzt ganz erträglich. Und meine Kinder würden lieber noch viel länger im Wartezimmer spielen. Nur das lange warten im Behandlungszimmer ist etwas anstrengend.

  24. „zu wenig (kinder)ärzte“, genau. Wer legt das nochmal fest, wieviele Kinderärzte es wo geben darf? Kann man da irgendwo Petitionen einreichen oder so was? Und kostet eine Kinderarzt-Praxis-„Lizenz“ wirklich 100.000 Eur? Aktueller Anlass: unsere geliebte, tolle KiÄ hört auf. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als eine Privatpraxis aufzumachen. Für uns ist ein PKV nicht möglich wegen Vorerkrankungen. 🙁 Was tun?

    1. es wird in jedem stadtbezirk oder landkreis nach kryptischen formeln berechnet, wieviele patienten existieren und wieviele kinderärzte benötigt werden. es gibt in den alten bundesländern nur ganz wenige bezirke, die eine offene zulassung haben, d.h. in allen anderen kann man sich als arzt nur niederlassen, wenn ein anderer aufhört. eine „lizenz“ gibt es nicht, meist wird hier ein good-will-honorar zwischen abgebendem und übernehmenden vereinbart – und das ist frei verhandelbar – 100000 euro erscheint mir sehr hoch.
      ihre kiä findet keinen nachfolger hat aber die altersgrenze erreicht? ohne nachfolger kann sie länger arbeiten, wenn sie will – das erlaubt die kassenärztliche vereinigung inzwischen.

      1. Nein, von der Altersgrenze ist sie noch weit entfernt! Sie arbeitet im Moment in einer Art Poliklinik, und der 2. KiA wechselt ihr einfach zu häufig. Sie sagt, der Fehler liege im System (kann ich nicht beurteilen), aber sie hat schon Schlafstörungen und fängt deshalb teilweise um 6 Uhr an zu arbeiten …

  25. Genauso wie Ihnen geht es aber auch den Patienten, ich habe gerade meinen alten Kinderdoc gewechselt weil die Wartezeiten unmöglich waren – es schien den guten Sprechstundengehilfen nicht möglich zu sein, Termine vernünftig zu planen – und eine dauernde Wartezeit von 2 Stunden nehm ich einfach nicht mehr in Kauf – mal warten ist die eine Sache aber immer? Wegen einem Impftermin, der 3 min.dauert 2 stunden zu warten, nee danke. Vielleicht ist das auch ein Extremfall

    1. ja, jeder hat seine perspektive. wenn bei uns a) die patienten pünktlich kommen b) nicht noch die drei geschwisterkinder mitbringen (ohne anmeldung) c) kein notfall dazwischen kommt d) nicht bei jeder zweiter mutti „wenn ich schon mal da bin, wollte ich noch kurz über das einschlafproblem mit ihnen sprechen“ kommt und e) die nicht o.g. dinge passieren – haben wir eine wartezeit von maximal 20-30 minuten.
      aber das problem liegt doch auch tiefer: zu wenig (kinder)ärzte. und: alle wechseln immer zu dem doktor mit den tollen wartezeiten – bis da soviele sind, dass auch dort die wartezeiten schlechter werden.
      wie gesagt. jeder hat seine perspektive.

      1. Ich weiß, dass ein Zeitplanung in der Praxis schwierig ist, vor allem wegen der unter a) bis e) genannten Dinge. Aber mit Verlaub: Wenn a) bis e) NICHT vorliegen, sollte bei einer guten Planung die Wartezeit bei Null liegen.

      2. mhh, komisch. Ich bin seit über vier Jahren mit meinen zwei Kindern bei ein und demselben Kinderarzt. Und ich musste bisher 2 mal warten, einmal für etwa 10, das andere mal für etwa 20 Minuten. Ich nehme an das war c) . Und er nimmt sich immer Zeit für alle Fragen und Probleme. Warum ist die gute Zeitplanung also bei einigen Ärzten offensichtlich möglich, bei anderen aber nicht? Mir scheint das liegt zumindest teilweise an Einstellung der Ärze, einige scheinen zu glauben man müsse dankbar sein überhaupt eine „Audienz“ bei Ihnen zu bekommen.
        In diesem Sinne… einen schönen Abend!

      3. Aber genau bei c) liegt das Problem bei uns. In der Grippezeit stehen sie in der Praxis meiner KiÄ schon mal 20 Minuten vor Beginn Schlange. Notfallpatienten, die nicht wissen, wohin mit den Kindern. In Spitzenzeiten kommen Kinder, die um 8 vor der Tür standen erst um 11 dran. Bei uns im Dorf haben wir für 13000 kinderreiche Einwohner genau eine Kinderärztin und lt. Aussage der Zulassungsbehörde ist das komplett ausreichend.

        Allerdings wurde jetzt ein Antrag eingereicht, daß wir eine zweite bekommen und unsere Kinderärztin soll mit einem lauten „Halleluja“ zugestimmt haben, wie die Gerüchteküche sagt.

        Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, daß eine kleine Packung Trüffel oder ein Eis an einem heißen Nachmittag noch bei jeder MF – egal in welcher Praxis – gut angekommen ist. Und bei jedem Arzt im Übrigen auch!

      4. Natürlich liegt gerade bei c) das Problem. Ich habe mich nur an der Aussage gestört, dass auch dann, wenn keine besonderen Umstände wie Notfälle und der ganze Quatsch vorliegen, eine Wartezeit von 20 bis 30 Minuten offensichtlich zu akzeptieren ist. Und wie in diversen Kommentaren schon anklang: Es geht anders (siehe die ganzen Zahnärzte, die gelobt werden. Meiner hat übrigens im Normalfall auch fast keine Wartezeiten). Wenn ein Arzt eine halbe Stunde Warterei als angemessen ansieht, ohne dass irgendwas von a) bis e) sich auf den Zeitplan ausgewirkt hat, dann müsste es doch in der Konsequenz auch akzeptabel sein, dass ich als Patient mich einfach entschließe, 20 oder 30 Minuten zu spät zu kommen.

      5. nein. weil du als patient mit den 30 minuten für *alle* patienten im anschluss für verspätung des doktors sorgst.
        wenn morgens ein termin deutlich verspätet kommt (meist sinds 2 oder 3), dann kann man das nur „rausholen“, indem jemand danach kürzer „abfertigt“, was nicht im sinne aller sein kann, oder man schiebt diese verspätung vor sich her.
        wie schon gesagt, alles eine sache der perspektive.

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