gedankengänge, die nicht die meinen sind

der praxisalltag bleibt doch stets ein quell der freude und der katharsis. immer wieder erfährt man, das leben habe interessante facetten zu bieten, oder gedankengänge, die bisher zumindest nicht die meinen waren, und trotzdem nun – so sie ausgesprochen sind – den horizont meines denkens erhellen, erstrahlen, eröffnen lassen – weiter hinein in die welten anderer, zauber der synapsen und elegien. am abend jeden tages darf ich mich zurückbesinnen auf die regen kontakte mit den reflektionen anderer – und tagtäglich lasse ich mich hinreissen und spiegele all das infam in diesem blog und gebe es dem spotte preis, auf das das offene ohr internet zur lachenden fratze verkomme, aus der es kein entrinnen zu geben scheint.

aber was bleibt mir anderes übrig:

mutter: „ja, ok, der ist schon fünf und kann sich noch nicht anziehen. aber wissense, herr dokter, ich bin ja schließlich diejenige, die ihm des beibringen muss. mein ma´´ macht da ja nix. und wie soll ich ihm den nun als frau beibringen, wie man als ma´´ ´n t-shört ausziehen soll.“
… und auf mein entgeistertes gesicht hin: „… weil, ma´´ und frau mache das ja anderster.“

42 Antworten auf „gedankengänge, die nicht die meinen sind“

  1. Ich verstehe deine Nöte vollkommen.
    Heute abend werde ich mal drauf achten wie mein Mann das T-Shirt auszieht, war mir gar nicht bewusst bisher dass es da so gravierende Unterschiede gibt…

    1. Aber hallo! Es ist mir auch vorher nicht bewußt gewesen, bis ich nach einer Schulter-Op mich nicht richtig bewegen konnte und lernen mußte, mich auf männliche Art und Weise des Oberteils zu entledigen.

      In irgendeinem Buch las ich mal, daß sich eine als Mann verkleidete Spionin enttarnte, als sie sich „falsch“ einen Pullover auszog.

  2. Wollen wir dem Buben wünschen, dass der ma“ sich doch noch erbarmt. Sonst muß er mit 31 Jahren immer noch jemanden bitten, ihm das T-Shirt auszuziehen – das will doch auch keiner. Zumindest nicht täglich.

    Seufz. Wie werden aus den Kindern solcher Eltern lebenstüchtige Menschen?

  3. Ich stelle mir jetzt grade mal eine Szene in dieser Art vor: Vater nimmt seinen Sprössling beiseite und sagt mit ernster Mine: „Sohn, ich muss jetzt über etwas mit Dir reden, was nur die Männer wissen. Ein T-Shört darf man als Mann nur auf die XY-Weise ausziehen. Und das geht so…“
    Danke für den Hinweis, meinem Mann und unserem Sohn steht dieses Gespräch noch aus!

  4. Da gab es doch vor einigen Wochen im Samstagsabendprogramm diesen „Test“ bei dem tatsächlich herausgefunden wurde, dass Frauen ihr Oberteil eher über Kreuz ausziehen (= das Oberteil ist dann auf links gedreht) und Männer von hinten über den Kopf (bleibt also auf rechts).
    Von daher könnte man ja noch im Ansatz nachvollziehen, woher das kommt.

    Zum Kopfschütteln ist es trotzdem.

    1. Wenn das so sein sollte, kann ich die Mutter beruhigen. In den Situationen, wo das T-Shirt nochmal verwendbar ist, ist es dem Buben dann sicher lästig, es zur Neuverwendung umdrehen zu müssen, und er wird daher von selbst eine Methode entwickeln, es so auszuziehen, daß es auf rechts bleibt. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, daß das auch für männliche alleinstehende Waschmaschinenbesitzer zutrifft, da die Waschmaschine Kleidungsstücke (meistens) nicht umdreht.

  5. Doch, doch, das stimmt!!! 😉
    Männer ziehen das – wie Sylvia beschrieben hat – entweder von hinten über den Kopf oder auch gern mal von »unten« – Frauen fassen am Kragen an.

    Geht ja mal gar nicht, wenn der kleine das falsch macht … Was ist später, wenn der sich das mit 16 in der Sportumkleide falsch auszieht?!

    Ganz ehrlich? Respekt. Meine Zunge wär permanent geschwollen, so oft wie ich mir da draufbeißen müsste …

  6. Zu Hilfe! Wenn ich jetzt daran denke, daß ich meinem Sohn das vollkommen FALSCH beigebracht habe!!! Ich habe ihm beigebracht, sein T-Shirt auszuziehen und er wird jetzt Zeit seines Lebens als „Mädchen-T-Shört-Auszieher“ stigmatisiert werden. Was habe ich ihm damit angetan, daß ich das nicht meinem ma“ überlassen habe?
    (muß man das Kindern überhaupt beibringen, läßt man die nicht selber probieren bis es klappt?)

    1. und nach meiner Erfahrung kommt die Überkreuzmethode bei Frauen häufiger vor. Während manche Männer ihr T-Shirt ausziehen indem sie mit der Hand am Rücken zugreifen und das dann über Kopf ziehen – hab ich bei einer Frau noch nicht gesehen.

      Ich kann die Frau also verstehen 😉
      Ich frag mich nur wie ich gelernt habe Damenschuhe zuzubinden weil Schuhe zubinden hat mir mein Onkel beigebracht (der keine Damenschuhe trägt).

      1. Eleganter nicht. Aber überkreuz schafft man vorne Luft. Wenn ich mein Shirt am Rücken fasse, dann klemmt/schubbert es vorne unangenehm, bzw. knirscht in den Nähten.
        (Überkreuz: linke Hand greift rechts unten am Saum, rechte Hand links unten und dann mit einer schlangengleichen Bewegung auf links umkrempeln. Auf links wasche ich übrigens auch die meisten Sachen – daher ist es so ganz praktisch)

  7. Mein tiefempfundenes Mitgefühl 😉
    Tja, und was mache ich jetzt? Nur Töchter im Haus, denen ich aber nur die männliche Ausziehmethode weitergeben kann, weil ich die andere selbst nicht beherrsche.
    Shit happens…

    LG Tina

      1. Elternführerschein… Ne. Bloss nicht!
        Wer entscheidet denn was „richtig“ ist und was nicht? Lies dir doch mal die gängigen Erziehungsratgeber durch, wenn man danach geht würde ich den Elternführerschein nie schaffen. Trotzdem ist mein Kind glücklich. Ganz ohne Ratgeber, nur mit dem was ich als normalen Menschenverstand bezeichne.
        Und der widerspricht dem meisten Ratgebern, was mich in den Augen der „hörigen Mutterschaft“ automatisch als schlechte Mutter kennzeichnet.

        1. Wie jemand in der Praxis fährt und was er für den Autoführerschein gelernt hat, unterscheidet sich ja auch beträchtlich. So würde man aber gewährleisten, dass die Eltern wenigstens von ein paar Basics ahnung haben.
          Ich würde da einbauen:
          Grundpflege des Kindes (da gehört auch das richtige ausziehen mit rein bzw. das beibringen des selben^^)
          Gesundheitliche Probleme, ein bisschen was über Krankheiten,
          Rechtslage, Schulpflicht, usw.

        2. Ohja, bitte Basics über Krankheiten! Denn sowohl „Mit dem bisschen Fieber kann der in den Kindergarten.“ und auch „Oh mein Gott, 38 Fieber! Ruf den Notarzt!“ gehören abgeschafft.
          Schnuller noch mit 3 Jahren, der 2jährigen immer schön die Breiflasche mit ins Bettchen geben und Milchzähne muss man nicht putzen, die fallen doch eh aus. *seufz*

  8. Naja, besser er zeiht das Tischört wie ein Mädle an und aus, als dass er seine Mami zum Sportuntericht mitbringen muss —- oder den/die Lehrer/in fragen 🙂

    Ich stell mir grade die Szene vor. Umkleideraum, 20 Sechs/siebenjährige und einer davon wird von Mami umgezogen: weil Papa ihm nicht zeigt wie ein Mann sich umzieht.

    Hoffentlich krieg ich das Grinsen heute noch aus dem Gesicht …

    1. Mein Mann hat mir neulich erzählt dass bei ihm im Karateverein immer ein 12-jähriger mit Mutter auftaucht, weil der sich alleine nicht umziehen kann, und das gibt dann immer einen Aufstand in der Männerumkleide. *Kopfschüttel*

  9. also, manchmal lohnt es sich, intersexuell das Ausziehen von T-Shirts zu beherrschen
    .. vor Allem, wenn das Teil nassgeschwitzt oder von so hinterlistigen Wegelagerern (nennen sich Sprenger) durchnässt ist 😉

  10. *Der Versuch nicht zu lachen ist kläglich gescheitert…*
    Ja, gib es uns preis, opfere diese und viele weiteren Perlen der „Anderen“ auf dem Altar des Internets.

    Aber mal ehrlich, ich schäme mich in Grund und Boden! Ich habe versagt!
    Denn mein Sohn zieht sich von ganz allein das T-Shirt aus. Und, wie ich bisher dachte, auf typisch Jungen-Art: Unten anfassen und übern Kopf ziehen.
    So ist es gleich praktisch auf links und wird in die Wäsche geworfen. Na gut, er ist 10, noch schmeißt er es meist einfach auf den Boden… Aber wir arbeiten dran! *g*

    1. Nur ein Boden mit Federungen zum Springen, wie auf einer Hüpfburg, ist schöner als ein von T-shörts belgter bunter hübscher Teppich! Jawohl!

      1. Teppich? Ich bin mir nicht sicher ob im Kinderzimmer Teppich ist…
        Du hast vergessen die bunten Socken, Kuscheltiere, Jeans, Papas T-Shirts die man sich zum Schlafen stibitzt hat und sämtliche Wolldecken aus dem ganzen Haus, weil die so toll weich sind, aufzuzählen.

  11. Ich weiß jetzt aber nicht, warum das so komisch sein soll … natürlich ist da ein Unterschied: Herren-T-Shirts werden links auf rechts geknöpft und Damen-T-Shirts rechts auf links. 😀

  12. War mir nicht klar, daß das so kompliziert ist. Hab gottseidank nur Mädels. *G*
    Muß meinen Mann mal heimlich im Bad beobachten.

  13. Männer fassen hinten an den Kragen und ziehen nach vorne über den Kopf.

    So bleibt das Ding auf „rechts“, das ist der Vorteil. Nachteil dieser Methode ist, dass das T-Shirt von hinten über den Hinter- und Oberkopf gezogen wird, was jede etwaige Frisur zerstören würde.

    Männer haben meist keine Frisur, deswegen kann es ihnen egal sein. Frauen, die nach dem Ausziehen nicht aussehen wollen wie Olli Kahn, setzen eben andere Prioritäten. 😉

    1. Also ich habe das aus wissenschaftlicher Neugierde jetzt mal ausprobiert, werde aber trotzdem beim „Überkreuz“ bleiben, nicht wegen meiner Frisur, sondern weil mein Pullover ein beunruhigendes Geräusch von sich gegeben hat als würde er gleich reißen…… Wahrscheinlich wurde mir das nur nie richtig beigebracht….

  14. @dannywilde: Männer haben keine Frisur? Was machen die denn dann im Bad, wenn sie nach neuesten Statistiken 30 Minuten (Frauen brauchen 26 inkl. Frisur) da rumdröseln….keine Frisur? A ha!

    1. Na Männer arbeiten 30 min hart daran, ihre Haare so zu stylen, dass sie eben ungestylt, also nach „KEINE Frisur“ aussehen! Das ist gar nicht einfach ;o)

    2. Was andere machen, weiß ich nicht, aber für Duschen, Rasieren, Zähneputzen kann man schon mal 30 Minuten brauchen, wenn man sich nicht hetzt. Vor allem, wenn dann hie und da auch noch Nagelpflege usw. dazu kommt.

      Eine Frisur ist für mich etwas, das man mit erheblich mehr Aufwand als nur mal eben Durchkämmen in Form bringt und das von alleine nicht in dieser Form bleibt. Klar haben auch manche Männer sowas, siehe Moshammer, Glööckler u.a. Aber der Durchschnittsmann läuft nach meiner Erfahrung mit einem Kurzhaarschnitt herum, an dem man nicht wirklich frisieren, den man aber durch das Ausziehen eines Pullovers auch nicht kaputt kriegen kann.

      @achtelgott
      Stimmt, wenn man nur hinten zieht, wird es eng. Selbstversuchergebnis: Ich ziehe hinten am Kragen hoch (Finger innen, Daumen außen), fahre dann an die vordere Kragenseite, ziehe dort auch hoch, greife dann wieder an die hintere Seite um (diesmal Daumen innen, Finger außen) und ziehe über den Kopf.

  15. …Aber der Durchschnittsmann… – hi – dannywilde – dann wären da noch all die pubertierenden Haargelgroßverbraucher mit der putzigen Bieberfrisur – die wären sicher froh, von Mami den frisurenschonenenden Shirtwechsel gelernt zu haben

  16. Lieber Kinderdoc,

    was für eine tolle Seite! Wie schaffen Sie es, nicht täglich zu Feierabend erstmal mit dem Kopf eine halbe Stunde lang an die Wand zu schlagen? Ich bin Apothekerin und habe eine Zeit lang in der Offizin gearbeitet. Glauben Sie mir, da werden Ihnen ähnliche Schoten geboten. Ich habe mir öfter mal ein schallisoliertes Hinterzimmerchen zum Schreien gewünscht…Keep up the good work!

  17. Da die breitestes Stelle des Mannes am Oberkörper die Schultern sind greifen die meisten Männer das Tshirt dort oder am Kragen und ziehen es sich über den Kopf.

    Da die breitestes Stelle der Frau am Obrkörper der Busen ist greifen die meisten Frauen das Tshirt vorne überkreuz am Bund und ziehen es erst über den Busen und dann über den Kopf.

    Die Korrelation Kann man am Badesee ziemlich gut beobachten …

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