aua ohr

mutter: „… ja, und dann hatte sie diese ohrenweh, und dann hat mir die notärztin diese otovowen-tropfen verordnet.“
ich: „oh wirklich? und? hat´s was gebracht?“
mutter: „nee, wirklich nicht. die hat nach drei tagen immer noch gebrüllt vor ohrenweh, wenn das schmerzmittel nachgelassen hat.“
ich: „wundert mich jetzt auch nicht, wenn ich das ohr sehe. das ist völlig vereitert.“
mutter: „das hatte ich befürchtet. aber die frau meinte, das helfe immer. naja, so begeistert war marie-estelle auch nicht, dass wir da immer etwas ins ohr tropfen mussten.“

dann kann´s schon gar nicht wirken. otovowen ist imho als komplex-holöopathikum sowieso nicht wirksam, aber, liebe leute: auch wenn sie als ohrentropfen gehandelt werden, sind sie doch für die ohren und nicht für in die ohren. man nimmt diese tropfen ein, also mit dem mund.

48 Kommentare zu „aua ohr

  1. Gab es da nicht vor Jahren auch mal Ohrentropfen? Das hab ich für Kind 1 vor etlichen Jahren mal verschrieben bekommen, kleine weiche Plastikflasche mit Tropfen zum ins Ohr einbringen und vorher auf Raumtemperatur bringen. Das nahm fürs erste den Schmerz schon nach wenigen Minuten. Damals kannte ich den Trick mit den Zwiebelsäckchen noch nicht.

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  2. Schaust du hier: Otovowen Ohrentropfen zur Erstversorgung von Ohrenschmerzen. Otovowen wirkt sanft und sicher auf pflanzlicher grundlage: – Rasche und zuverlässige Schmerzlinderung – Ohne Antibiotika, ohne Nebenwirkungen – Stärkt die natürlichen Abwehrkräfte…

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    1. Ah, kann es sein, dass die das Produkt umgestellt haben? Und dass die Mutter ebenso wie ich grade aus Gewohnheit dieses Präparat für das frühere gehalten hat?

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  3. Jaja, auch schon oft gehört… Schon blöd, wenn man von der Bekannten der Nachbarin der Friseuse ein Medikament aufgeschwatzt bekommt und dann leider zu dusselig ist, die Packungsbeilage zu lesen. Gut, in diesem Fall war’s zwar die Notärztin, aber das macht’s ja auch nicht besser.

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    1. Das Mittel enthält immerhin 53% Alkohol. Es ist vielleicht ganz gut, dass das Kind die Tropfen nicht eingenommen hat.

      Im Grunde könnte man dem Kind auch, je nach Alter, 4-10 Tropfen Rum geben. Oder Wodka. Würde das jemand?

      Immerhin 12 mal täglich. Kein Wunder, dass das Kind nicht mehr schreit, das liegt besoffen in der Ecke.

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  4. Na ja, es hilft einfach, ist so. Die ständigen Mittelohrentzündungen unserer Tochter sind passé, seitdem wir Otovowen haben und beim ersten Anzeichen geben. Ja, sehr lustig und unglaubwürdig… Das Belächeln engstirn… äh… überzeugter Schulmediziner ist mir weitaus lieber, als meiner Tochter jeden Winter alle 6 Wochen Antibiotika zu geben. Die Alternative wäre der HNO gewesen, der zum „Polypen rausnehmen“ geraten hat, ohne unserer Tochter auch nur in den Hals zu schauen. Polypen sind natürlich noch drin. Tochter beschwerdefrei.

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    1. Mein Sohnwar auch beschwerdefrei – bis auf so eine kleine, wahrscheinlich völlig zu vernachlässigende Sprachentwicklungsverzögerung, die sich gaaaaanz bestimmt auch ohne die von der hysterischen Mama durchgeboxten OP ausgewachsen hätte …. Dann hätte der Bub hält noch ein Jahr länger gebraucht, um „Papa“ statt „Hapa“ zu sagen, was soll’s …

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      1. Diese Sorgen hatten wir glücklicherweise nicht. Natürlich, das ist auch ein anderer Ansatzpunkt bei der Überlegung. Hoffe, die OP hat den gewünschten Erfolg gebracht!

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    2. halt stopp einspruch: es hilft bei *dir* bzw. deinem kind, nach statistik macht das n=1. hier werden n=xtausend ohne otovowen großgezogen und trotzdem kommen über 3/4 ohne antibiotika aus.

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      1. Genau, es hilft meinem Kind, also hilft es. Egal ob n=1 oder n=xtausend. Bei (m)einem Kind mit Ohrenschmerzen überlege ich nicht lange, ist wirklich nicht lustig… Deshalb auch die ständige Antibiotikagabe. Aber irgendwann überlegt man sich dann doch, ob das wirklich sein muss bei einer 3-4-Jährigen, oder ob es auch eine andere Möglichkeit gibt. Und bei der Auswahl 1. häufiger Antibiotikagabe (trotzdem! leidendes Kind), 2. Polypen-OP (ok, hier wohl eher leidende Mutter…) und 3. „Tröpfchen“ (noch bevor das Kind richtig leidet), scheint mir 3. doch die _für uns_ eindeutig beste Lösung zu sein.

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        1. Manchmal ist sowas auch einfach Zufall. Ich hatte ne zeitlang wirklich andauernd Mandelentzündungen (alle paar Wochen). Dann hatte ich schon einen OP-Termin, den ich allerdings abgesagt habe, weil ich mich mit dem Arzt zerstritten hatte. Von so einem Arsch wollte ich mich nicht operieren lassen.
          Danach: ca. 8 Jahre lang Ruhe. Nix. Nüschte! Vollkommen beschwerdefrei.
          Ich hab das allerdings nicht auf den Streit mit dem Arzt zurückgeführt und empfehle das ausdrücklich nicht als Therapie.

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  5. Also bevor ich meinen Kindern das (hochprozentige) Zeug gebe, probiere ich es mit Ibuprofen, das hilft i. d. R. sehr gut.
    Aber das muß jeder für sich entscheiden, was er seinen Kindern gibt. Nur weil es unter dem Deckmäntelchen der „natürlichen Medizin“ vertrieben wird, bedeutet es nicht, dass es harmlos ist (wie war das noch gleich mit Umckaloabo? 😉 )

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  6. Eine Notärztin verschreibt ein homöopathisches Mittel? Mmmm…Key.
    Ich meine, das kann man … Zusätzlich, oder nachher.
    Und erstaunlich, wie lange die Mama warten kann, wenn es nicht besser wird.
    Klar sagt man heute, nicht gleich Antibiotika geben, aber wenn es schon vereitert ist, dürfte das immer noch Standardtherapie sein.

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    1. Ich habe als gerade präpubertäres Kind einen großen Holzsplitter unter dem Fingernagel bekommen und bin damit – bleich und zittrig vor Schmäärz(!) von meiner Mutter zur Unfallambulanz kutschiert worden (nicht im Krankenhaus sondern so ein Notdienst in der Stadt, weiß nicht mehr genau was das war)… die Trulla im Dienst war wahrscheinlich nicht chirurgisch sondern Augenärztin oder so… auf jeden Fall riet sie mir zu homöopathischen Tropfen, und daß ich es damit [wörtlich zitiert, das kann ich nicht vergessen] „einfach herauseitern lassen“ könne. o_O Wir sind gleich im Anschluß zu einer unfallchirurgischen Praxis gefahren, wo man den halben Nagel abgesägt und einen 0.5 cm langen Splitter entfernt hat. Die drei sehr schmerzhaften LA-Spritzen waren mir dann doch lieber als ein tagelanges herumeitern… Homöopathie finde ich seitdem als Ergänzung immer noch völlig okay, aber nicht als einziges Mittel bei einer akut entzündlichen Situation.

      Aber ja, ich kann mir gut vorstellen, daß manche „Not“ärzte tatsächlich Quatsch verschreiben. (Das Kind einer Kommilitonin von mir ist ihre rezidivierenden und ein Jahr lang mit Schulmedizin vergeblich behandelten Ohrentzündungen allerdings tatsächlich mit… Homöopathie losgeworden. So kann’s gehen.)

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    2. Das mit dem Warten finde ich auch immer schwierig. Einerseits muss man ja dem Medikament ja auch erstmal eine Chance geben, zu wirken, also einen Tag später dastehen und sagen, es ist noch nicht besser geht auch nicht. Und wenn man keine Erfahrung mit der Krankheit hat, ist es eben schwer zu beurteilen ob der Verlauf jetzt normal ist oder nicht. Ich schätze einfach, in der Ambulanz hat man ihr gesagt, dass sie das Kind nach drei Tagen zur Kontrolle bringen soll, und so lange hat sie einfach mal (daneben-)behandelt.

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  7. Immerhin hat sie ein Schmerzmittel gegeben, meine homöopathisch überzeugte ex-Kollegin hatte es nichst so mit Schmerzmitteln, leider hab ich sie am Telefon kaum verstanden, weil das Kind hinter ihr vor Ohrenschmerzen gebrüllt hat.

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  8. … „Holöopathikum“, ist das nicht das, was vor allem durch den Placebo-Effekt hilft und heilt? Dann dürfte es doch egal sein, ob man es schluckt (bzw schlucken lässt), ins Ohr träufelt oder das Kind damit einreibt – vielleicht hilft auch gurgeln oder schnupfen, dann können die 54% Alkohol wenigstens die eustachische Röhre desinfizieren … ?

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    1. Wir hatten mal in Hygiene im ersten Semester, dass man für’s Desinfizieren mindestens 70% braucht. Daher auch die erste Lektion, die wir im Studium gelernt haben: Stroh Rum. Sollte man immer da haben. Desinfektion und Anästhesie in einem.

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  9. Also ich kann nur sagen: Otovowen hat uns bei einer Mittelohrentzündung super geholfen! Nach 3 Tagen war alles gut! Ich war begeistert!

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    1. ja. prima. da ein großteil der otitiden viral bedingt sind, würde das bei einem großteil der otitiden auch so abklingen. wer bei einer hohen selbstheilungsrate ein zweifelhaftes medikament gibt, findet auch eine hohe „wirksamkeit“ (siehe homöopathika, die).

      schöne informationen zur therapie der otitis in den patientenleitlinien der uni witten/herdecke (bekanntermaßen eher alternativ)

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  10. Und hier dachte ich, sie hätte sich Otriven nicht merken können, und statt in die Nase ins Ohr getropft. Ist ja nicht für alle ganz eingängig, warum Nasentropfen bei Ohrenweh helfen sollen…

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  11. ich weiß ja nicht wie alt die kinder sind, über die hier geschrieben wird, aber ich würde das meningitis-risiko nicht vernachlässigen und mit irgendwelchen lustigen tropfen hantieren…

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  12. Bitte, darf ich die gute Frau ein wenig schütteln? Nur ein wenig…
    Anstatt 3 Tage zu warten und nebenbei das Kind mit Schmerzmitteln zuzuwerfen sollte man doch bitte zu einem richtigen Kinderarzt gehen.

    Aber hach, das kenne ich noch von der Mutter eines Schulkameraden von Bobele: Antibiotika sind BÖSE! Aber dem 8jährigen mal eben eine halbe Ibuflam 400 geben, teilweise 2mal täglich, das ist okay…

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  13. Da ich nach überstandenen diversen Mittelohrentzündungen (das Einzige, was meine ansonsten sehr fähige Kinderärztin nicht in den Griff bekam) sehr wohl weiß, was meine Kinder für Schmerzen aushalten müssen, wurde nicht lange überlegt, als uns vom HNO-Arzt zu „Röhrchen“ geraten wurde. Zumal der Kollege keinen Ruf als Metzger hat, sondern auch eher mal abwartet.
    Nach etwas über drei Jahren mit insgesamt 5 beidseitigen OPs bei zwei Kindern (Kommentar: „Typisch Kollegenkinder“), einem perfektoniertem Zwiebelsäckchen-System (und daraus resultierendem ständigem Heißhunger auf Frikadellen…) haben wir zwei ohrgesunde, perfekt sprechende Kinder, die bei Wind und Wetter ungeschützt durch die Gegend rennen, während ich die meiste Zeit des Jahres ein Stirntuch trage und auch nach 4 Jahrzehnten immer noch von nächtlichen Ohrenschmerzen-Attacken geplagt werde.
    Inzwischen bin ich beim HNO-Arzt der Kinder – der meinte, er würde es auch bei mir gerne mal mit Röhrchen probieren. Das würde zwar die Schmerzen lindern, mir aber natürlich nicht den Hörverlust wiederbringen.
    Ich kann nur sagen, dass Ohrenschmerzen noch die Zahnschmerzen übertreffen und als Folge von „mal abwarten“ immer neben der verzögerten/nicht stattfindenden Spracherwerbung eine Schädigung des Gehörs droht.
    Wir haben die medizinischehn Möglichkeiten – warum dürfen Eltern aus Unwissenheit (und geistiger Bequemlichkeit!) ihren eigenen Kindern diese vorenthalten?

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    1. Armes Schlappi,
      diese Erfahrungen habe ich leider auch machen müssen. Und meine Mama hat mich als Kind mit heißer Butter ins Ohr traktiert. Deswegen bekam das Kind auch die Röhrchen, leider ein bisschen zu spät. Den Ohren geht es gut, aber das Sprechenlernen hat damals gelitten und musst logopädisch betreut werden.

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  14. Als Fachfrau, bin auch in einem Uni-Spital als Pädakustikerin unter anderem in der Diagnostik tätig, muss ich sagen dass man die Langzeit-Auswirkungen von immer wiederkehrenden Mittelohrinfekten auf keinen Fall unterschätzen darf.

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  15. was ich nicht verstehe, ist, warum ganz klar schulmedzin orientiert kä und käinnen bei teilweise wirklich fortgeschritten erkrankungen trotzdem dinge wie otovowen verordnen.
    wir haben das hier auch. unsere (von uns übringes sehr geschätzte) kinderärztin griff doch tatsächlich bei einem in diesem winter erstmalig aufgetretenen ekzem bei unserem bobele (die stellen an kniekehlen, ellenbogen und hinter den ohren waren o f f e n ) zu exkzvowen. und das, obwohl
    1.) ich n i c h t zur fraktion gehöre, die gerne mal nachfragt, ob’s da nicht auch was pflanzliches oder homöopathiesches gäbe
    2.) sie eine ganz klar schulmedizinische ansicht auf die dinge hat und ich ja genau deshalb bei ihr bin und nicht fr. dr. butterblümchen
    in ermangelung eines hautarztes vor ort landeten wir schlussendlich in der dermatologie der uniklinik. ich möchte hier nicht wiedergeben, was die dortige ärztin zu zitat on „verschleppung und fehlenden behandlung des ekzems“ zitat off von sich gegeben hat …
    ihr kommentar zu homöopatischen komplexmitteln in der behandlung von ekzemen und neurodermits: bei einer handfesten erkrankung brauchts eine handfeste behandlung.

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    1. ohgott ja, ekzvowen gibts auch noch… hatte ich ganz verdrängt.
      das ist immerhin eine salbe, und als inhaltsstoff die klassische dac basiscreme – die für die grundpflege sicher ganz probat ist (jede andere basissalbe tuts für die grundpflege aber auch), aber die angebotenen 30g sind ein witz und halten für eine kopf-fuß-behandlung (und nur so kann eine basisbehandlung aussehen) maximal 4 tage.
      bei offenen stellen taugt die basis nicht mehr. da schließe ich mich der derma-kollegin an: da muß man auch mal klotzen.

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