Was für Pocken?

Mutter: „Herr Dokter, ist das richtig, dass man jetzt gegen Pocken impfen kann?“
Ich: „Meinen Sie eher Windpocken?“
Mutter: „Ja, kann auch sein, ist das nicht das Gleiche?“
Ich: „Nein, die Pocken gelten als ausgerottet, Dank grosser Impfkampagnen von früher.“
Mutter: „Und die anderen, die gibts noch?“
Ich: „Windpocken? Ohja. Klar. Soweit ist die Impfung noch nicht.“
Mutter: „Und warum ist der Roy-Robin noch nicht dagegen geimpft?“
Ich: „Keine Ahnung“, ich schaue kurz in das Impfheft, „Sie waren früher ja bei Doktor Gutheil. Und Ihr Sohn ist ja schon zehn, da gab´s die Impfempfehlung noch nicht regulär, als er klein war.“
Mutter: „Also können wir dann jetzt gegen Pocken impfen?“
Ich: „Windpocken…? Ja, sicher.“
Mutter: „Nee, die hatte er ja schon. Vorletztes Jahr.“

Klassischer Fall von Aneinandervorbeireden. Manchmal denke ich, Mütter und ich sprechen verschiedene Sprachen.

30 Kommentare zu „Was für Pocken?

  1. Aber die Ausrottung der Pocken dank Impfung ist eine echte Erfolgsgeschichte! Nun gut – können nicht alle wissen. Speziell heute, wo man sie ja nicht mehr sieht. Aus den Augen aus dem Sinn sozusagen.
    Bei uns momentan aktuell: Masernimpfkampagne. Das (hochgesetzte) Ziel hier: die bis 2015 faktisch auch auszurotten.
    Ich bin da sehr pessimistisch. Nicht mal unbedingt wegen den Erwachsenen, denen der 2. Teil der Impfung fehlt – sondern wegen den Kindern und Jugendlichen die sie nicht haben, weil ihre Eltern glauben, dass es das nicht braucht / sie besser dran wären ohne Impfung. 95% Durchimpfungsrate? Bei der Menge Anthroposophen und andere Impfgegner, die wir hier haben – bis in 3 Jahren? Forgettaboutit. 😦

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  2. Ach, das ist wie die Grippeimpfung. „Die brauch ich nicht, ich hab nie ne Grippe, selbst wenn alle um mich herum husten“
    @Pharmama: drum habe ich mein winziges Scherflein beigetragen und mich als Erwachsene noch impfen lassen 🙂

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  3. Also, ich wurde vor ein paar Jahren gegen Pocken geimpft…

    …klinische Studie eines neuen Impfstoffs. Das war nach 9/11, während der allgemeinen Bioterrorundabgelaufenesenfgurkenwurstpanik…

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  4. Pocken: das war doch gesetzliche Pflicht ? Würde mich mal interessieren was heutzutage passieren würde wenn irgendeine Impfung Pflicht würde !

    Windpocken: da hab ich mal im TV die Aussage eines Arztes gehört, Windpocken an sich seien harmlos, die Impfung würde nur empfohlen damit die Eltern nicht zwei Wochen lang wegen Krankheit ihres Kindes zuhause bleiben müssten (würde also der Wirtschaft dienen)

    Gelesen(im Internet, klar…)habe ich, wer gegen Windpocken geimpft sei, habe eine größere „Chance“, später an Gürtelrose zu erkranken. Eine durchgemachte Windpocken-Krankheit sei da ein besserer Schutz.
    Aber im Internet steht viel…was meint der Kinderdoc zu dieser Aussage ? (oder naja zu beiden)

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    1. Bin wohl kein Arzt, musste aber als Biologin auch die Virologie lernen.

      Die Gürtelrose ist ein Wiederaufflammen der Windpocken Viren (Variezella-Zoster) da nach einer Windpockenerkrankung Restbestände des Virus in den Nervenwurzeln des Rückenmarks verbleiben (und dort aufgrund der Tatsache dass das Nervensystem vom Immunsystem größtenteils ignoriert wird um es zu schützen nicht angegriffen werden kann). Die Impfung soll die Rate der Gürtelrose-Erkrankten senken (soll angeblich auch nach einer normalen Windpockenerkrankung noch was bringen)

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    2. Nach meinem Wissensstand (und auch dem von Wikipedia, wie ich eben nachgelesen habe) erkranken eher Personen an Gürtelrose, die als Kinder an Windpocken erkrankt waren, weil sich das Virus latent im Körper einnistet und bei einem geschwächten Immunsystem wieder aktiv werden kann.
      Spaß ist was anderes! Das gilt sowohl für die Windpocken als auch für den Ausbruch einer Gürtelrose.

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  5. Eine Bekannte von mir hatte kürzlich als Erwachsene Windpocken. Sie lag zwei Wochen KOMPLETT flach und war nicht zu gebrauchen.
    Ich hab in der Zeit ihre ebenfalls total verpockten Kinder betreut…. War eine absolute Freude die ich jedem Kind gönne. [/ironie]

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  6. Pocken waren früher nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber empfohlen bei bestimmten Reisezielen. Ich bin als kleines Kind (1972) geimpft worden, als wir nach Tunesien in Urlaub wollten, wenn ich mich recht erinnere.

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    1. @AnnetteGa: bin auch aus BaWü und geboren 1967, habe aber definitiv KEINE Pockenimpfung….wie das gegangen ist, würde mich interessieren – Mama kanns mir nicht mehr sagen. Vermutlich je nach KiA….denn Freunde ähnlichen Alters haben eine….

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      1. Ich bin Jahrgang 72 und auch nicht geimpft, weil meine Kinderärztin mich damals als „nicht impffähig“ eingestuft hat (aus Gründen, die heute völlig irrelevant wären). Aber zumindest in Hessen und im Saarland galt damals offiziell die Impfpflicht. Für die Jahrgänge nach mir wurde das aber nicht mehr so konsequent durchgezogen, es sei denn, es ging um einige Auslandsreisen.

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  7. Da fällt mir ein: ich müsste mir mal meine Grippeschutzimpfung abholen, sehe es aber nicht ein, mich dafür 2 Stunden beim Arzt hinzusetzen. Und dann habe ich 2 Wochen lang Grippe, ich wette darauf!

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    1. Nein nein, die Referendarin hat nicht zwei Wochen lang (Virus-)Grippe (=Influenza), weil sie ja dagegen dann geimpft ist. Sie hat maximal 2 Wochen einen grippalen Infekt (- und wenn es ganz dicke kommt vielleicht noch dazu/danach eine Angina tonsillaris oder eine Bronchitis). Die Verwechslung „Grippe vs. Grippaler Infekt“ ist aber im deutschen Sprachraum recht verbreitet… 😉

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      1. Doch doch doch hat sie, denn sie war ja dieses Jahr noch nicht zur Impfung, weil sie umgezogen ist und somit keinen Hausservice bei Krankenschwester Mama mehr hat und keinen Bock hat sich 2 Stunden für eine Sache von höchstens 1 Minute ins Wartezimmer zu setzen.

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      2. Und die Referendarin kennt dank Krankenschwestermama den Unterschied zwischen Grippe und grippaler Infekt und spricht hier tatsächlich von einer Grippe, gegen die sie ja dieses Jahr noch nicht geimpft wurde.

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    2. Ich glaube die Referendarin meinte, WEIL sie sich nicht im Wartezimmer rumtreiben will, bekommt sie (ungeimpft) bestimmt ne Grippe.
      Wenn sich die Referendarin NICHT ins Wartezimmer setzen will, kann ich das verstehen – das ist zur Zeit nur ein Bakterienbrutraum mit Garantie auf Erkältung. Aber unser Arzt setzt die Impflinge separat und rennt zwischen zwei Patienten vorbei – oder die MFA machts…also nix mit Ausrede, dass man zwei Stunden warten müsste!

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      1. Jaui! Und bisher war es IMMER so, dass wenn ich im Wartezimmer saß für x Stunden, ich auch prompt ein paar Tage später erkältet war. Ich ruf mal an bei Dr. Stefan Frank und frage, wie das mit den Impfungen so ist! Guter Idee!

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  8. Die Grippeimpfung kam dieses Jahr in einem seltsamen Gerät, das aussah wie der Retuscheur vom Ötzi. Ungefähr so jungsteinzeitlich hat sich das auch dann angefühlt, ich glaube, ich habe zum ersten Mal beim Impfen laut „AU!“ gesagt. Und drei Tage ein dicker Arm. Es ist nicht immer leicht, kein Impfgegner zu sein.

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  9. Nochmal zu den Pocken: wenn mans genau nimmt: wer hat wohl das Impfbuch kontrolliert ? – Eventuell ein Kindergarten oder eine Schule beim Eintritt des Kindes. Oder an der Grenze bei Auslandsreisen der Zöllner. Vielleicht auch bei einer Fahrt ins Ferienlager oder bei Aufnahme in ein Kinderheim. Wenn aber von diesen Punkten vielleicht nur Punkt 2 eintraf und da jemand saß der nur einen oberflächlichene Blick auf das Impfbuch geworfen hat ? (Oder der Arzt hat den Stempel nachträglich reingemacht weil er dachte, er habe es vergessen ?)

    [Heutzutage wird ja ein Abschnitt von der Verpackung in den Impfpaß geklebt, macht imho durchaus Sinn]

    LG Annette – die mit 35 Jahren nochmal grundimmunisiert wurde (ich hattte die üblichen Impfungen als Kleinkind, dann noch mit 9 die damals übliche Polio-Schluckimpfung („Kinderlähmung ist grausam – Schluckimpfung ist süß“) und das wars dann)

    PS: Und hätte ich ein Kind, würde es auch gegen Windpocken geimpft werden !

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  10. Nun ja, in der DDR war es sicher einfacher, die Impfplicht bei allen, die nicht irgendwelche hinderlichen Erkrankungen hatten, durchzusetzen. Und es wurde auch deutlich länger gegen Pocken geimpft (wobei ich nicht beurteilen kann, wie sinnvoll das am Ende war): ich (Jahrgang 85) habe die erste Impfung noch bekommen, die zweite nicht mehr.

    So problematisch die Umstände auch waren (ich wünsche mir die Zeit bestimmt nicht zurück, ich habe genug erfahren um zu wissen, daß ich in dem Staat eingegangen wäre), so hatte die „Nebenwirkung“ der hohen Durchimpfungsraten doch immerhin den Effekt eines guten Herdenschutzes für diejenigen, die nicht geimpft werden konnten. Imerhin etwas, wo es doch im Gesundheitssystem ziemlich viele Baustellen gab…

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