Der Fünf-Minuten-Grippeappell

Wir ertrinken in Patienten, in besorgten Eltern, in Husten, Schnupfen, Fieber, „so krank war er noch nie“, „wird denn das gar nicht besser“ und „wir machen uns Sorgen“. Das Personal ist am Limit, selbst dezimiert wegen eigener Rotzenasen oder eigener -kinder, die Kindergärten machen Kleingruppenunterricht oder schließen komplett, weil die Erzieherinnen fehlen. Die Schulen verlangen Krankenatteste wegen der Grippewelle, als merke man dasnichtauchso bei dem Hustengeräuschepegel im Unterricht. Geplante Termine wie Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen versuchen wir auf ruhigere Monate zu verschieben, wenn das geht (aber Säuglings-Us kannst Du eben nur jetzt machen), damit die Gesunden sich bei uns nichts holen, die erhaltenen Termine zu Impfungen und Vorsorgen werden nicht wahrgenommen (aber auch nicht abgesagt), die Kinder waren eben kurzfristig krank (und das Telefon wohl defekt). Die fMFA schichten mit Früh- und Spätdienst, teils mit „Kernzeit“, um den größten Run abzufedern, wir Docs schaffen sogutesebengeht durch, in den letzten drei bis vier Wochen mit einer Wochenarbeitszeit von ca. 50-60 Stunden. Die ersten drei Tage der Woche sind die schlimmsten, kein Feierabend vor 20 Uhr, Montag kommen die „vom Wochenende krank“ und die „Kinder-Krank-Schein“-Nachfrager, Dienstag die Verschobenen vom Montag, Mittwoch die Vertretungen, Donnerstag ebbt es kurz ab und Freitag schließlich die „vor dem Wochenende, falls es schlimmer wird“. Alle sind sie krank, keine Frage, am Telefon versuchen die fMFA, in der Triage die dringlichsten Fälle herauszufiltern, aber wer will das am Telefon schon entscheiden? Sie versuchen, allen Termine zu geben, heute oder gleich morgen, vielleicht erst um Neunzehnvierzig (was sollen wir schon machen), bitten um Geduld und Entschuldigung, bekommen Verständnis und Ungeduld. Auch wenn sich die Fälle wiederholen, auch wenn die Eltern nach den berühmten drei Tagen erneut kommen, weil „immer noch nicht besser“ („ja, aber eine Grippe dauert nun mal sieben bis zehn Tage“ – „ja, schon, aber  können Sie nicht doch ein Antibiotikum…?“), auch wenn für *jede* Familie ihr *eigenes* Kind das wichtigste ist und der Drehpunkt aller Krankheiten:

Leute…! Es. Sind. Alle. Krank. Und alle wollen Rettung.

Und Leute…! Es wird besser. Es wird immer besser. Jedes. Jahr.

(c) Bild bei Flickr/William Brawley (Creative Commons CCBY2.0)

56 Kommentare zu „Der Fünf-Minuten-Grippeappell

      1. Das wäre wirklich ein Thema für die Politik. Aber uninteressant für sie. Weil für die Wirtschaft nicht relevant. Bringt keine Kohle in die Staatskasse. Sorry, aber ich habe das Gefühl, nur noch darum geht es.
        Das Thema ist „zu klein“.

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      2. Ohja. Momentan bin ich ganz glücklich, dass unsere Kinder zu den Wochenenden krank machen bzw wir Homeoffice machen können. Auf KZH-Antragswursterei habe ich sowas von keine Lust.

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    1. genau. Selbst bei der eigenen Krankschreibung. Wir dürfen zum Glück 3 Karenztage nehmen ohne ärztliches Attest, das bin ich gerade dabei auszunutzen. Der Arzt kann gegen meinen Husten und Schnupfen auch nicht viel mehr machen, als ich jetzt schon tue…

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  1. Genau so ist es! Die Zahlen an Patienten pro Stunde sind unglaublich. Und den Mund redet man sich fusselig mit immer den selben Worten „schlafen und trinken“.

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  2. Das Problem ist nicht, das Kind zuhause ins Bett zu legen und abzuwarten – man braucht die Krankschreibung. Und das geht nicht ohne Arzt.

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  3. Aber DIESES Mal, da ist es besonders schlimm! Besonders bei MEINEM Kind.

    Ändert sich das eigentlich pro Kind, das man mehr hat? Oder bin ich eben nicht so überbesorgt?

    Ich MUSS ja leider mit dem kranken Kind zum Arzt, da niemand sonst auf das arme aufpassen könnte- ergo ich muss zu Hause bleiben. Dabei wäre DAS auch gar nicht nötig. Kann man DA nicht mal was machen?

    Mit dem gesunden Kind zwischen den ganzen kranken rumzusitzen finde ich auch eher nicht so toll. Trotzdem hatten wir kürzlich auch einen Impftermin, da war aber die Grippewelle scheinbar noch nicht zu ausgeprägt.

    Gruß Silke

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    1. Wir nehmen inzwischen die Impflinge direkt ins Untersuchungszimmer. Geht schnell und auch mal „zwischenrein“. Wenn da nur nicht „Ich habe da noch tausend Fragen, wenn ich schon mal da bin“ nicht wäre.

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      1. Da sagen wir knallhart es ist ein Impftermin, alle anderen Fragen müssen warten bis zum nächsten mal. Und lieber Kinderdoc- Selbstfürsorge ist am wichtigsten. Bei uns ist es bei Stammkundschaft so, dass Kind-Krank Schein und Rezept so gegeben werden, wenn Mama und Papa sich sicher fühlen mit der Behandlung und das Kind vorstellen wenn was ist.

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        1. Unser Kinderdoc ist auch nur ein Mensch und kann sich nicht zerteilen. 50 oder 60 Wochenstunden schafft nicht jeder. Es ehrt dich, dass du dich so einsetzt, aber glaube mir jeder ist ersetzbar. Kannst du nicht arbeiten dann gehen deine ach-so dankbaren Patienten zum Kollegen, ist so.

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      2. Das hätte ich mir in der letzten Woche auch gewünscht, aber ich mußte mit unserer Kleinen leider über eine halbe Stunde im Wartezimmer sitzen (Flur ging nicht wegen Datenschutz) und danach nochmal fast ne halbe Stunde im Behandlungszimmer. Wegen ner Impfung… Ohne Fragen… Ende vom Lied, das Kind hustet und niest wieder – und ich auch. Herzlichen Dank.

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    2. Hm, also ich muss für mich sagen, dass ich beim zweiten Kind wesentlich entspannter bin. Ich weiß einfach, dass eine Erkältung mindestens eine Woche dauert. Natürlich ist es blöd, dass man immer ab dem ersten Kranktag eine Bescheinigung braucht, aber das ist eher ein politisches Thema. Viel schlimmer finde ich den Spagat zwischen Arbeit und Kind-Krank Betreuung. Die Kinder von heute dürfen doch gar nicht mehr krank werden, geschweige denn sich in aller Ruhe zuhause auskurieren. Nein, da wird dann Mal schnell ein AB dem Kind verabreicht, was ja bei einem Virusinfekt total sinnig ist. Was hatte ich beim ersten Kind für Medikamente im Schrank, eine ganze Batterie, da passte nix mehr rein. Was habe ich gelernt? Meinen Kindern hilft 1-2 Tage viel Schlaf und Ruhe, dann ist das Schlimmste meist vorüber. Sorry, ich bin abgeschweift. Ist aber auch ein leidiges Thema.

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  4. Empfiehlst du als deutlicher Impfbefürworter eigentlich die Grippe-Schutzimpfung für Kinder? Unser Kinderarzt empfiehlt sie und impft unsere vier Kinder seit Jahren (jeweils ab dem 2. Lebensjahr).

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    1. Unser Kinderarzt empfiehlt uns auch die Grippeimpfung und impft ebenfalls die Kinder mit … und zwar schon vor dem 2. Lebensjahr. Unser Kleiner hat sie Ende letzten Jahres mit gut 12 Monaten bekommen.
      Wir Eltern haben sie übrigens auch bekommen … ja, wir waren auch erkältet diesen Winter (die Kids auch mal mit ausreichend Fieber) – aber so richtig eklig krnak waren wir zum Glück (oder geimpfterweise) nicht.

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  5. Hilft es wenigstens, wenn ich Verständnis für die Gesamtsituation habe?

    Ich versuche zumindest, die Arztbesuche gut abzuwägen, man wird ja doch etwas erfahrener.

    Vielleicht muntert Dich Morgenstern auf:
    „Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse, auf dass er sich ein Opfer fasse….“

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  6. Ich bin ja eigentlich mit dauergesunden Kindern verwöhnt (mal ein Tag Fieber oder so was, das kriegen wir allein hin). Unser Kinderarzt sieht uns sonst nur im gesunden Zustand.
    Aber vergangene Woche war ich sehr froh und dankbar, dass unser Kinderarzt uns schnell einen Termin gab. Bei >40°C Fieber war dann auch bei mir die Besonnenheit einfach weg.

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    1. Und was soll der Arzt dann machen? Zaubern kann der auch nicht. Schmerzmittel geben und zu Hause abwarten musst du schon selber. Wenn was schlimmes ist wie häufiges brechen, kein trinken, Benommenheit- wirst du das schon merken und zum Arzt gehen.Manchmal frage ich mich einfach, was Leute eigentlich erwarten.

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      1. „Was soll der Arzt dann machen?“
        Ähm, Wie wäre es mit: Die Ursache herausfinden… ?
        Schön, wenn Du, Wesermami, so tiefenentspannt bist – aber ich vertraue bei mehr als 40Fieber wie Ela auch lieber der Diagnose des Facharztes. Wunder erwartet niemand – schon gar kein „Abrakadabra, Kind gesund“. nur leider halten sich nicht alle Kinder und Krankheitsbilder an ein laienhaft gefühltes „wenn es was wirklich Schlimmes ist…“
        Deswegen gehen wir jedenfalls zum Kinderarzt.

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      2. Ursache herausfinden wäre ein guter Ansatzpunkt. Wenn meine Tochter über 40 Grad fiebert, dann macht sie es unter Bronchitis + Mittelohrentzündung + Mandelentzündung nicht. Von außen merkt man allerdings nur das Fieber. Würde ich allerdings sagen „Bei Fieber kann die Kinderärztin eh nichts machen“, dann hätte das ganz böse Konsequenzen. Zauberei erwarte ich nicht.

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      3. Natürlich kann auch mein Kinderarzt nicht zaubern, aber es ist durchaus sinnvoll abzuklären, ob ein Harnwegsinfekt, Mittelohrentzündung, Hirnhautentzündung oder ähnliches vorliegt und dieses behandelt werden sollte, oder ob Abwarten und Tee trinken ausreicht.

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        1. Absolut sinnvoll das abzuklären. Das muss letztlich jede Mama für sich entscheiden. Wie schon geschrieben, bei schweren Erkrankungen kann man das als Mama eigentlich nicht verpassen- starker Husten, Ohrenschmerzen, Erbrechen, Benommenheit. Am allerhäufigsten steckt jedoch eine Erkältung dahinter und wenn das Kind trotz Fieber fit ist und trinkt, Fiebermittel gut helfen wird der Arzt auch nicht anderes machen,höchstens nochmal zur Kontrolle einbestellen.Nicht die Höhe ist entscheidend, sondern der Zustand des Kindes. Es ist eine normale Reaktion des Körpers um Erreger loszuwerden. Dieses „Herr Doktor mein Kind hat seit 10 Minuten Fieber, können wir kommen?“- alles schon erlebt und manchmal wurde zu Hause noch nicht mal Fiebermittel gegeben.

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        2. Bei 40 Fieber geh ich an Tag zwei zum Kinderarzt. Vorher, wenn ich etwas (Rachenraum oder Schmerzen) relevantes entdecke.

          Aber ich gehe an Tag zwei, denn Medizin habe ich nicht studiert.

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  7. Auch wir waren heute bei unserem Doc und er war sichtlich gestresst. Hätte der Zwerg heute Nacht keinen Fieberkrampf gehabt, hätte ich ihm nur Paracetamol gegeben… aber mit über 40 Grad kann man ihn anschauen lassen.

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  8. Ich reiche dem kinderdoc einfach nen Tee und ne Runde Nerven und genieße meine erwachsenen Söhne, die gelernt haben, ihre Erkältung ohne jammern wegzuschlafen. Allgemeine gute Besserung.

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  9. Ja, Grippewelle ist da. Heute irgendwo in Deutschland 5 Lehrkräfte mit 6 Klassen. Einer der Lehrkräfte nennt sich Direktor und hatte eigentlich anderes zu tun, als zwei Klassen zusammen zu unterrichten.
    Werdet alle schnell gesund und schickt eure Kinder möglichst erst gesund wieder zum Lernen. Dann bleiben auch mehr Lehrer gesund….oder andere Bezugspersonen.
    Unsere Kinderärztin stellt Krankschreibung nach Telefonat aus. Sie vertraut darauf, wann wir unsere Kinder zu krank für Kiga oder Schule finden, doch zu wenig krank fürs krankmachende Wartezimmer. Das macht sie, solange kein Elternteil es ausnutzt und erleichtert uns das Leben sehr. Sie weiß, dass wir im Ernstfall kommen.

    Also: noch einmal. Allen gute Besserung!
    Kopf hoch, viel Schlaf, heißen Tee und verboten viel TV zum Zeitvertreib- Ausnahmesituationen brauchen Ausnahmen😏

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  10. Bei sowas stelle ich fest, dass ich einen nicht zu unterschätzenden Vorteil habe – ist nicht gerade Klausur interessiert es kein Schwein ob ich da bin oder nicht, dann geht der Mann (mit schlechtem Gewissen) arbeiten und das Kind kann die Zeit die wir im Wartezimmer verbracht hätten für zwei bis drei Extrafolgen Wickie und JoNaLu nutzen.
    Ich hoffe ehrlich gesagt, dass sich das mit den Kind-krank-Scheinen geändert hat, bis ich mit dem Studium fertig bin und einen Job habe. Wäre es nicht einfacher, wenn Betreuungseinrichtungen klipp und klar sagen wann sie die Kinder nicht sehen wollen (klar, sagen sie schon, den Arbeitgeber interessiert es nur unter Umständen nicht) und wenn das Kind eines dieser Dinge hat, ruft man an und kann es (eventuell auch ohne Kind) einfach abholen? Da es nur 10 Tage pro Kind und Elternteil gibt, werden die doch garantiert nicht in den ersten beiden Januarwochen genommen, weil das Kind vom Skiurlaub einen leichten Schnupfen hat?

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  11. wenn die menschen wenigstens zwischen der echten grippe (wirklich krank, sehr krank und mit je nachdem ganz blöden folgen wie lungenentzündung, noch kranker…. und zwar richtig) und den grippalen infekten (krank, aber nicht wirklich schlimm, eben einfach doof…) unterscheiden würden. (ok, die gefährliche männergrippe lassen wir besser aussen vor, als frau kann ich da so oder so nichts zu sagen…)

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  12. Ich bin grad fast ein bißchen froh drum aktuell arbeitslos zu sein. So kann ich wenigstens dem kranken Kind Kraft eigener Kompetenz Bettruhe verordnen und muss den nicht nur wegen einem gelben Zettel (und der Empfehlung Bettruhe und viel trinken) zum Arzt schleifen

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  13. Gibt es eigentlich irgendeine Möglichkeit, sich als “kleiner Kassenpatient“ dafür einzusetzen, dass der Tetravalente Wirkstoff in Zukunft allgemeingültig wird?

    Zwar ist lt. RKI der B-Stamm Yamata gerade mit 74% vertreten, im Vierfach-Wirkstoff aber nur zusätzlich der B-Stamm Phuket mit drin, dennoch scheint die Impfung der Privatpatienten ja besser zu schützen, oder ist das ein Trugschluss?

    Nichtsdestotrotz finde ich, wenn es schon die Möglichkeit gibt, noch einen Stamm mehr abzudecken, sollte man das auch großflächig tun. Wirtschaftlicher wäre es auf jeden Fall. Hier: Mann zwei Tage Ausfall (und danach noch zwei Tage nicht wirklich arbeitsfähig), dann vier Tage Kindkrank, dann Mutter auch zwei Tage Ausfall und zwei Kinder “warten“ noch auf Ansteckung. Naja, da hätten sich die Mehrkosten ausgezahlt

    Gibts eine Stelle (Stiko?), die man höflich anschreiben kann?

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  14. Bei mir haben sich auch alle 4 KollegInnen, die Kinder haben, in den letzten zwei Wochen nacheinander krank gemeldet. Kein Kindkrank, sondern erstmal ein „ich mach Homeoffice, weil das Kind krank ist“, das dann von einem „ich bin jetzt selbst krank“ abgelöst wurde. Seit wir Homeoffice machen dürfen, gibt es kaum noch Kindkrank-Tage, die meisten versuchen, dazwischen ein bisschen zu arbeiten, wenn das Kind schläft oder sich selbst beschäftigt. Beaufsichtigen kann man es auch, wenn man nebenbei am Computer sitzt.

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  15. Ich kann das Gejammere der Kinderärzte nicht mehr hören! Man muss sich vor der Wahl dieser Fachrichtung im Klaren sein, dass man es mit Eltern zu tun hat (die sind mitunter sehr anstrengend, klar).
    Als Mediziner vergisst man schnell wie ungebildet die meisten Menschen bezüglich ihres Körpers sind- sie sind völlig ahnungslos, verstehen einfachste physiologische Zusammenhänge nicht… diese Eltern haben einfach nur Sorge um ihre Kinder.
    Es gehört eben dazu… 😉

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    1. Ja man muss damit leben und nein man kennt nicht alle Facetten des Berufes von Anfang an. Aber man muss irgendwann seinen Frieden damit finden, das stimmt oder eben wechseln. Die Eltern saugen einen schon sehr aus, bringen Themen an die nicht immer dahin gehören. Ich wurde als Ärztin schon gefragt, welcher Autokindersitz der Richtige sei und wie man richtig die Zähne putzt. Also Zähne putzen hatte ich zuletzt in der Schule, vom Kindersitz hab ich keine Ahnung. Das ist eine Entwicklung unserer Zeit, dass es wenig Allgemeinwissen zu diesen Themen gibt, wenig eingeübt und weiter gegeben wird. Meine Oma war da viel fitter- und sie hat nicht Medizin studiert.

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  16. Was ich dann auch liebe sind so tolle Eltern wie unsere Bekannten. Da ist dein 3 jähriger bis nach Weihnachten gesund (jippiaye) und dann kommt man zu Besuch und die Familie Glaubuli erzählt nach 2h! das ihr Kind bis gestern Abend erbrochen hat und krank war und und und.. Ich hätte sie schlagen können, ganz ehrlich. Kurz darauf ging es bei Junior los und dann war ich dran. Nachher auch noch den Quatsch mit der ganzen Grippe die rumgeht und und und. Zum Kinderarzt bin ich erst nachdem es beim Kleinen auch nach 10 Tagen noch nicht gut war und da ich knapp an einer Lungenentzündung war hatte ich dann halt nicht mehr die Ruhe noch ein Wochenende abzuwarten (und am Wochenende in der Schweiz zum Notfallarzt zu gehen ist echt teuer.. Und es gibt bei uns einige die die Rechnung direkt senden und wo man dann zuerst bezahlen muss und dann das Geld wieder von der Kasse zurück fordern muss…)

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  17. In Holland gibt es das mit der Krankschreibung und dem Vorzeigen nicht. Und da ist man sofort dran, in einer fast leeren Praxis. Ärzte geben auch oft telefonischen Rat. Assistenten/Innen nehmen die Frage entgegen und man kann zwei Stunden später zurückrufen und die Antwort hören. Menschen rennen dort auch nicht ständig zum Arzt wegen jedes Hüstelns, da sind die Deutschen bestimmt Weltmeister.

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    1. Naja naja, sooooo rosig, wie das dargestellt wird, ist das in den Niederlanden nicht!! Man wird total abgewimmelt, und zwar schon von der Telefonistin, nicht vom Arzt. Selbst bei schwierigen Sachen immer wieder abgewimmelt. Das führt – dem vernehmen nach dazu – dass ein großer Elektronik-Hersteller dort jetzt für die Expats einen Service gründet, der ihnen dabei hilft, sich nicht so leicht beim Arzt abwimmeln zu lassen! Denn das ist man, wenn man aus anderen Ländern kommt, nicht gewöhnt. Da kennt man die Schlüsselworte nicht, die man sagen muss, damit man nicht krass abgewürgt wird.

      Das ist Kosten-Abwimmeln auf Kosten der Patienten. Zudem gibt es auch so Regelungen, dass man am ersten Kranktag kein Gehalt bekommt oder so ähnlich. Wow. Da schleppen sich die Leute halbkrank arbeiten….

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  18. Ich denke es würde schon viel helfen, wenn Eltern erkennen, dass nicht alles was auffällt oder Sorgen bereitet ein medizinisches Problem ist. Mancher Erzieher/ Hebamme haben wissen zur Säuglingspflege und es gibt sicher Personen die kompetenter Auskunft zu Kindersitzen geben können als der Kinderarzt. Man bedenke in dieser Infektzeit auch, dass man vielleicht wegen einer Frage hingeht und mit einem Infekt wiederkommt.

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    1. Na ja, aber wenn mein Kind nicht in der Krippe ist, an welche kompetente Stelle wende ich mich dann, da ein Erzieher nicht direkt vorhanden ist? Und meine Nachsorgehebamme ist nach einer gewissen Zeit und spätestens nach der Rückbildung auch nicht mehr greifbar. Eltern/Großeltern: Schön und gut, teilweise aber gruseliges, antiquiertes Wissen.
      Die Frage ist ernst gemeint: An welche fachlich kompetente, erreichbare Stelle soll man sich mit seinen Fragen wenden? Ich finde es relativ normal, dass man dann den Menschen fragt, zu dem man im Idealfall ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis hat und dem man Kompetenz zutraut.

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      1. Das kann ich schon verstehen, aber Ärzte können diese Fragen nicht immer auffangen. Auch der Klassiker beim Impftermin: „Ich hätte da mal noch eine Frage“ ist schwierig, da dafür nur 5 Minuten geplant sind. Auch sonst ist der Arzt in der Infektzeit damit beschäftigt, aus den vielen kranken Kindern die herauszusortieren die eine intensivere Behandlung brauchen z.B. durch Inhalieren oder Antibiotika oder sogar ins Krankenhaus müssen. Es gibt Erziehungsberatungsstellen über verschiedene Träger, die Hebamme des Vertrauens kann man eigentlich auch immer nochmal anrufen, bei den meisten ist das Verhältnis doch gut und mal nicht so viel Kritik gegenüber Eltern/Großeltern. Bedenkt sie haben auch Kinder großgezogen und mitnichten sind deren Hinweise antiquiert.

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        1. Ich verstehe die Problematik – ich sehe es nur eigentlich erstmal grundsätzlich positiv, wenn Eltern nachfragen und sich nicht auf irgendwelche schlauen Ratgeber verlassen.
          Und, doch: Viele Ratschläge der Eltern/Großeltern-Generation sind entweder antiquiert (Beispiele: man muss nicht nach Bedarf stillen, man soll die Kinder schreien lassen etc.) oder sorgen u.a. für schlechte Beziehungen untereinander (wenn man dem Ganzen zuviel Raum gibt) oder die Beziehung ist schon per se so, dass man eben nicht um Rat fragen möchte/kann.

          Was könnte man gegen richtige Fragen am falschen Ort machen? Beispielsweise Flyer von Beratungsstellen in der Praxis auslegen, im Gespräch auf die entsprechenden Stellen verweisen, eine Linkliste zur Verfügung stellen etc., anstatt sich über fragende Eltern zu mokieren.

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        2. Bedenke es sind nicht 1x fragende Eltern, sondern vielleicht 30mal am Tag. An einem stressigen Wintertag kann da auch dem besten Kinderarzt die Geduld abhanden kommen. Flyer und Hinweise sind eine Möglichkeit.Und als Eltern ein bisschen Verständnis wenn er wegen des vollen Wartezimmers kurz angebunden ist. In der Tat ist es medizinisch gesehen nicht empfehlenswert dass Kind „dauernd“ anzulegen und dann lange nuckeln zu lassen, einfach weil es ihm zu viel Kraft kostet und wichtige Zeit zum Verdauen fehlt- Bauchschmerzen, Blähungen, schlechte Gewichtsentwicklung vorprogrammiert. Hat mit Schreien lassen nix zu tun, aber mit sinnvollen Mahlzeiten. Letztlich ist aber meine Erfahrung, dass viele Eltern doch schon ihre Meinung haben und diese dann beim Arzt bestätigt haben wollen. Klappt natürlich nicht immer.

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      1. Na dann stell dem Facharzt aber auch Fachfragen und nicht zum schlafen, essen, schulschwierigkeiten etc.- DAS sind nämlich keine medizinischen Probleme und da kann in der hoch- Infektzeit kinderdoc schonmal ungeduldig werden, wenn das erörtert werden soll.

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  19. Wir (beide Lehrer) haben dankenswerterweise eine Woche Ferien gehabt, als es erst bei mir und dann beim Kind und nun beim Papa los ging. Ich war mittlerweile tatsächlich beim Arzt um mir noch ne Krankschreibung für nächste Woche zu holen, weil klar is, ich pack’s noch nicht wieder. Und das Kind wird dann wohl auch noch hier bleiben – zwar nicht mehr 40 Fieber und nur noch abends, aber 39 is dann doch Zuviel 😉 dem Mann empfehle ich auch, sich krank zu melden, der ackert hier grad wie blöde weil ich bis gestern 0,0 in der Lage war das Kind zu versorgen (schwanger und ich darf nix nehmen).. zum Arzt geh ich nicht mit der kleinen. Bei Bedarf gibt’s Fiebersaft, Hustensaft haben wir auch da, gegen Kotzerei kann die Ärztin eh nix machen, zumal sie genug trinkt und auch wieder isst. Was also sollen wir in die Praxis. Bleibt eh nur ausruhen und Tee trinken. Die Kapazität der Praxis lassen wir unseren Kitafreunden, die massiv abnehmen, austrocknen und mit ausruhen nicht über die Runden kommen. Gute Besserung an alle, und dass die Eltern Durchhalten!

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  20. Ich mach schon mal einen Tag Gleitzeit-Frei, wenn ich nicht zum Doc möchte. Meinem Arbeitgeber sit das soger lieber: Denn allein der Verwaltungsaufwand bei Krankmeldung oder Kinkd-Krankmeldung ist hoch, da bekomme ich mit der Ansage: Mein Kind ist krank, ich malche heute spontan Gleitzeit, auch frei.

    Ehrlich: Ich mag auch nicht das Kind in dem Zustand rausschleppen zum Doc. Und dort noch andere Keime aufsammeln. Da habe ich so Mitleid mit den Kurzen, dass ich mir das sehr gut überlege, ob ich das tue.

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  21. Moin,

    Ich war auch erst letzte Woche mit meiner Lütten beim Arzt. Und das auch nur, um den Kinderkrank-Schein zu bekommen. Sowas nervt. Auch die Ärzte. Verständlicherweise.

    Ich verstehe es nicht, warum ich mit meinem halbkranken, leidlich gut gelauntem Kind eine Stunde beim Arzt hocken muss, nur um den Schein zu bekommen. Da sollte die Politik was tun. Ich überlege mir mittlerweile sehr genau, ob ich zum Kinderarzt gehe oder meine Überstunden einsetze, falls das Kind krank ist. Leider ist der Winter lang und meine Stunden fast aufgebraucht…

    Hoffnungsvolle Grüße
    Dorfkind

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  22. Ich muss auch gleich mit meinem 3jährigen zum Arzt. Hustet seit 1 Woche. Trotz Tee, ausruhen und Hustenlöser tagsüber ist keinerlei Besserung in Sicht – und gestern Abend kamen dann noch knapp 40 Fieber dazu. Heute also keine Kita für ihn. Und für mich also keine Arbeit. Was durch Notwendigkeit des Krankenscheins auf Arztbesuch hinausläuft. Ich hasse es, kann es aber nicht ändern. Und das Gespräch heute wird (hoffentlich) folgendermaßen laufen – was ist los? – Hustet wie verrückt, gestern Abend Fieber, daher brauche ich heute eine Krankschreibung, außer abhören kann ich alles allein zu Hause. – alles klar. Hier ist sie. Lunge ist frei. Wenn es schlimmer wird, kommt wieder. – Danke.
    Wünsche allen Ärzten gute Nerven und immer ein Stück Schoki parat!

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  23. „Das weiß man doch“ – Woher denn? Wir mussten, wie unser Umfeld auch, mit dem ersten Kind erst einmal lernen, wie so ein kindlicher Körper funktioniert, wie man damit umgeht, wenn ein 100% hilfsbedürftiger Mensch noch keinerlei Beschwerden oder Bedürfnisse äußern kann usw. Diese ziemlich oberschlauen Kommentare finde ich ätzend.
    Ich verzichte nach wie vor liebend gern auf jeden Termin in der Seuchensammelstelle Kinderarzt, aber wenn ich nicht weiter weiß – und das ist nunmal alle Nase lang der Fall im ersten, zweiten Winter – dann muss ich mich dorthin begeben und fachkundig (!) feststellen lassen, woher unspezifische Schmerzensäußerungen oder 40 Grad Fieber kommen. Und selbst wenn das kindliche Ohr schon sichtbar ausgelaufen und die Stimmung wieder bombig ist muss ich doch wissen, wie ich nun damit umgehe. Alles andere wäre fahrlässig!
    Dafür, dass die Abläufe und Strukturen im Gesundheitssystem schlecht oder unzureichend sind, dafür können die Patienten nichts.
    Genausowenig sind Eltern im aussichtslosen Spagat zwischen Berufstätigkeit scharf drauf, sich erstmal für nen dösigen Kindkrank-Schein ne neue Pest abzuholen, weil man auch dafür erstmal mit der kränkelnden Brut ne Stunde zwischen drölfzig angesabberten Motorikschleifen sitzen muss.
    Ja, es gibt sicherlich Eltern, die überflüssige, teils absurd klingende Fragen stellen oder aus unklaren Beweggründen eine Kinderarztpraxis aufsuchen; in nahezu jedem Beruf gibt es diesen nervigen Bodensatz an Kundschaft und das Jahresendgeschäft ist in vielen Branchen kein Zuckerschlecken, ich möchte wirklich nicht tauschen.
    Aber Eltern als derart unkooperativ hinzustellen, empfinde ich als ärgerlich. Konstruktiv wäre doch bspw. eine Aufklärung über übliche Verläufe der typischen Kinderkrankheiten und was-mache-ich-wenn Vorgehensweisen, wieso hängt das zB nicht im Wartezimmer? Vielleicht geht es vielen wie mir, ich verlasse mich auf unseren Vertrauensarzt und eher sekundär auf die zehn verschiedenen Tipps und überlieferten Hausmittelchen, die man in der Babygruppe und im Bekanntenkreis aufschnappt.

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