Wochenendkarriere

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Eltern machen sich Sorgen, wenn ihre Kinder krank sind. Niemand versteht das besser, als ein Kinderarztvater. Das Folgende erlebte dieses Kind am Wochenende:

Sunja-Marie (2,5 Jahre) hat am Samstag Nachmittag zweimal erbrochen. Die Eltern fuhren mit ihr daraufhin in die nahegelegene Kinderklinik, trafen dort – schließlich war es schon 23:23 Uhr – auf den diensthabenden Arzt der Kinderklinik (Zweites Jahr Pädiatrie).
Untersuchung des Kindes. Eintrag des Kollegen: „Guter AZ, Gastroenteritis. Kind weint viel bei Untersuchung. Keine spezifische Therapie.“
Die Eltern fahren nach Hause. Sunja-Marie liegt um kurz vor 1 Uhr nachts in ihrem Bett.

Am nächsten Tag, Sonntag, isst sie „nichts“, so die Eltern. Auf genaueres Nachfragen am Montag (siehe weiter unten) trank sie morgens eine Flasche Kuhmilch. Aus der Flasche. Kuhmilch. Noch im Bett.
Bis zum Mittag wollte sie nichts essen.
Das Mittagessen verschmäht sie, sie bekommt noch ein Flasche Milch.

Da das Kind auch am Abend „nichts“ gegessen hat, denken die Eltern, man könne mal Fieber messen. Sie hat „Fieber“ (wieder die Eltern am Montag, siehe unten), genauer „Achtunddreißigzwo, im Po“.
Man fährt wieder in die nahegelegene Kinderklinik, diesmal etwas früher am Abend, immerhin 20:15 Uhr, sie treffen auf die diensthabende Kollegin aus der Niederlassung.
Untersuchung des Kindes. Eintrag der Kollegin auf dem Vertretungsschein: „Kind esse nicht. Erbrechen am Vortag. Brüllt während der gesamten Untersuchung. Kein pathologischer Befund. Temperatur normal.“
Die Eltern fahren nach Hause. Schlafen gegen 23 Uhr.

Montag.
Die Eltern fahren mit Sunja-Marie in unsere Praxis. Ohne Termin. Hier verbringen sie zwei Stunden, da zwischen 9 Uhr und 11 Uhr am Montagmorgen üblicherweise in Kinderarztpraxen der Punk abgeht. Allerdings mit geplanten Terminen.
Die Eltern berichten alles, wie oben beschrieben. Auf meine Frage, was ich heute für sie tun kann, da schon zwei Kollegen am Wochenende das Kind gesehen haben: „Sie hat heute morgen nur ein halbes Toast gegessen. Und eine Flasche Milch. Außerdem nochmal checken, ob alles in Ordnung ist.“
Untersuchung des Kindes. Nicht angenehm für Sunja-Marie. Sie möchte keine Ärzte mehr sehen, möchte nicht mehr untersucht werden. Sie macht einen sehr vitalen (also abwehrigen, brüllenden, zornigen) Eindruck. Ich finde nichts Pathologisches an ihr.

Gespräch mit den Eltern über Krankheitsverläufe bei Kleinkindern, mangelndem Appetit, Fehlernährung im Kinderkrippenalter und Versicherung, dass das Kind vermutlich kerngesund sei.

Vater: „Dann kommen wir vielleicht am Mittwoch nochmal. Zur Sicherheit.“

 

(c) Bild bei pxhere (CC0 Lizenz)

92 Kommentare zu „Wochenendkarriere

  1. Bestimmt eine doofe Frage aber: Haben die nichts besseres zu tun? Oder bin ich herzlos weil ich dann einfach nur ne Schüssel und Handtücher hinstelle und Saftschorle organisiere???

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    1. Das Problem ist nicht, dass die Eltern nichts anderes zu tun hätten. Sie sind offensichtlich ernsthaft besorgt – und haben vermutlich niemanden (eigene Eltern, Verwandte, Freunde mit Kindern, etc.) die sie um Rat bitten können und die sie etwas anleiten würden.

      Am Ende kommt dann sowas bei raus.

      Da hilft es auch nicht, allen zu erzählen, wie viel toller man sich selbst verhält.

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      1. Man könnte es auch einfach mal mit gesundem Menschenverstand versuchen. Außerdem haben sie am Wochenende MEHRERE Ärzte um Rat gebeten.

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      2. Daniela. Ich danke Dir aus vollem Herzen.
        Ich bin eine Mutter, die fast nie zum Kinderarzt fährt. Es so gut wie möglich meidet. Ich fahre nur hin, wenn es wirklich sein MUSS und tja, die U Untersuchungen finde ich auch wichtig. Nur wird meiner Erfahrung nach die Verantwortung für die Angst des Kindes vor dem Arzt regelmäßig auf Eltern geschoben. Ich habe bisher noch keinen Kinderarzt erlebt, der sich auf Augenhöhe des Kindes begibt und „Guten Tag“ sagt. Der Respekt vor Kindern ist meiner Meinung nach oft leider nicht gegeben. Und ich hab es leider auch oft erlebt, dass Eltern als Last empfunden werden. Da ist es eben auch leichter zu sagen „Die Eltern sind Hypochonder“, „Die Eltern übertragen ihre Angst auf das Kind“ usw. ja, und wenn? Löst das irgendein Problem? Fakt ist da ist ein kleiner Patient, ein Mensch der Angst hat. Und wenn ich mich beruflich Kindern zuwende, dann doch nicht nur weil sie ein Objekt sind, das mal eben wieder gerichtet werden muss. Und meiner Meinung nach würde so wie Kinder oft behandelt werden, kein einziger Erwachsener behandelt werden.
        Ich glaube wenn Arzt und Eltern Hand in Hand arbeiten würden und weder die Eltern sich grundsätzlich vor dem Arzt versperren und der wiederum die Eltern nicht von oben herab behandeln würde, sondern es ein MITeinander wäre, könnte Kindern meiner Meinung nach fürsorglich und liebevoll begegnet werden.

        Lieber kinderdok, wenn Eltern zu ihnen kommen, die ein weinendes Kind dabei haben, das ganz offensichtlich nicht mehr zum Arzt möchte und die Eltern sehr besorgt sind: Dann fände ich es persönlich toll, wenn sie sich auch in der Verantwortung sähen. Dann glaube ich, dass es hilft, wenn Sie das Kind nicht noch mal gegen seinen Willen untersuchen, sondern den Eltern ihr Mitgefühl ausdrücken und die Eltern fragen was sie brauchen, um sich zu beruhigen. Die wollen ihrem Kind sicher nicht schaden, sind aber selbst zutiefst besorgt. Und dann fände ich es toll, wenn sie Ihre Unterstützung anbieten, statt sich hier über diese Eltern auszulassen.

        Ich wünsche Ihnen alles Gute.

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  2. Vielleicht hat sie bis Mittwoch was Neues. Hatte ja genug Zeit mit kranken Kindern verbracht um etwas aufzufangen.
    Ist eigentlich die ute alte Tradition des Fencheltee oder Kamillentee kochen inzwischen ein Relikt aus der uralten Zeit?Hab ja meine drei Kinder ohne grüße Vorkenntnisse aufgezogen, aber bei Erbrechen hätte ich ihnen weder Milch noch Milchprodukte gegeben und mit dem ersten Geburtstag wechselte jedes Kind von der Flasche zur Schnabeltasse (die man am Tisch sitzend trinkt udn nicht im Bett)-

    LG von der Rabenmutter Cordula

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  3. Bei einer zweijährigen finde ich den Kommentar „nur ne Schüssel hinstellen“ nicht cool, sondern- so er ernst gemeint war herzlos! Gilt sonst für Dein Kind auch nur „gelegentlich füttern“ oder was?
    Wie wärs mit Trösten, Kuscheln, Nähe etc? Für genug Schlaf sorgen? Das Geht auch mit mehreren Kindern und trotz Arbeit. Und dafür muss man auch nicht zu solchen Eltern mutieren, wie sie hier beschrieben wurden. Lässt sich nur nicht so vermeintlich cool und witzig als Kommentar schreiben.

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    1. Ich stelle eine Schüssel hin und bin verfügbar. Mein Kind will dann weder kuscheln noch sonstwas. Der will schlafen und ab und zu mal was trinken. Und das seit er eins ist. Kommt wohl an der Stelle sehr nach mir.

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  4. Ich habe das Glück, ein Kind zu haben, das in seinen bis jetzt 8 Schuljahren vielleicht 20 Tage gefehlt hat (davon 5 Tage wegen einer geplanten Polypen OP, ein Tag wegen des runden Geburtstages des Vaters…), insofern habe ich natürlich allen Grund, sehr entspannt zu sein. Andererseits habe ich diverse Tiere, deren Statistik leider nicht immer so gut aussieht wie die meines Kindes. Aber auch da ist oft die beste Devise, abwarten, wird schon, und wenn nicht, wir der Tierarzt gerufen. Natürlich gibt es das eine oder andere Symptom, da wird nicht abgewartet, sondern sofort und unerzüglich abgerufen. Aber Notfalleinsatz wegen Zeckenbiss (kennt mein Tierarzt) kommt nicht in Frage. Will sagen, ich befürchte, dass so der gesunde Menschenverstand, das Ansehen des Patienten, ob Mensch oder Tier, das dann je nachdem durchaus entspannte Entscheiden völlig in den Hintergrund tritt (was sagt mein Tierarzt oft: kannste einreiben oder kannste sein lassen. Ich lasse dann eher sein….). Und dann kommen die ganzen „alternativen“ Heiler ins System und versprechen Heilung, wo einfach Abwarten das Mittel der Wahl wäre und und und…. Will sagen, ach, der gesunde Menschenverstand… Schön wärs….

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  5. Wie wäre es denn mit einer Notdienst-Telefonnummer. Hier könnte man dann mit einem Arzt oder sonstigen medizinisch kompetenten Person verbunden werden, dem/der man die Symptome schildern kann und der dann erst mal gute Tipps gibt.
    Wenn der Arzt am Telefon meint, es klingt nach etwas ernsterem, kann er direkt die Nummer des richtigen und wirklich zuständigen Arztes, der auch Notdienst hat, nennen bzw ans Krankenhaus verweisen.

    So sieht das in Österreich zumindest bei der Erwachsenenmedizin aus und ich denke schon, dass genau solche Fälle damit verhindert werden können. Nicht alle, aber ich denke, den Eltern aus dem Beispiel hätte es gereicht, wenn sich jemand 5 Minuten Zeit genommen hätte und sie über Krankheitsverläufe bei Kleinkindern, mangelnden Appetit, Fehlernährung… aufgeklärt hätte und auch gesagt hätte, bei welchen Anzeichen (Austrocknung) es wirklich ernst werden würde.

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    1. In Deutschland gibt es die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Da ist zwar im ersten Schritt nicht immer ein Arzt dran, aber die können zur Not mit einem Arzt verbinden und sind durchaus bereit, Ratschläge zu geben, ob man sofort zum Arzt sollte oder Abwarten eine Option ist bzw. wo man im aktuellen Fall hinfahren sollte.

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      1. Als ich mein erstes Kind bekam 1996 gab es das Internet als Auskunftsquelle noch nicht. Ich hatte keine jüngeren Geschwister und meine Mutter oder ältere Verwandte standen als Ratgeber nicht zur Verfügung. Da hat es sich auch ergeben, dass wegen Ohrenschmerzen am Wochenende mit dem Kleinkind ins Krankenhaus bin. In der Kinderabteilung war das damals so geregelt, dass der diensthabende Arzt dann wenn er Zeit hatte zu den wartenden „Notfällen“ kam. Der Arzt kam direkt von der Säuglingsintensiv wo es gerade um das Leben eines Kleinen ging, wie er mir mitteilte. Das Ohr war nur leicht gerötet und in unwirschem Tonfall fragte der Arzt nach, ob ich den Kind schon Nasenspray gegeben hätte um das Ohr besser zu belüften. Das würde die Schmerzen auch lindern, wenn es weniger Druck gibt. So einleuchtend das war, ich wusste es schlich und ergreifend nicht und als Mensch mit abgeschlossenem Universitätsstudium empfinde ich es auch als unangenehm, wenn man mir im Subtext sagt, dass ich ja wohl sehr dumm sei, das nicht zu wissen und hier die Zeit des Arztes zu verschwenden würde. Aber ich gehe davon aus, dass um Säuglingsleben kämpfen sehr anstrengend und frustrierend ist und man nicht ganz man selber ist, wenn man dann ungefiltert reagiert. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich immer erst bei Müttern älterer Kinder erkundigt oder bin zur Apotheke gegangen um gesundheitsprobleme besser beurteilen zu können. Danach waren Besuche im Krankenhaus sowieso nur noch sehr selten und dann nur mit notdienstwürdigen Problemen. Wobei mein Ex-Mann und Kindsvater, der es aus Frankreich gewöhnt war einfach immer den Arzt anzurufen so eingeschüchtert war durch seine Erlebnisse im deutschen Gesundheitswesen, dass er einmal, als ich abwesend war den Großen der stundenlang heulte und dessen Arm anschwoll und nicht mehr richtig funktionierte statt zum Notdienst zu gehen das Kind zwang ins Bett zu gehen und dort weiter zu heulen und mit angebrochenem Arm zu schlafen bis zum nächsten Morgen. Da war ich zurück und er versuchte weiter sich zu weigern ins Krankenhaus zu gehen mit dem Kind und sich anpflaumen zu lassen was er da will. Aber da ich schwanger war und deswegen das Röntgen nicht hätte begleiten können, hab ich ihn nach längerem Streit doch noch dazu gebracht dort hin zu gehen. Diesmal wurde er dann in den Senkel gestellt warum er nicht am Abend vorher gekommen wäre……ja klar. Wenn ich selber immer richtig diagnostizieren könnte wär ich selber Arzt geworden.

        LG Coreli

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        1. Dem letzten Satz kann ich mich nur anschließen. Ja, gut, ich würde mit einem Kind nach zweimaligem Erbrechen auch nicht mehrmals während der eigentlichen Schlafenszeit des Kindes ins Krankenhaus oder auch zum ärztlichen Notdienst fahren. Aber ich habe eben auch schon beides erlebt. Plötzliche Erkrankung eines Kindes, bei denen mir Ärzte oder deren Angestellte sehr deutlich vermittelt haben, dass sie den Besuch für nicht notwendig hielten. Bis zu einem wirklich heftigen Anpfiff eines Krankenhaus-Arztes, warum ich erst drei Stunden nach dem Sturz (meinerseits, nicht eines Kindes) käme, ob ich nicht mit einer Querschnittslähmung durch Wirbelbruch gerechnet hätte? Äh, um ehrlich zu sein, nein?! Oder eine Erkrankung eines Kindes im Kindergarten-Alter, wo der Vater gar nicht zum Arzt wollte und das dann doch aufgesuchte Krankenhaus allerdings auf 10 Tage Aufenthalt im Quarantäne-Zimmer bestanden hat.
          Manche Dinge sind als Laie eben doch nicht so einfach zu entscheiden.

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  6. Hallo Kinderdoc!

    Ich weiß nicht wie Sie das finden, wenn man hier so „rumwünscht“, aber einen Versuch ist es ja wert. Ein Artikel zum Thema „Fehlernährung im Kinderkrippenalter“ würde mich sehr interessieren!
    Herzlichen Dank für Ihren tollen Blog und liebe Grüße Kathi

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    1. Das würde mich auch sehr interessieren. In den Artikeln, die ich bisher gelesen habe, sind nur so offensichtliche Dinge aufgeführt, wie dass man dem Kind nicht Cola und Pommes geben soll, salopp gesagt. Ich finde aber, es gibt da auch so „hinterhältige“ Sachen (Wurst vielleicht?) und dann auch so Dinge, die so viele Meinungen hervorrufen, dass ich einfach nicht weiß, was ich glauben soll (z.B. wie viele Eier pro Woche, Kuhmilch für Kinder und solcherlei Dinge)

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  7. Das arme Kind konnte sich kaum erholen. Eigentlich können einem alle 3 leid tun, aber manchmal fehlt selbst dazu Zeit und Kraft. Alles schon erlebt.

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  8. Unsere Kinderärztin hat uns mal gesagt, dass man immer hellhörig sein soll, wenn ein Kind nur erbricht, weil es dann eben theoretisch auch ne Gehirnerschütterung oder so sein könnte. Ich wäre zwar unter den geschilderten Umständen sicher nicht in die Klinik gefahren und schon gar nicht ein zweites Mal, aber wenn sie bis dato nie was hatte, ist man vielleicht auch besorgter, als wenn man das schon mehrfach erlebt hat.

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    1. Meine Große hat so oft erbrochen, bestimmt 2x im Jahr oder öfter…Und vielleicht 1x wenn überhaupt Durchfall dabei gehabt…Da muss man nicht unbedingt von ausgehen, dass es eine Gehirnerschütterung ist. Man bekommt es ja eigentlich auch irgendwie mit, ob das Kind zu Hause oder z.B.im Kindergarten schwer gestürzt oder sich stark gestoßen hat…

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      1. Ihr Kommentar war eher dahingehend zu verstehen, dass man bei „nur erbrechen“ eben sehr genau beobachten soll, weil es eben auch was anderes sein könnte (z. B. auch Sonnenstich). Meine Kinder haben sowas immer mit Durchfall, nur erbrechen hatten sie noch nie.

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        1. Ich glaube, da wäre mir Durchfall lieber gewesen…😱. Nein, beides doof.
          Ja, stimmt schon, erbrechen kann auch durch andere Sachen ausgelöst werden. Aber auch beim Sonnenstich weiß ich ja eigentlich, dass das Kind vorher zu lange in der Hitze oder Sonne war.
          Aber ein Virus ist ja in dem Alter meistens die Ursache. Oder einfach mal so brechen(was falsches gegessen etc., hört man auch von vielen….). Man muss nicht gleich(wie ich anfangs)Panik schieben, dass es was „toternstes“ sein könnte.
          Mit ihrem ersten Virus hat meine Große damals zu Weihnachten die komplette Familie lahm gelegt. Mit ihr hatte es 9 Leute…😠. Aber gsd immer nur je einen Tag und dann ging es wieder…

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        2. Ich denke es ist bei den meisten Eltern so, dass sie beim ersten Kind noch schneller zum Arzt gehen – vor allem wenn die Kinder sich noch nicht ausdrücken können. Das war bei mir auch so. Mit der Zeit kommt ja auch die Erfahrung.

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  9. Ich finde es ein bisschen schade, dass der Grundtenor des Blogs der ist, Eltern als dumm und nervig vorzuführen. Ja, viele Eltern verhalten sich unvernünftig. sind überbesorgt, verhätscheln die Kinder oder überfordern sie, geben ihnen bescheuerte Namen, ernähren sie grundfalsch und rennen wegen jedem Pups zum Arzt. Aber Menschen sind nun mal nicht immer vernünftig und gut informiert. Und ich denke, besorgte Eltern sind allemal besser als die, deren Kinder nie einen Kinderarzt sehen, weil der/die dann vielleicht die Spuren früherer Misshandlung und Vernachlässigung entdecken könnte.

    Auch das fehlerhafte Deutsch migrantischer oder schlecht gebildeter Eltern nachzuäffen, ist eigentlich nicht hilfreich. Geht es nicht vielleicht auch eine bisschen wertschätzender?

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    1. Vielen Dank Ulrike!! Endlich jemand der das auch anspricht.
      In vielen Posts kommt einfach nur Arroganz und Überheblichkeit rüber!
      Und wenns die Eltern nicht sind die bloßgestellt werden, dann der unfähige Kollege, blöden Hebammen und, auch ganz schrecklich, Therapeuten. Könnte ja alles der Hr Doktor ( ob er überhaupt promoviert hat) viiiiiiel besser.
      Ich dachte schon ich bin die einzige die bemerkt hat dass es Gott persönlich sein muss der hier schreibt . Hmmm

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      1. Na ja, ganz so doll wollte ich den Kinderdoc jetzt auch nicht in die Pfanne hauen. Schließlich lese ich den Blog ja auch und habe auch schon oft darüber gelacht. Nur habe ich mich jetzt mal gefragt, auf wessen Kosten ich da eigentlich lache – und das sind dann eben doch oft Eltern, die einfach (über-)besorgt und manchmal eben auch unstrukturiert, hilflos und unbeholfen in der Kommunikation sind.

        Dass man da manchmal sehr tief durchatmen muss und die Eltern manchmal am liebsten [Selbstzensur], weiß ich, weil ich einen anderen Beruf habe, der mit Jugendlichen und deren Eltern zu tun hat. Aber die meinen es ja nicht böse. Die wollen nur das Beste für ihr Kind und können es sich einfach nicht vorstellen, dass man selbst Feierabend, Wochenende und ein Privatleben hat.

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      2. Wir machen keine wunschmedizin, sondern das was medizinisch nötig ist. Und das war das tägliche vorstellen wohl eher nicht. Ebensowenig wie ausschweifende Erzählungen im notdienst. Also nicht wundern, wenn der böse Doktor kurz angebunden ist.

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      3. Vielleicht weil das die Realität ist? Weil es doch ganz bequem ist zum Arzt zu marschieren, weil es natürlich Arbeit macht erstmal Schmerzmittel/Nasentropfen zu geben und das Weinen zu Hause auszuhalten. Da ist es doch praktisch 24/7- also auch zur eigentlichen Schlafenszeit zum Arzt zu gehen und sich dann natürlich zu beschweren, warum das arme Kind mit Schmerzen so lange warten muss. Ihr habt doch keine Ahnung was in Praxen und Notaufnahmen dieser Welt abläuft.

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        1. So sehr ich den Frust auch verstehen kann, aber „bequemer“ ist es ganz sicher nicht, stundenlang mit einem kranken Kind in der Notaufnahme zu sitzen. Die Variante Nasentropfen und Schmerzmittel wird sicherlich oft genug gewählt, eben von den Eltern die sich das zutrauen

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        2. @Daniela. Das ist deine Sicht und das ist auch okay. Ich weiß jetzt nicht aus welchem Erfahrungsschatz du schöpfen kannst- ergo wie viele kranke Kinder du erlebt/betreut/davon gehört hast. Ich kann dir nur empfehlen setz dich doch einfach mal ein, zwei Tage mit in die Kinderarztpraxis/Notaufnahme und dann wirst du sehen, wie deine Vorstellung von der Realität abweicht. Da sind Väter die das Kind wegen Unwohlseins aus der Kita abgeholt haben und dann direkt zum Arzt bringen, Mütter die nachts wegen Bauchschmerzen des Kindes ins KH fahren- Wärmflasche/Tee?- Fehlanzeige etc. Und ja es ist eben doch sehr bequem gleich zum Arzt zu gehen statt sich selbst mal zu bemühen und nachzudenken. Im Zweifel auch mal 2 Stunden länger das weinende Kind zu Hause auszuhalten und dann zur normalen Öffnungszeit den Kinderarzt aufzusuchen. Besorgnis und nichts zutrauen sind nämlich sehr schöne Ausreden- was soll der Arzt schon dazu sagen? In Wahrheit steckt oft Faulheit dahinter oder Frust, dass es die Rama-Familie nicht gibt. Auch nicht zu Weihnachten oder im Urlaub. Aber du wirst es einfach nicht besser wissen, das sind langjährige Berufserfahrungen.

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        3. @Lotti:
          Ich kann tatsächlich nicht mit einer langjährigen Berufserfahrung als Kinderarzt dienen und keinesfalls abstreiten, dass die Notaufnahmen voll sind mit Bagatellen.
          Aber: Ich empfinde den Generalverdacht, dass Besorgnis und Unwissenheit in Wirklichkeit fast immer Faulheit sind, als wirklich ungerecht. Hast du keinen Bereich deines Lebens, in dem du dich nicht auskennst? Und wenn es nur die Steuererklärung ist, bei der man zig mal blöde Fragen stellt…
          Das Problem liegt meiner Meinung nach auch in der Struktur. Bei uns auf dem Land gibt es keinerlei pädiatrische Notversorgung (auch nicht über die 116116). Von Freitag, 12 Uhr bis Montag, 9 Uhr bleibt nur die Notaufnahme einer Klinik, die fast 40km entfernt ist.
          Jetzt bin ich als Mutter eines ehemaligen ganz extremen Schreibabys definitiv ziemlich robust, was das Aushalten von Gebrüll angeht. Dennoch gibt es Situationen, in denen ich es nicht verantworten kann, noch weitere 48 Stunden auf eine Diagnose oder Behandlung zu warten. Dabei ist mir völlig klar, dass wir kein Notfall auf Leben und Tod sind! Doch wo sollen wir hin? Ich bin ganz sicher niemand, der wegen nix zum Arzt rennt. Unser niedergelassener Kinderarzt kennt uns praktisch nur vom Impfen und den U’s. Aber es gibt eine Grauzone, in der ich nicht mehr sicher sein kann, ob ich abwarten kann oder nicht.
          Das zu wissen, ist auch nicht mein Job – sondern deiner/eurer.

          Und sorry wenn ich das so sage – aber das gehört eben dazu. Ich muss bei mir auf der Arbeit auch ständig Zeug machen, wofür ich nicht zuständig bin, wofür ich nicht bezahlt werde oder was mir nicht passt. Aber das gehört dazu.

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        4. Manches gehört dazu, anderes eben nicht. Ich werde bestimmt wegen pampigen Eltern und bagatellen keine Überstunden machen oder auf die Mittagspause verzichten. Man kann fragen stellen aber es kommt darauf an wie. Wir sind auch nur Menschen und letztlich haben die Eltern die Erziehungsverantwortung.

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        5. Und was wäre aus Sicht der „Insider“ eine Lösung? Was tut man, wenn die Versorgungslage keine Alternative bietet zur Notaufnahme? Ich meine jetzt nicht die Eltern, die sowieso unbelehrbar sind, sondern den Teil, der ernsthaft niemandem zur Last fallen möchte, aber gegebenenfalls keine Alternative sieht.

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        6. Es wird doch nun nicht jedes Wochenende der sogenannte Notfall oder sagen wir mal Zweifel eintreten. Das ist doch maximal in der säuglingszeit oder bei chronisch kranken Kindern. Infekte z. B. Werden unter der Woche beim ka vorgestellt und besprochen. Wir reden doch nun von ein paar Stunden nachts und 2 Tagen Wochenende. Schwere akute Krankheiten oder Unfälle müssen natürlich vorgestellt werden. Zum Glück ist dass selten.

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        7. Klar ist das selten. Aber wenn der seltene Fall bei 10 Leuten gleichzeitig eintritt hat man dann schon 10 Fälle da sitzen. Ich frage nochmal ganz konkret – was soll ich als nicht-Mediziner tun? Wüsste ich ganz genau, ob etwas harmlos ist oder nicht, wäre ich selber Arzt.

          Wie gesagt, ich will weder Unhöflichkeit noch Unfreundlichkeit verteidigen, sowas geht gar nicht!!! Ich finde auch, dass man ein Mindestmaß von gesundem Menschenverstand erwarten kann. Aber was ist mit dem Graubereich zwischen „nix“ und „fast tot“ und wer soll den beurteilen?

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        8. Ach so, ich meine jetzt natürlich auch nur die Situationen, die tatsächlich ausserhalb der verfügbaren Sprechzeiten auftreten. Alles andere gehört selbstverständlich nicht in eine Klinik. Und je kleiner die Kinder, desto schwieriger ist es natürlich, den Ernst der Lage abzuschätzen.

          Ich persönlich würde mir eine Art Bereitschaftspraxis wünschen für die Fälle, für die man sonst zum Niedergelassenen gegangen wäre. Gerne auch mit vorheriger Absprache am Telefon.
          Der entsprechende Dienst der Krankenkassen ist hier leider völlig nutzlos. Habe es bisher 2x versucht und jedes Mal hieß es, man könne mich leider telefonisch nicht beraten, ich soll im Zweifel doch bitte ins Krankenhaus fahren… Tja super. Genau das wollte ich vermeiden…
          Aber die wollen sich natürlich auch absichern. Und ich stehe dann da: Kind knapp 2 Jahre alt, seit Freitag Mittag (Timing) konstant über 40° Temperatur, verweigert Essen (kein Problem), trinkt wenig (schon eher blöd) und Fieber sinkt trotz Maximaldosis Ibu nicht unter 39,6°. Mittlerweile ist es Sonntag früh, Kind liegt schlapp auf dem Boden rum.

          Und nun? Hat die Menge Flüssigkeit ausgereicht? Müde wegen Krankheit und Fieber oder wegen beginnender Austrocknung? Nur ein viraler Infekt oder doch etwas bakterielles?

          Sorry, kann ich nicht beurteilen.

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        9. Jup. O.g. Kind sollte man sicherlich vorstellen. Warnzeichen sind Fieber (vor allem bei schlechtem Zustand/sinkt schlecht unter Medikamenten/über 3 Tage), Luftnot, Austrocknung, starke Schmerzen, Apathie. Das was Insider mit Bequemlichkeit meinen ist eben wenn ein größeres Kind mit Infekt ohne Fieber in gutem Zustand vorgestellt wird ohne wenigstens selbst schonmal Maßnahmen ergriffen zu haben. Und bis Weihnachten/bis zu Urlaub soll es dann bitte schön gesund sein. Klar alles nervig und blöd, aber sorry das ist dann nicht das Problem des Arztes.

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        10. Vielleicht wäre es ja für den ein oder anderen Wackelkandidaten ja hilfreich, mal genau so eine Übersicht zu bekommen? Klar, die ganz ignoranten Fälle wird man wohl nicht los, aber ich möchte trotzdem behaupten dass viele Eltern es richtig machen möchten, aber nicht können oder wissen.
          Man bekommt so viel Zeug und Broschüren von irgendwelchen Firmen, wieso macht kein Verband für Kinderärzte mal sowas? Es würde ja schon reichen wenn man die ganz eindeutigen Situationen beschreibt, die garantiert harmlos sind. So nach dem Motto: „Liebe Eltern, in den folgenden Situationen können Sie unbesorgt abwarten bis die Praxis wieder auf hat“ und dann fängt man an mit Schnupfen ohne Fieber, oder wenige Male erbrochen aber mittlerweile trinkt das Kind wieder, Husten aber gut drauf und fit und nur leicht erhöhte Temperatur…. sowas halt.

          Dann könnte man auch noch die Situationen aufführen, die immer ein Warnsignal sind… Fieber bei Neugeborenen, Erbrechen nach Sturz oder Schlag auf den Kopf, Luftnot, etc.

          Übrigens bin ich mit meiner Tochter dann tatsächlich in die Notaufnahme gefahren, weil mir das nicht mehr geheuer war. Viraler Infekt. Am Abend war das Fieber dann weg… nochmal grandioses Timing…

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        11. Gut. Was Eltern lesen oder nicht und das Dr. Google vielleicht nicht ganz die passende Antwort parat hat dafür können ärzte nun auch nix. Und ja, wir geben unseren Stammkunden Informationen wann eine arztvorstellung nötig ist sowie die Nummer vom kV Bereitschaftsdienst.

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        12. Dann wäre es ja gerade gut, eine seriöse Alternative zu Google zu haben – vielleicht schon gleich ab Geburt und nicht erst beim ersten Besuch im Krankenhaus… kann mich nur daran erinnern, dass ich massenhaft Zeug und Broschüren bekommen habe zu Ökowindeln, Trageberatung, Beikost, Stillen, nicht Stillen…. aber nicht einen einzigen Flyer oder sowas zu harmlosen oder besorgniserregenden Krankheitssymptomen.

          Später sind wir durch Zufall mal auf eine GoIn – Notfallpraxis in einer anderen Stadt aufmerksam geworden. Sowas wäre auch hilfreich gewesen. Nicht nur aus Bequemlichkeit von mir – jeder,der stattdessen da hin geht, hängt nicht sinnlos in der Notaufnahme rum.

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        13. Wenn Väter ihre Kinder aus dem Kindergarten abholen und damit direkt zum Arzt wandern, dann liegt das allerdings an zwei Wunderlichkeiten:

          Einerseits der dürftigen Schulung der überlasteten oder sich überlastet fühlenden Betreuerinnen, die dem Vater vermitteln, dass das Kind seit fünf Minuten nach Ankunft todsterbenskrank darniederliegt und es sofort aus dem Kindergarten wegen schwerster Seuchengefahr entfernt werden muss (die angeblich immer bakterielle Bindehautentzündung schleppt man mindestens einmal zum Arzt, danach nimmt man das Kind einfach mit nach Hause und schüttelt dabei den Kopf).
          Will sagen: da gibt es Schulungspotential bei den Betreuerinnen. Die vermitteln das Bild, wie krank das Kind war.

          Andererseits liegt das an: KZH (krank zu Hause). Ohne Wisch keine Ersatzgeld.

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        14. Nein. Die Entscheidung wie krank mein Kind ist, liegt bei mir und nicht bei den Erzieherinnen! Kann ja sein dass sie der Meinung sind, das Kind muss abgeholt werden, weil sie dafür die Verantwortung nicht mehr übernehmen wollen. Aber das verpflichtet mich nicht zum Besuch beim Arzt und schon gar nicht in der Notaufnahme, zumal dieser Fall ja nur unter der Woche so eintreten kann!

          Das mit dem Krankenschein ist tatsächlich ein Problem. Aber den gibt’s auch beim Niedergelassen.

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        15. Du forderst nur. Letztlich ist generell ein unleidliches aber sich sonst recht normal verhaltendes kind weniger bedroht als eines was sich plötzlich anders verhält, apathisch ist. Ein säugling soll schneller vorgestellt werden als ein Schulkind. Vielleicht bespricht du deine Sorgen beim nächsten Mal mit dem ka. Wir geben Hinweise zu jeder u3. Aber die Verantwortung behalten die Eltern.

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        16. @Daniela
          Es gibt doch soviel Literatur zu Kinderkrankheiten. Kauf dir doch einfach eins. Da kannst du sofort nachschauen und gute Bücher geben direkt Empfehlungen, wann sofort zum Arzt, morgen zum Arzt oder in nächster Zeit zum Arzt.

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        17. Absolut! Haben wir auch. Mir ging es mit dem Vorschlag darum, diejenigen zu erreichen, sie sich nicht aktiv um Ratgeber – Literatur kümmern. Mir war halt aufgefallen dass man ungefragt eine Menge Infos zu zig Themen bekommt, aber eben nicht zu sowas.

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      4. Oft genug gehe auch ich in die Luft über die Dummdreistigkeit mancher Eltern.
        Erst gestern wieder wurde ein „apathisches“ Kind als Notfall („Einen Arzt, SOFORT!“) vorgestellt. Dabei war das arme Ding schlicht todmüde aus dem Kindergarten gekommen, die Erzieherinnen hatten auch darauf hingewiesen. Als das Kind dann auf dem Arm der Mutter einschlief, bekamen die Eltern Panik…
        Wir haben nur den Kopf geschüttelt. Beschimpft wurden wir selbstverständlich auch. Zuerst, weil erkannt wurde, dass es sich nicht um Notfall handelt und der Arzt nicht umgehend aus dem Zimmer gerufen wurden. Dann, weil die Eltern nach über einer Stunde Wartezeit (in der das Kind munter mit den anderen spielte) endlich drankommen wollten.

        Zum Glück sind diese Fälle mit einem IQ Höhe Teppichkante die Ausnahme. Die Regel ist leider, dass die Verantwortung für das eigene Kind mit Betreten der Praxis abgegeben wird. Die Kinder öffnen Schubladen in der lmpfecke oder die Schränke im Labor (beides nicht für Patienten zugängliche Bereiche). Auch in der Vorsorgevorbereitung werden Geräte als Spielzeug benutzt, wenn die MFA mal kurz zum Arzt muss. Das sind im schlimmsten Fall 10.000€ und mehr Schaden, in jedem einzelnen (!) Fall dämliche Sprüche („Das ist doch eine KINDERarztpraxis, oder?“ Variante: „SIE sollten halt besser (auf MEIN Kind) aufpassen.“).

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    2. Problem ist, dass das keine Einzelfälle sind. Und wenn sich derartige Fälle häufen, geht selbst dem robustesten Arzt irgendwann die Kraft aus. Heilung braucht einfach auch Zeit und kann durch häufiges vorstellen nicht beschleunigt werden.

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      1. @lotti
        Ich kann Deinen Frust nur zu gut verstehen. Auch bei uns ist das, was Du beschreibst, traurige Realität.

        Und dennoch: Gegenüber anderen – vor allem Eltern – darüber zu lamentieren, bringt nichts.
        Entweder sind es Eltern, die ein gutes Bauchgefühl haben und Deine Erzählungen für pure Übertreibungen und Rumheulerei (“Jammern auf hohem Niveau“) halten. Das frustet.

        Oder es sind die beschriebenen oberdämlichen Eltern. Die kapieren nix, nie. Das frustet auch.

        Dritte Alternative: Ein Insider wird Dich verstehen, weil er es kennt. Aber das frustet auch, denn es zeigt nur, dass die Dummheit Normalität bei Eltern geworden ist.

        Mit hilft nur – wenn es auch nicht immer gelingt – mir die schönen Dinge des Tages bewusst in Erinnerung zu halten. Die geistig eher Schwachen, die sich zu tollen Eltern gemausert haben. Die Unsicheren, die souverän zu handeln lernen. Der behinderte Junge, der trotz Adoptionsgedanken bei der U4 und U4 bei seiner super Mutter geblieben ist. Und und und.
        Wenn man Abends den Tag nochmal Revue passieren lässt, sind da doch einige, die es wert sind, sich mit den Anderen rumzuschlagen. Auch diese Schwachköpfe haben Kinder, und um die geht es schließlich. Zumindest uns, also dem Kinderdok und Gleichgesinnten. Leider manchen/vielen Eltern nicht. Aber dieser Gedanke frustet schon wieder.

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        1. Stimmt auffallend. Und leider kommen nach schönen Momenten und guten verläufen wieder sinnlose Fälle und dumme Eltern hinterher. Kein generalverdacht, aber ein Verdacht der sich schon oft bewahrheitet hat und manche wette gewinnen lässt. Übrigens- die Steuererklärung lasse ich machen und arbeite aktiv daran mit. Das ist der Unterschied.

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  10. ach gottchen, ach gottchen, natürlich werden hier die ausnahmesituationen beschrieben, und nur ganz selten die normalen regelfälle. weil, es geht einerseits darum, aufzuklären an hand von beispielen, und andererseits zur diskussion und zum nachdenken anzuregen, und dann: wenn so was nicht mit ein wenig unterhaltungsfaktor geschrieben ist, dann ist es langweilig und indoktrinierend und keiner liest es, und schon gar nicht merkt man sich die wichtigen punkte.

    im übrigen: ich hab tatsächlich in der schule gelernt (in naturgeschichte, so hiess damals der biologieunterricht, im neusprachlichen gymnasium) dass man auf gar keinen fall milch auf nüchternen magen trinken soll, ohne ordentlich dazu zu essen, weil ansonsten die milch im magen zu einem klumpen topfen wird und man ganz schön magen-/bauchweh davon bekommen kann. mit diesem – ähem – schulwissen konnte ich schon einige fälle mysteriöser bauchschmerzen nicht nur bei kindern aufklären.

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    1. Wenn man mal davon absieht, dass dieses „Schulwissen“ vollkommener Blödsinn ist, ist es ja schön dass es geholfen hat…

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      1. Nachtrag: Vielleicht einfach mal bei Wikipedia unter „Speisequark“ nachschauen und spätestens dann wird hoffentlich klar, wie absurd das ist.
        Milch gerinnt nicht im menschlichen Magen, egal ob man dazu isst oder trinkt. Genauso wenig wie sich z.B. bei einem gestillten Säugling „alte“ und „neue“ Milch vermischen kann und dadurch Bauchschmerzen verursacht.

        Bei Magen – Darm – Infekten ist die Darmschleimhaut angegriffen und bestimmte Lebensmittel (u.a. eben Milch) können deshalb kurzzeitig schlechter verdaut werden. Daher sind Milchprodukte in der Akutphase nicht zu empfehlen. Ausnahme auch hier wieder ein voll gestillter Säugling.

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        1. Außerdem ist eine ganze Flasche Milch trinken nicht „nichts essen“. Sondern macht durchaus satt.
          Ist bestimmt nicht die erste Wahl bei einem Magen-Darm-Infekt, aber wenn es das einzige ist, was ein Kind bereit ist, zu sich zu nehmen, würde ich das durchaus als „Mahlzeit“ bezeichnen.

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    2. … nun, da sieht man mal wieder: Was doch manchmal für ein Unsinn in der Schule erzählt wird, der auch nicht weiter hilft 😉 … (Milch nicht auf leeren Magen – ja wie denn sonst, wenn man Baby ist)

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  11. Also ich muss ja zugeben: beim 1.Kind war ich auch so. Aber es reichte mir vom Arzt 1 Befund, dass-ausser wahrscheinlich einem MD-Virus- alles ok ist. Ich bin auch nicht schon nach 2x erbrechen gefahren, sondern nach über einem ganzen Tag mit NULL bei sich behalten. Damals war sie 15 Monate alt und ist dann auch gleich mal 5 Tage in der Klinik geblieben(was m.E.auch nicht unbedingt notwendig war- nach einer Nacht am Tropf war alles überstanden….).
    Meine 2. ist so robust, die hatte ausser dem RSV mit 2 Monaten (auch 5 Tage Krankenhaus, ein halbes Jahr, nachdem ich mit der Großen drin war, sogar dasselbe Zimmer…)noch nichts Gravierendes. Aber bei manchen dauert es eben seine Zeit, bis sie auf ihre „Innere Stimme“ vertrauen und glauben, dass es nur eine Erkältung ist und keine Lungenentzündung…
    Oder?

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    1. Es gibt schon einen Unterschied zwischen echtem Besorgtsein aber trotzdem höflichem, sinnvollen Auftreten oder Bequemlichkeit, Ungeduld, Dreistigkeit. Wenn ein Krankheitsbild am gleichen Tag mehreren Ärzten vorgestellt wird oder die Behandlung per Telefon erfolgen soll da fällt mir wirklich kein Argument mehr zugunsten der Eltern ein.

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      1. Ansonten ist es auch noch wichtig wie es „rüber kommt“… es ist schon ein echt weiter Unterschied ob rüber kommt „Ich bin besorgt und habe Angst, dass es was Schlimmes es, bitte gucken Sie drauf!“ oder „Mein Kind hat den schlimmsten Magen-Darm-Infekt seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte!!!einseinelf!“ Bei ersterem kann man nähmlich gucken und aufklären, bei zweiterem redet man gegen eine Wand*…

        *ach ja, Außnahmen gibt es natürlich immer… aber die sind leider nicht so häufig, wie wir sie gern hätten

        Und ja, wir sind auch nur Menschen… wenn ich grad ne Schockraumversorgung hinter mir hab, kann es schon mal passieren, dass ich beim vor 3 Tagen umgeknickten Knöchel patzig werde (den halben Tag mehr, bis der niedergelassene offen hat, hätte der jetzt ganz sicher auch noch überlebt)…

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        1. Natürlich verstehe ich, dass einem da manchmal (innerlich) der Hut hochgeht. Aber vielleicht noch ein Gedanke zur Vorstellung von Bagatellerkrankungen in der Notfallambulanz: Es gibt ja viele Länder, in der auch die ambulante medizinische Versorgung in erster Linie in Krankenhäusern erfolgt. Ich könnte mir vorstellen, dass sich viele Migranten mit unserem Gesundheitssystem nicht gut genug auskennen und den Sinn einer Notfallambulanz nicht verstehen.

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        2. Guter Ansatzpunkt und für einige Gegenden sicher auch richtig, aber leider aus meiner Erfahrung – also nur anekdotisch, nicht evidenzbasiert: Nö – Migranten sind nicht oft in meiner Notaufnahme… und wir haben in der Nähe ein Flüchtlingsheim (eher so mittel… kein großes); der „Deal“ mit der Stadt ist, dass die bei uns behandelt werden und nicht zum Niedergelassenen gehen (die haben da so statt Krankenkassenkarten irgendwelche Bescheinigungen von der Stadt, aber unser Pflegepersonal weiß darüber mehr als ich… die bringen dem Computer liebevoll bei zu welcher Abrechnungsstelle das am Ende muss) und… öhm; nein, der Großteil (wenn ich schätzen müsste vielleicht 90-95%) der Leute mit Bagatellverletzungen und -erkrankungen ist hier seit mindestens Generationen ansässig… (also Hauttypus Mittel- bis Nordeuropäer und traditionelle „deutsche“ Familiennamen) Ich würde als Gründe dennoch hauptsächlich sagen:
          – weiß nicht, dass es einen ärztlichen Bereitschaftsdienst gibt (gar nicht so selten)
          – überschätzt das Problem und denkt weiterführende Diagnostik ist erforderlich (und will deshalb nicht zweimal warten)
          – hat der Sprechstundenhilfe des Niedergelassenen irgendwie nicht erklären können, dass das Problem recht akut ist (und hat deswegen erst einen Termin in 3 Wochen oder 3 Monaten – je nach Fachrichtung)
          – will mit dem chronischen Problem nicht auf den Termin in 3 Wochen / 3 Monaten warten
          – hat mit dem (schon anbehandelten chronischen Problem) keine Geduld auf Besserung zu warten und denkt im Krankenhaus können die das schneller lösen
          – hat keinen Bock auf die langen Wartezeiten beim Niedergelassenen

          Die oben genannten Gründe sind nicht nach Häufigkeit sortiert, aber das was ich höre, wenn ich (möglichst freundlich) selbst oder meine Ambulanzpflege nach den Gründen frage, warum mit dieser eher nicht so dramatischen Sache die Notaufnahme aufgesucht wurde. Ironischerweise warten bei uns Bagatellfälle (Triage Blau „nicht dringend“) durchschnittlich (hab meine Amulanzschwester gefragt) 2,3h… Ich glaube die meisten Niedergelassenen schaffen es da schneller als wir… aber ich lass‘ mich gerne eines Besseren belehren.

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        3. Bei uns: Sehr häufig (teilweise mehrmals pro Woche) kommen neue Asylanten in die Praxis, immer noch regelmäßig Migranten der ersten Generation (wie auch immer es politisch korrekt heißt). Alle Anderen sind als deutsch zu bezeichnen, denn sie kennen und respektieren unsere Sitten und Gebräuche. Diejenigen, die unangenehm auffallen, sind fast ohne Ausnahme Deutsche ohne Migrationshintergrund,
          Nicht berücksichtigen darf man übrigens Eltern von Säuglingen – denen sagen wir extra, dass sie lieber einmal zu oft als einmal zu wenig kommen sollen. Diese (insbesondere unter einem Monat alt) werden auch stets ohne Wartezeit dran genommen.

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  12. Ist der Beitrag gekürzt worden oder warum kommentieren hier viele zum Thema „Migranten in der Notfallambulanz“?
    Wenn ja, dann danke dafür, denn die Absurdität der Geschichte wirkt auch ohne bestimmten ethnischen Hintergrund. Überbesorgte Eltern, die einem nicht-ganz-wohlen-Kind mit ihrer Überfürsorge eher schaden als nutzen (=Kind schreit jedes Mal wie am Spieß, der Stress macht das Magengrummeln auch nicht besser.) Der Appell: Abwarten und verstehen, dass ein Liter Milch durchaus eine Mahlzeit ist (Für Kinder sowieso, aber wenn ich schnell mal was in den Magen brauch trink ich auch einen Kakao, bis ich mir das Essen warm gemacht habe …) Dass Eltern Kinder mit erhöhter Temperatur (~ 38°) als fiebrig vorstellen passiert ja nun häufiger, dafür brauch man keinen Migrationshintergrund.

    Und natürlich werden hier die Extremfälle überspitzt dargestellt, das ist schließlich kein Tageprotokoll mit Genauigkeitspflicht unter Berücksichtigung aller auftretenden Fälle. Wie sehe das Blog aus?
    „Heute 25 Patienten gehabt, davon 15 U-Untersuchungen, liefen wunderbar, 8 Patienten mit akuten Erkrankungen, 6 Eltern waren jedes Mal verständig und dankbar für Tipps und Ratschläge, ein Elternpaar sprach kein deutsch, 1 meinte zu diskutieren, anch kurzem Argumentieren aus der Praxis verabschiedet. 1 Patient wollte nur was abklären lassen, 1 Reiseimpfung, und ein überbesorgtes Elternpaar mit einem Kind mit Verdacht auf Windpocken. Tag beendet.“ Keine Ahnung, ob das ein durschnittlicher Tag ist, aber seltsame Fälle, Impfdiskutierer und krasse Notfälle passieren zum Glück nicht jeden Tag.

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    1. Es kommentieren „Viele zum Thema Migranten in der Notaufnahme“? Wurden Kommentare gelöscht? Ich finde – jetzt – 4 Kommentare zu dem Thema Ulrikes; meine Antwort (die noch nicht online war, als dein Kommentar veröffentlicht wurde), dein Kommentar und meine Antwort auf dein Kommentar (also diese hier)… Das macht: Ohne dein Kommentar und meine Antworten (die erst danach veröffentlicht wurden): 1 Kommentar zum Thema Migranten… und sogar ein eher unspektakulärer.

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  13. Daumen hoch. Ich denke auch, viele da draußen haben keine Ahnung. Die sogenannten Ausnahmen sind häufig, die sogenannten Sorgen sind Bequemlichkeit und Ungeduld. Krankheitsbilder und Verlauf werden nicht mal Ansatzweise verstanden, keine klare Aussage zu Beschwerden und was der Arzt tun soll- führt zu häufigen, ineffektiven Arztvorstellungen. Es ist keine Einbahnstraße „die sind für mich da, die müssen helfen“. Auch Patienten müssen aktiv werden und mitarbeiten und Ärzte haben ein Recht auf Respekt und Ruhe.

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    1. @„Recht auf Ruhe“: Irgendwie ist es ja süß, wenn mir Patienten um 16:30 einen schönen Feierabend wünschen. Als Frau eines Selbstständigen hat mein Tag nach offiziellen Praxisschlusss schließlich noch ein paar Stunden. Unsere eigenen Kinder mussten deshalb früh auch „selbstständig“ werden.
      Ich bin sehr dankbar für die Tipps meiner genialen (viel zu weit weg wohnende) Schwiegermutter und gutes Bauchgefühl. Der Arzt ist bei uns zwar im Haus, hat aber nie Zeit…

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      1. Ja ich finde schon ruhezeiten und selbstfürsorge sind wichtig. Im Gegensatz zu arztserien kann ich mich nicht noch mit der Lebensgeschichte und den beziehungsproblemen der Patienten befassen und ich möchte es auch nicht. Ansonsten würde man gleich im burn out landen.

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    2. Also ein Recht auf Respekt hat jeder Arzt während der Dienstzeit. Aber auf Ruhe? Während der Schicht? Nicht wirklich, sorry.
      Ja, ich verstehe vollkommen, dass es nervige Fälle von Eltern gibt, bei deren Verhalten man sich nur wundern kann. Ebenso bei kinderlosen Patienten.

      Ich weiß ja nicht, wie alt Sie sind, aber wenn der Patient oder die Eltern von Patienten in Ihrem Verständnis nur noch die Deppen sind, die vor Langeweile/Faulheit/Dummheit allein kommen, um sie persönlich zu nerven, dann könnten das eventuell noch viele laaaaaange Dienstjahre werden und ein Wechsel in eine andere Position für alle Beteiligten eine echte Bereicherung.

      Ich habe wirklich Verständnis für Verärgerung, aber Arzt ist nunmal ein Job mit Menschenkontakt und wenn jemand darauf die Lust verloren hat (und sei es aus noch so nachvollziehbaren Gründen), dann ist das immer für beide Seiten nicht gut.

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        1. Ich korrigiere: ruhezeiten. Und damit meine ich pausenzeiten und Feierabend. Ich werde bestimmt nicht vom Notfall weglaufen wegen dem Feierabend, aber manche Patienten vergessen oder wissen einfach nicht, dass ohnehin pro Patient nur eine begrenzte Zeit geplant ist und das schon gar nicht mehrmals am Tag. Und auch das Leben neben dem Beruf regelt sich nicht von allein.

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        1. Das können Sie gerne alles glauben. Ändert aber vermutlich nichts an dem Grundproblem, dass Sie die Eltern/Patienten nur noch als nervig wahrnehmen. Und das frustriert garantiert sowohl Sie als auch die Patienten, die mit Ihnen zu tun haben müssen.
          Das ist wie mit den Lehrern, die irgendwann ihren Job nur noch hassen. Die tun mir leid, richten aber gleichzeitig durchaus auch Schaden an.

          So toll ist es übrigens gar nicht, ein krankes Kind zu haben. Auch wenn man dann damit Ärzte nerven darf. Und mit einem Nicht-Notfall bekommt man dann eben auch nicht sofort geholfen (was völlig in Ordnung ist), aber ein netter Samstag-Abend sieht irgendwie anders aus.

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        2. Das weise ich zurück. Woher wollen sie wissen wie ich die Patienten und generell alle Patienten wahrnehme? Können sie hellsehen? Es ist schon dankbare Patienten zu haben und es ist ein Erfolg zur Heilung schwieriger falle beigetragen zu haben. Der Artikel handelt von anderem. Ein nettes Wochenende wird das sicher nicht mit einem kranken Kind zu Hause, das ist klar. Und das ist nervig. Aber das allein ist nicht Sache des Arztes. Das gehört doch zum Eltern sein dazu.

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        3. Interessantes Missverständnis! Gemeint war natürlich der Samstag Abend im Krankenhaus, der nicht nett ist! Weil man eben viel Zeit in der Notaufnahme verbringen darf, wenn man kein echter Notfall ist.

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        4. @ aucheinemama. Du verstehst nicht, eine bestimmte Patienten Gruppe bzw. Ein gewisses Verhalten nicht zu mögen heisst bestimmt nicht den Beruf zu hassen. Zum glück besteht er auch viel mehr Aspekten.

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    3. Überall steht hier Bequemlichkeit und Ungeduld.

      Sorry, das verstehe ich nicht. Genau die zwei Punkte sind es doch, die mich davon abhalten, mit lapidaren Dingen zum Arzt oder gar in die Klinik zu rennen. (Ok, neben etwas Erfahrung und einem guten Buch “Gesundheit für Kinder“… nur so nebenbei)

      Wenn ich den Aufwand betreibe,
      1) zu telefonieren, wer denn Bereitschaft hat
      2) das Kind entweder in die einige km entfernte Klinik zu fahren und vom Parkplatz zur Aufnahme zu schleppen oder
      3) zwei Städte weiter zu einem fremden Arzt, den ich nur mithilfe des Navis finde
      4) dann Stunden in der Klinik oder im Wartezimmer unter lauten fies Kranken zu verbringen
      5) vorher auch noch die Geschwisterkinder unterbringen muss usw.usf.

      Das ist doch alles andere als “bequem und ungeduldig“, oder?

      Auch “dumm“…. sind die Leute mit eher unterirdischem IQ nicht diejenigen, die den Zusammenhang zwischen “Sturz aus dem Hochbett“ und “Erbrechen“ gar nicht kennen?

      Als Außenstehende würde ich annehmen, dass es eher die Überängstlichen sind, die zu viel gegoogelt haben, die das ganze Theater mit dem Notdienst auf sich nehmen, weil sie sonst nicht zur Ruhe kommen…

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      1. Nee, die Erklärung ist nachvollziehbar und toll dass sie das so machen. Aber häufig ist es eben doch anders nach dem Motto hier ist das Problem bitte sofort lösen. Aber das steht alles oben.

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      2. Eltern sein ist manchmal verdammt hart, nervig und anders als man sich vorgestellt hat. Aber dafür können die Kinderärzte dieser Welt auch nichts. Nicht zur Ruhe kommen kann auch heißen das Kind täglich oder mehrfach täglich in unterschiedlichen Praxen oder beim gleichen Kollegen vorzustellen. Sorry, dafür sind die Kapazitäten nicht da.

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  14. „Hier verbringen sie zwei Stunden, da zwischen 9 Uhr und 11 Uhr am Montagmorgen üblicherweise in Kinderarztpraxen der Punk abgeht. Allerdings mit geplanten Terminen.“

    Ähm, warum? Ich meine, warum macht man geplante Terminsachen am Montagmorgen, obwohl doch eigentlich klar sein sollte, dass am Montagmorgen auch all die ganzen Leute vorbeikommen, die über das Wochenende mehr oder weniger stark krank geworden sind? Da würde ich geplante Terminsachen doch eher auf den Dienstag- oder Mittwochmorgen legen statt an den ersten Zeitpunkt, an dem Kinderarztpraxen nach dem Wochenende wieder geöffnet haben?!?

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    1. Das wird unterschiedlich gemacht, entweder früh alle akuten oder zwischendrin werden Lücken geplant und dann vergeben. Den Montag ganz von Terminen frei halten geht nicht. Und die bestellten Kinder wollen ja auch ungefähr zu ihrem Termin drankommen. Auch verständlich wenn die u das Highlight des Jahres ist und der Termin schon lange steht.

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    2. Missverständnis: Unter geplanten Terminen meine ich die Eltern, die morgens um 8 Uhr anrufen und einen geplanten Termin zwischen 9 und 11 bekommen. Nein, wir halten am Montagvormittag nichts frei für Leute, die ohne Termin kommen.
      Kinderarztpraxen sind in aller Regel Bestellpraxen. Wer ohne Termin kommt, muss sehen, wann er dran kommt.

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      1. So ist das bei uns auch. Keine Behandlung ohne Anruf vorher. Wir lassen Lücken vorsorglich frei um dann die kurzfristigen Anrufer unterzubringen. Ausser echte Notfälle.

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        1. Interessant. Hätte echt nicht erwartet, dass man sich bei einer Kinderarztpraxis zuvor telefonisch einen Termin holt, scheint ja so üblich zu sein (ich habe allerdings auch keine Kinder).

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        2. Ist wie beim normalen Hausarzt auch. Macht es für alle Beteiligten einfacher, wenn man zeitlich über den Tag verteilt wird.

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        3. Naja was soll das. Natürlich ist jedes Kind das wichtigste, kraenkste usw. Aber jedes Kind hat mal Fieber oder muss aus der Kita abgeholt werden. Aber kein Grund ohne Termin aufzuschlagen und andere Patienten warten zu lassen. Im Zweifel gibt’s schon zu Hause ein fieberzaepfchen. Das ist kein Fehler.

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        4. @KiezkicherDe: Seit ich das Prinzip „erst Anrufen, dann Termin am gleichen Tag erhalten“ bei unserem Kinderarzt kennengelernt habe, frage ich mich ehrlich, warum nicht auch Hausärzte ihre Terminvergabe so gestalten. Kein ewiges Rumgesitze mit X anderen Kranken im Wartezimmer ab Punkt 8 Uhr. Unser Kinderarzt hat das so perfektioniert, dass ich noch nie mit einem kranken Kind länger als 20 Minuten warten musste und bei den 20 Minuten hat sich die freundliche MFA sogar extra entschuldigt!
          Wenn man morgens ganz früh anruft, kann es sogar sein, dass man schon einen Termin für eine halbe Stunde später erhält. Die ersten Termine morgens werden allerdings geplant langfristig vergeben, denn wer morgens erst einmal anruft, kann halt nicht zu Beginn der Sprechstunde auch schon gleichzeitig vor Ort sein.
          Keine Ahnung, warum sich das bei Hausärzten (noch?) nicht durchgesetzt hat.

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  15. Also in dem Hebammenwissenbuch, das ich in der Schwangerschaft gelesen habe und in dem auch das Kind im ersten Jahr behandelt wurde stand drin, welche Symptome besorgniserregend sind und welche nicht.

    Auch mein Kinderarzt hat mir bei den Us erklärt worauf zu achten sind, auch als wir neulich wegen Magen-Darm da waren – übrigens auch ein Grenzfall: 5 Monate altes Baby hatte am frühen Nachmittag schon die 9. Windel mit Durchfall voll gemacht, aber trank gut, war nicht apathisch und hatte nur erhöhte Temperatur. War aber Freitag, also habe ich in der Praxis angerufen und das geschildert. Da hieß es ich soll vorbei kommen.

    War deswegen gut weil ich dann Fieberzäpfchen (hatte sowas nicht da weil bisher nicht gebraucht) und ein Elektrolytgetränk verschrieben bekommen habe. Die Fieberzäpfchen hat das Baby abends gebraucht weil er 39,3 hatte (nach der Gabe hat er dann gut geschlafen und war am nächsten Tag fast wieder fit), das Elektrolytgetränk haben mein Mann und ich dann dankend genommen weil es uns dann erwischte – wesentlich heftiger als das Kind und besonders für mich wichtig weil ich ja weiter gestillt habe (im Prinzip fast im Stundentakt, das war krank kein Spaß).

    Mir wäre aber nicht eingefallen nochmal vorstellig zu werden.

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    1. Nachtrag: übrigens würde ich immer lieber in ein vernünftiges Buch schauen anstatt andere Eltern, fragwürdige Seiten im Internet (Elternforen, I look at you!) oder die eigenen Eltern zu fragen. Sonst läuft man echt Gefahr Quatsch erzählt zu bekommen.

      So war meine Mutter z.B. total entsetzt dass ich das Baby als es (und ich dann auch) Magen-Darm hatte weiter gestillt habe, sie war der festen Überzeugung ich müsse deswegen abstillen. Sie hat selber nie gestillt und wusste es einfach nicht besser, das wäre dann ein ganz schlechter Rat gewesen. Denn eine so plötzliche Umstellung auf Flaschenmilch wäre zum einen nicht so gut gewesen, zum anderen hat mir der Arzt erklärt dass Stillen besonders im Krankheitsfall das beste wäre was man machen kann weil die Muttermilch passgenaue Antikörper produziert.

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  16. Vater: „Dann kommen wir vielleicht am Mittwoch nochmal. Zur Sicherheit.“

    So lange die Eltern für ihr Verhalten belohnt werden, also wiederholt Untersuchungen bei vermutlich kerngesundem Kind bekommen, werden sie so weitermachen. Sie kriegen ja jedesmal, was sie wollen, und müssen sich den Rat des Arztes nicht zu Herzen nehmen. Solches Verhalten schleift sich ein.

    Mutig genug sein und die Untersuchung ausschlagen, ganz als Anwalt des Kindes? Damit es endlich zur Ruhe kommen kann?

    Mensch, ich wäre wieder mal für die Einführung eines Elternführerscheins … und generell mehr Mut zur Konfrontation.
    (eine Lehrerin)

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    1. Das mit den Akutterminen finde ich interessant…. In unserer Kinderarztpraxis (Berlin) ist das nicht möglich. Termine sind Wochen, Monate vorher ausgebucht…die Termine für die U’s muss man 3 Monate vorher ausmachen, darauf wird per Aushang hingewiesen…. am selben Tag noch Termine vergeben? Unmöglich… Das Praxispersonal ist ja schon froh wenn sie es schaffen überhaupt ans Telefon zu gehen…bei Fachärzten ist es mittlerweile üblich, das Telefon gar nicht mehr zu besetzen, da kommt ne Bandansage das man sich per Mail melden soll…habe ich letztens bei der langen Suche nach einem Augenarzt erlebt. Es hat Wochen gedauert jemanden zu finden der mich und die Kinder als Patient aufnimmt…

      Ich schlage bei unserem Kinderarzt bereits 30 min. vor Öffnungszeit auf, und warte dann vor der Tür, mit einigen anderen. So schaffe ich es, mich irgendwo an Platz 3-10 in die Reihe zu begeben…es wird oft genug gedrängelt und gepöbelt…ich schlug letztens ernsthaft vor einen Wartemarkenautomaten zu installieren…mit dieser cleveren Taktik wartet man aber wenigstens unter einer Stunde. Kommt man nur 10 min. nach Sprechstundenbeginn, wartet man bereits 2-3h…Wartezeiten bis zu 4h sind normal…warum ich mir das regelmäßig antue? Übervorsicht? Helicoptern? Unsicherheit? Langeweile? Mitnichten…ich brauche ab dem ersten Fehltag auf Arbeit einen Krankenschein fürs Kind. Weil Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ohne Krankenschein zwar gesetzlich empfohlen wird, aber der betreffende Paragraph kurzerhand vom Arbeitgeber ausgeschlossen werden kann, und man die Ersatzleistung der Krankenkasse in Anspruch nehmen muss. So sitze ich bei jedem fiebrigen Infekt des Kindes, den es besser im Bett auskurieren sollte, beim Arzt… hole weitere keime ab, das Kind steckt womöglich andere an…da anzusetzen würde schonmal helfen, denn ich bin ja nicht die einzige die da nur aus dem Grund das kranke Kind hinschleppen muss…

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  17. Hier kam immer wieder die Frage auf, wen man statt Arzt/Notfallambulanz denn fragen könnte. Es gibt da diese Geschäfte mit dem großen, roten A, da arbeiten i.d.R. Leute, die auch eine gute medizinische-pharmazeutische Ausbildung haben, und oft genug selber Eltern sind. Warum nicht da nachfragen?
    Und das ohne Termin, ohne Wartezimmer voller (echt) kranker Kinder und außerhalb der normalen Öffnungszeiten kostet es grade mal 2,50€.

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    1. Ja und nein. Beratung ja aber es sind eben doch keine Ärzte. Oft genug kommen Patienten die dann eben doch nicht dort beraten sondern gleich weitergeschickt wurden. Wenn man Glück hat bekommt man eine neutrale Beratung, meistens aber noch mehr oder weniger teure Medikamente dazu.

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