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freundliche Medizinische Fachangestellte: „Guten Morgen, was kann ich für Sie tun?“
Mutter: „Also… ich brauche einen Hustensaft, Zäpfchen gegen Fieber, Nasentropfen und … haben Sie auch was gegen Durchfall?“ Sie stopft den Spickzettel zurück in die Tasche.
fMFA: „Äh, wir haben das gar nicht. Das führen die Apotheken.“
Mutter: „Ja, aber Sie haben die Rezepte.“
fMFA: „Schon, aber ist denn Ihr Kind krank? Wo ist der Josip-Mirko eigentlich?“ Sie versucht, an der Mutter vorbeizuschauen.
Mutter: „Den? Den habe ich nicht dabei. Ist im Kindi.“
fMFA: „Krank?“
Mutter: „Nein, der ist kerngesund.“
fMFA: „Aber die Medikamente brauchen Sie doch nur, wenn er krank ist.“
Mutter (schlau): „Ja, aber das könnte er ja morgen werden.“
fMFA: „Ok, gutes Argument. Aber dann können Sie ja mit ihm auch vorbeikommen. Und der Doktor entscheidet dann, welches Medikament er braucht.“
Mutter (noch schlauer): „Aber ist es dann nicht einfacher, Sie schreiben jetzt was auf, und ich brauche gar nicht erst kommen.“
fMFA: „Die Medikamente schreibt der Doktor auf, ich kann das leider nicht. Und dazu sollte er Ihren Sohn erstmal untersuchen.“
Mutter: „Aber er ist doch gar nicht krank.“
fMFA: „Achja. Genau. Dann brauchen Sie auch keine Medikamente.“
Mutter, beugt sich konspirativ über die Tresen: „Ich könnte das alles auch selbst kaufen, aber dann muss ich es auch bezahlen. Mit Rezept kostet mich das nichts.“
Achsooo… fMFA: „Stimmt.“
Pause.
fMFA: „Medikamente für die Hausapotheke sind leider nicht verordnungsfähig. Das machen die Kassen nicht mit.“
Mutter: „Ich habe extra bei der Kasse angerufen. Die sagen, wenns der Doktor richtig findet und aufschreibt, dann zahlen sie das auch.“
fMFA: „Genau. Und richtig ist nur das Medikament, das ein krankes Kind braucht, um wieder gesund zu werden. Und das muß der Arzt vorher beurteilen.“
Mutter: „Ich sehe schon, Sie wollen mir gar nicht helfen. Dann hole ich mir die Sachen eben woanders.“

Moral? Aufschreiben, damit die Patienten nicht zum VielverschreiberohnePatientenzusehen rennen? Oder weiter nur das aufschreiben, was „wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig“ ist (Originalformulierung des Leistungskataloges der Gesetzlichen Krankenkassen.

Nachklapp: Am Nachmittag kreuzt die Mutter mit Josip-Mirko auf. Er hat Husten, Schnupfen und einmal Durchfall gehabt. Ich konnte das bei dem aufgedrehten Jungen nicht nachvollziehen.