The first cut is the deepest – über Platzwunden

Das Kind ist gestürzt und hat eine Platzwunde, und nun? Muss das nun versorgt werden oder nicht? Macht das eigentlich der/die Kinder- und Jugendarzt/ärztin oder gehen die Eltern damit ins Krankenhaus? ChirurgInnen machen doch sowas, oder? Hier ein paar Tipps zur Vorgehensweise: Wo ist es passiert? War der Unfall in der Freizeit, kann rein versicherungstechnisch die Versorgung von jedem Arzt erfolgen. War es jedoch ein Unfall im Kindergarten oder der Schule (einschließlich der Wege dahin oder daher), dürfen nur ÄrztInnen, die eine berufsgenossenschaftliche Zulassung haben, die Erstversorgung übernehmen. Dies sind in aller Regel alle niedergelassenen ChirurgInnen oder AmbulanzInnen, aber auch … The first cut is the deepest – über Platzwunden weiterlesen

Herbstzeit ist Verbrennungszeit

  Ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Blogpost mal in der Herbst- oder Winterzeit schreiben muss, weil: Verbrennungen kommen vor allem im Sommer vor. Beim Grillen nämlich, beim unbeobachteten Umgang mit Spiritus oder anderen Grillanzündern, ganzjährig beim Umgang mit heißem Wasser zum Tee- oder Kaffeekochen. Ganz doof auch: Das früher geübte Inhalieren über der heissen Wasserschüssel, mit Kamille oder irgendwelchen ätherischen Ölen. Don´t do that. Verbrennungsquellen im Herbst und Winter? Klar, Heizungen und Öfen. Alleine in den letzten zwei Wochen haben wir in der Praxis sechs Kleinkinder versorgt, die mit ihren Fingern an freistehende Öfen gefasst haben, eines hatte … Herbstzeit ist Verbrennungszeit weiterlesen

Beulchen

Es rummst im Wartezimmer. „Wieder einer“, bemerkt die fMFA trocken, „das ist das schöne Wetter.“ Nach einer kurzen Abcheck-Sekunde, vermutlich, ob Mama hinschaut, startet die Sirene auch schon, Marke „ich kann lauter als alle anderen“. Wir warten. Die Sirene klingt auf und ab, wie das Sirenen eben so tun, die Stimme der Mutter nimmt eher linear an Lautstärke zu. Schließlich erreicht die Sirene einen neuen Spitzenwert – untrügliches Zeichen, dass sich die Betreuungsperson vom Ort des Geschehens wegbewegt. Die fMFA öffnet den Kühlschrank und legt sich das Coolpack zurecht. Die Mutter kommt um die Ecke. „Da kommt niemand mal, oder?“, … Beulchen weiterlesen

Prüfen Rufen Drücken

Mit diesem Pauschalslogan wirbt die Woche der Wiederbelebung EinLebenRetten. Dies ist eine Initiative der Deutschen Anästhesisten unter der Schirmherrschaft des Gesundheitsministeriums. Die wichtigste Botschaft: Leute, tut etwas, wenn Ihr an einen Unfallort kommt, und wenn Ihr einen bewußtlosen Menschen vorfindet, der keine Herzaktion oder Atmung zeigt: Prüft das, Ruft an und Drückt! Bei Kindern sieht das primär nicht anders aus. Wer sich unsicher ist, wie man eine Atemspende gibt, und sich erst zehnmal überlegt, ob er lieber Mund-Nase oder Mund-Mund oder Mund-Nase/Mund oder wie beatmen soll oder sich gar ekelt: Auch bei Kindern: Drücken. Dabei sollte bei grossen Kindern (> … Prüfen Rufen Drücken weiterlesen

Paul ruft auf

Paul in Rettung hat auf seinem Blog eine gute Aktion gestartet: Leute, berichtet von Euren kleinen oder großen Erste-Hilfe-Einsätzen. Es muss nichts Spektakuläres sein, aber es soll den Lesern demonstrieren, dass *Jeder* in der Lage ist, zu helfen. Wer etwas tut, hilft bereits. Wer nur glotzt, behindert. Ich bastle auch schon an meinen Erlebnissen außerhalb der Klinik und der Praxis, da war doch dieser Unfall vor gefühlten Jahrzehnten in den USA, sechs Autos, ich als Student und Ersthelfer vor Ort – auweia – oder ein paar Jahre später, als es den Wohnwagen am Auto vor mir von der Strasse gehagelt … Paul ruft auf weiterlesen

Wenns krampft bei Fieber

Wenn Kinder einen Fieberkrampf erleiden, ist das für Eltern immer ein prägendes, erschreckendes, unvergessliches Ereignis. Das Kind ist gerade noch gesund, oder nur wenig erkältet, fiebert plötzlich und schnell auf, Vater oder Mutter hören ein seltsames Geräusch – die meisten Krämpfe finden in den Abend- oder Morgenstunden statt – und finden ihr Kind im Bett liegend vor, die Extremitäten zuckend oder angespannt, mitunter auch völlig erschlafft, die Augen verdreht oder starrend, und das Kind nicht ansprechbar. Die Zeit des Abwartens, des Nichtwissens beginnt, in realiter oft nur eine halbe Minute, für die Eltern Stunden. Meist „erwacht“ das Kind im Anschluss, … Wenns krampft bei Fieber weiterlesen

medikamente im kindergarten

„herr dokter, also der kindergarten, nicht?, der möchte jetzt einen zettel von ihnen, dass die erzieherin da dem philipp-mario die arnica-globuli geben dürfet, wenn er sich mal das knie aufhaut. und für den ambroxol-saft wegen dem husten auch.“ nene, tut mir leid, frau freudenthaler, das geht nicht. medikamente sollten nur verabreicht werden, wenn sie von einem arzt abgesegnet sind. das ist soweit mal richtig vom kindergarten. aber das sind dann auch medikamente, die wirklich vom arzt verordnet sind und unbedingt während der kindergartenzeit gegeben werden müssen. zum beispiel ein antibiotikum zur mittagszeit, wenn ihr stöpsel im ganztagskindergarten ist, oder die … medikamente im kindergarten weiterlesen