Buchrezension: Was wirklich wirkt

[Werbung] Frau Grams hat wieder ein Buch geschrieben. Das musste ich lesen. Natalie Grams ist *die* Leitfigur in der deutschen Szene rund um Kritiker der Heilpraktiker, Schwurbelmedizin, Homöopathie und allem anderen. Ihr Anliegen ist es stets, mit klaren Worten aufzuklären, sich nicht in die religiösen Grabenkämpfe verwickeln zu lassen, sondern in populärwissenschaftlichen Artikeln und Büchern für den/die ganz normalen Konsumenten zu analysieren, damit sich jede/r ein eigenes Urteil erlauben kann. Das hat sie mit ihrem ersten Buch getan, indem sie mit der Homöopathie abrechnete, Frau Grams´grösstes Steckenpferd, ist sie doch selbst eine abtrünnige Homöopathin, im zweiten, indem es ganz allgemein … Buchrezension: Was wirklich wirkt weiterlesen

Unsere Kinder, unsere Politik – Trump, die AfD und Herbert Renz-Polster (eine Buchkritik)

Wie passend: Nachdem ich diese Woche via Mediathek den Film „Elternschule“ gesehen habe, beendete ich heute das neue Sachbuch von Herbert Renz-Polster, das ich jeder/m ans Herz legen möchte, der/die meint, Kinder weiterhin unter autoritären Gesichtspunkten erziehen zu müssen. Wer hat geschrieben? Herbert Renz-Polster (im weiteren HRP 😉 ist kinderärztlicher Kollege und Sachbuchautor und sein Leib- und Seelenthema ist die bindungsorientierte Erziehung. In vielen seiner Bücher schildert er das evolutionsgeprägte natürliche Verhalten von Kindern, und wie wir Eltern damit umgehen können. Alle seine Bücher sind durchdrungen von der Liebe zu unserem Nachwuchs. Um was gehts denn? Für HRP ist die … Unsere Kinder, unsere Politik – Trump, die AfD und Herbert Renz-Polster (eine Buchkritik) weiterlesen

Maria im Netz

Katja Reim hat eine Tochter Maria, die sie durch die digitale Welt zu begleiten versucht. Das macht sie nun auch in einem Buch, nachdem ihre Leserschaft das bereits auf ihrem Blog Mein Computerkind verfolgen konnte. Ich kannte ihren Blog bisher nicht – Asche auf mein Haupt – , aber nun gibt es ja das Buch. Wir erfahren von ersten Kontakten mit Bildschirmen, von digitalen Kümmerspielen und dass auch Mädchen Minecraft spielen können, wir erfahren nebenbei viel über Datenschutz und Privatsphäre, den Risiken von Fotos im Internet, wie Werbung uns ködert, dass virtuelles Geld keines zum Greifen ist und dass Wikipedia-Wissen … Maria im Netz weiterlesen

Wenn da nicht der Titel wäre

@dasnuf a.k.a. Patricia Cammarata schickte mir ein Rezensionsexemplar ihres Buches „Sehr gerne, Mama, Du Arschbombe“, das mal gleich zum Anfang – ganz in ihrem Sinne, ein solches als solches zu kennzeichnen. Da ich Doktor bin, habe ich mir zunächst die Geschichte beim Kinderarzt rausgepickt, die mit der U8, viel Fremdschämen für die Kollegin dabei, viel „geht ja gar nicht“. Hoffentlich mache ich das aus der Sicht der Eltern ein wenig feinfühliger. Auch wenn ich Patricia Cammaratas Sarkasmus und dramatische Übertreibung abziehe, bleibt genug übrig, um sich zu schütteln. Respekt für „Kind 3“.  Dann habe ich von vorne gelesen, wie sich das … Wenn da nicht der Titel wäre weiterlesen

Erziehung bei den Kesslers

Das Buch hat einen einfachen, damit anspruchsvollen Titel: „Erziehung“. Trotzdem ist das Büchlein der Familie Kessler keines der vielen vielen Erziehungsratgeber, die in jeder Buchhandlung zuhauf herumstehen und die jede für sich die Wahrheit beanspruchen. Die Kesslers haben sich zusammengetan (Eltern und ihre vier Kinder) und ein gemeinsames Buch ihres gemeinsamen Familienlebens geschrieben. Deshalb folgt im Untertitel das „Abenteuer für die ganze Familie“. Dabei behandelt jedes Kapitel ein Thema, das in jeder Familie eine Rolle spielt: Konsequenzen, der Umgang mit Grenzen, Medien, Gerechtigkeit, Taschengeld, Streitereien, auch Aufklärung und Pubertät, schließlich der Humor und die gemeinsamen Unternehmungen. Jedes Familienmitglied hatte die … Erziehung bei den Kesslers weiterlesen

Weihnachtsbuchtipp No. 2

Dieses Jahr empfehle ich nur Ratgeber. Komisch. Egal. Sehr ans Herz lege ich allen Eltern die Bücher von Herbert Renz-Polster, Kollegen und Schreiber, allen voran das „Gesundheit für Kinder“, ich hatte es unlängst schon erwähnt. In seinen letzten Büchern widmet er sich dem Evolutionären der Kindesentwicklung und -bedürfnissen, auch das neueste „Wie Kinder heute wachsen“ ist von diesen Ideen durchflochten. Dabei variiert er sein Lieblingsthema um viele Nuancen, nicht wie manche Winterhoffs, die ihre eine Idee in mehreren Büchern lediglich wiederholen. „Wie Kinder heute wachsen“ setzt zudem seinen Schwerpunkt in der Natur. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit dem wichtigen … Weihnachtsbuchtipp No. 2 weiterlesen

Emil schweigt

Kinderärzte können ein Lied davon singen, aber auch Erzieherinnen im Kindergarten oder die Verkäuferin hinter der Wursttheke: Es gibt Kinder, die sprechen keinen Ton. Sie verstecken sich hinter dem Rockzipfel der Mutter oder den Ruderoberschenkeln des Vaters. Im Bösen sind sie unerzogen, im Zweifelsfall schüchtern, in Realität aber mitunter wirklich erkrankt. Selektiver Mutismus ist kein Charakterzug, kein wirkliches Erziehungsproblem, sondern eine Form von Angst. Die Kinder haben eine Urfurcht vor dem Kontakt mit anderen, was sie umgibt, ist nicht klar, die Angst vor dem Versagen, die Angst vor der Nähe oder die Angst, durch den Kontakt den Kitt zur Mutter, … Emil schweigt weiterlesen

Pille heute mal in Grün

Die Pharmama hat nun auch ein Buch geschrieben, erschienen bei ehrenwert Rowohlt rororo, und setzt damit die Reihe der Bücher von Bloggern fort. Pharmama macht daraus auch gar keinen Hehl, ist das Buch doch auch bei ihr die Fortsetzung des Blogs mit anderen Mitteln und erschließt damit ganz andere Leseschichten. Mir hat’s gefallen. Die Apothekerin sortiert ihre Erlebnisse grob nach Themen, nach Kindergeschichten, Rentnerstories, Ärzten und Kollegen, schwierigen Kunden und delikaten Wünschen (Pille, Kondom und Co.). Die Anekdoten reihen sich ansonsten lose aneinander, teils kurz und knackig in zwei oder drei Zeilen, andere über mehrere Seiten, aber stets lustig und … Pille heute mal in Grün weiterlesen

Schreien stärkt die Lunge

Manchmal liest man Bücher und denkt, „Mensch, das hättest Du auch schreiben sollen“, weniger „Mensch, das hättest Du auch schreiben können“, denn das ist wohl ein ganz anderes Thema. Ich erinnere noch gut eine Unterhaltung mit der Lektorin von Eichborn, man müsse mal ein Buch rausbringen, das mit all den Gerüchten und Halbwahrheiten aufräumt, die jeden Tag auf die armen Eltern mittels Google, Nachbarin, Schwiegermutter und dem Herrn hinter der Metzgertheke („Das ist aber ein lustiges Bobele, aber: ist der nicht ein bisschen blass? Hier, Bubele, hast ein Rädle…“) einprasseln. Und dann gibt es ein solches schon. Und dazu schon … Schreien stärkt die Lunge weiterlesen

Liesze! (o.T.)

Unsere Omi hat in Dortmund gewohnt. Das erinnere ich sehr gut, wir sind jeden Monat einmal aus dem Taunus gen Westfalen gefahren. Ich sehe immer noch die Autobahn vor mir, betrachtet durch die Vordersitze meiner Eltern, wer schnallte sich schon an? Mein Bruder – etwas nervig – knautschte mir ständig seine Knie in die Rippen, und vor uns fuhren vor allem VauWees, Mercedesse und Ford Taunusse – das fuhr man eben da so. Und dann das grosse U… da irgendwo auf dem Hochhaus, es drehte sich langsam und gemächlich, gelb-schwarz, mein Vater hatte immer gesagt, da würde das Bier gebraut. … Liesze! (o.T.) weiterlesen