King ist König

Fairy Tale

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Wie die treuen Leser:innen des Blogs wissen, schreibe ich hier gerne etwas über die Bücher, die ich so lese, deswegen gibt es weiter oben einen extra Reiter und rechts unten meine Lektüren via „goodreads„. Wer mich nur als Kinderarzt mag, darf gerne diese Blogbeiträge überspringen, für alle anderen: Weiter gehts.

Er hat heute Geburtstag, er wird schon 75 Jahre, er hat einen neuen Roman veröffentlicht, er schreibt schon wieder an seinem nächsten. Er wird als Horrorautor missverstanden, dabei schreibt er Krimis, Fantasy, Coming-of-Age, Liebesgeschichten, Romane und Kurzgeschichten, er schreibt Literatur: Stephen King.

Meine erste Begegnung mit King war der Film „The Shining“, erst später kapierte ich, dass die Buchvorlage von Stephen King stammte, die natürlich um Längen besser war als der Film. Mein erstes Buch von ihm war jedoch „Carrie“, auch sein erster Roman und instant Erfolg. Natürlich klassischer Horror, für mich als Vierzehn- oder Fünfzehnjähriger etwas, was ich bis dahin noch nicht wirklich kannte. Obwohl ich da schon Bram Stokers „Dracula“ und so manche HP Lovecraft Bücher gelesen hatte.
Aber King war der Meister. Es folgte „Cujo“, „Sie“ und selbstverständlich „Es“ – das Meisterwerk, über das die ZEIT heute viel besser schrieb, als ich das hier kann. Aber vollends für ihn „erwischt“ hat mich Stephen King mit den Novellas, der Sammlung „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“ (Different Seasons), in der vier Geschichten zusammengefasst waren, die zu lang für Kurzgeschichten und zu kurz für Romane waren. Drei von ihnen wurden verfilmt: „Apt Pupil“, „The Body“ und vor allem das geniale „Rita Hayworth and Shawshank Redemption“. Der Film „Stand by me“, der aus „The Body“ entstand, ist die genialste Verfilmung eines King-Buches. Genau in diesen Novellas blitzt Stephen Kings literarische Genialität aus, fern des Horrors, feinfühlig in der Charakterzeichnung und weitsichtig in seinen Botschaften.

Jetzt ist „Fairy Tale“ erschienen, der neueste Roman, wiederum eine Coming-of-Age-Geschichte mit traumhaften Fantasy-Momenten, unwirklichen Welten und trotzdem dem ursprünglichen Stephen-King-Gefühl, dass all das auch Dir oder mir passieren könnte. Genau so realitätstreu schreibt er. Seine Bücher sind gespickt mit Zitaten aus der amerikanischen Popkultur, aus dem Fernsehen und der Rock´n´Roll-Musik, aber vor allem durchleben seine Figuren die Sorgen und Ängste, die viele von uns erleben, wenn wir größer werden, unsere Gefühle und Mitmenschen kennenlernen, wenn wir erfahren, was Gut und Böse in der Welt bedeutet. Es ist viel Eskapismus dabei, aber kaum ein Buch von King hinterlässt den Leser ohne Gedanken an sich selbst. Und was sollte Literatur mehr können?

Alle schreiben es: Stephen King hat auch seine schwachen Bücher, wie anders sollte es bei diesem enormen Output (60-70 Romane) anders sein, er ist aber immer wieder da. Nach schwachen Phasen Ende der Neunziger und in den Nullerjahren (abgesehen vom Steady Seller „Der Turm“) kam er mit „11/22/63“, der Zeitreise zum Attentat auf Kennedy, zurück, um sich Mitte der Zehnerjahre mit den „Mercedes“-Romanen im Krimisektior neu zu erfinden. Nun also „Fairy Tale“ – die Geschichte von Charlie Reade, dem Jungen, dessen Mutter tragisch verunglückt und dessen Vater beinahe die Familie als Alkoholiker zerstört. Aber Charlie lernt den alten Howard Bowditch kennen, dessen unheimliches Haus zum Tor in eine Parallelwelt wird, in der es – ganz klassisch – das Böse zu besiegen gilt. Und wieder zieht uns King aus der alltäglichen Welt in die unglaubliche Unwirklichkeit, aber wieder nehmen wir es ihm ab. Weil er es eben kann.

Happy Birthday, Mr. King.

*Rezensionsexemplar vom Heyne-Verlag via Random House Bloggerportal. Vielen Dank.

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