Hilfe, mein Kind hustet

Gibt es eine häufigere Frage, einen häufigeren Vorstellungsgrund in der Kinder- und Jugendarztpraxis als: „Mein Kind hat Husten, was soll ich tun?“ Warscheinlich nicht. Die Erkältungszeit hat begonnen, die Sommerferien liegen lange genug zurück, die Schul- und Kindergartenkinder hatten genug Zeit, ihre Schnupfenviren zu tauschen und zu konservieren. Keine Gruppe im Kindergarten, die nicht mindestens vier oder fünf Rotzekinder ihr eigen nennt, keine Kindergartentür, an der nicht „Liebe Eltern, wir haben zwei Fälle von Scharlach, drei Kinder mit Streptokokken“ (sic!) „und fünf mit Infekten“ (sic, sic!) „in der Gruppe.“ Grundsätzliches Erkältungen gehören zum Kindesalter dazu wie das Laufenlernen oder das … Hilfe, mein Kind hustet weiterlesen

Hilfe! Mein Kind glüht!

Ein ganz häufiges Gespräch: Mutter: „Ich habe jetzt keinen Termin, weil, das ist ganz dringend, meine Tochter hat soo hohes Fieber.“ Ich: „Und wie hoch ist die Temperatur? Wie haben Sie denn gemessen?“ Mutter: „Achtunddreißigkommazwo! An der Stirn!“ Mmh, nun ja. Die Angst vor oder bei Fieber ist sicher eine der stärksten, die Eltern bei ihren Kindern durchleben, vor allem, wenn das Kind noch klein ist oder das erste Mal Temperatur entwickelt. Da gibt’s viele Fehlinformationen, wieder einmal viele irrationale Befürchtungen und Behandlungsvorschläge. Wie die obige Mutter verhalten sich viele, auch die Väter, na klar – die sind manchmal noch … Hilfe! Mein Kind glüht! weiterlesen

Kurz vor Schluß ein Service-Notfall

Zehn Minuten vor Ende der Sprechstunde. Mutter am Telefon: „Ja, unser Kinderarzt ist im frei, da kommen wir jetzt zu Ihnen.“ mMFA: „Äh… , und was hat Ihr Kind?“ Mutter: „Na, Fieber, schlecht, kotzt, wir kommen jetzt.“ mMFA: „… na dann.“ Mutter legt auf, steht eine halbe Stunde später vor der Tür. Ja, Privatpatienten. Ich: „Guten Abend, was gibts denn bei Ihnen?“ Mutter: „Die Malena hat Fieber, gucken Sie mal.“ Sie deutet auf das Häuflein Elend von sieben Jahr, dass mich von der Liege … angrinst. Die Bewegung macht klar: Ich soll jetzt retten, sie hat ihren Job getan. Ich: … Kurz vor Schluß ein Service-Notfall weiterlesen

Wenns krampft bei Fieber

Wenn Kinder einen Fieberkrampf erleiden, ist das für Eltern immer ein prägendes, erschreckendes, unvergessliches Ereignis. Das Kind ist gerade noch gesund, oder nur wenig erkältet, fiebert plötzlich und schnell auf, Vater oder Mutter hören ein seltsames Geräusch – die meisten Krämpfe finden in den Abend- oder Morgenstunden statt – und finden ihr Kind im Bett liegend vor, die Extremitäten zuckend oder angespannt, mitunter auch völlig erschlafft, die Augen verdreht oder starrend, und das Kind nicht ansprechbar. Die Zeit des Abwartens, des Nichtwissens beginnt, in realiter oft nur eine halbe Minute, für die Eltern Stunden. Meist „erwacht“ das Kind im Anschluss, … Wenns krampft bei Fieber weiterlesen

kein stures fiebersenken nach fieberkrampf.

ich möchte auch mal wieder etwas unschweinisches von mir geben, daher kurz dieses statement – völlig aus der luft gegriffen und ohne zusammenhang, aber es fällt unter die kategorie „was man schon immer mal sagen sollte“: es macht keinen sinn, ein kind mit fieberkrämpfen, frühzeitig mit antipyretika, also fiebersenkern, wie paracetamol oder ibuprofen zu behandeln. diese empfehlung ist anachronistisch und entbehrt jeglicher grundlage. noch immer steht in vielen arztbriefen der (zumindest bei uns umliegenden) kinderkliniken nach entlassung ein „frühzeitige antipyrese ab 38,5“ – das ist quatsch, und wird vor allem einen möglichen fieberkrampf nicht verhindern. im gegenteil, ich glaube, dass … kein stures fiebersenken nach fieberkrampf. weiterlesen