Ja, aber… (Achtung: Catcontent)

cat-2013494_960_720

Mutter: „Ja, wir möchten uns gerne eine Katze anschaffen, aber die Lira-Lara reagiert bei der Freundin immer mit Hautjucken, wenn sie da die Katze auf dem Arm hat. Kann man da mal einen Allergietest machen?“
Ich: „Das ist der perfekte Test. Nochmal probieren, wenn sie weiter auf die Katze dort reagiert, können Sie auf einen Test verzichten. Dann sollten Sie sich aber auch keine anschaffen.“
Mutter: „Ja, aber die Kinder möchten so gerne…“
Ich: „Ganz schön hart für ein Haustier, wenn es die Familie wieder verlassen muss, weil jemand allergisch reagiert.“
Mutter: „Ja, aber schön sind Katzen ja schon…“
Ich: „Und nicht ganz ungefährlich. Manchmal bleibt es nicht bei einer Hautreaktion, sondern Ihre Tochter könnte auch mit der Atmung reagieren.“
Mutter: „Ja, aber können wir nicht vielleicht doch…?“
Ich habe abgelehnt. Unsinnige Diagnostik.

Zwei Wochen vergehen…
Fax vom HNO-Arzt: Pricktest durchgeführt. Positiv auf Katze.

Dann hoffe ich doch mal, dass das nächste Fax nicht aus der Kinderklinik kommt: Anaphylaktischer Schock.

(c) Bild bei pixabay/itsneal (CC0 Lizenz)

Wenn die Katze beisst

„Wird ein Kind von einer Katze gebissen, sollten Eltern mit ihm zu ihrem Kinder- und Jugendarzt, damit er die Wunde professionell reinigen kann. „Katzen besitzen sehr spitze Zähne, die tief eindringen und mit dem Speichel Keime weit in das Gewebe bringen – auch wenn die Haut wenig verletzt scheint. Insbesondere Bisse in die Hand bergen ein hohes Infektionsrisiko“, warnt Prof. Hans-Jürgen Nentwich, ehemaliges Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) mit langjähriger Klinikerfahrung (Leitung der Kinderklinik in Zwickau).

Eltern sollten die Bisswunde unter lauwarmem, laufendem Wasser säubern und anschließend mit einer sterilen Mullkompresse abdecken.

Die Hauskatze

 

Den Impfpass nehmen sie am besten beim Arztbesuch mit, damit der Kinder- und Jugendarzt überprüfen kann, ob eine Tetanus-Impfung sinnvoll ist. „Kinder sollten früh den respektvollen Umgang mit Tieren lernen. Einer Katze sollten sie sich behutsam nähern. Sicherer ist es, nicht zu versuchen, fremde Katzen zu streicheln“, so Nentwich.

Rötet sich die Region um den Biss oder schwillt an, sind dies Warnzeichen für eine Infektion. Katzenbisse gehören nach Hundebissen zu den häufigsten Bissverletzungen. Entzünden sich etwa 4% der Hundebisse, so trifft dies für bis zu 40% der Katzenbisse zu.“

Quelle: Pressemitteilung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.

 

Erinnert mich an die nette Familie mit den drei Kindern und dem Impfproblem. Bis zum zweiten Lebensjahr keinerlei Impfungen gewollt – das belaste das Immunsystem so sehr usw. – aber mit der Kleinsten kurz nach dem ersten Geburtstag kommen, weil der böse böse Hauskater zweimal zugebissen hat. Allerdings bereits vor vier Tagen. Entsprechend sah die Wunde aus. Für eine Tetanusinfektion wäre es zu spät gewesen.

Es ist schön, wenn sich Impfverweigerer wenigstens der alltäglichen Risiken bewußt sind …

Miau

(c) Cat Content by Claus Ast