Meine eigene Zahnimplantat-Geschichte

Kurze Überleitung: Heute ist Starwars-Tag, also der 4. Mai, weil, das kommt von „May the 4th“ wie in „may the force be with you“. Das nur am Rande. Bei Krieg der Sterne kommen ein paar Androiden vor, bei denen echt viel Metall verbaut wurde. Und damit komme ich zum Thema: Bei mir wurde erstmals Metall verbaut, nämlich ein so genanntes Zahnimplantat.

Kurz gesagt, ist ein Zahnimplantat eine Metallhülse, die in den Kieferknochen eingelassen wird, dahinein kommt ein Stift, auf dem dann eine künstliche Krone aufmodelliert wird. Zahntechniker lachen sich jetzt bestimmt kaputt über diese Umschreibung. Aus verschiedenen Gründen kam in meinem Fall kein anderer Zahnersatz in Frage, also nur ein Implantat. Ich ging zum Kieferchirurg, der sich darauf spezialisiert hatte, ließ mich beraten und das ganze Prozedere nahm seinen Lauf.

Was am Anfang recht unkompliziert und nach Routine klang, zog letztendlich einige Zahnarztvorstellungen nach sich. Das war mir gar nicht so bewußt: Wieviele Vorstellungen in der Praxis ein einzelnes Zahnimplantat bedeutet. Falls sich also irgendjemand da draußen dafür interessiert – hier die Zusammenfassung meiner Termine (zu technischen Fragen, zu Pros und Contras der Zahnimplantate bitte ich, das Netz zu bemühen).

Meine Termine:

  1. Termin beim Zahnarzt, der die Indikation stellt, mein Zahn sei nicht mehr zu retten, ein Zahnimplantat solle her. In gleicher Sitzung wurde der betroffene Zahn nochmals provisorisch aufgebaut, damit es hübscher aussieht.
  2. Einen Monat später: Termin beim Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurg (MKG) zur Vorbesprechung, Beratung, was ein Implantat ist, welche Möglichkeiten es gibt, wie der Ablauf ist. Heute auch eine Orthopantomographie.
  3. Zwei Monate später: Termin beim MKG zur OP-Aufklärung und zum Anästhesiegespräch
  4. Termin beim Zahnarzt, Abdruck für ein so genanntes Provisorium (Ersatzzahn, der als Käppchen aufgesetzt wird, zwischen 1. OP, bei der der Ursprungszahn gezogen wird und dem endgültigen Zahnersatz)
  5. Termin beim Hausarzt für eine präoperative Untersuchung (bin ja auch nicht mehr der Jüngste). Ich spare mir einen Termin, weil eine meiner fMFA mir zuvor Blut abnimmt, und ich die Ergebnisse mitbringe.
  6. Der eigentliche OP-Termin beim MKG – Entfernen des kaputten Zahnes, Einsetzen der Implantathülse (künstliche Zahnwurzel)
  7. Eine Woche später: Fädenziehen beim MKG, nochmals OPG, ob das Implantat richtig sitzt. (danach Abwarten, das Implantat muss eine Osseointegration durchlaufen, also schlicht einknöchern)
  8. Termin beim Zahnarzt, Abdruck für eine Implantatschiene
  9. Ca. 4 Monate später: Termin beim MKG, Besprechung des weiteren Vorgehens, OP-Aufklärung, weil dann
  10. OP-Termin mit erneutem Öffnen des Zahnfleisches zur Freilegung der Implantathülse, Aufsetzen einer Metallkappe.
  11. Eine Woche später: Fädenziehen beim MKG.
  12. Termin beim Zahnarzt, endgültiger Abdruck mit Implantatschiene
  13. Termin beim Zahntechniker, damit die Farbe des Zahnes passt
  14. Termin beim Zahnarzt, um das nun angefertigte Zahnmodell mit dem Stift in die Hülse einzupassen.

Anzumerken sei, dass dieser Ablauf zum Glück für mich ohne Komplikationen ablief. Bei Schwierigkeiten (fehlende Knochensubstanz im Kiefer, eventuell Gewebeverpflanzung, Implantat knöchert nicht ein, ist zu locker, whatever) hätte es noch Zusatztermine gegeben.

Ich habe mich vorher informiert, wie sich das für einen mündigen Patienten in den Zeiten des Internets bedeutet, aber dass dabei soviele Einzeltermine zu planen waren, das hätte ich nicht gedacht. Das war entsprechend schlecht zu planen während meiner eigenen Praxistätigkeit, Abendtermine, der freie Nachmittag, naja. In der Summe vergeht übrigens ein halbes Jahr zwischen Indikationsstellung und fertigem neuen Zahn. Es gibt wohl auch schnellere Verfahren, die mich aber nicht überzeugt haben.

(c) Bild bei Max Pixel (CC0 Public Domain Lizenz)