Die Millionen und ein paar Kugelschreiber – über die Pharmagelder an die Ärzte

Spiegel Online und die Rechercheplattform Correctiv haben erstmals für Deutschland eine Landkarte und eine damit verbundene Datenbank veröffentlicht, die finanzielle Zuwendungen von Pharmafirmen an Ärzte offenlegen. So weit, so wenig aussagefähig. Natürlich bedeutet das einen Quantensprung in der Transparenz dieser bekannten Verknüpfung: Bisher gab es nur Mutmaßungen darüber, wieviel Geld in diesen Kanälen fließt, welche Pharmafirmen (vermutlich alle) und welche Ärzte (vermutlich weniger als man denkt) beteiligt sind. So finden sich in der Datenbank Spitzenzuwendungen an einen einzelnen Arzt von 200000 Euro, während das Gros nur  Kleinbeträge kassierte. Aber: Nur ein Drittel der befragten Ärzte hat sich bereit erklärt, den … Die Millionen und ein paar Kugelschreiber – über die Pharmagelder an die Ärzte weiterlesen

Impfstoffe werden knapp – nicht nur bei der Grippeimpfung. Der BVKJ schlägt Alarm.

„Kinder- und Jugendärzte fordern: Politik muss Versorgung mit Impfstoffen sicherstellen Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ist in großer Sorge. Niedergelassene Kinder- und Jugendärzte überall in Deutschland melden, dass sie in den Gemeinschaftsunterkünften und in ihren Praxen zahlreiche unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ohne Impfdokumente sehen, die unbedingt geimpft werden müssen. Viele von ihnen sind noch nicht in den ihnen zugewiesenen Kommunen und haben noch keinen Vormund. Ohne Vormund aber auch keine Impfung für Minderjährige. Auch bei den vielen Kindern, die mit ihren Eltern aus den Krisengebieten zu uns kommen, gibt es große Impflücken. „Viel schlimmer aber als der fehlende Vormund … Impfstoffe werden knapp – nicht nur bei der Grippeimpfung. Der BVKJ schlägt Alarm. weiterlesen

Bärli Pupsi Globli

Liebe Firma He.el, ich weiss nicht, was das nun wieder soll, aber Deine neue Reihe „Kinderarznei“ ist ja nun werbetechnisch ganz unterste Schublade. Wir sprechen noch nicht einmal vom Inhalt der Schachteln (deren medizinische Wertigkeit gegen Null tendiert, aber das wurde schon an anderer Stelle ausreichend beschrieben), sondern von Aufmachung und Wortwahl. „Kinderarznei“. Ok, das klingt zuerst einmal nach Wilhelm Busch oder nach einem Mittelchen, was der gute Onkel Doktor in Lindgrenschen Büchern verabreicht. Ist eine solch putzige Sprache jetzt ein geschickter Schachzug, oder triffst Du da auf die Bestimmungen der Pharmaindustrie, irgendwelche unbedeutenden Substanzen nicht als Medikamente bezeichnen zu … Bärli Pupsi Globli weiterlesen

Piraten III

wie es begann wie es weiterging „Die Idee ist wohl“, setzt er fort, „Asthmatiker sind tapfer, die müssen kämpfen, und da geht’s um Luft und … naja, da sind sie dann auf die Piraten gekommen.“ Er zieht eine der Augenklappen über den Kopf und lässt sie auf das linke Auge schnalzen. Dann zieht er die Oberlippe etwas hoch und lässt ein Grollen hören. „Hohoho, ich bin Jack Flöto“, sagt er mit tiefer Stimme und zwinkert mit dem freien Auge, dass es für den Moment aussieht, als habe er beide Augen zu. „Sehr gut, Herr Teufel, sehr gut“, sage ich, „so … Piraten III weiterlesen

Piraten I

Heute war Herr Teufel da, einer der Pharmavertreter. Sie kommen wegen Impfstoffen und Antiallergika, wegen Hyposensibilisierungslösungen und Babynahrung, wegen Hustensäften und zweifelhaften Produkten, die wir als „Convenience“, als „Lifestyle“-Produkte bezeichnen würden: Nahrungsergänzungsmittel, Vitaminpräparate, Sälbchen und Öle. Das Zeug wird gerne bei Ärzten beworben, um ihm den Hauch des Medizinischen zu geben, damit der Arzt es mit seiner Aufmerksamkeit adelt und vielleicht an den Patienten weitergibt. Nur wegen Kügelchen war noch niemand bei mir. Ist das konsequente Firmenpolitik bei Globuli: Wenig Werbung erreicht mehr Wirkung? Da gibt es Pharmaleute, die rauschen in die Praxis, hinterlassen eine Spur aus Werbeartikeln und Arzneimustern, … Piraten I weiterlesen

Farmavertreta

Ich: „So hallo, guten Morgen, Kinderdok mein Name.“ Frau im grünen Hosenanzug: „Ja, guten Tag, Dr. Meiring-Dietel mein Name, ich komme von der Firma Maliterck.“ Ich: „Alles klar, und, was haben Sie zu berichten?“ Dr. Mering-Dietel: „Ja, also, ich habe Ihnen heute das neue Bla bla bla mitgebracht, das ist ganz neu auf dem Markt eingeführt, es hat bla bla bla, außerdem zeigt es sich, dass es vor allem bla bla bla, und bla bla bla, bla bla bla bla bla bla, bla bla bla bla, bla bla, bla bla bla, bla bla bla, bla bla blabla bla bla, bla … Farmavertreta weiterlesen

2×50 sind +1

Vigantoletten 90 Stück, 6,87€ (= 7,6 ct/Stück) Vigantoletten 100 Stück, 7,49€ (= 7,4 ct/Stück) Vigantoletten 50 Stück, 4,24€ (= 8,4 ct/Stück) Position 1 und 2 sind von heute auf morgen außer Vertrieb, Zitat des freundlichen Apothekers von nebenan: „Herr Doktor Kinderdok, Sie haben da 100 Stück Vigantoletten aufgeschrieben, können Sie das bitte ändern in 2 mal 50 Stück? Die 100er Packung ist außer Vertrieb, war nicht rentabel.“ Was für sich spricht. 2×50 sind +1 Euro pro Schachtel. Verordnete Menge in unserer Praxis in diesem Quartal: 96 Packungen à 50 Stück. Macht einen knappen Fünfziger aus im Säckel des Herstellers. Und … 2×50 sind +1 weiterlesen