STIKO reduziert die Impfempfehlungen

Huch, das wird für die Impfkritiker und -gegner aber eine traurige Nachricht sein: Die Ständige Impfkommission hat ihre Impfempfehlungen an die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst und die Impfungen für Säuglinge in ihrer Häufigkeit reduziert. Konkret geht es um die schon immer empfohlene Sechsfach-Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hämophilus influenzae, Hepatitis B und Kinderlähmung. Das bisherige Impfschema in Deutschland sah eine so genannte 3+1-Impfstrategie vor, d.h. die Sechsfach-Impfung wurde im ersten Halbjahr dreimal geimpft und einmal im zweiten Lebensjahr. Oder: Mit 2, 3 und 4 Monaten und ab dem 12. Lebensmonat. Dies ändert sich nun: 2+1 statt 3+1 6x fach Impfung … STIKO reduziert die Impfempfehlungen weiterlesen

ÄrztInnen unterstützen Eltern bei der Umgehung der Impfpflicht

Nun, das hatten wir erwartet nach Einführung der Masern-Impfpflicht zum 1. März diesen Jahres: Es wird KollegoidInnen (dieses Wort ist nicht im Duden zu finden) geben, die Kindern bzw. eher deren Eltern eine Bescheinigung ausfüllen, wonach das betreffende Kind nicht gegen Masern geimpft werden kann. Dies ist legitim bei sehr wenigen Fällen: Wenn z.B. eine nachgewiesene Hühnereiweiß-Allergie vorläge (wobei man meist trotzdem einen Masernimpfstoff verwenden kann, haben wir schon häufiger in der Praxis gemacht. Im Zweifelsfall impft man stationär oder überwacht die Kids ein wenig länger) Wenn ein Immundefekt vorliegt, oder das Kind unter Immunsuppressiva steht (diese Kinder dürften ganz … ÄrztInnen unterstützen Eltern bei der Umgehung der Impfpflicht weiterlesen

Das Wichtigste zur Masernimpfpflicht

Selten wird eine Entscheidung des Bundestags soviel Einfluss auf den Umgang mit der Gesundheit haben wie eine Impfpflicht. Eventuell mehr Diskussionen mit Eltern, eventuell mehr Ärger mit den kontrollierenden Tageseinrichtungen, eventuell eine Trotzhaltung der Impfgegner. Vielleicht werden andere Impfungen als weniger wichtig wahrgenommen, vielleicht bedeutet eine Impfpflicht für viele, dass man nun erst Recht dem Staat gegenüber skeptisch sein muß. Wir wissen das alles nicht. Das einzige, was wirklich stimmt: Ab dem 1.3.2020 gilt in Deutschland eine Impfpflicht gegen Masern. Bedeutet: Wer morgen mit dem Kindergarten einen Sonntagsausflug plant, muss Masernimpfungen nachweisen. Hier die wichtigsten Fakten… und ein paar Spitzfindigkeiten. … Das Wichtigste zur Masernimpfpflicht weiterlesen

Wie ist das mit der Meningokokken-B-Impfung?

Davor haben wir Kinderärzte alle, alle, alle Angst: Im hessischen Lindenfels ist in dieser Woche ein Kindergartenkind an einer Meningokokken-B-Infektion gestorben. Dies soll der traurige Anlass sein, nochmal etwas über die mögliche Impfung gegen diese Bakterien zu schreiben: Meningokokken B werden von Mensch zu Mensch übertragen (als typische „Tröpfchen“-Infektion), können ohne großartige Symptome abgewehrt werden, verlaufen aber auch nicht selten fulminant. Im Gegensatz zu anderen Meningokokkenstämme (z.B. Meng C, die in Deutschland häufiger vorkommt, und ja auch seit Jahren mit einem Lebensjahr geimpft wird), können sie zu schwersten Hautblutungen führen und leider oft auch zum Tode. Kommt es zu einem … Wie ist das mit der Meningokokken-B-Impfung? weiterlesen

Sprich beim Impfen mit Deinem Kind

Was Eltern vor einer Impfung manchmal so sagen: – „Du kriegst heute keine Spritze.“ – „Der Doktor macht gar nichts.“ – „Entschuldigung, mein Kind, aber die Mama lässt Dich heute ärgern.“ – „Stell Dich nicht so an, sonst gehen wir eben wieder und müssen nochmal wiederkommen.“ – „Komm jetzt her, sonst impft der Doktor Dich in den Po/ sonst bekommst Du noch eine.“ – „Du Heulsuse/ Jammerlappen/ Weichei.“ – „Wenn Du heulst, gibts aber keine Belohnung.“ oder das Bobele wird gar nicht vorbereitet, weiß nichts vom Impfen und wird überrumpelt. Auch nicht fein. Was Eltern besser vor einer Impfung sagen … Sprich beim Impfen mit Deinem Kind weiterlesen

Filterblase: Wenn Eltern anders entscheiden.

Aus aktuellem Anlass mache ich mir wieder mal Gedanken, vorher Eltern Informationen bekommen und wem sie vertrauen und nicht vertrauen. Gerade bei Neugeborenen, wenn es um das Vitamin K, die Fluorid- und Vitamin-D-Gabe und Impfungen geht, vertrauen Eltern gerne anderen Quellen als den Medizinern. Warum ist das so? Ungefiltert informieren? Unbestreitbar herrscht Unsicherheit vor, geboren aus Unwissen, schließlich kann man sich nicht über alles informieren oder Informationen filtern. Wenn wir Eltern werden, müssen wir mit einem Mal Experten werden für Dinge, die in den Jahren zuvor völlig unwichtig waren. Wir müssen Pädagogen werden, müssen Mediziner werden, müssen Ernährungswissenschaftler und Pflegekräfte … Filterblase: Wenn Eltern anders entscheiden. weiterlesen

Eltern sind uneins – BGH entscheidet pro Impfungen

(Ein Blogpost ohne das Bild einer überdimensionierte Impfspritze) Vor einem knappen Jahr musste ich hier bloggen, dass bei getrennt lebenden Eltern die Einverständnis beider Eltern vonnöten sei, um ein Kind impfen zu lassen. Dies hatte auch Auswirkungen auf die Praxis in der Praxis: Wir Ärzte können nicht stillschweigend davon ausgehen, dass das nicht anwesende Elternteil mit der Impfentscheidung einverstanden ist. Nun gab es ein neues Urteil in ähnlicher Sache – aber von höchster Instanz, dem Bundesgerichtshof (Beschluss vom 3. Mai 2017 – XII ZB 157/16 ). Hier wurde einem Vater die (Pro-)Impfentscheidung zugesprochen, die Klage der Mutter gegen die Impfungen … Eltern sind uneins – BGH entscheidet pro Impfungen weiterlesen

Zum Abschluss der Impfwoche noch was Persönliches.

Zum Abschluss der Europäischen Impfwoche noch ein sehr persönliches Statement. Ich kann alle Eltern verstehen, die sich nach Geburt ihres Babys um die Verletzlichkeit des neuen Erdenbürgers sorgen, die Angst haben, in diesen gesunden Körper eine Nadel zu platzieren, in den natürlichen Ablauf des Lebens einzugreifen. Wir als Eltern haben uns diese Sorgen auch gemacht, obwohl wir beide aus medizinischen Berufen stammen. Wir haben damals auch sehr persönlich entschieden. Wir sind selbst beide komplett geimpft, wir haben selbst Kinderkrankheiten durchlebt (die wir nicht nochmal durchleben wollen, so schrecklich sind die Kindheitserinnerungen), wir haben beide manche dieser Krankheiten (Tetanus, Keuchhusten, Hämophilus, … Zum Abschluss der Impfwoche noch was Persönliches. weiterlesen

Nur Mut, liebe Eltern

Bisher gings vor allem um die Impfungen für Kinder, aber die Geschichte von Bellchen macht klar: Wenn wir Eltern gut geschützt sind, sind dies auch unsere Kinder, die wir vielleicht noch nicht impfen können: – Mütter übergeben ihren Kindern passive Antikörper, z.B. gegen Keuchhusten, so dass die Neugeborenen (noch) geschützt sind, bis sie dann alt genug sind, selbst geimpft zu werden. – Je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger zirkulieren die Viren in der Population. Der so genannte Herdenschutz. Bedeutet: Nicht nur verbreiten geimpfte Kinder keine oder weniger Erreger, auch die Erzieherinnen, Lehrer und Lehrerinnen und nicht zuletzt wir Eltern … Nur Mut, liebe Eltern weiterlesen