Entwicklungsstörungen und Heilmittelverordnungen – die Jungen kommen wieder mal schlechter weg

Mehr Entwicklungsstörungen, weniger Heilmittel Über Twitter kam letztens ja eine Meldung der AOK über die Heilmittelverordnungen im Allgemeinen und die Unterschiede bei Jungs und Mädchen im Speziellen. Die gute @KindundKittel fragte herum, wie denn die Meinung bei uns Kinderärzten dazu sei. Twitter im Allgemeinen hat sich natürlich auch dazu geäußert. Jeder kann ja den Artikel lesen, dennoch eine kurze Zusammenfassung: Die Zahl der diagnostizierten Entwicklungsstörungen bei Schulanfänger hat im Zehnjahreszeitraum zugenommen (2008 27,5% auf 2017 34,8%) Im gleichen Zeitraum haben die Heilmittelverordnungen in geringerem Maße zugenommen (2008 15,6% auf 2017 16,9%). Seit 2015 seien die Verordnungen sogar zurückgegangen. Spitzenreiter der … Entwicklungsstörungen und Heilmittelverordnungen – die Jungen kommen wieder mal schlechter weg weiterlesen

@BVKJ: Info und Schulung der Betreuer von Kindern mit Krampfanfällen wichtig

„Leidet ein Kind unter Epilepsie, sollte das Personal des Kindergartens und später Lehrer über Notfallmaßnahmen informiert sein. „Die wenigsten wissen, dass sie bei einem Anfall dem Kind nichts Hartes in den Mund stecken oder es fixieren dürfen. Idealerweise erhält das betreuende Personal eine Schulung, wie es sich im Notfall verhalten sollte. Dazu gehört, dass sie bei einem länger als fünf Minuten dauernden Anfall z.B. Benzodiazepin verabreichen sollten, um einen lebensgefährlichen Status epilepticus zu verhindern. Dies muss aber mit den Eltern bei Aufnahme eines Kindes mit der Diagnose Epilepsie abgesprochen und schriftlich festgelegt werden“, rät Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und … @BVKJ: Info und Schulung der Betreuer von Kindern mit Krampfanfällen wichtig weiterlesen

Flurdiagnostik

„Guck mal, Doktor Kinderdok, ich hab´gaahanz viel Punkte.“ Malte kommt mir strahlend auf dem Flur entgegen. Streckt die Arme nach vorne. „Ich hab nämlich Hand-Muß-Pfund-Krankheit, mmmhja!“ Er präsentiert stolz die Pickelchen am Mund und den Händen. Dann setzt er sich auf den Praxisflur und zieht die Schuhe aus. „Guck Guck Guck…!“ Ich gucke. Ja, die Füße sind auch dran. „Aber Dir geht´s trotzdem gut, oder?“, frage ich ihn. „Klar, Doktor Kinderdok.“ „Gibt´s was zu ergänzen?“, wende ich mich an die grinsende Mutter im Hintergrund. „Nein,“ sagt sie, „er hat alles gesagt. Fieber hat er auch nicht, und er ist absolut … Flurdiagnostik weiterlesen

Ohne mehr Geld für Kitas weder Integration noch Inklusion

„Kinder- und Jugendärzte fordern: Ohne mehr Geld für Kitas weder Integration noch Inklusion Morgen berät der Bundestag abschließend über den Haushalt 2016. In den Beratungen geht es auch um das Geld für frühkindliche Bildung. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) forderte heute in Berlin die Politiker auf, vor allem mehr in die frühkindliche Bildung zu investieren. BVKJ-Präsident Dr. med. Thomas Fischbach: „Die Kita hat durch die Einführung des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz die Schule als wichtigste öffentliche Bildungseinrichtung verdrängt. Kinder verbringen heute täglich mehr Zeit in der Kita als in der Schule – und dies in einem Alter, in … Ohne mehr Geld für Kitas weder Integration noch Inklusion weiterlesen

Doping

Erzählt mir doch letztens eine Mutter, eine Mitmutter aus dem Kindergarten habe ihr letztens unter vorgehaltener Hand gestanden, sie gebe ab und zu ihren Kindern einen Schluck Paracetamol vor dem Kindergarten, wenn diese zu, was war das Wort?, „anhänglich“ seien. WTF? Ähnliches hat mir vor Jahren ein Oberarzt gestanden: Bei Überseeflügen bekamen seine (damals) Vorschulkinder eine Dosis Fen.is.til, bekanntermassen mit der dabei gewünschten Nebenwirkung der Müdigkeit. Das mag bei Juckreiz am Abend bei Neurodermitis oder einer allergischen Reaktion ja noch angehen, damit das Kind schlafen kann… aber als Beruhigungsmittel auf dem Flug? Gerne gibt man fiebernden Kinder ein wenig Ibu, … Doping weiterlesen

Externe Diagnose

Mutter: „Ich möchte gerne meine Tochter auf Winkelfehlsichtigkeit untersuchen lassen.“ Ich: „Aha. Wieso, wie kommen Sie darauf?“ Mutter: „Hat die Bezugserzieherin gesagt im Elterngespräch. Die Diagnose sei eindeutig.“ Ich: „Und welches Problem hat Ihre Tochter mit fünf Jahren genau, dass die Erzieherin sich so sicher ist… mit dieser höchst umstrittenen Diagnose?“ Mutter: „Sie kann noch nicht das Größer-Kleiner-Zeichen richtig. Verwechselt sie ständig.“ ?? Externe Diagnose weiterlesen

Impfberatung vor Kita?

Heute ging es durch die Nachrichten: Laut dpa möchte das Gesundheitsministerium eine verpflichtende Impfberatung für die Eltern vor Kita-Eintritt des Kindes in das neue Präventionsgesetz aufnehmen. So kommentiert es Jens Spahn, der Aufsteiger gesundheitspolitische Sprecher der CDU und sein Minister Gröhe. Grundsätzlich finde ich das gut. Durch die Aufnahme ins Gesetz erhält die Impfberatung und der Impfgedanke die nötige Wertigkeit. Ein richtiges Signal, bzw. „ein erster Schritt in die richtige Richtung, um die Impfquoten in Deutschland zu erhöhen“, wie der BVKJ prompt sekundierte. Ein paar kritische Gedanken: – Wer darf die Impfberatung durchführen? (der ÖGD? Der behandelnde Kinder- und Jugendarzt? … Impfberatung vor Kita? weiterlesen

Ringelreihen

Ringelröteln hier, Ringelröteln da. Es gibt wieder mal eine Welle von Parvovirus-Infektionen, auch Ringelröteln genannt, fifth disease der Kinderkrankheiten und wirklich harmlos. Was sollen wir noch machen, außer das allen Eltern zu sagen, die mit den typischen Pickelchen und Wangenrötungen kommen? Wir telefonieren schon mit den Kindergärten und geben die Info in das städtische Netzwerk: Ringelröteln sind nicht schlimm. Und trotzdem, mindestens zwei oder dreimal pro Woche: Panischer Anruf einer Mutter bzw. Dringende Vorstellung ohne Termin bzw. 22 Uhr Vorstellung im Notdienst: „Mein Kind hat diesen Ausschlag, und im Kindergarten gehen die Ringelröteln rum – da muß man sofort was … Ringelreihen weiterlesen

Tag der Kinderbetreuung

Heute ist der Tag der Kinderbetreuung – gibt ja für alles einen Tag. Daher sei hiermit allen Erzieherinnen in den Kindertagesstätten und -gärten, auch allen Tagesmüttern und sonstigen Betreuern (Vater? Mutter?) gedankt für ihr stetes waches Auge für die Entwicklung unserer Kinder. Die Kinderfee hat in einer Infografik sehr schön gelistet, welche „Wertschätzung“ wir der Kinderbetreuung entgegenbringen – hier geht es wohlgemerkt nur um die finanzielle Wertschätzung. Der ideelle Wert dürfte unbezahlbar sein. Ich danke vor allem den Betreuerinnen in den Kindergärten, die sich trotz aller Riesengruppen, Kinderhäusern, Offenen Systemen den Blick für das einzelne Kind erhalten können – so … Tag der Kinderbetreuung weiterlesen

Was tun wir unseren Kindern an?

Die Zeit griff in ihrer letzten Printausgabe, und seit dem Wochenende auch online lesbar, eine Problematik auf, welche die Entwicklung unserer Kinder in den nächsten Jahren entscheidend beeinflussen wird: Die unzureichende Versorgung von Krippenkindern. Der Bindungsforscher Karlheinz Brisch aus München beantwortet Fragen, die ihn umtreiben, dem Interview spürt man nach, dass der Mann sich Sorgen macht. „Internationale Studien sagen sehr klar, dass bei den Säuglingen eine Betreuungsrelation von eins zu zwei […] herrschen sollte. Das ist in den allermeisten Krippen in Deutschland nicht gegeben. […] Wir haben zwölf und mehr Kinder in einer Gruppe mit formal zwei Erzieherinnenstellen.“ „[…] keine … Was tun wir unseren Kindern an? weiterlesen