„Ganz normal“ und bitte keine Entschuldigung.

Heute hat sich (mal wieder) eine Mutter entschuldigt, dass sie ihr Kind bereits zum zweiten oder dritten Mal seit Februar in der Praxis vorstellt. Jedesmal mit Erkältung, nichts Schlimmes, Husten, Schnupfen, die übliche Rotzgeschichte. Liebe Eltern! Was erlebt Ihr eigentlich in anderen Arztpraxen? Schimpft da jemand? Oder geht das Gerücht herum, wir Kinderärzte hätten kein Verständnis dafür, dass besorgte Eltern ihre kranken Kinder vorbeibringen? Steht Ihr unter Druck von außen, von Elternforen oder Elterngruppen, die Euch sagen, Ihr seid übervorsichtig, ängstlich, Helikopter? Bitte zieht Euch diesen Schuh nicht an. Kinderärzte haben überhaupt kein Problem damit, den Eltern die beruhigende Mitteilung … „Ganz normal“ und bitte keine Entschuldigung. weiterlesen

Versprechen an alle Eltern in der Erkältungszeit

Liebe leidgeprüfte Eltern, auch wenn Euer Kind das vierte Mal in zwei Wochen Fieber hat oder Ohrenweh oder einen bösen Husten, der Euch nicht schlafen lässt, auch wenn Ihr denkt, Ihr seid die einzigen, die so oft in der Praxis vorbeischauen, auch wenn der Große den Mittleren und dann die Kleine ansteckt und Ihr dazwischen im Kreuzfeuer der Viren bestehen müsst, auch wenn die Erzieherinnen oder die Omma oder die Nachbarn meinen, Ihr solltet mal abklären lassen, warum´s Bobele immer und ständig krank ist: Seid sicher: Ihr seid nicht alleine. Der Großseufzer der Grippewelle hallt durch alle Allgemein-, Internisten- und … Versprechen an alle Eltern in der Erkältungszeit weiterlesen

filofax-eltern III

zum dritten, aber zum zweiten geburtstag ihres kindes, sind sie wieder da, die filofaxeltern. der spitzname ist schon veraltet, auch wenn sie so immer bei mir heißen werden, hatte papa doch das letzte mal bereits alles im kopf gespeichert. ich hätte mit mir gewettet, dass er den heutigen termin auf einem ipad notiert, aber so hip sind sie dann doch nicht. die mutter hatte ich in den letzten zwei jahren hin und wieder gesehen, sie begleitete stets die tochter, wenn es um erkrankungen ging. papa arbeitet und kommt nur zu den vorsorgeterminen. wir haben uns ausgetauscht über die selbstheilungskräfte des … filofax-eltern III weiterlesen

man kann ja mal fragen

mutter: „ich wollte dann noch was fragen.“ wir befinden uns am ende der vorsorge u9, ´s bobele hat prima mitgespielt, alle meilensteine bestanden, echt super „performed“, es hat spass gemacht.“ ich: „ja, klar, gerne.“ mutter: „denken sie auch, dass er ads hat?“ ich: „nein, wirklich nicht, wie kommen sie denn darauf?“ mutter: „ich dachte, ich frag mal, weil das doch jetzt alle haben. und ich kenn eben niemanden, der das hat, also dachte ich, vielleicht haben wir das ja.“ ja. nun gut. so ist letztendlich die argumentation wieder schlüssig. jeder hat´s, aber niemand bekanntes, also muß man´s wohl selbst haben. … man kann ja mal fragen weiterlesen

doctorhopping

doch, frau kasulzke, ich darf sehr wohl fragen, warum sie mit ihrer zweijährigen tochter bei jeder vorsorge und impfung bei einem anderen kinderarzt waren. auch wenn sie das vielleicht jetzt stört. und ist es sehr wohl für mich naheliegend, dass auch ich hier nur eine zwischenstation bin. klar gibt es immer gründe, den arzt zu wechseln, aber wenn man in der summe in zwei jahren bereits fünf kinderärzte in der näheren umgebung verschlissen hat, muss sich dann doch wohl fragen, ob entweder ihre ansprüche zu hoch sind oder ihre vertrauensfähigkeit zu gering. doctorhopping weiterlesen

besser kann ich´s auch nicht sagen

wie oft führt man dieses gespräch über infekthäufungen, kindergartenkinder, die ständig krank sind, kleine geschwisterkinder, die parallel alle infekte der großen mitnehmen, saisonale häufungen der infekte, winter viel, sommer wenig, stärkung des immunsystems durch die erkältungen und dergleichen ständig mehr. die eltern sind verständlicherweise immer sehr besorgt, und es braucht auch regelmäßiges coaching durch die erkältungssaison (die jetzt nach ostern hoffentlich abebbt). aber manchmal tut auch eine kurzer satz seine wirkung – und diese bemerkung einer mama am ende des gespräches werde ich in mein beratungsrepertoire aufnehmen: „wissense, herr dokter, ist doch so: immer gesund ist auch nicht gesund. oder?“ besser kann ich´s auch nicht sagen weiterlesen

filofax eltern II

sie waren mal wieder da, meine filofax-eltern, auch wenn dieser begriff inzwischen nicht mehr stimmt, denn papa speichert alles im kopf ab. das wiederum macht er sehr souverän, fragt jede information zweimal nach, was bekanntlich ein gutes mittel ist, das gedächtnis zu schärfen. die mutter fragt weiter sehr auf der emotionalen ebene, aber weiter merklich kopflastig überlagert – der instinkt möchte sich immer wieder bahn brechen, aber schließlich fragt immer der kopf. inzwischen ist mäuschen schon ein jahr alt, die eltern sind sicherer geworden in den alltäglichkeiten, der filofax eintrag vom anfang mit den dünnen stillstühlen und dem seltsamen süßlichen … filofax eltern II weiterlesen

herr dokter, ´s bobele hat da so pickele

dermatitis solaris (synonyma dermatitis caloris, hitzepickel, hitzefriesel, schwitzbläschen, sudamina, hidroa, hippelchen, schweisspusteln, juckbläschen, miliaria), in der regel hitzepickel genannter ausschlag, der meist nach übermässiger wärmezufuhr, z.b. während hitzewellen, aber auch in der sauna oder einer säuglingswindel entstehen kann. feinfleckiger bis konfluierender ausschlag im bereich der ekkrinen schweißdrüsen, also achseln, dekolleté, rücken, genitalbereich, aber auch ubiquitär vorkommend, meist mit mildem bis starkem juckreiz einhergehend, verstärkt durch cremes, salben, auch sonnenschutzmitteln, oder wenig wasserkontakt (siehe badewannenallergie). häufiger vorstellungsgrund kleiner kinder im sommer in der betreuenden kinderarztpraxis, dann mit weitläufigen diagnoseverdachtsmomenten wie pocken, windpocken, sonnenallergie, neurodermitis, röteln, ringelröteln, zecken (!), nahrungsmittelallergien. meist harmloser … herr dokter, ´s bobele hat da so pickele weiterlesen

filofax eltern

es ist u3 zeit, meist die erste gelegenheit, junge eltern kennenzulernen, abgesehen von denen, die schon zuvor da waren, um diese „erkältung“ des neugeborenen anschauen zu lassen (und die sich als normales karchelnd-schnorchelndes atmen eines säuglings herausstellt), oder um diesen oder jenen pickel zu zeigen. es ist u3 zeit und meist ist die erste begegnung prägend für das weitere zusammenschaffen. das gilt für mich als arzt wie auch für die eltern selbst. es ist u3 zeit, und heute sind es die eltern jenseits der vierzig, die ihr erstes kind bei mir vorstellen. sie sind beide akademiker, sie ingenieurin, er irgendwo … filofax eltern weiterlesen