Warum ich impfe… gegen Windpocken

Viele Hausbesuche machst Du als Kinder- und Jugendarzt heute nicht mehr. Die meisten Eltern sind mobil, die meisten Kinder sind nicht so krank, dass sie nicht auch in die Praxis gebracht werden können. Die Zahl der Patienten am Tag sind so hoch, dass ich es mir nicht erlauben kann, in der Mittagspause oder whenever loszufahren. Ein Zuhause-beatmetes-Kind hier, eine Hausgeburt dort (für die U2), ein abendlicher Schnelleinsatz wegen eines Fieberkrampfes. Vor fünfzehn Jahren musste ich einmal ausrücken wegen Windpocken. Die Mutter schilderte am Telefon, ihre Tochter Marina sei so sehr erkrankt, dass sie sie kaum von der Couch im Wohnzimmer … Warum ich impfe… gegen Windpocken weiterlesen

Was für Pocken?

Mutter: „Herr Dokter, ist das richtig, dass man jetzt gegen Pocken impfen kann?“ Ich: „Meinen Sie eher Windpocken?“ Mutter: „Ja, kann auch sein, ist das nicht das Gleiche?“ Ich: „Nein, die Pocken gelten als ausgerottet, Dank grosser Impfkampagnen von früher.“ Mutter: „Und die anderen, die gibts noch?“ Ich: „Windpocken? Ohja. Klar. Soweit ist die Impfung noch nicht.“ Mutter: „Und warum ist der Roy-Robin noch nicht dagegen geimpft?“ Ich: „Keine Ahnung“, ich schaue kurz in das Impfheft, „Sie waren früher ja bei Doktor Gutheil. Und Ihr Sohn ist ja schon zehn, da gab´s die Impfempfehlung noch nicht regulär, als er klein … Was für Pocken? weiterlesen

Serviceblog: Neue Meldepflichten

Es war schon im Februar vom Bundestag und -rat beschlossen, jetzt zum Ende März offiziell: Es gibt eine neue Meldepflicht (§6, Abs. 1 IfSG) für Keuchhusten, Windpocken, Mumps und Röteln. Die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes kennen normalerweise die Abstufung zwischen Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod an einer Erkrankung, was entsprechend die Schwelle zur Meldung absenkt. Bei den o.g. Erkrankungen ist alleine schon der Krankheitsverdacht für den Arzt meldepflichtig. Es sollte darauf hingewiesen werden, dass der Arzt den Verdacht einer Erkrankung haben sollte, nicht die Eltern. „Herr Dokter, die hat da so Pustelche, das sieht aus wie Windpocke…“ – „Hatte die sie nicht … Serviceblog: Neue Meldepflichten weiterlesen

wipo zum zweiten

jeder kann die links selbst lesen: die stiftung warentest die bild zeitung unser berufsverband wer einmal erlebt hat, wie schwer windpocken verlaufen können – mit superinfektionen, lungenentzündung oder auch kleinhirnentzündung, einmal habe ich eine elfjährige erlebt, die hatte soviel pöckchen an sich, dass sie sich kaum von ihrer couch erheben konnte, wird die impfung immer empfehlen. wenn man einem kind eine erkrankung ersparen kann, sollte man dies auch tun. die windpockenimpfung ist in meinen augen sicher, sie schützt sehr gut, zumindest bei meinen patienten habe ich keine schweren nebenwirkungen erlebt, und alle eltern waren bisher froh, dass die mini-wipo-epidemien an … wipo zum zweiten weiterlesen

windpocken sind die neue pest

jetzt ist amtlich, was schon seit geraumer zeit in fachkreisen kursiert: windpocken – wie auch röteln, mumps und keuchhusten – sind neuerdings dem gesundheitsamt meldepflichtig. damit stehen die schafblattern in so schöner reihe wie der ehec-erreger, die krätze oder die pest. die behörden erhoffen sich davon eine bessere kontrolle über die tatsächliche krankheitshäufung, vor allem, da die varizellen-impfung bereits seit 2004 zu den allgemeinen empfehlungen der ständigen impfkommission zählt. eigentlich eine etwas überzogene massnahme. dass man die masern zur meldepflichtigen erkrankung machte, kann ich noch verstehen –  zu verpönt gilt die impfung dagegen immer noch, zu sehr verharmlost wird die … windpocken sind die neue pest weiterlesen