Ein wenig Statistik

Das hat mich mal interessiert und bin selbst beeindruckt über den Rückgang der Windpockenerkrankungen in meiner Praxis nach Einführung der Impfung (Pfeil). Nebenbei: Von den verbleibenden Infektionen der letzten Jahre kann ich mich nur an ein einziges Kind erinnern, das trotz der Windpockenimpfung dieselben bekam:

 

Windpocken-Erkrankungen in meiner Praxis
Windpocken-Erkrankungen in meiner Praxis

(Außerdem macht Numbers so schöne Grafiken)

35 Einträge zu „Ein wenig Statistik

  • Respekt! Kannst du hellsehen? Oder warum gibt es bei 2015 auch schon Fälle? Oder lese ich den Zeitstrahl falsch? Fängt doch bei 2000 an, oder?
    So oder so aber gut zu wissen, dass die Windpockenimpfung nützt.

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    • Wer die Grafik richtig liest (und so schön finde ich sie zum guten Lesen nicht 😉 ) und vielleicht auch noch mal die Jahre durchzählt, kommt nur bis 2014. Da ist die Positionierung der Jahreszahl etwas unglücklich. Also alles keine Hexerei.
      Aber der Effekt ist schon beeindruckend. Hoffentlich erspart die Impfung auch meinen Kindern die Erkrankung.

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  • … und doch ist nicht klar, woher der Rückgang im Jahre 2004 (von über 150 in den Jahren davor auf 110 kam – wobei ich freilich nicht weiß, wann genau im Jahr 2004) eine namhafte Impfquote erreicht war. Mithin ist auch nicht klar, wie der Verlauf ohne Impfung gewesen wäre.

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    • Dies ist der Zeitpunkt der generellen Impfung – die dann zum entscheidenden Rückgang der Infektionen führte, zuvor wurden bereits Jugendliche ohne Windpocken in der Anamnese geimpft. Dies hatte evtl. bereits einen Effekt.

      In den USA impft man bereits seit 1995 gg Varizellen, hier zeigte sich bereits früh ein Rückgang der Windpockenerkrankungen auch bei Ungeimpften (= Kohortenschutz), d.h. jeder profitiert von der Impfung, auch wer sich nicht impfen will, weil das Virus dann weniger in der Population zirkuliert.

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  • Gibt es bei Ihnen in der Praxis eigentlich auch Fälle von Gürtelrose in Zusammenhang mit der Windpockenimpfung? Mein Sohn hatte nämlich mit sieben Jahren Gürtelrose, zwar sehr schwach ausgepägt und auch nicht schmerzhaft, aber ohne Windpockenimpfung (mit ca. 2 Jahren) hätte er diese wohl nicht bekommen (dafür dann aber eben wahrscheinlich Windpocken…)

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    • Meines Wissens nach wird Gürtelrose aka Herpes Zoster NUR durch den Wildvirus der Windpocken ausgelöst. Die Impfung schützt also doppelt 😉
      Warum das jetzt bei euch anders war, keine Ahnung. Bin kein Arzt, kann mir nur denken, dass entweder vor der Impfung schon mal symptomlos Windpocken da waren, oder es war doch kein Zoster (wobei ich nicht weiß, was ähnlich aussieht außer ne Infektion mit nem anderen Herpesvirus. Gibts ja genug von…)

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    • Gürtelrose (=Herpes zoster) ist die Reaktivierung des varizellenvirus (klinisches Bild bei Infektion= Windpocken), das in den Ganglienzellen persistiert. Es ist nicht entscheidend, ob man durch Infektion oder Impfung (lebendimpfstoff) Kontakt zum varizellenvirus hat. Somit ist eine Gürtelrose nach Impfung kit lebendimpfstoff möglich, wenn auch um den Faktor 3 seltener als nach einer Infektion.
      Dein Sohn hätte also ohne impfprogramm im Verlauf seines Lebens vermutlich sowohl die windpockeninfektion als auch die Gürtelrose bekommen.

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  • Der Effekt von Impfungen ist immer wieder schön. Übrigens: Diese Graphik ist schön im Sinne von optischen Effekten, aber nicht schön im Sinne von lesbar. Durch die Ansicht von oben verzerrt sie Perspektive, so das die kleinen Balken kleiner (und die grossen höher) wirken als sie sind. Eine klare 2D Darstellung finde ich da doch besser, auch wenn sie langweiliger ist. Man muss die Aussage nicht hinter einer polierten Optik verstecken.

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    • Ja, aber die kleineren Balken hinten entsprechen ja dem, was ausgesagt werden soll. 🙂 Nur Anfänger erstellen ihre Diagramme so, dass man tatsächlich möglichst objektiv ablesen kann. Gerne genutzt um kleine Veränderungen groß erscheinen zu lassen ist, die x-Achse durch einen Wert größer 0 gehen zu lassen.

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  • Gegenbeispiel ist der Niederländische „Bible-Belt“: Siehe hier: http://www.rivm.nl/Documenten_en_publicaties/Algemeen_Actueel/Nieuwsberichten/2013/Verspreiding_van_mazelen_in_de_Biblebelt und hier http://www.ntvg.nl/artikelen/waterpokken-voldoende-redenen-voor-invoering-van-vaccinatie/volledig

    Zusammenfassung: Umso grösser die Anzahl der reformatorischen Schulen („Impfen widerspricht Gottes Willen“), desto grösser die Anzahl kranker Kinder.

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  • „Nur Anfänger erstellen ihre Diagramme so, dass man tatsächlich möglichst objektiv ablesen kann.“ – Nur Anfänger und ehrliche Menschen … Also wer mir mit so etwas bei einem meiner Methodenkurse ankommen würde und dann positiv betont, dass die tatsächlichen Verhältnisse verzerrt sind, hätte wohl keine guten Aussichten zu bestehen …

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  • Was heißt denn genau Einführung in die Praxis? Wurde davor keine Windimpfung vorgenommen?

    Kann die Grafik nicht gegen eine besser lesbare Version ausgetauscht werden?

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    • Ab 2004 wurde die Wipo-Impfung generell für alle Kinder ab dem 1.Lebensjahr empfohlen – vorher gab es eine Empfehlung für Jugendliche, die Impfung durchzuführen, wenn man noch keine Wipo durchlaufen hatte, dazwischen gab es auch einmal eine Empfehlung zusätzlich für Risikopatienten z.B. Neurodermitiker, die stets extrem auf eine Windpockeninfektion reagierten.

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      • Es gab doch mal einen Arzt, so hörte ich 😉 , der generell keine Kinder ohne Impfung angenommen hat bzw. die Eltern wollten die Kinder auch nicht impfen lassen. Sie wurden einfach nicht aufgenommen.
        Ist sowas in Deutschland rechtlich durchführbar?

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        • Ist sicher eine Grauzone. Jeder Arzt muß Notfallbehandlungen durchführen, daher darfst Du niemanden wegschicken – weder sortiert nach Hautfarbe, Geruch, Gesinnung oder Impfstatus.

          Aber geplante Termine muß man nicht zwingend vereinbaren. Ich glaube auch, dass weder Eltern noch Arzt auf Dauer damit glücklich werden – und überall gibt es doch einen Arzt, der „impfkritisch“ ist, den müssen Impfgegner dann eben suchen und sich dort aufgehoben fühlen.

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        • [ Zitat Anfang ]
          Ich glaube auch, dass weder Eltern noch Arzt auf Dauer damit glücklich werden
          [ Zitat Ende ]
          Nicht nur das. Man muß auch aktiv die Unschuldigen vor den Dummen schützen.

          Gerade letzte Woche hatten wir ein Kind mit roten Pusteln im Wartezimmer sitzen. Sie war laut Mutter gegen Windpocken geimpft. Was die Mutter nicht gesagt hat (und die Azubine nicht gefragt hat) war, dass es erst neulich war und die Impfung noch nicht angeschlagen hat.
          Im Behandlungszimmer erfuhr man dann: Die Schwester daheim, ja, die habe Windpocken, aber die Kinder hätten doch nicht so viel Kontakt…
          *Kopf ==> Tischkante*
          Der Aufenthalt im selben Raum reicht für die Ansteckung … und im Wartezimmer saß eine schwangere Mutti. Zum Glück – das haben wir nach einiger Hinterher-Telefoniererei erfahren – hatte sie als Kind selbst Windpocken.
          Die Mama des kranken Kindes war sich übrigens keiner Schuld bewußt.

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        • Oh Gott, wenn ich das lese wird mir schlecht… Das sind genau meine Horrorvisionen für die Zeit der Schwangerschaft (meiner Frau).

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        • Muss man um ins Wartezimmer zu kommen nicht an der Anmeldung vorbei? Solche Fälle würden bei unserer Kinderarztin gleich aussortiert und dürften in einen Extraraum warten.

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        • Die meisten Püstelchen werden gleich bei Anruf „aussortiert“ und kommen über den Hintereingang in eine Schleuse, wo der Arzt mal schnell gucken kann. Aber diese Mama stand direkt vor dem Tresen und hat betont, dass ihr Kind gegen Windpocken geimpft sei, die könnten es also nicht sein. Und das arme Küken an der Anmeldung hat dann nicht weiter nachgeforscht und schon gar nicht nach Geschwistern gefragt. Man muß sich an diesem Platz schnell entscheiden. Diesmal war die Entscheidung falsch. Meist liegen unsere MFAs richtig.
          Shit happens.
          Sauer macht mich dabei weniger die Unwissenheit der Mama, als die Na-und?-Haltung der Mutter, als ihr von der Schwangeren berichtet wurde. Geht gar nicht.

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        • Bei Masern zieht unsere Praxis die Verweigerung der Behandlung schon länger durch. Die betreffenden Eltern werden aufgeklärt, dass das Kind die Praxis nur noch bei einem Notfall betreten darf. Die wenigen „betroffenen“ Eltern (wir haben eine recht gute Impfquote) sind meist stinkesauer. Entweder sind sie besser betucht und fahren sowieso nach Herdecke (Impfgegener-Hochburg in der Umgebung) statt in unsere Provinzpraxis – oder aber sie verfügen nicht über die Mittel, wegen jedem Huster 40 Minuten Fahrt zum nächsten Kollegen auf sich zu nehmen.

          Nur traurig für das Kind, dem die Eltern die nach aktuellem Stand der Medizin bestmögliche Versorgung verweigern.

          Wie heißt es so unschön? Eltern haben das Recht, ihr Kind unvorteilhaft zu erziehen.

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        • Herdecke ist mir als Ruhri natürlich bekannt.

          Wir würden für uns, das schließt natürlich die Kinder mit ein, niemals einen Arzt aufsuchen, der nicht nach wissenschaftlichen Methoden vorgeht und danach denkt. Weder als Hausarzt bzw. Kinderarzt noch andere Fachrichtungen. Daher kann den Satz komplett zustimmen, dass ich nicht glücklich werden kann bei einer solchen Konstellation.
          Ich habe vor Jahren unseren Kinderarzt nach seinem Standpunkt zur Homöopathie gefragt. Die Antwort dauerte ca. 15 Minuten und besonders hervor stach mir der Satz: Die Medizin hat in den zwei Hundert Jahren viele Fortschritte gemacht und Veränderungen erlebt, aber in der Homöopathie hat man in all der Zeit nichts dazu gelernt.

          Ich kenne aber genug Fälle, bei denen es funktioniert; Impfbefürworter als Patient und ein Volkszuckerverfechter und Impfkritiker auf der anderen Seite.

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        • Den Satz mit den 200 Jahren muß ich mir merken – sehr anschaulich!

          Nachtrag zu Herdecke: Auch dort gibt es hervorragende Ärzte. Nur ist ihre Interpretation einer ganzheitlichen Medizin nicht die meine.
          Rudolf Steiners anthroposophischem Klamauk stehe ich – trotz erkennbar guter Ansätze wie z.B. der Methodik der Waldorfschule – extrem kritisch gegenüber. Ich jedenfalls würde mich niemals freiwillig in ein Krankenhaus begeben, das nach den Grundsätzen einer in der Mystik verhafteten Sekte arbeitet und sich das auch noch als Leitsatz wählt.

          Die Auswirkung dieser Denk- und Arbeitsweise sehe ab und zu ich in Kindern, die komplett ungeimpft bei uns auftauchen. Noch nicht einmal Tetanus zu impfen finde ich grob fahrlässig von den Eltern. Zumal sich Impfungen ausdrücklich mit dem Grundgedanken der Homöopathie vereinbaren lassen und Hahnemann selbst dem Prinzip der Impfung sehr positiv gegenüberstand. Leider herrscht bei diesem Thema Uneinigkeit unter den diversen homöopathischen nationalen und internationalen Vereinigungen.

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  • Ich bin ein kind der 60er und hatte selbst die damals üblichen kinderkrankheiten. Das waren masern, keuchhusten, roteln, und windpocken. Niemand hat damals dagegen geimpft. Da ich neurodermitis habe, waren fur mich die windpocken gefuehlt am schlimmsten, obwohl statistisch gesehen eher ungefährlich.
    Meinem Kind wollte ich das ersparen und habe impfen lassen. Bis jetzt war auch alles gut.
    Unser Kinderarzt hat Schilder hangen: Kinder mit Fieber und oder Pusteln bitte unten klingeln, sie werder durch eine Hintertür gelotst. Weiter hat die Praxis getrennte Wartebereiche und Behandlungszimmer fur Säuglinge und für „Große“.
    Infektionstechnisch erscheint mir das sehr gut.

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    • Das gibt es inzwischen immer öfter. Unser Kinderarzt hat zwar keine getrennten Wartebereiche, aber mit einem „empfindlichen“ Kleinkind (ehemaliges Extremfrühchen) dürfen wir immer gleich im Behandlungszimmer warten (rufen aber auch immer 20 Minuten vor dem Termin an um zu fragen, wieviel Verspätung wir einplanen sollen).
      Ein extra „Infektionszimmer“ mit direkten Zugang von außerhalb der Praxis (ohne Aufenthalt im Wartebereich) gibt es auch.

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  • Oh ja, Numbers ist toll und macht super Grafiken. Ich hab im Studium mal eine erstellt, die darstellt wie der Kaffekapsel Verbrauch während der Diplomarbeitszeit gestiegen ist.

    Ja uns es freut mich, dass die Impfung wirkt ;-).
    Viele Grüsse, Miriam

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  • Tja, dann waren wir einer der seltenen Fälle: Trotz zweifacher (oder sogar dreifacher, ich erinnere mich nicht mehr) Impfung haben uns die Windpocken erwischt! Und wie ich von unserem Kinderdoc hörte, auch schon dreimal in seiner Praxis.

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  • Statistische Auswertung ist inkorrekt: Um auszuschießen, dass nicht der Rückgag der Patientenzahl in dieser Praxis der Grund ist für die Reduktion der Windpockenfälle in dieser Praxis, muß die Häufigkeit durch die Anzahl der Gesamtpatienten geteilt werden und relatviert werden. Dann sieht das Diagramm sehr wahrscheinlich auch schon anders aus.

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    • Ist ausgeschlossen, da im gleichen Zeitraum Anstieg der Gesamtpatientenzahl. Der Rückgang würde noch deutlicher ausfallen, aber dann käme der Vorwurf bestimmt, der Rückgang sei als Verdünnereffekt zu werten.

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