Warum ich impfe… gegen Windpocken

Viele Hausbesuche machst Du als Kinder- und Jugendarzt heute nicht mehr. Die meisten Eltern sind mobil, die meisten Kinder sind nicht so krank, dass sie nicht auch in die Praxis gebracht werden können. Die Zahl der Patienten am Tag sind so hoch, dass ich es mir nicht erlauben kann, in der Mittagspause oder whenever loszufahren. Ein Zuhause-beatmetes-Kind hier, eine Hausgeburt dort (für die U2), ein abendlicher Schnelleinsatz wegen eines Fieberkrampfes. Vor fünfzehn Jahren musste ich einmal ausrücken wegen Windpocken. Die Mutter schilderte am Telefon, ihre Tochter Marina sei so sehr erkrankt, dass sie sie kaum von der Couch im Wohnzimmer … Warum ich impfe… gegen Windpocken weiterlesen

Wir von Anfang an

Letztes Wochenende war ich im fernen Stuttgart auf einem sehr bemerkenswerten Kongress: Es trafen sich die verschiedensten Berufsgruppen rund um Schwangerschaft, Geburt und das erste Lebensjahr des Kindes. Also vor allem Hebammen, Gynäkolog*innen und Kinderärzt*innen. Als vierte Kraft der Organisation: Die Eltern. Wir von Anfang an. In mehreren Talks und Diskussionen im Plenum, aber vor allem in fünf verschiedenen Foren am Freitagnachmittag und Samstagmorgen wurde die aktuelle Situation der Mütter reflektiert und, wie man diese verbessern kann. Noch immer sind zuviele Mütter unvorbereitet, noch immer verlaufen zuviele Geburten fremdbestimmt, noch immer sind Eltern verunsichert und bestenfalls fehlinformiert. Natürlich war auch … Wir von Anfang an weiterlesen

Warum ich impfe … gegen Tetanus

Wir hatten als Studenten im Praktischen Jahr in der Kinderklinik zweimal die Woche „Stationsvisite“, so hieß das wohl, d.h. wir sind dem Chefarzt hinterhergedackelt auf Station, um irgendetwas Spannendes anzugucken. Windpocken beispielsweise. Oder ein Pfeiffersches Drüsenfieber. Oder auch mal nur ein Streckbett nach Oberschenkelfraktur. Ja, damals lagen solche Sachen noch im Krankenhaus herum. An diesem Morgen folgten wir dem Großmuck auf die Intensivstation. Alleine das bedeutete schon Herzklopfen und feuchte Hände. Das konnte nur Spektakuläres heissen. Oder doch wieder „nur“ ein Frühgeborenes mit hundert Schläuchen und Beatmung. Am Ende haben alle geweint, sogar der immer so taffe Martin, der eigentlich … Warum ich impfe … gegen Tetanus weiterlesen

Für alle, die das Hirte-Impfbuch so toll finden

. Es ist immer einfach, einen Blogbeitrag zu schreiben, der auf einen anderen (externen) Blogbeitrag hinweist. Keine Sorge um den Inhalt, keine Sorge um Interpretationen, einfach nur: Lest dort. In diesem Fall bleibt das besondere Anliegen. Dr. med. Jan Oude-Aost, Kinder- und Jugendpsychiater, durfte ich unlängst auf der Skepkon kennenlernen, auf der er sehr differenziert das Buch für impfkritische Eltern zerpflückte: „Impfen Pro & Contra“ von Martin Hirte (Bitte folgen Sie nicht diesem Link). Bei Amazon ganz oben, bei allen „Empfehlungen“ der Impfgegner ganz oben, möchte das Buch einen differenzierten Blick auf die Impfempfehlungen werfen und ist letztendlich gegen Impfungen. … Für alle, die das Hirte-Impfbuch so toll finden weiterlesen

Impfgegner sind eine Bedrohung für die Globale Gesundheit

Luftverschmutzung und Klimawandel, Diabetes, Krebs und Herzerkrankungen, Grippepandemien, Fragile Lebensumstände, Antibiotikaresistenzen, Ebola und andere hochansteckende Erkrankungen, schwache Basismedizinische Versorgung, das Dengue-Fieber und HIV – sie sind die Hauptbedrohungen der Globalen Gesundheit, so die Weltgesundheitsorganisation WHO. Und dazu die Impfgegner. Im Englischen nennt es die WHO die Vaccine Hesitancy, also das Herauszögern des Impfens, in ihrem Erklärungstext spricht sie deutlicher von Reluctance (Abneigung) und Refusal (Ablehnung) beim Impfen. Sehr klare Worte und eine klare Positionierung gegenüber den industrialisierten Ländern, deren so aufgeklärte Eltern den Impfungen kritisch gegenüberstehen. Gerade die katastrophale Lage bei der Masernelimination (Anstieg der globalen Fälle um 30%) wird … Impfgegner sind eine Bedrohung für die Globale Gesundheit weiterlesen

Eingeimpft – Presseschau

Dieser Tage (13.9.) kommt ein Film in deutsche Kinos, der meine Impfbefürworter-Filterblase (also 95% der Mitmenschen in Deutschland) im Karée springen lässt: „Eingeimpft“. Es ist schon einiges darüber geschrieben worden, kurz zusammengefasst geht es um ein junges Paar, dass sich mit der Entscheidung, ihr Kind (später kommt ein zweites dazu) impfen zu lassen oder nicht oder wie. Er ist dafür, sie dagegen. Er ist Dokumentarfilmer und macht einen Film daraus, sie schreibt die passende Musik dazu. Ich konnte den Film natürlich nicht vorab sehen (bin ja nur ein kleiner anonymer Bloginfluencer), aber genug Namhafte waren zu Vorpremieren eingeladen, der Hype … Eingeimpft – Presseschau weiterlesen

Impfdiskussionsdeeskalation

In meinem Alter wird man altersweise, und gerade bei der Diskussion ums Impfen – und davon gibt es derer viele – bin ich nicht mehr so streng und abweisend wie noch vor Jahren. Dennoch gibt es Grenzen. Ich bin überzeugter Impfmediziner, ich denke, das wurde aus zahlreichen Artikeln hier im Blog bereits deutlich. Meine Grundeinstellung ist es, dass Impfungen zur modernen Medizin dazugehören, sich damit ausreichende geschulte Experten in der Ständigen Impfkommission einbringen und sehr genau entscheiden, wann welche Impfung zur Empfehlung wird, und wann eine Empfehlung geändert oder gestrichen wird. Ein wenig Vertrauen gehört dazu. Viel hängt das  mit … Impfdiskussionsdeeskalation weiterlesen

Zecken und viel Panik

Hurra, die Sonne scheint, und wieder kriechen auf allen Apotheken-Schaufenstern die Zecken in Großformat oder elektronenmikroskopisch verstärkt. Manche Arztpraxen hängen die Werbeplakate der Impfstoffhersteller raus, schön mit knallrot eingefärbten Risikogebieten (inzwischen haben wir die Mainlinie von Süden her überschritten), so dass man denken möchte, die Invasion kommt aus dem Osten und dem Süden. Wir haben in der Praxis auch schon etliche der Viecher entfernt, vor allem aus Ängstlichkeit der Eltern, weniger aus Unvermögen – es wird ja nicht einmal versucht. Dabei kannst Du gar nicht viel falsch machen: Benutze eine Zeckenzange. Oder Schlinge. Oder Pinzette. Oder die Fingernägel. Ist doch … Zecken und viel Panik weiterlesen

Wie ist das mit der Meningokokken-B-Impfung?

Davor haben wir Kinderärzte alle, alle, alle Angst: Im hessischen Lindenfels ist in dieser Woche ein Kindergartenkind an einer Meningokokken-B-Infektion gestorben. Dies soll der traurige Anlass sein, nochmal etwas über die mögliche Impfung gegen diese Bakterien zu schreiben: Meningokokken B werden von Mensch zu Mensch übertragen (als typische „Tröpfchen“-Infektion), können ohne großartige Symptome abgewehrt werden, verlaufen aber auch nicht selten fulminant. Im Gegensatz zu anderen Meningokokkenstämme (z.B. Meng C, die in Deutschland häufiger vorkommt, und ja auch seit Jahren mit einem Lebensjahr geimpft wird), können sie zu schwersten Hautblutungen führen und leider oft auch zum Tode. Kommt es zu einem … Wie ist das mit der Meningokokken-B-Impfung? weiterlesen

Sprich beim Impfen mit Deinem Kind

Was Eltern vor einer Impfung manchmal so sagen: – „Du kriegst heute keine Spritze.“ – „Der Doktor macht gar nichts.“ – „Entschuldigung, mein Kind, aber die Mama lässt Dich heute ärgern.“ – „Stell Dich nicht so an, sonst gehen wir eben wieder und müssen nochmal wiederkommen.“ – „Komm jetzt her, sonst impft der Doktor Dich in den Po/ sonst bekommst Du noch eine.“ – „Du Heulsuse/ Jammerlappen/ Weichei.“ – „Wenn Du heulst, gibts aber keine Belohnung.“ oder das Bobele wird gar nicht vorbereitet, weiß nichts vom Impfen und wird überrumpelt. Auch nicht fein. Was Eltern besser vor einer Impfung sagen … Sprich beim Impfen mit Deinem Kind weiterlesen