Wie Sprechende Medizin durch Zuhören wirkt

Der erste Kontakt Die ersten Sekunden beim Betreten des Untersuchungszimmers sind für ÄrztInnen die entscheidenden, wie in jeder anderen Situation, in der man Menschen trifft: In Interviews, beim Flirten, auf der Strasse. So auch in der Arztpraxis. Wie trete ich auf, wie öffne ich die Tür, was geschieht genau jetzt? Mit meinen kleinen Patienten ist das ebenso: Sie checken in den ersten Sekunden, was passiert. Du kannst zwar im Laufe der Konsultation noch dieses oder jenes aufholen, aber der erste Eindruck ist prägend. So ist es auch mit der Sprache. Was kommt am Anfang? Eine Begrüßung. Sie sollte freundlich sein, … Wie Sprechende Medizin durch Zuhören wirkt weiterlesen

Petition unterschreiben zur besseren kinderärztlichen Versorgung

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) befürchtet eine deutliche Verschlechterung der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. In den pädiatrischen Praxen gibt es bereits heute lange Wartezeiten für Termine – in manchen Regionen werden gar keine neuen Patienten aufgenommen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in der klinischen Versorgung. Viele Kinderkliniken können aufgrund von strukturellen Defiziten nicht wirtschaftlich arbeiten und sind daher akut gefährdet. „Wir mahnen schon seit langem, dass die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in diesem Land gefährdet ist. Nahezu überall in Deutschland fehlen Kinder- und Jugendärzte – das gilt nicht nur für die … Petition unterschreiben zur besseren kinderärztlichen Versorgung weiterlesen

No Show – Wenn Patienten nicht erscheinen

Inspiriert von @Ygritte auf Twitter… … musste ich mich einmal selbst hinsetzen und nachsehen, wieviele Termine beispielhaft in diesem Quartal nicht wahrgenommen wurden. Bilanz der No-Show-Termine Ein erschreckendes Bild: In den Monaten Juli bis September erschienen Patienten an hundertzweiundsiebzig (172!) Terminen nicht. Davon waren 40 Vorsorgeuntersuchungen, die wir mit 20 bis 30 Minuten ansetzen, 96 Impftermine (werden mit 5 Minuten geplant) und 36 Akuttermine (werden mit 5-10 Minuten geblockt). Letztere „Akuttermine“ sind solche, die die Eltern am gleichen Tag oder am Tag zuvor ausmachen. Scheinbar war es nicht so wichtig. Verpasste Impftermine tun nicht besonders weh, abgesehen davon, dass diese … No Show – Wenn Patienten nicht erscheinen weiterlesen

Warum ich impfe … gegen Tetanus

Wir hatten als Studenten im Praktischen Jahr in der Kinderklinik zweimal die Woche „Stationsvisite“, so hieß das wohl, d.h. wir sind dem Chefarzt hinterhergedackelt auf Station, um irgendetwas Spannendes anzugucken. Windpocken beispielsweise. Oder ein Pfeiffersches Drüsenfieber. Oder auch mal nur ein Streckbett nach Oberschenkelfraktur. Ja, damals lagen solche Sachen noch im Krankenhaus herum. An diesem Morgen folgten wir dem Großmuck auf die Intensivstation. Alleine das bedeutete schon Herzklopfen und feuchte Hände. Das konnte nur Spektakuläres heissen. Oder doch wieder „nur“ ein Frühgeborenes mit hundert Schläuchen und Beatmung. Am Ende haben alle geweint, sogar der immer so taffe Martin, der eigentlich … Warum ich impfe … gegen Tetanus weiterlesen

Jogginghosen und Koksen

Unsere Schule will jetzt den Schülern verbieten, Jogginghosen zu tragen. Das sei nicht repräsentativ, heißt es, würde ein schlechtes Bild auf die Schüler und damit die Schule werfen, sagen sie, und außerdem sehe es nicht gut aus. Streiten wir also über Hotpants, Kopftücher, Goldkettchen, Piercings, Ohne-BH oder Baggy Pants mit Blick auf die Unterhose. Und damals stritt man sich über Blue Jeans, Muscle-Shirts, Base-Caps, Ohrringe, Kaugummikauen und Birkenstocks mit Latzhose. Jeder Zeit ihre Kostüme, Uniformen, Trends und Moden. Aber geht es da überhaupt um die Jogginghose? Bei Kleidung, die die Phantasien von LehrerInnen anregen, oder am deutschen Leitbild kratzen, mag … Jogginghosen und Koksen weiterlesen

10 Gründe, warum Ärzte-Bewertungsportale zum Kotzen sind

Im Internet wird viel gewertet. Daumen hoch, Daumen runter, Likes und Dislikes, Kaufen oder nicht kaufen. Sind Bewertungen von Menschen aber sinnvoll? Hier meine zehn Gründe, warum ich Bewertungsportale für ÄrztInnen doof zum Kotzen finde: Die Bewertungkriterien sind nicht einheitlich Auf den Plattformen werden Dinge bewertet wie „Öffnungszeiten“, „Parkmöglichkeiten“, „Behindertengerecht“ oder „Alternative Heilmethoden“. Alleine diese vier sind sehr subjektiv konnotiert. Es gibt Menschen, die es schätzen, bereits um 7.30 Uhr beim Arzt/Ärztin zu sitzen, andere wiederum um 20 Uhr. Es gibt Patienten, die es hassen, Termine zu vereinbaren und andere, die darauf pochen. Parkplätze werden oft nicht wahrgenommen oder die … 10 Gründe, warum Ärzte-Bewertungsportale zum Kotzen sind weiterlesen

Dezembergedanken

Ich bin seit sechzehn Jahren in meiner eigenen Praxis als Kinder- und Jugendarzt tätig, das Zählwerk meines PC-Medizin-Praxis-Programms zeigt über 27000 Patienten an, die sich einmal oder meist mehrmals in dieser Zeit in meiner Praxis vorgestellt haben. Ich war vorher acht Jahre in einer großen Kinderklinik tätig, habe die letzten 1,5 Jahre nonstop auf der Intensivstation gearbeitet mit teils täglichen Kreißsaaleinsätzen, Mini-Frühgeborenen von 600 Gramm aufwärts und mehreren Reanimationen. Ich habe sicher ein paar Kinder gesünder gemacht, Eltern beraten und Familien durch Impfungen geschützt. Bestimmt habe ich auch Fehler gemacht und wünschte, dass sie nie geschehen sind, und dass niemand … Dezembergedanken weiterlesen

Kopfstreicheln.

Mutter: „Wir waren ja auch schon mal beim Osteopathen. Die hat auch gesagt, das Kind ist völlig in Ordnung.“ Wir befinden uns bei der U3, der ersten Untersuchung in der Kinderarztpraxis, ich sehe das Kind das erste Mal, vorher hat die Hebamme das Kind bei der Geburt gecheckt, sodann der kinderärztliche Kollege in der Entbindungsklinik bei der U2. Es war eine normale Entbindung, der Apgar war wunderbar, das Gedeihen gut. Ich: „Was hat Sie da hingebracht?“ Keine Ahnung, warum das in den letzten Jahren so zunimmt. Seit Jahrtausenden kommen Kinder ja so auf die Welt. Ok, die Medizin macht Fortschritte, … Kopfstreicheln. weiterlesen

Lasst uns Schwimmen gehen!

  Wir sind gerade am Meer, und auch hier komme ich an Themen fürs Bloggen. Schwimmen mit Kindern zum Beispiel. Oder besser: Haben Eltern kein Gefühl mehr für die Gefahren der Natur? Also Wasser. Und Meer. Hier ist samstags Bettenwechsel. Die Ferienhäuser werden verlassen bzw. neu bezogen, man regt sich auf, wie klamm, feucht und muffig, fuselig und staubig die Häuser hinterlassen werden und freut sich trotzdem über die feudalen vier Wände für eine Woche. Alle packen schnell aus und dann, zum Meer! Düne hoch, staunender Blick, das Meer ist stets ein neuer Anblick, aber dann … zieht es hinunter, … Lasst uns Schwimmen gehen! weiterlesen

Spahn bewegt sich in einem Paralleluniversum

„Kinder- und Jugendärzte kritisieren Spahn-Pläne BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: „Spahn-Vorschlag ist unausgegoren, schadet unseren Patienten und wird Ärztemangel verschärfen!“ Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte lehnt den Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn ab, Kinder- und Jugenärzte zu längeren offenen Praxisöffnungszeiten zu verpflichten. BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: „Die Idee, Kinder- und Jugendärzten verpflichtende offene Sprechstunden vorzuschreiben, zeugt von kaum noch zu überbietender Ahnungslosigkeit. Wir Kinder- und Jugendärzte arbeiten heute schon an der Grenze unserer Leistungsfähigkeit. Dank des Babybooms in Deutschland versorgen wir Hunderttausend Kinder mehr als noch vor acht Jahren und viel mehr als die veraltete Bedarfsplanung berechnet hat. Und wir … Spahn bewegt sich in einem Paralleluniversum weiterlesen