So ein Schrott

Liebe Leser des Blogs, vermutlich sind nicht alle Bloginteressierte in gleicher Weise über Twitter verknüpft, daher möchte ich diesen Tweet hier teilen und zur Diskussion stellen. Schließlich ist das ein Beispiel dafür, wie manche Eltern mit ihren Kindern umgehen, beileibe nicht alle, das ist klar. Ich habe ausnahmsweise nichts verfremdet, verstellt, erfunden – das hat genau so stattgefunden. Was ist nur mit manchen Eltern los? Wir sehen Eltern, die sich sehr um die Entwicklung ihrer Kinder sorgen, die sie mitunter auch trimmen, damit die Vorsorgeuntersuchungen gut gelingen, da wird trainiert und geübt („das haben wir zuhause extra immer wieder gemacht“), … So ein Schrott weiterlesen

Die Zähne und die Küsschen

Sie haben ihren drei Mädchen und zwei Jungs lustige Namen gegeben, jede/r drei davon. Immer beim Aufruf der Karteikarte frage ich mich, ob sie das gemacht haben, damit sich die Kids später einen der drei als Lieblingsnamen aussuchen können. Es gibt viel Ypsilons in den Namen, viele anglophile Anleihen und ein oder zwei französische (für die Mädchen). An den Zähnen kannst Du einiges erkennen. Nur die Mädchen, ganz Klischee, haben noch keine überkronten Milchzähne. Der älteste Sohn hatte bereits zwei Zahn-OPs hinter sich, jetzt in der Grundschulzeit wurden diese in die Ferien verlegt, damit er nicht soviel vom Unterricht verpasst. … Die Zähne und die Küsschen weiterlesen

Durchblick

Ich: „Und seit wann hast Du die Kopfschmerzen?“ Erik-James: „Jetzt am Wochenende und am Ende der Schule.“ Ich (nach zahlreichen neurologischen Anamnesefragen und entsprechender Untersuchung): „Dann solltest Du mal zum Augenarzt gehen, vielleicht brauchst Du eine Brille.“ Vater: „Oh, eine Brille hat er.“ Ich: „Achso?“ Vater: „Ja, schon seit einem halben Jahr.“ Ich: „Aber Du hast sie jetzt nicht dabei.“ Erik-James: „Soll ich nur in der Schule tragen oder bei den Hausaufgaben.“ Ich: „Warst Du denn heute in der Schule?“ Erik-James: „Ja.“ Ich: „Und jetzt hast Du wieder Kopfweh?“ Erik-James: „Ja, seit der sechsten Stunde.“ Ich: „Brille nicht getragen?“ Erik-James: … Durchblick weiterlesen

Tolle Spritze

Mutter, Kinderdok, Bobele (knapp sechs Jahre alt) – Letzterer strahlt mich an, als er durch die Türe kommt. Bobele: „Oh, das ist aber alles schön bunt hier.“ Ich: „Äh … ja, danke!“ Mutter: „Ja, er ist grad auf dem Loben-Trip. Alles ist toll und schön.“ Bobele: „Wow, das ist aber eine tolle Liege.“ Mutter: „Sehen sie?“ Ich: „Spitze. Mensch, Bobele, du bist aber nett zu den Leuten.“ Bobele grinst sich eins. Ich: „Ok. Trotzdem gibts heute eine Impfung. Weißt du ja.“ Bobele: „Klar. Kein Problem.“ Ich: „Ok, also, Achtung. Eins – zwei – drei. … fertig.“ Bobele verklemmt sich eine … Tolle Spritze weiterlesen

Spielen um halb zwei

Mutter: „Herr Dokter, ich habe ein Problem mit meinem Sohn, der hat eine Schlafstörung.“ Der junge Mann ist dreieinhalb Jahre alt. Mutter: „Wissen Sie, der geht nach dem Fernsehen um 21 Uhr ins Bett. Da trinkt er noch seine Flasche, dann steht er um elfe wieder auf und kommt zu mir rüber und weckt mich, dass er jetzt spielen will.“ Ich: „Und dann?“ Mutter: „Dann will er puzzeln, oder er macht den Fernseher an oder die Rolladen hoch. Ich weiß gar nicht, was ich machen soll.“ Ich: „Was machen Sie denn, damit er das lässt?“ Mutter: „Ich spiele dann kurz … Spielen um halb zwei weiterlesen

Paul möchte ins Spielzimmer

Paul ist ganz irritiert. Eigentlich dachte er, dass er mit Mama nur auf den Spielplatz geht oder in den Laden mit den vielen bunten Sachen im Regal und den Leckerlis am Ausgang. Da darf er immer in dem Auto sitzen, mit Lenkrad!, und Mama fährt ihn durch die hohen Gänge, in denen es mal kalt ist und mal warm, mal richtig gut und mal doof. Lustig, wenn die anderen Leute beseite springen, wenn er kräht. Da fahren sie immer hin, wenn sie fahren, wenn Mama ihn auf dem Rücksitz festmacht in dem engen Sitz, bei dem man nur den Vordersitz … Paul möchte ins Spielzimmer weiterlesen

Gemein

Ich hacke das hier kurz ins iPhone, weil mein PC… und das iPad… und, ach, egal. Das soll auch nur ein kurzes Statement sein, weil – Ich: „Hui, Ihre Tochter hat aber ganz schön heftig ängstlich auf das Impfen reagiert, dabei ist sie doch schon acht. Da sollte sie das doch kennen, oder?“ Mutter: „Ja, nicht wahr? Und dabei habe ich ihr nicht mal was davor gesagt, dass sie eine Spritze kriegt.“ Merkste was? Gemein weiterlesen

Hot topic! Neulich in der Notfallambulanz

  Ganz blass und kaltschweissig sitzt Ayaz auf der Untersuchungsliege im Notfallzimmer. Gerade ist es etwas ruhiger, die obligatorischen fünf Zecken habe ich schon entfernt, ein paar Kinder mussten angesehen werden, weil der Kinderarzt nicht mehr zuhause war (und der – natürlich – keine Vertretung habe) und auch die üblichen „Bauchweh seit zwei Wochen“ habe ich heute bereits gesehen. Ayaz geht es wirklich nicht gut. Seine Mutter sitzt neben ihm und drückt ihm ein nasses Geschirrhandtuch auf die Stirn. Sie ist viel kleiner als er, der Pubertätswachstumsschub hat ihn schon in die Höhe gezogen. Eigentlich ist er Fussballer, Handballer, Basketballer, … Hot topic! Neulich in der Notfallambulanz weiterlesen

Ich erzähle Euch mal von Bellchen

Bellchen haben die Eltern sie immer genannt, das weiß ich noch. Obwohl sie Sibylle hieß, aber das war wohl eine Abwandlung des Namens. Sie kamen jeden Tag, klar. Der Vater war LKW-Fahrer, tageweise konnte er in den beinahe fünf Wochen nicht kommen, die Bellchen auf unserer Station lag. Dafür saß die Mutter oft schon morgens an ihrem Bett, wenn ich nach dem Nachtdienst nochmal über die Station ging, um in jeden Inkubator und jedes Kleinkindbett zu schauen. Bellchen lag weiter hinten, mit einem anderen Kind in einem Zimmer, nicht vorne in dem großen Intensivzimmer, das war schließlich den Frühgeborenen vorbehalten. … Ich erzähle Euch mal von Bellchen weiterlesen

Besser Patschhand als Handyklatsch

Das Kind ist krank, ich frage die üblichen Einstiegs-Anamnesefragen, währenddessen klingelt das Handy der Mutter. Die Aufmerksamkeit reißt ab, sie kramt in der Wickeltasche nach dem melodiösen Objekt. „Alles klar soweit?“, frage ich, nachdem sie mühsam Hinwisch-Herwisch das Gerät zum Stillhalten motiviert hat. „Jaja“, sagt sie, „alles klar.“ Ohne den Blick vom Display zu nehmen. Ich seufze und widme mich der anderthalbjährigen Marie-Endivie, die schon irritiert nach ihrer Mutter sehnt. Diese verstaut wenigstens das Handy zurück in der Wickeltasche. Es pingt. Ich schaue kurz über meinen nicht vorhandenen Brillenrand. Mutter lächelt und nickt, als wolle sie Geduld zeigen. Ich untersuche … Besser Patschhand als Handyklatsch weiterlesen