Wir von Anfang an

Letztes Wochenende war ich im fernen Stuttgart auf einem sehr bemerkenswerten Kongress: Es trafen sich die verschiedensten Berufsgruppen rund um Schwangerschaft, Geburt und das erste Lebensjahr des Kindes. Also vor allem Hebammen, Gynäkolog*innen und Kinderärzt*innen. Als vierte Kraft der Organisation: Die Eltern. Wir von Anfang an. In mehreren Talks und Diskussionen im Plenum, aber vor allem in fünf verschiedenen Foren am Freitagnachmittag und Samstagmorgen wurde die aktuelle Situation der Mütter reflektiert und, wie man diese verbessern kann. Noch immer sind zuviele Mütter unvorbereitet, noch immer verlaufen zuviele Geburten fremdbestimmt, noch immer sind Eltern verunsichert und bestenfalls fehlinformiert. Natürlich war auch … Wir von Anfang an weiterlesen

Kopfstreicheln.

Mutter: „Wir waren ja auch schon mal beim Osteopathen. Die hat auch gesagt, das Kind ist völlig in Ordnung.“ Wir befinden uns bei der U3, der ersten Untersuchung in der Kinderarztpraxis, ich sehe das Kind das erste Mal, vorher hat die Hebamme das Kind bei der Geburt gecheckt, sodann der kinderärztliche Kollege in der Entbindungsklinik bei der U2. Es war eine normale Entbindung, der Apgar war wunderbar, das Gedeihen gut. Ich: „Was hat Sie da hingebracht?“ Keine Ahnung, warum das in den letzten Jahren so zunimmt. Seit Jahrtausenden kommen Kinder ja so auf die Welt. Ok, die Medizin macht Fortschritte, … Kopfstreicheln. weiterlesen

Filterblase: Wenn Eltern anders entscheiden.

Aus aktuellem Anlass mache ich mir wieder mal Gedanken, vorher Eltern Informationen bekommen und wem sie vertrauen und nicht vertrauen. Gerade bei Neugeborenen, wenn es um das Vitamin K, die Fluorid- und Vitamin-D-Gabe und Impfungen geht, vertrauen Eltern gerne anderen Quellen als den Medizinern. Warum ist das so? Ungefiltert informieren? Unbestreitbar herrscht Unsicherheit vor, geboren aus Unwissen, schließlich kann man sich nicht über alles informieren oder Informationen filtern. Wenn wir Eltern werden, müssen wir mit einem Mal Experten werden für Dinge, die in den Jahren zuvor völlig unwichtig waren. Wir müssen Pädagogen werden, müssen Mediziner werden, müssen Ernährungswissenschaftler und Pflegekräfte … Filterblase: Wenn Eltern anders entscheiden. weiterlesen

Deine Mutter als Hebamme

Neulich bei der U2. Ich: „haben Sie denn eine Hebamme für die Nachsorge?“ Vater: „Nöö, brauchen wir nicht. Meine Mutter ist im Haus.“ Ich: „Und die ist Hebamme?“ Vater: „Nein, aber die hatte auch drei Kinder.“ Ich: „Ok. Ich bin auch schon zehn Autos gefahren und würde trotzdem keines reparieren.“ Vater: „Ja, aber eins fahren.“ Mist, er hat die Lücken in meinem Vergleich durchschaut. Ich: „Ich würde es Ihnen trotzdem raten, ist immerhin das erste Kind bei Ihnen.“ Mutter: „Siehst Du Schatz, habe ich doch gleich gesagt. Hebamme ist besser.“ Ich: „Das zahlt auch die Krankenkasse.“ Vater: „Wirklich? Na dann … Deine Mutter als Hebamme weiterlesen

Etwas zu Allein-, Haus- und Klinikgeburten

Entbindung am Feldweg Letztens las ich in einem Vorsorgeheft bei der U1 den interessanten Eintrag „Externe Entbindung“, auf Nachfragen bei den Eltern bei U3 die stolze Aussage des Vaters: „Ich habe das Kind auf dem Rücksitz des Wagens entbunden.“ Tolle Sache, oder? Es ist das erste Kind, und die Eltern dachten, wie das ja auch meist ist, beim ersten Kind hätten sie ausreichend Zeit, um mit den ersten Wehen die Entbindungsklinik zu erreichen. Leider war das nicht so. Trotz einer Fahrt von wenigen Minuten (die Klinik war nur fünfzehn Kilometer entfernt), musste das Paar an einem Feldweg neben der Bundesstraße … Etwas zu Allein-, Haus- und Klinikgeburten weiterlesen

Mutterkuchenzucker

Ich kann nicht viel erkennen an der Haut des Säuglings, aber die Mami sieht etwas. Mutter: „Diese Pickel waren gestern noch viel schlimmer. Ist das denn normal?“ Ich: „So was sieht man manchmal bei Säuglingen…“ Mutter: „Ich dachte schon, die Muttermilch?“ Ich: „Eher das kalte Wetter.“ Mutter: „Er schläft auch so unruhig. Juckt bestimmt.“ Ich – finde immer noch nichts, auch wenn ich inzwischen jeden Millimeter von Marvyns Haut abgesucht habe – : „Vielleicht einfach mal ein bisschen Babyöl nach dem Baden?“ Hilft immer. Mutter: „Ich glaub´ , ich gebe jetzt mal häufiger die Plazentakügelchen…“ Ich: „Die was?“ Mutter: „Ja, … Mutterkuchenzucker weiterlesen

Hebammen protestieren weiter

Kinderärzte und Hebammen ziehen an einem Strang für den Erhalt der Geburtshilfe und Nachsorge durch niedergelassene Hebammen – auch wenn das Miteinander im Alltag mit manchen Kollegen und Kolleginnen (auf beiden Seiten) nicht immer einfach ist. Wir brauchen weiterhin unsere Hebammen – daher unterstütze ich gerne den weiteren Protest, den auch das Hebammenblog hier wieder aufgreift. Lest, diskutiert, macht Druck. „Der Geburtshilfe in Deutschland gehen die Lichter aus. Wir zünden sie symbolisch wieder an! Am Mittwoch, den 17.12.14 ab 16.30 in Berlin (Friedrichstraße/links neben Friedrichstadtpalast) Der Elternprotest Hebammenunterstützung ruft EUCH zur Demo auf. Bitte bringt Eure Kinder und Laternen mit, … Hebammen protestieren weiter weiterlesen

Nägel mit Köpfen

Ich plappere so bei der Vorsorge des Säuglings vor mich hin: „Die Fingernägel können Sie übrigens schon schneiden.“ Sagt die Mutter: „Wirklich? Aber da muss ich doch warten, bis der Nabel abgefallen ist.“ Ich: „Der Kleine hat schon ganz schön viele Kratzer.“ Mutter: „Ja, finde ich auch. Aber meine Mutter hat gesagt, Nabel ist wie Nägel ist wie Haut, da muss man warten, bis beides geht. Oder so.“ Säuglinge kommen oft mit richtig langen Fingernägeln auf die Welt, insbesondere, wenn die Kinder „übertragen“ sind. Schnell grapschen sie sich dann ins Gesicht und hinterlassen unschöne Kratzspuren. Was also tun? Da gibt … Nägel mit Köpfen weiterlesen

Rettet die Hausgeburten!

Die Beziehung zwischen Kinder- und Jugendärzten und Hebammen ist nicht immer das Beste, da gibt es zuviele Schnittmengen, zuviele Reibungspunkte, zuviel Diskussionsstoff. Jeder Doc kennt seine Hebammen, jede Hebammen ihre Kinderärzte. Man empfiehlt dies, sie empfiehlt das. Die Empfehlung *zum* Kinderarzt ist eine einseitige, die Empfehlung zur Hebamme findet naturgemäß nicht statt. Wir brauchen Hebammen, wir brauchen sie vor allem *da draussen* ™, nicht alleine in den heilig geschützten Hallen der Kliniken. Sie machen Vorsorgen, sie machen Nachsorge, aber sie machen vor allem auch Hausgeburten. Und das ist gut so. Eine Familie Frau sollte sich entscheiden, wie ein Kind zur … Rettet die Hausgeburten! weiterlesen

Ich glaube, ich brauche etwas Sauerstoff

Ich: „Und, wie oft gehen Sie denn so raus mit ihrem Elias-Moritz?“ Mutter: „Wie denn, jetzt schon?“ Kind ist drei Wochen alt. Ich: „Na klar, warum denn nicht?“ Mutter: „Die Hebamme hat gesagt, ich soll noch nicht.“ Ich: „Aha. Und was soll da passieren?“ Mutter: „Sie hat gesagt, wenn man so früh schon rausgeht, kann es zu Zugerscheinungen kommen, wegen dem Wind und so.“ Ich: „Aha.“ Mutter: „… ja, und dann kann sich das Kind nicht richtig entwickeln.“ Ich: „Aha.“ Mutter: „Genau. Und deswegen muß ich auch noch zum Osteopathen, ob auch sonst alles in Ordnung ist.“ Ich: „Was soll … Ich glaube, ich brauche etwas Sauerstoff weiterlesen