Deine Mutter als Hebamme

Neulich bei der U2. Ich: „haben Sie denn eine Hebamme für die Nachsorge?“ Vater: „Nöö, brauchen wir nicht. Meine Mutter ist im Haus.“ Ich: „Und die ist Hebamme?“ Vater: „Nein, aber die hatte auch drei Kinder.“ Ich: „Ok. Ich bin auch schon zehn Autos gefahren und würde trotzdem keines reparieren.“ Vater: „Ja, aber eins fahren.“ Mist, er hat die Lücken in meinem Vergleich durchschaut. Ich: „Ich würde es Ihnen trotzdem raten, ist immerhin das erste Kind bei Ihnen.“ Mutter: „Siehst Du Schatz, habe ich doch gleich gesagt. Hebamme ist besser.“ Ich: „Das zahlt auch die Krankenkasse.“ Vater: „Wirklich? Na dann … Deine Mutter als Hebamme weiterlesen

Kurze Beruhigungen für junge Eltern

Erstlingseltern, also solche, die noch keinen Stall voll Kinder daheim haben, sorgen sich ab der ersten Minute um ihr Kind, das liegt in der Natur der Sache. Hier ein paar kurze Hinweise, was alles bei einem Frischling normal ist (aber gerne gefragt wird): – Der Flaum auf den Schulter fällt noch aus (übrigens auch die restlichen Haare). – Pickelchen, Rötungen und spröde Haut gehen von alleine weg. – Neugeborene atmen sehr laut. – Die Ohren entfalten sich noch, auch der restliche Schädel. – Wenn ein Kind noch viel schläft: Keine Sorge, das ändert sich. – Der Stuhlgang wird grüner, gelber, … Kurze Beruhigungen für junge Eltern weiterlesen

Der Nabel und seine Schnur

Die Nabelschnur … ist die direkte Verbindung von Gebärmutter und Fötus. … führt in aller Regel drei Gefäße: Zwei Arterien mit sauerstoffarmen Blut und eine Vene, die das frische Blut zum Embryo führt. (Anders als im Körperkreislauf, dort ist sauerstoffreiches Blut in den Arterien. Die Bezeichnung folgt vom Fetus aus.) … wird bei Geburt durchschnitten, das tut dem Säugling nicht weh, weil sie keine Schmerzfasern führt. Man setzt dabei zwei Nabelklemmen, die die Blutversorgung kappen, dazwischen wird der Schnitt gesetzt. Die Nabel „am Kind“ wird noch 48 Stunden belassen. … kann in der Neonatologie als Zugangsweg zum Neugeborenen genutzt werden, … Der Nabel und seine Schnur weiterlesen

Wenn Säuglinge nichts hören

„Ja, nein, diese Ohruntersuchung möchte ich nicht.“ Die Mama schüttelt bestimmt mit dem Kopf. Ich mache mal wieder meine Vorsorgechecks in der Frauenklinik des Nachbarortes, konsiliarisch, nennt sich U2 – die erste Vorsorge nach der Entbindung, noch in der Klinik. Gerade war Tayo dran, ein schmächtiger Junge mit wahnsinnig vielen Haaren auf dem Kopf, darüber hatte ich grade mit der dabeistehenden Mama ein paar Witze gerissen. („Schade, dass die alle noch ausfallen“ – „Herr Doktor machen Sie mir keine Angst.“ – „Nein, nein, das merken Sie gar nicht, da wachsen gleich wieder welche nach. Aber das ist kein Garant für … Wenn Säuglinge nichts hören weiterlesen

Die Vorsorgeuntersuchungen – U2

In der Regel sind die Kinder noch in der Klinik, oder kurz vor dem Nachhausegehen. Papa hat noch schnell das Kinderzimmer fertiggestrichen und den letzten IKEA-Drehschlüssel zum Einsatz gebracht, jetzt fährt er in die Klinik, um Frau und Kind abzuholen. Manche Säuglinge verbringen die Zeit der U2 bereits zu Hause, durften sie doch hausgeboren oder ambulant entbunden werden – sie werden die U2 bei Kinderarzt in der Praxis holen. Die anderen in der Klinik. Die U2 ist der erste echte Kontakt mit den Fachärzten für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Sie sollte idealerweise durch uns erfolgen, in den meisten Entbindungskliniken ist das … Die Vorsorgeuntersuchungen – U2 weiterlesen

Where the heart is

In der Klinik werden sie oft die „Herzle“ genannt, je nach Landstrich auch „Herzsche“ oder „Herzilein“, eher ein blöder überlieferter Begriff alter Kinderkrankenschwestern, die gerne auch „Mongis“, „Spibis“ oder „Wölfchen“ gesagt haben. Herzchen hält sich aber am längsten, ist nicht ganz so diskriminierend wie die Bezeichnungen für unsere Trisomien oder die Kinder mit Spaltbildungen. Und eigentlich soll es auch nur ausdrücken, wie sehr uns die Kinder mit Herzerkrankungen am Herzen liegen. Das Herz ist der Sitz der Seele. Jeder, der was anderes behauptet, hat keine Ahnung oder ist zu metaphysisch veranlagt. Es gibt für Eltern und für uns Ärzte kaum … Where the heart is weiterlesen