Der Nabel und seine Schnur

Six Weeks Four Days
Die Nabelschnur

… ist die direkte Verbindung von Gebärmutter und Fötus.
… führt in aller Regel drei Gefäße: Zwei Arterien mit sauerstoffarmen Blut und eine Vene, die das frische Blut zum Embryo führt. (Anders als im Körperkreislauf, dort ist sauerstoffreiches Blut in den Arterien. Die Bezeichnung folgt vom Fetus aus.)
… wird bei Geburt durchschnitten, das tut dem Säugling nicht weh, weil sie keine Schmerzfasern führt. Man setzt dabei zwei Nabelklemmen, die die Blutversorgung kappen, dazwischen wird der Schnitt gesetzt. Die Nabel „am Kind“ wird noch 48 Stunden belassen.
… kann in der Neonatologie als Zugangsweg zum Neugeborenen genutzt werden, man legt einen so genannten Nabelkatheter, um Infusionen und Medikamente zu geben.
… muß nach Lösen der Nabelklemme nicht besonders geschützt werden. Auch die Windel darf darüber angezogen werden.
… sieht nach dem Abnabeln erst einmal weiß und glibbrig aus, nach zwei bis drei Tagen trocken und dunkel, sie fällt dann ab. Übrig bleibt ein Wulst aus Haut, in der Mitte Rest der „Whartonschen Sulze“ – etwas feucht, etwas glibbrig. Das ist normal.

Der Nabel

… ist der Rest der Nabelschnur, diese verbindet die Mutter mit dem Kind. Während der Schwangerschaft.
… heißt auf lateinisch umbilicus.
… wird von den Hebammen gepflegt, d.h. desinfiziert. Puder hat hier nichts zu suchen. Altes Hausmittel: Kochsalz, krümelweise.
… trocknet vollends bis zur 4.Woche. Bleibt etwas übrig, nennt man das ein Nabelgranulom. Das kann der Kinderarzt veröden, z.B. mit Silbernitrat, er kann es aber auch lassen, es wird trotzdem durchtrocknen.
… endet nach dem Abheilen, wie eben beschrieben, blind, d.h. es besteht keine Verbindung mehr nach innen. Bleibt hier ein Gang bestehen, so nennt man das eine Urachusfistel. Das ist unangenehm. Verdacht darauf haben die Kinderärzte, wenn der Nabel jenseits der Neugeborenenzeit suppt oder blutet.
… kann einen „Bruch“ haben, eine Hernie. Sie entsteht aus einer Bindegewebslücke und beinhaltet Darmschlingen, manchmal groß, oft klein. Tut nicht weh, „klemmt“ nie ein. Wird ungefähr im 2. Lebensjahr operiert (wenn bis dahin nicht sowieso verschwunden – ca. 90%).
… ist auf Abbildungen von Adam und Eva fehl am platz.
… ist für viele Kinder die Mitte des Menschen. Bauchweh, die dort gezeigt werden, sind interessanterweise nicht organischen Ursprungs.

Das musste mal erwähnt werden.

(c) Foto bei Flickr/Zhu

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