bei risiken und nebenwirkungen

„mögliche nebenwirkungen sind: kopfschmerzen, bauchschmerzen, koliken, übelkeit, erbrechen, durchfall, verstopfung, suchtartiges verhalten und appetitlosigkeit.
es können auftreten: juckreiz, hautausschläge, nesselsucht, asthmatische beschwerden, atemnot und allergische reaktionen bis zum anaphylaktischen schock.
bei längerer einnahme sind fälle von übergewicht, erhöhten cholesterinwerten, bluthochdruck, zuckerkrankheit und mangelernährung bekannt geworden.
in diesem zusammenhang kann die einnahme auch zu hohem fieber, nierenversagen, nervenausfällen, erblindung, bewusstlosigkeit, schlaganfall und herzinfarkt führen.

die beipackzettel von medikamenten müssen nach einem gesetzlich vorgeschriebenen muster informieren. die vollständige auflistung aller möglichen nebenwirkungen dient auch der juristischen absicherung der hersteller. selbst effekte, die seltener als 1:1000 oder sogar nur in einzelfällen aufgetreten sind, müssen genannt werden.“

(zitat nach gemeinschaftpraxis bieberau)

wer von uns würde o.g. „medikament“ oder vielleicht auch einen „impfstoff“ wohl dann noch zu sich nehmen? dabei geht es doch hier nur um nichts besonderes, sondern nur um dieses, jenes, welches oder solches.

15 Antworten auf „bei risiken und nebenwirkungen“

  1. *ggg* steht das so auf den, bei den Links angeführten, Packungen drauf? ich vermute ja leider nicht…
    aber ich man sollte doch mal nen Blick auf den Beipackzettel werfen, grade wenn man schon andere Voerkrankungen hat oder regelmäßig andere Sachen nehmen muss (dem Kardiologen ist wohl auch entfallen dass man Biguanide vor ner Untersuchtung mit Kontrastmittel absetzen soll und meiner Oma ists erst recht nicht aufgefallen, aber stand ja eigentlich in der Aufklärung mit drin *hust*); daher schadets sicher nicht… aber verrückt machen sorgt vermutlich eher nur dafür, dass man noch mehr schlucken muss und das wollen wir ja wegen der ganzen Nebenwirkungen doch nicht oder? 😀

    1. noch ein Fall – Freundin von mir erzählt:
      Sie zum Doc, Grippe. „Ich nehme Lithium, bitte beachten Sie das beim Verschreiben des Medikaments.“
      Doc: „jaja“
      Apotheke, Waschzettel, und: BINGO! Kontraindiziert bei Lithium.
      jaja.

  2. Tjo – in meiner Erfahrung sieht es so aus: Der Beipackzettel wird den Patienten in die Hand gedrückt, weil viele behandelnden Ärzte ihn eben leider NICHT lesen (aus Zeitnot, Überheblichkeit („ich weiß das eh“-Syndrom) oder warum auch immer). Insbesondere Anmerkungen wie „bei Einnahme dieses Medikaments sollte xyz überwacht werden“ werden gerne mal ignoriert. Was das für Folgen haben kann, werden Sie sich denken können (in meiner Familie: ein Fast- und ein Todesfall).

    Ich persönlich hätte gerne statistische Infos mit dabei, weil ich dann die Risiken besser einschätzen könnte. Wenn ich mir aber die statistischen Fähigkeiten meiner lieben Mitmenschen angucke, würde die das vermutlich sehr überfordern – und wenn ich mir die statistischen Fähigkeiten der meisten Mediziner so angucke, wären die Infos vermutlich falsch.
    Ich hab noch keine medizinische Studie gesehen, die nicht mindestens eine statistische Todsünde enthalten hätte – „Korrelation für Kausalität genommen“ ist nur die häufigste, auch Zirkelschlüsse und Fehler in der Datenorganisation findet man recht oft. Gerade im Gebiet „Impfen“ und „Ernährung“ habe ich eine Reihe von Studien gelesen (und nein, nicht die Brigitte-Version, sondern wissenschaftliche Paper) – und ich kann jede einzelne zerpflücken. Vertrauen in die Medizin fördert das nicht gerade 😉

    (Ich bin übrigens keine Medizinerin, sondern Informatikerin, arbeite aber in meiner Forschung auch mit Statistik – halte mich also für durchaus in der Lage, eine wissenschaftliche Statistik egal welchen Fachs zu beurteilen :))

    Von dieser allgemeinen Kritik mal ab: netter Blog!

  3. Ich hab in der Psychologievorlesung von einer Studie zum Thema Beipackzettel gehört: Eine Gruppe bekam das Medikament mit Beipackzettel, die andere Gruppe bekam ein Placebo mit dem gleichen Beipackzettel. Und siehe da: BEIDE Gruppen haben die gleichen Nebenwirkungen entwickelt und was noch viel spannender ist, BEIDE Gruppen haben die Nebenwirkungen STATISTISCH KORREKT verteilt entwickelt!
    seit ich von dieser Studie herört hab, less ich den Beipackzettel zwar durch, spar aber den Teil mit den Nebenwirkungen aus. Erst wenn sich dann etwas ungewöhliches zeigen sollte, lese ich die Nebenwirkungen.

  4. Lieber kinderdoc.
    Vielen Dank für den kleinen Rüffler!
    Obwohl ich es mir ausdrücklich verboten habe, mußte ich schmunzeln.
    Wie dem auch sei…
    ich lese mir die Beipackzettel IMMER durch. Von vorne bis hinten. Klar bin ich verwundert, das z.B. eine Nebenwirkung meist gleich die Krankheit ist, aber da ich Anhängerin von der Homö…na, lassen wir das. Ich wollt nur sagen: Wundern tuts mich ned!
    Aaaaaaaaber: Man isst doch eine Schokolade ganz anders, wenn man weiß was sie auslösen kann oder?
    Also mir dämmert schön langsam, das meine 2,8 kg zuviel evtl. von der Lindt Papayachili sein könnte, was aber kein Problem ist, weil wenn ich dann so haudig und allergisch und fiebernd darauf reagiere, dann hauts mir des eh bald wieder runter.
    *g*
    Guten Apetit (Appetit? )

    1. das schönste was ich bisher auf einem Beipackzettel gelesen habe ist (z.B. Vomacur, aber auch viele andere!):

      Indikation (Anwendunsgzweck): Übelkeit
      Nebenwirkung: Übelkeit

      Hintergrund: Die aufgeführten Nebenwirkungen beziehen sich nicht auf das Medikamente, nicht auf den Wirkstoff, nein, auf die Wirkstoffgruppe! Und wenn eine Wirkstoffgruppe eine Nebenwirkung hervorrufen kann, dann wird sie hier aufgeführt! Egal was das für einen Sinn macht! Der Richter hat gesprochen!

  5. Hallo Kinderdoc, das regt mich auch auf und ich bin der Meinung, dass diese Art von „Aufklärung“ – na sagen wir mal vorsichtig – kontraproduktiv ist.
    Ich sag‘ immer: „Auf Beipackzetteln ..“ (ich nenne sie meist despektierlich „Waschzettel“) „.. steht im Kern: ‚es grenzt an ein Wunder, wenn Sie die Behandlung mit diesem Mittel überleben'“
    – und das selbst bei geringdosierten Schmerzmittelchen.
    Ja, ich weiss, harmlos sind diese Mittel deshalb noch nicht, aber muss man wirklich immerfort die Kirche aus dem Dorf heraustragen?

  6. Ja, manche Lebensmittel würden nach dem heutigen Zulassungsverfahren für Arzneimittel gar nicht in den Handel kommen …
    Aber das mit den Beipackzetteln ist schon übel. Nicht nur, dass sie extrem kompliziert und unverständlich geschrieben sind, sondern eben auch, weil sie einfach Alles auflisten müssen. Ich denke es wäre besser eine sehr einfache Version zu machen für den Kunden mit den häufigsten Nebenwirkungen und wann er/sie aufpassen muss, also sie nicht nehmen darf – und eine umfassende für die Fachpersonen, wo wir auch die kleineren Risiken sehen und bewerten können. Im Moment gibt es zwar 2 Arten von „Arzneimittelinformationen“ bei uns, aber sie unterscheiden sich nicht so sehr.
    Ich habe schon manches mal gedacht, es wäre bei manchen besser, wenn die Packungsbeilage nicht dabei wäre.
    siehe auch hier: http://www.pharmama.ch/files/LesenSienichtdiePackungsbeilage.html

    1. Hallo Pharmama, ich hab‘ gerade einen Sprung in Dein Blog gemacht und was Du zu dem Thema schreibst, finde ich gut.
      Eines hast Du jedoch noch vergessen: Die Zettelchen sind vorwiegend in einer derartig kleinen Schrift verfasst, dass man entweder Adleraugen oder eine starke Lupe haben muss
      .. klar, wenn „man“ derart viel Text – vielleicht auch noch in -zig Sprachen (halte ich für typisch deutsch) – auf einer Postkarte unterbringen muss 🙁

      1. DAS ist allerdings auch wahr, die sind schon seeeehr klein geschrieben (und auf dünnem Papier und in einer Falttechnik, die Origami direkt einfach aussehen lässt) … Aber vielleicht ist das Absicht und das gibt dann mehr Arbeit für die Augenärzte und Optiker zum Brillen anpassen?
        Ich bin ja Kurzsichtig, mir macht die kleine Schrift wenig aus.

      2. die sind bewußt klein geschrieben, denn damit wirds geheimnisvoll! Je kleiner die Schrift, desto interessierter und genauer lesen die Patienten die Waschzettel! Selbst wenn sie 80 sind und Makuladegeneration haben!

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