privates

vater: „ja, ich brauch da heute noch einen termin. mein sohn ist krank.“
medizinische fachangestellte: „was hat er denn?“
vater: „ist doch egal. ich brauch einen termin.“
medizinische fachangestellte: „ok. in einer stunde könnten sie kommen.“ (es war 11 uhr, die vormittagssprechstunde ist bei uns regulär um 12 uhr beendet.)
vater: „aha. und gleich geht´s nicht?“
medizinische fachangestellte: „…?“
vater: „… ich bin ja privat versichert.“
medizinische fachangestellte: „tut mir leid, aber dann müssen sie nur unnötig mit ihrem kind warten.“
vater: „ok. also in einer stunde.“
medizinische fachangestellte: „allerdings ist herr doktor auchkinderdok da. kinderdok selbst ist heute vormittag auf fortbildung und herr doktor auchkinderdok macht bei uns vertretung.“
vater: „was? achso. ja, und heute nachmittag?“
medizinische fachangestellte: „heute nachmittag ist bei uns wie jede woche geschlossen.“
vater: „ja und? kann man da nicht mal eine ausnahme machen? rufen sie doch bitte mal kinderdok an, das geht bestimmt.“
medizinische fachangestellte: „tut mir leid, das geht leider nicht.“
vater: „also kinderdok ist heute gar nicht da? naja, dann kann ich ja auch zu herrn doktor nocheinandererkinderdok im nachbarort gehen.“

wie auch immer. der vater erschien am nächsten tag dann in der praxis. bei mir in der sprechstunde. und so fit, wie das private bobele da war, so krank konnte er gar nicht am tag vorher gewesen sein.
zweiklassenmedizin? ja, aber nur die von den privaten patienten selbst produzierte.

24 Antworten auf „privates“

  1. Feines Verhalten, wenn der Kinderdoc nun extra für ihn eine Ausnahme gemacht hätte, weil es ja sooo dringend ist, wär dem das nicht selber peinlich? Hauptsache man hat sich wichtig gemacht, sowas kann ich leiden.

  2. Ätzend.

    Wir sind auch privat versichert, aber bei allen Kinderärzten, die ich aufgrund unserer Umzüge kennengelernt habe, kommt man deshalb nicht schneller dran als gesetzlich Versicherte, und das ist auch gut so. Die Kinder sind alle gleich, da sollte keins aufgrund des wirtschaftlichen Status seiner Eltern bevorzugt werden.

  3. Die These gefällt mir. Und es ist auch wahres dran. Aber bestehen denn wirklich so viele darauf dass sie „privat versichert“ sind?

  4. ..und ich fahre einen bmw, habe ledersitze und fünf auspuffrohre….zwar leider nichts in der birne, aber mit irgend was muss ich meine minderwertigkeitskomplexe und meine mangelnde erziehung doch wettmachen. und es macht sich vor frauen doch so toll, wenn man „personal“ mal zeigt, wer der größte (volldepp) ist…

  5. Von Patienten selbst produzierte?

    Dann erkläre mir mal bitte, warum der Autor (privat) sofort einen Termin bekommt, ich hingegen (Kasse) theoretisch gerne mal drei Monate zu warten habe?

      1. Nicht beim Kinderarzt. Aber bei vielen Fachärzten tatsächlich. Ich warte 3,5 Monate auf meinen Termin beim Hautarzt. Meine Mutter schafft es (selber Wortlaut beim Anruf) am drauffolgendem Montag ihren Termin zu bekommen. 😉

  6. eine qualifizierte allgemeinmedizinerin in einer wochenendpraxis im kkh *zensur* – hat einen hautausschlag den sohnemann zu seinem infekt bekommen hat- als windpocken und dann als masern diagnostiziert hat *grummel*

    als ich dann auf rabatz gemacht hab und auf die kinderstation gegangen bin ( mit dem gedanken es selbst eben zu zahlen wenn es ärger gibt ) wurde ich mit den worten empfangen ich wäre doch privat versichert und hätte gleich zu ihnen kommen können und nicht zuerst in die auffangpraxis.

    ganz ehrlich: sollte eins meiner kinder noch mal am abend oder wochenende etwas haben werde ich das machen, aber ansonsten habe ich bis zum heutigen tag nie drauf bestanden anders behandelt zu werden weil ich privat bin.
    die ärzte wo wir sind machen das aber auch nicht. ich habe beim hautarzt gerade aktuell eine wartezeit von 8 wochen.

    1. es sollte – auch bei dir – eine flächendeckende kinderärztliche notdienst versorgung auch am wochenende geben, daher würde ich eh nie die allgemeinmedizin aufsuchen (so ein schrott passiert nämlich ständig).

      1. in der theorie sicher richtig aber hier auf dem land ist es so, dass der notdienst ( egal für was ) erst mal in einer notdienstpraxis stattfindet. diese praxen sind im kkh angesiedelt worden vor einigen jahren damit die patienten nicht zig kilometer hin und her fahren müßten in die jeweiligen praxen.

        da kann es passieren das ich einen HNO arzt freitags habe und am nächsten samstag einen allgemeinmediziner und dann einen gyn für am sonntag;-)
        ich weiß jetzt durch dieses erlebniss das ich den vorteil habe im kkh die passende station aufsuchen zu können, aber diesen vorteil haben gesetzlich versicherte eben nicht 🙁 die sind gezwungen da hin zu gehen…..

        ich hab es vor jahren erlebt das ich mit meinem bruder da fast 2 std gesessen habe weil er eine kleine platzwunde am kopf hatte. ein fall für die chirurgie ( die hat uns aber weggeschickt!) – wir MUßTEN erst in diese notdienstpraxis um dann eben in die churirgie geschickt zu werden.
        der mann der vor meinem bruder in der praxis war, saß nun auch in diesem nächsten wartezimmer das sich chir. und innere teilten.

        der richtige härtefall war das eine ärtzin kam und nach dem herrn mit den herzproblemen fragte. der arme hätte ja schon 10 mal einen infarkt haben können.

        kinderärzte sind hier übrigens mangelware.

  7. Ich finde, es stimmt genau, dass alle Menschen gleich sind. Und vor’m Arzt sollten sie es ohne wenn und aber sein. Krank ist krank.
    Allerdings (hier kommt mein Aber!) bin ich auch privatversichert. Und ich für meinen Teil nehme Termine wie ich sie bekomme, ohne Hinweis auf meine Versicherung. Manche Ärzte machen Unterschiede, manche nicht.
    Das Problem, welches ich habe, ist aber das folgende: wenn denn alle Menschen gleich sein sollen, dann möchte ich auch die selbe Arztrechnung bezahlen, wie die anderen auch und nicht ein mehrfaches.
    Hier beginnt der Kapitalismus in der Medizin: Soll derjenige, der mehr zahlt, auch mehr Service(?) bekommen? In der Medizin wie gesagt, meines Erachtens nicht. Dann aber bitte alle gleich berechnen.

    1. ja da hast du wohl recht. es gibt auch ärzte die unterschiede machen. wenn ich sehe was wir als 4 köpfige familie jedes jahr selbst tragen müßen um die differenzen aufzufangen *seufz*

      aber mein größtes problem ist die versorgung meiner kinder wenn ich krank bin.

      haushaltshilfe ???? was ist das?

      oder das die kk das gehalt des mannes zahlt wenn ich ausfalle und er die kinder versorgen kann – ein müdes lächeln … bei der GVK tagesgeschäft 🙁

    2. 100%ig zustimm. Ich mache bei uns die ganzen Abrechnungen und bisher habe ich noch keinen Arzt, auch keinen Kinderarzt, gesehen, der bei den Kindern und dem Autor den normalen Satz abrechnet.
      Und dann finde ich, darf die Frage nach der Gleichbehandlung schon gestellt werden. Wenn jemand mehr zahlt – und durch die Selbstbeteiligung auch gerne mal aus der eigenen Tasche – dann sollte er auch mehr Leistung/Servcice whatever bekommen. Entscheidet sich ein Arzt dagegen, was völlig legitim ist, dann sollte er dann auch so komsequent sein und normal abrechnen.
      Auf Private schimpfen aber dennoch mehr berechnen – da kommt man sich schon ein wenig verhohnepipelt vor.

  8. Es ist tatsächlich so (bei uns im Krankenhaus), dass die Privatpatienten eher „benachteiligt“ behandelt werden. Nicht von der med. versorgung her aber die müssen zumindest immer ewig auf den Chefarzt warten, weil sie die Assistenzärzte nicht haben wollen. Selber schuld!

  9. Naja, ich habe/hatte zu Hause immer den Vorteil, dass mein Vater selbst lange Zeit bei uns in der Kleinstadt praktiziert hat und meine Mutter bei ihm in der Praxis gearbeitet hat. Sprich mein Name ist bekannt und meine Mutter kennt viele der Helferinnen persönlich.
    Wenn ich also einen Termin brauchte, hab ich meistens sie anrufen lassen, Vitamin B halt. Irgendwo dreist, aber manchmal auch ganz praktisch. Wenn man als Arztkind eben keinen Hausarzt hat und dann mal eben nen Termin für irgendwas braucht.

    Wobei ich sagen muss, das mein Vater schon recht dreist ist, wenn er einen Termin haben will (so er denn mal zum Arzt geht, Ärzte halt 😉 ) aber nicht nach dem Motto, ich bin privat versichert sondern ich bin Herr Dr. Sowieso (mit dem nicht ausgesprochenen Zusatz: Und wenn ich bei ihnen einen Termin haben will, dann ist es schon etwas Ernstes, was ich nicht selber behandeln/untersuchen kann, also stellen sie sich nicht so an!) und hätte gerne morgen einen Termin. Geht nicht? Dann bitte übermorgen, aber diese Woche noch…

    Und ich kenne es aus der ehemaligen Praxis meines Vaters auch so, dass die, nennen wir sie mal „Kleinstadtprominenz“, sprich Leute, die was zu sagen haben und bekannt sind (ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll, wenn die im Lionsclub sagen, Dr. sowieso ist blöd, dann ist das eben nicht so toll für den Arzt) schon vorgezogen wurden, oder schneller dran kamen, egal ob privat oder gesetztlich versichert.

  10. Ich glaube, denn ganzen Kommentaren ist nichts hinzuzufügen. ich kenne beide Seiten, da ich 10 Jahre privat versichert war und jetzt in die GKV wecdhseln „musste“. Es hat alles seine Vor- und Nachteile.
    Aber was ich noch nie feststellen konnte, war eine unterschiedliche Behandlung. Ich habe aber auch nie betont, dass ich privatversichert bin.

  11. Unsere Kleine sollten die Polypen entfernt bekommen und auf Grund ihres Herzfehlers (Ductus) nicht ambulant sondern in der Uniklinik. Erst hieß es Wartezeit 3 Monate, als wir sagten, daß sie privat versichert sei, wenn sie im KH liege, hieß es „kommen Sie nächste Woche vorbei…“
    Damals war sie 3 und ich fand das sehr schlimm… in unserem Alter kann man gut damit leben aber nicht im Wissen , daß der Patient erst3 oder ähnlich Jahre alt ist…

  12. Hm interessant wie sich alle immer aufregen. Unser Gesundheitssystem ist inzwischen eine freie Marktwirtschaft. Und da würde ich als Arzt auch die Privatversicherten eher behandeln. Bringt immerhin bis zu 5 mal mehr Geld fürs Gleiche. Also warum nicht?

    Hypokratischer Eid ist eh nix mehr Wert. Also braucht man nicht über etwas schimpfen, was überall eh schon so ist. 🙂

    Und wenn ich sehe wieviel von meinem Geld, das ich monatlich für meine Gesundheit bezahle, in den Wasserkopf der Verwaltung der Krankenkasse wandert, und wie wenig davon dem Arzt zur Verfügung steht, wundert mich das Verhalten nicht.

  13. ich war die ganze Schulzeit über privat versichert (über meinem Vater halt) und jetzt mit der Ausbildung gehts ab in die gesetzliche. Früher hab ich auf den Frauenarzttermin 1-2 Wochen gewartet (auch beim erste mal, ohne Krankenkasse zu erwähnen) jetzt warte ich 5 Wochen… Ich kenn Ärzte die keinen Unterschied zwischen privat und gesetzlich machen, aber manche machen einen sehr deutlichen Unterschied. Wenn es nichts dringendes ist, find ich es noch halbwegs ok, dass man warten muss, aber nicht wenns irgendwas dringendes ist. Kann ja wohl nicht sein, dass man mit einer schmerzenden Hand 4 Wochen auf einen Termin warten muss….. Bei meinem Kinderarzt wurden kleine Kinder etwas bevorzugt, aber das ging nicht nach Krankenkasse, sondern eben nach Alter bzw. Dringlichkeit. Fand ich ok (ja ich hab auch warten müssen!).

  14. Ich war auch meine ganze Kindheit über privat versichert. Den einzigen „Vorteil“ den ich davon hatte war, dass wir nicht ins Wartezimmer mussten sondern im Untersuchungszimmer (als Kind echt doof, unser Arzt hatte ne Rutsche im Wartezimmer). An der WarteZEIT hat das aber nichts geändert.

  15. Ich wollte als privatversicherte keinen Sonderstatus. Will ich auch heute nicht. Komm mir dabei etwas komisch vor, wenn ich früher drankäme als andere. Schäm mich schon fast für…. Man kann leider nicht immer rausfinden ob es wirklich keinen früheren Termin gibt oder nicht oder wie lange schon jemand im Wartezimmer wartet.
    Bei uns als Kinder war das so, dass wenn wir was wie Windpocken ect hatte, durften wir auch nicht ins Wartezimmer sondern mussten in einen anderen Raum (musste aber wahrscheinlich jeder), in dem Raum gabs leider keine Bücher, Spiele ect.

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