αλληγορέω

„durch einen tragischen verkehrsunfall auf der b3 bei heidelberg starb gestern ein dreijähriges mädchen. der vater des kindes steuerte den wagen in einer unübersichtlichen kurve auf die gegenfahrbahn und prallte dort mit einem schwertransport zusammen. das mädchen, das unangeschnallt auf der rückbank saß, flog durch die windschutzscheibe unter den lastwagen und war sofort tot. ihr vater überlebte den unfall schwerverletzt, er war ebenfalls unangeschnallt. nach angaben der polizei hätte das kind überlebt, wenn es in einem vorgeschriebenen rückhaltesitz angegurtet gewesen wäre. die mutter des kindes gab der polizei an, die familie würde sich nie anschnallen, da „bisher noch nie etwas passiert sei.“

51 Antworten auf „αλληγορέω“

  1. Und Jetzt ist etwas passiert und jetzt schnallen sie sich an?
    Zu spät. Tragisch.
    Erinnert an den Fall letzthin in der Schweiz, wo ein glaub auch 3 jähriges Kind in der Kurve auf der Autobahn aus der Türe gefallen ist. Der darauffolgende Wagen hat sie überrollt. Da stellen sich bei mir verschiedene Fragen: Kindersitz? Angeschnallt? Türe Kindergesichert? Wohl alles auch nicht.
    Sowas macht mich schaudern, weil ich da immer dran denken muss, wie ich mich fühlen würde, wenn es meins gewesen wäre. Ob „Schuld“ oder nicht, das ist furchtbar für die Eltern.

    1. Ich glaube ich weiss, welchen Fall du meinst. In dem Fall hatte der Zwerg im Sitz gesessen, sich losgeschnallt, ist aus dem Sitz über seine GEschwister geklettert und hat dann die Tür geöffnet, hier war die Kindersicherung nicht aktiv. Mein KLeiner ist noch keine Zwei, aber seid er versucht an den Türöffner zu gelangen, auch wenn er NOCH nicht drankommt, seidher ist die Kindersicherung immer aktiv.

  2. tertium comparationis nicht ganz überzeugend – die Leute behaupten ja nicht, Anschnallen sei gefährlicher, weil einen dann voraussichtlich bei Unfällen der Gurt erdrosseln würde. Gewisse Parallele – akzeptiert.

    1. Ach, und gestern vergessen: die meisten schnallen sich zwar wohl aus Faulheit und Bequemlichkeit nicht an, aber ich habe tatsächlich auch schon von jemandem das Argument bekommen, Gurte würden bei kleinen Unfällen das Risiko für innere Verletzungen etc. erhöhen, deshalb Gurt doof, weil so einen richtig schlimmen Unfall, da ist dann ja sowieso schon egal und so…

      Da greift der Vergleich dann so richtig gut.

  3. Ganz emmotionslos:

    Dumme Eltern -> totes Kind.

    Was mal wieder beweist (s. voriges Posting), gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

  4. Pingback: Das Autobahnorakel
    1. Ach, du bist der Perverse, der hier immer an der Ampel rumrennt und allen Leuten in die Autos guckt. Ich dachte, da geht’s um den Inhalt meines Ausschnitts, dabei machst du nur eine Studie über Gurtmuffelkanacken.

  5. Tja. Meine Eltern waren da konsequenter…
    Da klein-Benedicta es problemlos schaffte, trotz Gurt und Kindersitz auf der Rückbank rumzuklettern (fast-Strangulation mitten auf der Autobahn inklusive) haben sie das Auto dann *ganz* verkauft.

    Wenn ich deinen Text so lese, verdanke ich dieser Konsequenz möglicherweise mein Leben.

  6. Ähm… warum eigentlich dieser Titel? „etwas anders ausdrücken“ übersetzt Google…?
    (Und wieso steht der Artikel in „Impfsachen“?)

  7. @Benedicta: Ich denke du hast im Nachsatz rausgefunden, worauf sich der Titel bezieht.

    Diese Mentalität „bisher war nie etwas passiert!“, die diese Leute an den Tag legen, ist wahrscheinlich auch den Impfgegnern eigen. „Masern gibt es doch sowieso kaum noch! Das muss man durch machen!“

    Die Leute blenden wohlbekannte Gefahren aus, nur weil sie selten sind – konkret weil sie sie im Alltag nicht erleben. Gegenmaßnahmen werden als unnötig ignoriert – egal welche Erfolgsgeschichte diese Gegenmaßnahmen geschrieben haben, oder wie simpel sie sind.

    1. Merci Benedicta fürs googlen dann kann ich mir das ja sparen 🙂

      Stimmt über Dinge die man selbst mitbekommt denkt man anderst nach als über Dinge von denen man nur hört oder liest.
      In meiner Familie gab es einen Fall von Poliomyelitis mit bleibender Lähmung… sonst wäre meine Mama auch der Meinung gewesen dass es für die natürliche Entwicklung eines Kindes besser ist wenn es selbst lernt sich im Auto festzuhalten
      (Wieso klingt das in diesem Zusammenhang eigentlich so wenig sinnvoll oder überhaupt nachvollziehbar?)

  8. Hallo Kinderdok!
    Du darfst ja mit Deinen Kindern machen, was Du willst. Ich halte Kindersitze ja nicht für so toll. So ein Kindersitz ist aus evolutionärer Sicht gar nicht vorgesehen. Es gibt Studien, die belegen, dass Kindersitze nicht gut für den Rücken sind, ich hab‘ die zwar gerade nicht zur Hand und weiß auch nicht mehr von wem sie wann gemacht wurden, aber das muss ich jetzt ja auch nicht schreiben, denn wenn man nicht versteht, dass Kindersitze wirklich schädlich sind, ist man sowieso dumm. Dass das Kind den Unfall mit einem Kindersitz überlebt hätte, muss erst mal bewiesen werden. Dazu gibt es bislang keine Studien. Zumindest keine unabhängigen! Diese ganze Kindersitzlobby ist doch korrupt! Maxicosi, Römer und wíe sie alle heißen! Die reden den ganzen Miderbemittelten ein, dass so ein Kindersitz nötig ist, und der Pöbel glaubt das auch noch. Und hinterher laufen alle mit einem schiefen Rücken rum! Schimpansen, Feldmäuse und Regenwürmer haben ja auch keine Kindersitze; gibt es Regenwürmer mit Schleudertrauma? Nein! Das muss jetzt aber auch allen einleuchten.
    Eins noch: Kommt mir jetzt bloß nicht mit Argumenten, die mir widersprechen, die lese ich sowieso nicht.
    Lieber Kinderdok, tust Du jetzt bitte bitte nicht ganzdollschlimmbösdenken, gell? 😉 😉 😉

    Grüße!

    P.S.: SCNR

      1. Mag ja sein, dass Kindersitz für den Kinderrücken nicht gut ist – und wer denkt, sollte die Konsequenz daraus ziehen, möglichst wenig mit dem Kind im Auto rumzufahren – aber ein gesunder Rücken nutzt dem Kind das mit dem Kopf durch die Frontscheibe geknallt ist auch nichts mehr. Alles schon gesehen.

    1. Ähm… ja… Die Geschwindigkeiten (und damit die Kräfte, die auf das Kind wirken) sind auch nicht von der Natur vorgesehen 😉

      Ich gebe dir Recht, dass Kindersitze nicht gut für den Rücken sind (einfach, weil jedes Still-Sitzen nicht gut für den Rücken ist). Aber hier hat man nicht die Wahl zwischen Pest und Cholera, sondern zwischen (lapidar) Rückenschmerzen und Tod!
      Das Kind sollte möglichst wenig im Kindersitz sitzen. Deshalb sind die tollen Traveller-Systeme, bei denen die Babyschale zum Stadtbummel benutzt werden kann, in meinen Augen *autsch*
      Aber sobald das Kind im Auto ist und der Motor läuft, hat es in einem Kindersitz angeschnallt zu sein!
      Und wenn du deinen Kindern diese Rückenschmerzen nicht zumuten willst, dann hoffe ich, dass du ganz auf das Auto verzichtest!

    2. hootch, ich hoffe mal, dein posting war ironisch gemeint… sons muss mir mal die ganzen empirischen Studien über autofahrende regenwürmer und schimpansen ansehen und wie die das mit den kindersitzen machen (regenwürmer erleben meines wissens auf strassen andere traumata…)

    3. Nuja, bei der Menge Schimpansen und Gorillas auf den Strassen, werden auch die sich auf kurz oder lang Kinderrückhaltesysteme anschaffen, sonst sind die Arten bald wirklich ganz ausgestorben…

  9. Gibt es eigentlich irgendwo eine Statistik, in der die Schwerstverletzungen und Todesfälle bei Verkehrsunfällen bei Kindern in den letzten 50 Jahren aufgelistet sind? Und zwar bereinigt nach Verkehrsaufkommen?

    Das wäre doch mal eine Argumentationshilfe, ich erinnere mich nämlich sehr genau daran, daß ich selbst nie einen Kindersitz gesehen habe, weil es sie schlicht noch nicht gab. Wohl aber mein kleiner Bruder, der sieben Jahre jünger war als ich. Und als ich meinem Vater erklärt habe, ich müßte schon schwanger wissen, was für ein Auto er mir als Geburtsgeschenk zukommen lassen möchte, um eine geeignete Babyschale auszusuchen, war er rechtschaffen entsetzt, weil man ein Neugeborenes doch nicht in einen Sitz packen dürfe, daß ist doch gefährlich für das Kind, das gehört in eine Tragetasche, die angeschnallt wird und niergendwo anders hinne. Er ließ sich dann aber doch überzeugen.

    Hat also jemand so eine Langzeit-Statistik, bitte?

    1. Keine Statisik, aber ein Tip: von Römer gibts eine Babyschale die aussieht wie eine starre Kinderwagentasche. Da kann man die Eltern „beruhigen“ 😉 Ich kenne die Argumente der Eltern auch. Besonders als ich mit dem Zug anreiste und für das Auto der Eltern die Babyschale im Gepäck hatte, schauten die mich doof an. „kannst dich doch mit dem Kind auf die Rückbank setzen“
      Ja, natürlich.

      Ich bin auch noch ohne Kindersitz aufgewachsen. Bzw mein 2 Jahre jüngerer Bruder saß ab Sitzalter in dem Sitz, da musste ich ihn räumen. Für diesen Sitz hatte unser Vater eigenes einen Gurt ins Auto gebaut, denn das hatte hinten keine Gurte (und Sitzbänke längs zur Fahrtrichtung)

  10. wie blöd kann man eigentlich sein, sieht man das doch eh schon ständig in der flimmerkiste
    grrr mir fehlen die worte bei soviel dummheit

  11. bescheuert sowas.
    das erinnert mich an den unfall in wolfsburg. nagelneuer golf gtd. fünf jugendliche. alle bis auf einer tod. naja, kein wunder bei 120 kmh in einer 50er zone.
    das dumme dabei war, dass diese jungen sich extra diverse anschnallvorrichtungen besorgt hatten, damit das auto bei unangeschnallten fahrgästen nicht piept.
    ich kann sowas wirklich nicht verstehen…

    1. Richtig, man sollte sie zwangssterilisieren und die schon geborenen Kinder nehmen wir ihnen weg und schenken sie den Impfbefürwortern und den Anschnallern (bewährt in Südamerika)!

    2. Ahja. Naja, da haben wir in Deutschland ja eigentlich selbst genug Erfahrung… googel mal nach „Zwangssterilisation im 3. Reich“, falls du in dem Bereich tatsächlich Wissensdefizite haben solltest, @shortend.

      (Und ansonsten erledigt sich das mit dem „keine Kinder haben“ von alleine… sie haben sie eben einfach nicht lange. Das nennt sich „Evolution“ – wer sich nicht an die Tatsachen anpassen kann, fliegt raus.)
      *\end{zynismus}*

  12. Na das ist mal eine Logik, jetzt brauch man das Kind auch nicht mehr anzuschnallen… .

    Wenn Erwachsene meinen Sie müssten mit ihrer Gesundheit oder gar ihrem Leben so unvorsichtig umgehen, dann ist das schon unverständlich, aber ein Kind, was den Ernst der Lage nicht kennt, ebenfalls nicht anzuschnallen finde ich unter aller Bohne. Da hab ich keine Worte für.

  13. Da überkommt mich im Nachhinein das kalte Grausen, wie wir teilweise gereist sind. Klein-Irene lag schlafend quer mit dem Kopf auf Mutters Schoss und den Füssen auf Vaters Schoss, während Vater fuhr. Das waren aber andere Verhältnisse: viel weniger Verkehr, und viel weniger Wissen. Unser Auto hatte hinten auch noch keine Gurte.
    Als wir einen Kombi hatten, wurde nachts losgefahren. Rücksitze umgeklappt, eine Lage Gepäck, eine Lage Bettzeug, Kinder ins Bettzeug gelegt, Abfahrt.
    Und kein Zöllner hat deshalb je etwas gesagt!
    Heute würde ich keinen Zentimeter fahren mit unangeschnallten Fahrgästen, Kinder transportiere ich mangels Kinder Kindersitz überhaupt nicht.

  14. Alle mein Jahrgang hier, was?
    Das mit dem ersten Kindersitz für den sechs Jahre jüngeren Bruder kenne ich auch.
    Und keine Ahnung, wann überhaupt der erste verpflichtende Gurt auf dem Rücksitz in mein Leben trat.
    Aber gut erinnere ich mich daran, wie meine zweite Tochter mit drei, vier Jahren bei 100 Sachen auf der Autobahn im Wohnmobil sich in ihrem Kindersitz, unter dem Gurt durch, *hinstellte* – und prompt von mir, die ich genau gegenüber saß, eine Ohrfeige kassierte (denn vor Schreck fiel mir auch nichts besseres ein). Danach gab es NIE wieder eine Diskussion, ob und wie sie angeschnallt im Auto zu sitzen hat.

    Salat

  15. Ich könnte kotzen!
    Die Polizei sollte sich mal vor die Kindergärten, bei der Abholzeit.
    Oder nach dem Kinderturnen (letzte Woche erst wieder erlebt), hinstellen.
    Da würden die Kassen gefüllt.
    Mann, sowas macht mich wütend. Nächstes mal reib ich dem betreffenden Elternteil den Zeitungsabschnitt unter die Nase!!!

  16. Wie gruselig. Ich hab bedauert, als wir von Fünfpunkt auf Dreipunktgurt umsteigen mussten, weil ich zwei Zappelliesen habe. Aber ich hab ihnen dann mal kontrolliert auf einem leeren Weg gezeigt, was bei einer Vollbremsung mit ihrem Plüschtier passiert, das nicht angeschnallt war. Das gab zu denken …

    Andererseits: vor Jahren teilte ich nach einem Sturz mit Verdacht auf Gehirnerschütterung das Zimmer mit einer jungen Mutter und einem Kind (das eigentlich auf die Kinderstation gemusst hätte). Beide hatten einen Unfall hinter sich, der Lebensgefährte hatte nicht überlebt und das Kind kam nur so „glimpflich“ davon, weil es nicht angeschnallt durch die Seitenscheibe geflogen ist, bevor das Auto an den Baum knallte. Hätte sie drin gesessen, wärs das gewesen.

    Man kann also beide Seiten sehen. Es gibt immer ein Pro und ein Contra. Trotzdem: meine sind angeschnallt und bleiben es.

    1. „Hätte sie drin gesessen, wärs das gewesen.“ Das klingt stark hypothetisch. Immerhin hat die Mutter drin gesessen und überlebt.
      Dass das Kind den Flug durch die Scheibe überlebt hat grenzt irgendwie auch an ein Wunder.
      Das ist kein Contra-Argument – da hat nur jemand im Lotto gewonnen.

  17. Argh, Leute, es geht doch nicht um den Kindersitz es geht um die Einstellung „Ich brauch keine Vorsorge weil bislang immer alles gutgegangen ist“.

    „allegoreo“ = griech. für „etwas umschreiben, anders sagen“

    1. Auch (oder gerade) wenn man es nicht im übertragenden Sinne versteht, bewegt die Geschichte aber nunmal – es ist so viel deutlicher!

  18. demletzt auf der autobahn: alter ford escort neben uns auf der spur mit ehepaar vorne drin und einem etwa 5 jahre altem kind auf der rückbank. das kind steht irgendwann auf, stellt sich zwischen die 2 sitze und spielt mit seinem auto. die eltern schauen unberührt nach vorne. sieht man leider öfter als man denkt.

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