umtausch

am gleichen tag in dem o.g. laden. ich nähere mich dem kegelförmigen herrn in rot mit der markanten elvis-costello-brille. er tippt fleissig wirres zeug in seine uralt-tastatur an seinem uralt-stehpult mit dem uralt-ms-dos-programm des marktes, der nicht blöd macht. höflich warte ich, bis meine anwesenheit seinem sichtfeld bewußt wird.

ich: „guten tag, entschuldigung, ich möchte gerne das hier umtauschen.“
costello: „… und was dafür mitnehmen?“ (guten tag, wie geht´s? schön, dass sie wir sie heute als kunde begrüssen dürfen.)
ich: „äh … geld? ich brauche nichts sonst im tausch. ich hab´s so hinbekommen.“ (es ging um so ein kabel-adapter-ding für den dvd-player)
costello: „… aha! also sie wollen das *zurück*geben. das ist eine *rück*gabe.“
(aha meinerseits. kommst mir also philologisch. das kann ich auch:)
ich: „ok, dann will ich es *umtauschen* … gegen geld!“

so. got ya`.
lass mich doch hier nicht veralbern. muss der doch hier keinen auf oli pocher oder mario barth machen, nur weil er zufällig im gleichen laden arbeitet. menno!

20 Antworten auf „umtausch“

  1. Von der fehlenden Höflichkeit mal zu schweigen – kassentechnisch ist Umtausch etwas ganz anderes als Rückgabe. In manchen Läden geht manchmal auch nur ersteres, nicht letzteres… das ist, wie wenn bei Dir ein Patient mit Schnupfen kommt und ein Medikament gegen Grippe will, da wirst Du vermutlich auch erstmal sagen, dass er Schnupfen hat und keine Grippe 😉

  2. Jaja, unter Fachleuten nennt man diese Rechtsvorstellung Parallelwertung in der Laiensphäre…

    Ich wäre da auch lieber leise aufgetreten, denn einen Rechtsanspruch auf Rückgabe, Umtausch oder ähnliches gibt es nicht, wenn es nicht ausdrücklich in dem Kaufvertrag zwischen Euch aufgenommen wurde.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Umtausch

    Unabhängig davon gelten immer die Gewährleistungsrechte und ggf. Garantie.

    Liebe Grüße

    1. Macht der „Blöd“-Markt nicht sogar Werbung damit, man könne „ohne Wenn und Aber“ Dinge zurückgeben? Dann müssen sie wohl auch dazu stehen. Insofern besteht kein Anlass da „leise“ aufzutreten, wenn die Verkäufer unverschämt werden.

  3. Mir ging es gestern im Karstadt genau so.
    Ich hatte einen leeren SodaStream-Zylinder (Flasche fürs CO2):
    „Ich würde den gerne tauschen!“
    „Die Zylinder werden von uns nicht zurück genommen. Das Pfand kriege ich nur beim Hersteller direkt!“
    „Nein. Ich würde ihn gerne tauschen. Gegen einen vollen Zylinder!“
    „Das geht…“

  4. Vom ganzen Rechtsgedöns abgesehen:
    Der Mitarbeiter hätte einfach fragen können „wogegen“ und bei der Nennung von „Geld“ das entsprechende Programm abgespult.

    Aber dieses oberlehrerhafte „das ist eine *rück*gabe.“ (vermutlich in herzzerreissender Nettigkeit vorgetragen) ist einfach unnötig.

    Ich vermute der Kinderdoc denkt sich den Großteil selbst wenn ein Patient fälschlicherweise Antibiotika verlangt, ohne ihn gleich rund zu machen.

    Und selbst WENN man es macht: Im richtigen Tonfall würde sich niemand drum kümmern.

  5. Ach wissen sie, der hat bestimmt in dem Bereich angefangen als er noch jung war und darauf gehofft dass das mit der band endlich klappt. Jetzt ist der jahre und Kilos später immer noch da und schiebt frust auf alles was besser dran ist als er selbst. Solche Typen kommen gerne blöd.

  6. Ich arbeite nebenbei bei einem kleinen Einzel-/Versandhändler, der in einer ähnlichen Branche wie die o.g. Märkte tätig ist. Ja, da hat der Kunde sein gesetzlich garantiertes Widerrufsrecht, dass ihm natürlich auch eingeräumt wird. Wenn dann aber zum Beispiel mal wieder ein „Adapter“ (gilt generell für Artikel, deren Funktionalität eben keiner Begutachtung bedarf, weil – sofern der Kunde sich gut informiert hat – der Artikel genau dass tut, was der Kunde erwartet) in total zerfledderter Blisterverpackung, also absolut unverkäuflich, zurückkommt, wird man von Zeit zu Zeit mal etwas unfreundlich.

    1. Es gibt im stationären Handel kein gesetzliches Widerrufsrecht. Dort gilt die alte Weisheit „pacta sunt servanda“. Verträge sind einzuhalten. Könnte man jedes Rechtsgeschäft beliebig widerrufen, so bräuchten wir gar keine Verträge, da dies ihrem Wesen komplett zuwider läuft. Sie sind nun mal für beide Vertragsparteien bindende, übereinkommende Willensäußerungen.

      Eine Ausnahme ist das Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen (Verträge die über Ferntelekommunikationsvorrichtungen, also Telefon und Internet zustande gekommen sind), gemäß §312d BGB und sogenannten Haustürgeschäften nach §312 BGB.

      Abweichend kann natürlich ein Widerrufsrecht zwischen den Parteien vereinbart werden.

  7. Kinderdok, du misst mit zweierlei Maß.
    Schließlich hast DU dich schon mehr als einmal hier darüber abgelästert, dass DEINE Patienten den medizinischen Fachjargon nicht beherrschen.

    Du bekommst hier also nur deine eigene Medizin zu schlucken… wenn sie dir nicht schmeckt – Denk mal drüber nach!

    1. es steht natürlich jedem media-markt-costello frei, in *seinem* blog über diesen seltsamen kunden zu lästern, der ihn von der seite ansprach und von umtausch faselte, wo er nur sein geld zurückhaben wollte.

      im übrigen bin ich mir über die diktionen im einzelhandel schon bewußt, mein bruder ist selbst ein solcher (wenn auch andere branche) – aber die art und weise, wie der typ mich abhandelte — nee, nee, das ist unter aller sau.

      andererseits sind diese läden so anonym und man erwartet auch von den verkäufern keine sonderliche kompetenz – da läuft die kundenbindung auch weniger über die einzelperson, sondern doch eher und ganz alleine über die auswahl, den preis und … ob man was ohne wenn und aber zurücktauschen, geben, dalassen kann.

  8. Hm.
    So als Kassenkraft zu Onkel Doktor… es ist schon einfacher, wenn der Kunde einem direkt sagt, was er wirklich möchte. Ein Umtausch (gegen ein anderes Produkt) ist eben für uns und die Kasse keine Rückware (gegen Geld bzw. Gutschein). Wenn ein Kunde vor mir steht und sagt „Ich möchte das hier umtauschen“, dann ist meine Antwort darauf natürlich „Und was möchten sie dafür mitnehmen?“ (jaja, nachdem ich meinen Kunden brav begrüßt habe natürlich), genauergesagt ist das die zweite Antwort nach „Haben sie den Kassenbon noch“ (wir dürfen nämlich ohne vorgelegte Quittung die Umtäusche/Rückwaren an den Kassen nicht ohne Genehmigung machen – Hackordnung).

    Genau das gleiche passiert bei „Ich brauche eine Rechnung“ (ja, wir können Rechnungen ausstellen – bzw. Lieferscheine, die Rechnung kommt dann per Post). Dann ist die Frage „Brauchen sie eine Rechnung oder eine Quittung?“. 90% der Menschheit scheint nämlich leider nicht in der Lage zu sein, diese beiden auseinanderzuhalten. Und wenn der Lieferschein erstmal im System ist, können wir leider keine Barzahlungen mehr annehmen… außer, man kommt mit der Rechnung wieder vorbei (und nein, wir können keine Lieferscheine kassieren, nur Rechnungen – System und Kasse brauchen dafür nämlich eine Rechnungsnummer, die steht auf dem Lieferschein nicht).

    Die Mitarbeiter an den Kassen sind in der Hackordnung des Ladens in der Regel ganz unten (außer Cheffe kassiert dank zu dünner Personaldecke selbst). Hinter den Mitarbeitern im Verkauf. Hinter allem und jedem. Und ganz oft Aushilfen (Studenten, Schüler etc) auf 400€-Basis. Die haben nicht zu entscheiden, was sie dem Kunden sagen. Der Mitarbeiter hat vermutlich einfach sein vorgegebenes Programm abgespult (Testkäufer sei dank darf man ja alles standardisieren – bloß nicht selber denken). Dafür sollte man ihn eigentlich nicht verurteilen – höchstens für den Ton, in dem er sich vergriffen zu haben scheint.

  9. Bei uns haben v.a. Teenager ein ganz anderes Wort-Problem: 90 % derer, die mich fragen, ob man bei uns „kopieren“ kann, wollen am PC etwas ausdrucken. Da wir aber auch einen Kopierer haben, führt das regelmässig zu Verwirrung. Inzwischen frage ich auch nach „kopieren an dem Ding da, oder ausdrucken am PC“ – worauf die Antwort „kopieren am PC“ kommt…

  10. Das ist eben der Unterschied: Geht man zum Fachhändler, bekommt man i.d.R. eine kompetente, höfliche und freundliche Beratung – die eben ihren Preis hat, weil Kompetenzen nicht vom Himmel fallen.

    Ist man sich hingegen nicht zu schade, zum vermeintlich günstigen Volksverblödungsmarkt zu gehen, sollte man sich nicht wundern, wenn man dort statt Beratern Preisschildvorleser findet, denen auch soziale Kompetenzen abgehen. Hätten die nämlich mehr auf der Pfanne, dann würden sie woanders arbeiten.

    Man muss halt wissen, was man will, dann kriegt man, was man verdient. 😉

    1. Da hast du sicherlich recht. Aber für ein Kabel oder einen Adapter gehe ich jetzt auch nicht unbedingt zum Fachhändler, sondern springe mal schnell in der Stadt beim nächsten Elektronik Discounter rein.

      Und ich finde schon, dass man als Kunde wenigstens grundlegende Höflichkeit erwarten können sollte. Auch wenn man sich unpräzise ausgedrückt hat.

      1. Wenn man genau weiß, welches Kleinteil man wofür braucht, kann man auch zum Blödmarkt gehen, klar.

        Was man erwarten darf: Nach allgemeinem Werteverständnis DARF jeder Mensch erwarten, dass er grundsätzlich überall höflich und freundlich behandelt wird.

        Nach logischen Gesichtspunkten SOLLTE man es aber im Blödmarkt, beim Discounter, beim Burgerbrutzler etc. nicht erwarten. Denn Fakt ist nun mal, dass einige Menschen das mit den Umgangsformen drauf haben und andere nicht. Und bei den Prekärlöhnen, die solche Arbeitgeber bekanntlich zahlen, liegt auf der Hand welche Sorte Menschen dort tendenziell als Arbeitnehmer landen …

      2. Ha!
        Gerade mit Kabel und Kleingedönse wird da verdient.
        Die wirklich meisten Kabel und Adapter bekommt man im Computerfachladen an der Ecke um mindestens 50 % billiger.

        1. Da schlägt dann bei mir die Bequemlichkeit zu.
          Zwischen meinem zuhause und er Innenstadt meiner mittelkleinen Dom- und Universitätsstadt ist die Alternative zu „Pluto“ nur noch ein weiterer Laden selbiger Firma. Für einen brauchbaren Fachladen müsste ich auf den anderen Seite wieder aus der stadt rausfahren und das sind dann auch bloß Ketten.

          Bei meinem technophilen liebsten haben wir allerdings die meisten Sachen sowieso zuhause oder sie werden bei der nächsten größeren Bestellung mitgenommen.

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