Die Vorsorgeuntersuchungen – U9

Wir kommen zur abschließenden Vorsorgeuntersuchung des Vorschulalters, die U9. Seit einigen Jahren gibt es weitere Untersuchungen, eine U10, eine U11, aber sie wird noch nicht von allen Krankenkassen übernommen. Daher – für die Mehrzahl der Kinder: Die U9 ist die letzte Untersuchung beim Kinderarzt vor dem Schuleintritt. In aller Regel geht es stramm auf die Einschulung zu, meist im gleichen oder im Folgejahr, viele Kinder haben in unseren Breiten bereits eine Einschulungsuntersuchung über sich ergehen lassen müssen, dort soll getestet werden, ob das Kind überhaupt schulreif sei. Das testen wir bei der U9 nicht, was manche Eltern nicht verstehen. Die … Die Vorsorgeuntersuchungen – U9 weiterlesen

Entwicklungsstörungen und Heilmittelverordnungen – die Jungen kommen wieder mal schlechter weg

Mehr Entwicklungsstörungen, weniger Heilmittel Über Twitter kam letztens ja eine Meldung der AOK über die Heilmittelverordnungen im Allgemeinen und die Unterschiede bei Jungs und Mädchen im Speziellen. Die gute @KindundKittel fragte herum, wie denn die Meinung bei uns Kinderärzten dazu sei. Twitter im Allgemeinen hat sich natürlich auch dazu geäußert. Jeder kann ja den Artikel lesen, dennoch eine kurze Zusammenfassung: Die Zahl der diagnostizierten Entwicklungsstörungen bei Schulanfänger hat im Zehnjahreszeitraum zugenommen (2008 27,5% auf 2017 34,8%) Im gleichen Zeitraum haben die Heilmittelverordnungen in geringerem Maße zugenommen (2008 15,6% auf 2017 16,9%). Seit 2015 seien die Verordnungen sogar zurückgegangen. Spitzenreiter der … Entwicklungsstörungen und Heilmittelverordnungen – die Jungen kommen wieder mal schlechter weg weiterlesen

ثنائية اللغة, ku duzimaniya, διγλωσσία, билингвизм… – über Zweisprachigkeit

Sprache ist Verbindung Beobachtet man Kinder im Urlaub, am Strand, auf dem Campingplatz, weg von den gestressten Eltern, hingegeben der Suche nach Sozialkontakten und Spielen: Alle Kinder, egal welcher Sprache, verstehen sich. Sie verstehen sich im Spiel,sie verstehen sich durch Gesten, durch blitzschnelle Aufnahme von fremder Sprache. Durch Zwischenmenschlichkeit. Sprache ist für Kinder essentiell, welch banale Feststellung, die Sprachentwicklung ist, so unterschiedlich sie verlaufen kann, am Ende vielleicht die wichtigste Entwicklungsphase eines Kindes, schließlich prägt sie das Sozialgefüge. Umso toller, was die Natur den Kindern mitgegeben hat, um ihre Sprache zu finden, ihre eigene, universelle, am Anfang und am Ende … ثنائية اللغة, ku duzimaniya, διγλωσσία, билингвизм… – über Zweisprachigkeit weiterlesen

Alleine Pipi gehen

Letzte Woche war irgendwie „Mein Kind ist noch nicht trocken“-Woche. Liegt vielleicht am kommenden Sommer oder vielleicht sind grade die Windelpreise angestiegen, was weiß denn ich? Jedenfalls hier eine kurze Runde von Fragen in der Praxis: – „Herr Doktor, die Lisa-Belle ist noch nicht trocken, das ist doch nicht normal, oder?“ (Alter des Kindes? 16 Monate) – „Herr Doktor, der Henry-James will schon auf dem Klo sitzen, ja, auf dem Rich-ti-gen Klo! Soll ich ihn lassen?“ (Alter des Kindes? 14 Monate) – „Herr Doktor, der Carlheinrich (ja, doch…) macht seinen Stinker in die Ecke, aber nur mit Unterhose, ohne Windel. … Alleine Pipi gehen weiterlesen

Blähungen und Plattfüße

– Kaiserschnittgeburt – Saugglockengeburt – Natürliche Geburt – Tränengangsenge – Blähungen – Lagebedingter Plagiozephalus – Schreikind – Spuckkind – Zahnungsbeschwerden – Schiefes Kind – „Saugverwirrung“ – Nächtliche Schreiphasen – Zu schnelle motorische Entwicklung – Verzögerte motorische Entwicklung – Schnullerbiss – Dauerschnupfen – Häufige Infekte – Allergie – Sprachentwicklungsstörung – Unklare Bauchweh – Senk/Plattfüße – Enuresis – ADHS – Wachstumsschmerzen – Kopfschmerzen – Allgemeine Konzentrationsschwäche – Schulstress Eine nicht abschließende Aufzählung von Diagnosen, warum Kinder angeblich eine osteopathische Behandlung benötigen, nicht wahllos, sondern aus meiner Praxis, gesammelt im letzten halben Jahr! „Indiziert“ wurde die Therapie jeweils von den Hebammen, den Erzieherinnen … Blähungen und Plattfüße weiterlesen

osteopathologisch

„Herr Doktor, wir würden gerne mal zum Osteopathen, weil, die Maya kam ja mit die Saugglocke, und da hat mein Kieferorthopäde gesagt, da kann man mal zum Osteopathen gehen. Die Krankenkasse zahlt das auch, wenn Sie es verordnen.“ „Aber Ihre Tochter ist doch kerngesund?“ „Nur zur Vorsicht.“ „Vor was?“ „Dass sie sich normal entwickelt.“ „Tut sie ja, das haben wir bei der U3 und U4 schon prima gesehen. Mehr muss sie gar nicht können, als sie jetzt kann.“ „… und die anderen machen es ja auch.“ osteopathologisch weiterlesen

Danke für den Hinweis

Lieber Herr Rebmann*, ich habe schon einiges gehört, warum Eltern mit ihren Kindern den Kinderarzt gewechselt haben, und manches ist auch nachvollziehbar (wenn auch nicht immer für die Kinder), dass ich z.B. mit Glaubuli nichts am Hut habe, oder dass ich meine Überzeugung als Impfbefürworter aktiv vertrete, auch dass ein Anderthalbjähriger bei mir immer so weint, sobald ich durch die Tür komme (da kann man noch viele Kinderärzte wechseln), aber Ihre Begründung hat mich vollends überzeugt – wir werden daran arbeiten: „Ich suche mir einen anderen Arzt, was Sie hier bei den Vorsorgeuntersuchungen verlangen, ist nicht altersentsprechend.“ Danke für den … Danke für den Hinweis weiterlesen

Externe Diagnose

Mutter: „Ich möchte gerne meine Tochter auf Winkelfehlsichtigkeit untersuchen lassen.“ Ich: „Aha. Wieso, wie kommen Sie darauf?“ Mutter: „Hat die Bezugserzieherin gesagt im Elterngespräch. Die Diagnose sei eindeutig.“ Ich: „Und welches Problem hat Ihre Tochter mit fünf Jahren genau, dass die Erzieherin sich so sicher ist… mit dieser höchst umstrittenen Diagnose?“ Mutter: „Sie kann noch nicht das Größer-Kleiner-Zeichen richtig. Verwechselt sie ständig.“ ?? Externe Diagnose weiterlesen

Kinderängste (PM des BVKJ)

Ängste der Kinder respektieren und sich nicht darüber lustig machen „Leidet ein Kind unter gewissen Ängsten, so sollten Eltern sich nicht darüber lustig machen, sondern es ernst nehmen. Auf keinen Fall sollten sie ihr Kind zwingen, sich damit zu konfrontieren. Besser ist es, das Kind langsam an etwas Angstauslösendes heranzuführen. „Sprechen Sie mit ihm und lassen sich die Ängste beschreiben, so dass Sie verstehen können, wovor Ihr Kind sich fürchtet. Loben Sie Ihr Kind, wenn es etwas macht, wovor es vorher Angst hatte“, rät Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin aus Weimar. Bestimmte Ängste gehören zur Entwicklung eines Kindes und … Kinderängste (PM des BVKJ) weiterlesen

Saftladen

Vater: „Und dann, übrigens: Sie isst ja gar nichts.“ Nachdem ich mir die nicht vorhandene Bindehautentzündung und den nicht vorhandenen Ausschlag angeschaut habe. Ich: „Und was isst sie?“ Vater: „Na, nichts.“ Ich: „Gar nichts?“ Vater: „Gar nichts. … also fast.“ Ich: „Und was?“ Vater: „Mal ´n Keks.“ Ich: „Aber trinken tut sie?“ Vater: „Ja und wie.“ Ich: „Und was? Zum Beispiel heute morgen?“ Vater: „Milch. Mit Kaba.“ Ich: „Und mittags?“ Vater: „Auch wieder Milch. Ohne Kaba.“ Ich – ahnend: „Aus der Flasche?“ Vater: „Ja.“ Ich – ängstlich: „Wieviele Flaschen?“ Vater: „Keine Ahnung. So zwei Liter werden´s schon sein.“ Ich: „Wie … Saftladen weiterlesen