geh wählen

in anbetracht der politischen landschaft nach den drei landtagwahlen am heutigen tag sind für mich die einzigen positive entwicklungen, die in letzter zeit durch die politische landschaft gegeistert sind, die neuen kampagnen zum wählen-gehen. wie sollte sich sonst bei uns auch etwas verändern? deutlich machen es die privaten sendeanstalten pro7, kabeleins,n24 und sat1, etwas um die ecke durch die backe und einmal mit der kirche ums dorf, dafür vielleicht umso effektiver, die initiative von probono (friedrich küppersbusch) gehtnichthin.
in meinem blog gibt es ansonsten kein politisches statement, außer dem, politisch zu sein, seine stimme abzugeben und nichts dem zufall zu überlassen. mag sein, dass das hier ein rein braves staatsbürgerliches statement ist, aber es ist meine überzeugung, ausreichend sozialisiert, demo-gestärkt und friedensbewegungs-bewegt. ja doch, schon auch unzufrieden mit den politikern, mit jenen und solchen und manch einen, aber überzeugt in der feststellung und fest in der überzeugung, dass jedes einzelne kreuzchen auch was bewegt. und wenn es an den wahlwerbespots, die ich in meinem mündigen wählerleben bisher erlebt habe, etwas gemangelt hat, dann an dem einen, der grundsätzlich zum wählen aufruft. endlich ist es soweit. endlich. da musste die wahlbeteiligung auf 77,7% (bund 2005) sinken – heute in sachsen wird sie vermutlich unter 50% bleiben. fragt sich nur, warum das nicht bei den öffentlich-rechtlichen stattfindet.
geh wählen!
geh nicht hin!

Edit: Endlich – der Wahl-O-Mat ist online – enjoy!

20 Antworten auf „geh wählen“

  1. Die Piraten sind zwar ganz interessant, aber nur mit einem Thema kann man keine Regierung bestreiten

    Nun ja, die Grünen haben vor Jahren auch mit eineim einzigen Thema angefangen und die hat auch keiner um ein außenpolitisches Statement gebeten, als sie im Bundestag eingezogen sind. Und alleine regiert haben die auch noch nicht.

    1. weiß nicht. ihnen wurde zwar nur ein thema nachgesagt (umwelt), aber metaphorisch betrachtet beinhaltete das doch ganz schön viel (umwelt, -schutz, atomkraftausstieg, abrüstung, in diesem zusammenhang auch schon ein wenig außenpolitik usw.) vor allem besetzen sie natürlich themen, die den anderen etablierten schnuppe waren zu diesem zeitpunkt.

      1. Nun, bei den Piraten sehe ich da auch eine ganze Menge Themen…dass die Medien aus ihnen eine „1-Themen-Partei“ konstruieren wollen („Das sind die mit den kostenlosen Internet-Downloads“), ist wieder was anderes.
        – Datenschutz
        – Stärkung der Bürgerrechte
        – Mehr Transparenz des Staates
        – Öffentliche, kostenlose Zugang zu Information, insbes. in der Forschung
        – Keine Patentierbarkeit von Genen, Ideen und
        Software
        – Kein Einsatz der Bundeswehr im Inneren

        Das ist schonmal eine ganz schöne Sammlung und keineswegs haben diese Themen alle „Online-Charakter“ sondern vieles spielt auch in Bereiche wie Ökologie, Bildung, Forschung, Soziale Gerechtigkeit, Innenpolitik usw. hinein.

        Sie haben halt (noch) keine Antwort auf die Wirschaftskrise, die ökologische Katastrophe oder die Bildungsmisere – aber mir ist das im Moment fast lieber als die falsche.

  2. Wenn es in diesem Land noch eine Partei geben würde, der ich mit gutem Gewissen meine Stimme geben könnte, dann – ja dann würde ich wählen gehen.
    Mittlerweile sind wir aber wirklich bei Pest vs. Cholera angekommen, und auch das Ausweichen auf die Randgruppenseuchen ist witzlos geworden.
    Die einen wollen mir den Job versauen, die anderen wollen mir das Internet kaputtzensieren, die dritten das Auto verleiden, die vierten sind planlose Umfaller ohne Programm, und damit sind die „Grossen“ schon abgehakt. Aber gut, dass von denen keine mehr sinnvoll wählbar ist, ist bei der digitalen Generation ja mittlerweile ausreichend bekannt.
    Ganz rechts kommt sowieso nicht in Frage, genau wie ganz links. Radikale sind in beiden Richtungen inakzeptabel. Weder Kommunismus noch Nationalsozialismus haben je funktioniert.
    Die Piraten sind zwar ganz interessant, aber nur mit einem Thema kann man keine Regierung bestreiten. Ich stell mir grad vor, die kommen wirklich auf 10% oder mehr, und sollen ein Statement zu Gesundheitspolitik oder Aussenhandel abgeben.. da wirds dann zappenduster.
    Vielleicht wähl ich die grauen Panther. Die tun wenigstens was für meine Rente.. falls es bis dahin noch sowas geben sollte. :o)

    1. Du kannst deine Stimme auch einer kleinen Partei geben. Die mischen dann zwar nicht in der „großen“ Politik mit, aber sie kriegen für jede Stimme nen Euro, der dann wieder in Lobbyarbeit zu dem vertretenen Thema investiert werden kann.

      Immer noch besser, als gar nicht zu wählen und den Politikern damit zu signalisieren „macht doch was ihr wollt“.

    1. ich kann dir sagen, wer jetzt gut für die gesundheitspolitik wäre, vielleicht auch wer für mich als selbständiger oberer zehntausend spitzenverdiener, oder wer für mich als familienvater, oder für mich als ehemals und immer noch friedensbewegter und alternativenergieanhänger … aber ganz ehrlich: so hin- und hergerissen wie bei dieser wahl war ich auch schon lange nicht mehr. vermutlich werde ich meine stimmen splitten, aber wem … das ist mein bürgerrecht, das für mich zu behalten.

    2. @DeserTStorM: Wenn du gar keine Ahnung hast: ab 4. September ist wieder der Wahlomat online, da kannst du die Übereinstimmung der Parteien zu deinen eigenen Haltungen abchecken.
      Für eine grobe Einschätzung reichts, und dann kann man ja immer noch weitersehen.

      Ich hab i.d.R. ein paar Wunschthemen und auf der anderen Seite ein paar K.O.-Themen. Ich siebe also zuerst die „gehn gar nicht“-Parteien aus, und schau dann wer vom Rest mir am wenigsten Würgereiz verursacht ehesten entspricht.

  3. 100% Zustimmung! Wählen gehen! Jeder!
    Und zwar nicht, weil es ein paar Nasen aus dem Fernsehen hinausposaunen und als hip, cool und wichtig hypen – sondern weil es für jeden demokratisch denkenden Bürger Pflicht ist, wenn ihm/ihr etwas an dem Geschehen in unserem Land gelegen ist!

    Im Grunde genommen ist das Warum aber eigentlich auch egal, hauptsache: WÄHLEN!

  4. Den faden deutschen Abklatsch des amerikanischen „Don’t vote“ hab ich neulich schon enttäuscht zur Kenntnis genommen. Die Pointe – dass man mit der Stimme was bewegt, und was denn so an Themen ansteht – hat der deutsche Spot leider voll verpennt.
    Schade, dass das so in die Hose gegangen ist, denn in der Sache stimme ich dir zu: Jede Stimme zählt!

    Oder anders formuliert: Wer nicht wählt, darf hinterher nicht meckern.

      1. Ich finde den Spot jetzt gar nicht so schlecht. Klar, er ist von Don´t vote abgekupfert – aber er spielt damit. Buck macht das erstaunlich gut, finde ich. Auch wenn ich die Hälfte der Leute da nicht kenne – so ziemlich alle, die da unter 30 waren – aber mich soll der Spot auch nicht ansprechen.

        Er soll ja diejennigen ansprechen, die sonst nicht hingehen – ich bin also ganz klar nicht die Zielgruppe.

      2. Mein Problem ist ja nicht, dass abgekupfert wurde, sondern dass schlecht abgekupfert wurde.

        Der amerikanische Spot spielt mit dem Widerspruch „Don’t vote – if you don’t care“. Und dabei kommen eine Reihe Themen aufs Tapet, die doch tatsächlich interessant sind – Bildung, Gesundheit, Terror, Krieg undundund. Der „if you don’t care“-Teil kommt im deutschen Spot leider ziemlich zu kurz, Themen werden gar nicht genannt, und ich hatte den Eindruck dass die Promis selbst nicht wissen, um was es eigentlich geht. Die subtile Ironie kommt im amerikanischen Original einfach besser rüber.

        (Ich hab übrigens keinen einzigen von den angeblichen Promis gekannt… und ich bin auch noch nicht 30, allerdings wohl nicht unbedingt Teil der Zielgruppe…)

      3. Trotzdem keiner dabei, der für mich eine politische Vorbildfunktion hat.
        (Ja, ich weiß, dass die Maischberger ne Polit-Talk-Sendung hat. Und nein, das widerspricht meinem Statement von oben nicht.)

        Is aber auch egal – ich muss nicht zum wählen gehen überzeugt werden, also bin ich sowieso nicht die Zielgruppe *gg*

  5. öffentlich-rechtliche = „Volks“partei-Filz (wie war das letztens auf’m MDR, wo das Merkel-Interview vor Sonntag („heute“) geplant war, das mit Steinmeier danach – keine Absicht, sicher).
    Das Klientel, das man aufrufen kann (Erstwähler, Politikverdrossene) würde aber (überwiegend) keine „Volks“partei wählen… Also gibt es dazu nichts.

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