kurzer seufzer am abend

wenn eltern mit ihren kindern immer nur in hohen oktaven und sigmatismatisch, also lispelnd, kommunizieren und dazu noch ständig silbenverdopplungen, kinderworte und i-chen  einfliessen lassen (ja schnutßelchen, wo iß den daß wauwau? ach hinter dem brummbrumm? ßollen wir jetßt eideidei machen, nachdem wir daß kacki aus der windi geholt haben? dann gibßt noch ein bißchen breili, und dann macht schatßi ein bubu), bekomme ich schon immer eine krise, graue haare und manchmal auch selbige auf den zähnen, ganz zu schweigen von der sorge um die sprachgesundheit des bobbeles.
aber wenn nun auch noch meine medizinischen fachangestellten damit anfangen, dann muss ich wohl doch meine qualitätsmanagementbemühungen in der praxis auf  das projekt „wie spreche ich normal mit einem kind“ ausdehnen.

59 Antworten auf „kurzer seufzer am abend“

  1. Hej,

    auch wenn das Thema hier schon etwas älter ist, für mich ist es sehr aktuell. Ich habe einen 19 Monate alten Sohn und spreche „normal“ mit ihm. Sicher gibt es das eine oder andere Wort in Babysprache das wir benutzen, auch wenn mir jetzt kein spezielles einfällt. Ich bin immer wieder erstaunt, was er alles versteht. Egal was ich ihn Frage, egal was ich ihn bitte zu tun. Er setzt es um. Er kann mir alles in seinen Büchern zeigen, klar seine Bedürfnisse ausdrücken…

    Aber ein Sache beschäftigt mich zur Zeit sehr. Mein Sohn spricht kein Wort außer Mama und Da. Er kann etwa 10 Tierstimmen imitieren. Sieht er z. B. einen Hund auf der Straße, im Buch oder ich frage, wie macht der Hund, dann antwortet er mit wauwau. (keine dieser Tierstimmen oder ausdrücke habe ich ihm beigebracht, sicher habe ich erwähnt, dass der Hund bellt, aber ich habe immer der Hund gesagt). „Richtige“ Wörter kommen allerdings nicht über seine Lippen. Sicher jeders Kind braucht seine eigene Zeit. Ich bin auch „noch“ nicht ernsthaft beunruhigt, aber ich mache mir Gedanken dazu.

    1. Mit 19 Monaten ist das ziemlich sicher noch völlig im Rahmen, zumal er alles versteht. Mein zweites Kind hat sich mit „da“, „Mama“ und „Äh“ auch bis fast zum zweiten Geburtstag durchgeschlagen und dann ging es plötzlich wie von selbst.

      Vorlesen, Bücher angucken und viel sprechen machst du ja anscheinend schon. Und „wauwau“ gilt durchaus als Wort, ein Onomatopoetikum!

      Es gibt auch sogenannte Late-Talkers (http://www.stimmhaft.de/therapiefelder/kinder/late-talkers/), aber bei einem Anderthalbjährigen kann man wahrhaft noch nicht davon sprechen.

      Nur die Ruhe!

  2. Hey from Toronto, Canada

    Just a quick hello from as I’m new to the board. I’ve seen some interesting posts so far.

    To be honest I’m new to forums and computers in general 🙂

    Mike

  3. Ach ja, Babysprache.. *in Erinnerungen schwelg*. Sie brachte uns so geniale Worte wie das „Dotterwetter“ und die unvergessenen „Söderhalbe“. Und ich staune immer noch, daß man ein einfaches Wort wie „Dedi“ in zwei erkennbaren Varianten bringen kann, bei denen jedem sofort klar war, daß das eine „Baby“ hieß, das andere aber „Teddy“.

    Kinder sind echt Sprachgenies.

    Salat

  4. @kinderdok

    Keine Ahnung, was Du als seriös ansiehst. Spontan habe ich da erst mal folgende Fundstellen:

    http://www.kinder.de/Entwicklung_des_Kindes_bis_zum_9_Monat.1115.0.html
    http://www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/baby-entwicklung/art/tipp/sprechen-und-vorlesen-das-erfolgsduo-fuer-das-sprechen-lernen.html

    Beides übrigens gefunden mit den Suchbegriffen „babysprache“ und „schädlich“ …

    Die Formulierung „meine mal gelesen zu haben“ und mein Hinweis, dass ich nicht vom Fach bin, erfolgten nicht ohne Grund. Es kann ja sein, dass ich mich täusche (habe täuschen lassen), aber die erste Antwort auf meinen ersten Kommentar hier deutet mir zart etwas anderes an …

    Was die Quellen von „meine gelesen zu haben“ angeht, so handelt es sich dabei entweder um die Elternzeitung, den Elternbrief der Stadt Köln oder um Bücher, die ich zu Hause habe. In den Büchern kann ich mal nach der Quelle fahnden, bei der Elternzeitung und dem Elternbrief kann ich es unmöglich sagen, weil ich die nicht aufhebe. Eltern.de gab hierzu leider nichts her.

    Zumindest kann ich sagen, dass ich von der Förderlichkeit bzw. Unschädlichkeit schon einige Male gelesen und gehört habe, während es mir noch nie untergekommen ist, dass Babysprache ausdrücklich als schädlich bezeichnet wurde. Ich gebe zu, ein wissenschaftlicher Nachweis sieht anders aus. Gibt es für Deine These denn seriöse Quellen, dass Babysprache schädlich sei?

    1. danke für deine links.
      ganz abgesehen davon, dass ich mit linkverweisen immer so meine probleme habe, in denen mich gleich irgendwelche werbe-pop-ups anspringen, und irgendwo – ausgerechnet – toggolino beworben wird – deine artikel hier widersprechen doch gar nicht meinen sorgen:
      „diese babysprache sollte bald wieder abgelegt werden“ steht doch da. und genau das ist doch der punkt. klar brabbeln wir alle mit unseren kleinen gören *mal* babytalk. aber es gibt wirklich eltern, die das *nonstop* tun, in der vorstellung, ihre kinder würden sie sonst nicht verstehen. und das ist einfach nicht so.
      nein, keine seriösen quellen, das babytalk schädlich sei – david hat in seinem ersten kommentar meine sorgen schon genommen – wie sie im artikel stehen.
      aber: eigene erfahrungen. ich habe sie oben genannt. kinder, die das *gewollte gespielte* lispeln der eltern kopieren. schulkinder, die noch wie vierjärige sprechen, weils die eltern mitunter noch tun, oder weils in der peergroup grad wichtig ist.
      ende.

      sprecht mit euren kindern, wie ihr wollt. aber sprachstörungen und dyslalien, die kopiert sind und anerzogen, werden pädagogisch und nicht logopädisch therapiert.

      1. Popups? Gab es bei mir nicht. Fühle mich ungerecht behandelt. 🙁

        Natürlich sollte die Babysprache ihrem Namen entsprechend kleinen Kindern vorbehalten sein. Und vorsätzliche Sprachfehler, das schrieb ich ja schon, gehen gar nicht.

        Dass sich Deine Kritik auf Babysprache bei älteren Kindern bezieht (für die Babysprache natürlich Käsikäsi ist 🙂 ), ist in Deinem Artikel nicht zu erkennen. Im Gegenteil deuten Deine Sprachbeispiele, in denen von Windeln, Brei und Mittagsschlaf die Rede ist, auf ein Alter hin, in dem genau diese Sprache gerade nicht schädlich ist.

        Anlässlich der Diskussion hier habe ich mich selbst übrigens mal beobachtet und festgestellt, dass ich bei meiner Zweijährigen schon länger keine Baby-Begriffe mehr verwende, aber zu ca. 50% einen Tonfall verwende, den ich nur bei kleinen Kindern anwende. Als mir der neulich bei einer Vierjährigen mal rausrutschte, merkte ich schon nach einem Satz an ihrem Blick, dass das völlig unangemessen war. 🙂

        Das einzige Wort, das ich nicht richtig ausspreche, ist das für ihren Schnuller. Bei dem weigert sie sich nämlich auch beharrlich, den richtigen Begriff zu benutzen, obwohl sie es könnte. Diese Ausnahme ist für mich einfach zu einem Familien-Intern-Begriff geworden und gut. War nur einmal peinlich, als ich die Polizei am Telefon hatte und Madame wiederholt und lautstark nach ihrem Beruhigungssauger verlangte. 😉

  5. Vor Jahren habe ich meinem gerade Sprechen lernenden Patenkind einen geschnitzten Hund gezeigt, dessen Kopf sich drehen lässt. Das Ding fand sie so putzig, dass sie ihre Eltern darauf aufmerksam machen wollte:

    Kind [zeigt Richtung Fensterbank]: Hund!
    Mama: Was meinst du, Schatz?
    Kind: Hund!
    Mama: Wie? Was ist denn da draußen?
    Kind: Hund! Da!
    Mama: Uunt? [Guckt Patenonkel fragend an.] Weißt du, was sie meint?
    Patenonkel: Sie meint den Holzhund da auf der Fensterbank.
    Mama: Ach, den Wauwau meinst du!

  6. Ich stelle fest: mein Kind versteht sehr gut, wenn ich ganz normal Hochdeutsch mit ihr rede. Trotzdem antwortet sie tendentiell eher in ihrer eigenen Sprache (die ich erst verstehen lernen musste) weil es ihr so leichter fällt. Die Kinder verstehen aber sehr gut, wenn man Essen sagt, dass dann HamHam gemeint ist. Dafür muss man nicht selbst in der Babysprache reden. Irgendwann sagen sie dann selbst „essen“ und nicht mehr HamHam.

    1. Es sagt ja auch keiner, dass normales Sprechen falsch wäre. Im Artikel wird ja eher suggeriert, dass die Babysprache an sich etwas Schlechtes sei und der Sprachentwicklung des Kindes schade.

  7. kann mich nur seniora.rossi anschliessen: kindi, hebi, schlafi, gymi, kacki, schnulli und und und, und das unter! erwachsenen. aber tierbesitzer sind da auch nicht besser: ninchen, welli, fellnasi, meeri und und und

    grueslig

    beste gruesse

    h.

    1. wie darf ich das jetzt wieder verstehen? … weil ich ein so dünnes fell habe? oder weil ich akzeptieren muss, das kinder eben kinder sind und eltern eben eltern?

      1. Ich habe die Frage zwar nicht gestellt und würde sie so auch nicht formulieren, aber beim Lesen des Artikels habe ich mich schon darüber gewundert, dass Du als Kinderarzt noch nie gehört haben sollst, dass diese Baby-Sprache mitunter sinnvoll ist, mindestens aber bei Babys und Kleinkindern nicht schadet.

      2. @ danny wilde
        da hätte ich doch gerne mal etwas seriöses gelesen – und nicht „ich meine schon öfter gelesen zu haben“ – bitte übermittele doch mal entsprechendes, vielleicht zum nachlesen im netz? wäre nett.

  8. Die Albernheiten gehen ja schon in der Schwangerschaft los. Dann hat man ein Bauchi und sucht sich eine Hebi. Schon da muß ich mich sehr über diese erwachsenen Frauen wundern. Später ziehen die Kinder zum Schlafen einen Schlafi an. Kindergartenkinder gehen in den Kindi und die Schulkinder machen Hausi. Au weia.

    1. „Man“ hat in der Schwangerschaft ganz bestimmt kein „Bauchi“ und sucht sich eine „Hebi“. Dass einige schlichtere Gemüter das tun, ist kein Grund zu einer derart verallgemeinernden VErunglimpfung von Schwangeren. Mir ist jedenfalls noch keine einzige Schwangere begegnet, die so spricht.

  9. warum soll ich meinem kind nicht beibringen wie die laute der tiere sind die wesentlich besser nachzuahmen sind als die namen der tiere??? ich sage nicht dadai, tatai, bubu oder sonstige erfundene wörter aber die laute nach zu machen finde ich völlig ok.

  10. aaalso: wenn medizinische fachangestellte den kauderwelsch der eltern ( er hat sein breiileinichen nicht habbamamm gemach und nu denk ich er is krank. nichmal bananiileinchen wollte mein pupsimuckel…) dann nur, weil das intuläkte nivö gehalten werden muss. oder denken sie, dass eltern mit dem sprachgebrauch anweisungen wie – kein fett, keine milch, kein zucker, fieber senken und flüssigkeit löffelweise – kapieren ? da muss es dann “ mundidundi auf und mit dem hubischraubilöffel sabbertee ins mundi “ sein. sonnst gehts kind villeicht drauf !

    hut ab, vor all den helferinnen, die das tag täglich überleben !

  11. Babysprache ist mit Baby´s und Kleinkindern völlig in Ordnung. Komisch wirds nur, wenn sich die Erwachenen in dieser unterhalten OHNE es zu bemerken…

  12. Ich denke auch, dass die Dosis das Gift macht. Ich spreche auch manchmal echt bescheuert mit meinem Kind (Ei wo isser denn? Ja wo ist mein Malte? Oh da ist er ja wieder? Hm leckerlecker Brei) Aber nie so total überzogen und vorallem (!) rede ich auch normal mit ihm. Er selbst findet Babysprache aber wesentlich toller und ist dann vielmehr bei der Sache…..

  13. Ich kann mich ja irren und bin auch nicht vom Fach, aber ich meine schon öfter gelesen zu haben, dass Babysprache sehr wohl einen Sinn hat, weil die Kinder auf die – aus Erwachsenen-Sicht – übertriebene Mimik (z.B. hoch gezogene Augenbrauen), die hohe Stimme und die Betonung besser reagieren als auf normale Erwachsenensprache.

    Ich rede mit meiner Tochter übrigens mal so und mal so und habe nicht das Gefühl, dass sie sich sprachlich schlecht entwickelt. Im Gegenteil: Sie ist ganz von selbst von Quackquack zu Ente und von Wuff zu Hund übergegangen. Was also spricht dagegen?

    Ok, lispeln oder andere Sprachfehler vorzumachen ist natürlich keine gute Idee.

    Ich weiß übrigens auch nicht, was ich von Leuten halten soll, die mit dem Finger auf andere zeigen, weil sie Babysprache benutzen, selbst aber von „baby-talk“ faseln, obwohl es ein deutsches Wort dafür gibt.

    Ist Sprachpanscherei besser als Babysprache?

    1. Das ist auch so – sage ich als angehende Linguistin ;-). Babysprache (dutzi-dutzi) gibt es in allen Sprachen der Welt seit Tausenden von Jahren. Sie hat durchaus ihre Berechtigung. In der Öffentlichkeit würde ich auch nicht so mit meinem Baby (!) reden. Aber es schadet dem Kinde ganz gewiss nicht, im Gegenteil.

      Und egal, ob „Tata“ und „Wauwau“ oder „Spaziergang“ und „Rottweiler“ – Hauptsache, die Eltern sprechen überhaupt viel mit dem Kind, das ist der Schlüssel zum Spracherwerb, nicht die korrekten Bezeichnungen von Anfang an. Und die werden irgendwann sowieso erlernt. Oder habt ihr schon mal einen Zehnjährigen gesehen, der sein „Hamham“ oder in die „Heia“ will?

      1. äh. ja. vielleicht nicht zehn. aber ich erinnere einen älteren schuljungen, der mich onkel doktor nannte und beim rausgehen sagte: „mami, darf ich vor der heia noch ferngucki?“ der war sicherlich schon dritte klasse.

      2. Ausnahmen bestätigen die Regel. Da haben die Eltern wohl den Schuss nicht gehört. Es heißt nicht umsonst „BABYsprache“.

        Und, wo wir schon bei der Sprachkritik sind: Bei „Ich erinnere einen Schuljungen“ rollt’s mir die Zehennägel auf. „Erinnern“ ist kein transitives, sondern ein reflexives Verb, es heißt „Ich erinnere MICH an einen Schuljungen“ Alles andere ist ein verkappter Anglizismus und somit bäh. 😉

      3. @Bylle: evtl. ist das aber in manchen Dialekten erlaubt – bei Pharmama (die ja Schweizerin ist) hab ich nämlich auch schon öfters „ich erinnere XY“ gelesen.
        Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an den Kurs über Grammatiktheorien, wo die Dozentin die Äste im Satzanalysebaum erklärte (Chomsky’s Universal Grammar, müsste dir eigentlich was sagen) und meinte, dass zwei bestimmte Äste normalerweise nie gleichzeitig besetzt wären – AUSSER im bayerischen (und NUR im bayerischen – kein weiterer Dialekt auf der ganzen weiten Welt, der diese Struktur aufweist), denn da kann man ganz offiziell Sätze wie „Der Junge, DER WO gestern…“ bilden.

      4. Hmm, soweit ich weiß, ist das schlicht und ergreifend die Übertragung der englischen Konstruktion „I remember XY“ auf’s Deutsche, ebenso wie „Das macht Sinn“ –> „That makes sense“ (das sehe ich allerdings nicht so streng, benutze ich selbst!).

        „Erlaubt“ – natürlich ist das erlaubt! Sprache ist wandelbar und es kann gut sein, dass sich in 200 Jahren niemand mehr daran erinnert (sic!), dass „erinnern“ mal ein transitives Verb war, vielleicht wird dann nur doch die englische Variante angewendet.

        Die Grammatiktheorie von Chomsky ist in meinen Augen das Letzte. In der Romanistik wird bei uns an der Uni nur so gelehrt und ich musste mich die letzten Jahre ständig damit rumquälen. Inzwischen habe ich von einigen Professoren aus der Iranistik und Afrikanistik die Bestätigung bekommen, dass es ein fürchterlicher und unwissenschaftlicher Ansatz ist, eine Art „Schablone“ zu erstellen, in die man dann versucht, alle Sprachen der Welt zu pressen und – weil das nicht funktioniert – dann 5 Millionen Ausnahmen konstruiert und die 500. Schicht oder InflP oder was auch immer. Mit lebendiger Sprache hat das in meinen Augen nichts zu tun.

      5. zu Chomsky etc: Ich weiß *gg* ich fand das damals nur so witzig (ich hab ein Referat über die wh-Bewegung gehalten – und ich kann mich heute noch drüber kaputtlachen, dass ein Fragepartikel bei Umstellung eines Satzes von der Aussageform zur Frageform mehrfach „zwischenlanden“ muss…). Aus Sicht der Informatik (mein Blickwinkel auf Linguistik) haben Baumstrukturen den Vorteil, dass sie sich recht gut handhaben lassen. Mir ging es in meinem Beispiel aber auch eigentlich nur darum, dass auch Dialekte in der Linguistik ihre Berechtigung haben.
        (Wir haben damals übrigens auch andere Grammatiken angeschaut – Phrasenstrukturgrammatik, und das was man heute für Deutsch verwendet (hab den Namen vergessen, ging irgendwie mit Abschnitten)).

      6. Baumstrukturen machen ja auch definitiv Sinn – gibt’s ja auch ohne den generativen Unfug! Dass Sätze binär aufgebaut sind, ist ja soweit richtig. Nur dieser ganze Merge&Move-Mist, der da dranhängt, stört ;-).

        (Ich musste auch ein Referat über klitische Pronomina in der generativen Syntax halten. Grauenvoll. Wenn ich nur wh-in-situ-Frage, Move-Alpha oder Topicphrase höre, möchte ich fliehen *gg*. Aber das führt jetzt, glaube ich, langsam etwas zu weit.)

      7. Der generative Krempel eignet sich aber z.B. für automatische Übersetzer… und mit denen kann man sooooo viel Spaß haben!
        http://de.babelfish.yahoo.com/
        (Satz eingeben, den Satz eine kleine Rundreise machen lassen – z.B. Deutsch->Englisch->Französisch->…->Deutsch – und sich über das Ergebnis kaputtlachen ^^)

  14. Gibt’s dazu eigentlich irgendeine nette Studie? M

    eine Erfahrung: ich spreche mit den Kindern normal. Mein Mann spricht mit den Kindern normal. Babyzeit: wir reden mit dem Kind, Kind guckt gleichmütig in die Luft. Und dann kommt die Krankengymnastin (Lageasymmetrie) – „Ja guckuck! Ja hallo! Ei dutzidutzi! Ei wo isser denn, der Ball?!“ – Kind guckt. Kind lacht. Kind reagiert. Kind bewegt sich in gewünschte Richtung… da kommt man schon ins Grübeln.

    Leider hab‘ ich’s nicht über mich gebracht, Babysprache zu reden. Lange, lange war auch große Sprachverwirrung, weil wir es nicht schaffen, ein Ding mit immer demselben Begriff zu benennen (Ich sag‘ nur – Geldbeutel, Geldbörse, Portemonnaie, Börse). Kind 4 an der Grenze zur behandlungsbedürftigen Sprachverzögerung. Kind mit 6 mit dem Wortschatz und Ausdrucksvermögen eines weit älteren Kindes. Aber großartig reagieren tut er immer noch nicht. Außer… bei der Ergotherapeutin („Ja, toll! Ja, super machst du das! Ja, priiima!“)

    Bin noch immer ratlos.

    1. gibt es, und die besagt (findet man in jedem basiswerk der linguistik) dass es überhaupt keinen einfluss auf das kind hat. es plappert nicht nach, sondern lernt aus situationen und wendet daraus abgeleitete regeln (z.B. Grammatik) selbst an.
      Wenn ihr denkt ihr müsstet mit euren Kindern wie mit Idioten sprechen, dann unterschätzt ihr sie gehörig!

      1. http://en.wikipedia.org/wiki/Motherese
        (runterscrollen, Quellen anschauen).

        Ich verlinke bewusst den englischen Wikipedia-Artikel. Während dieser den Einfluss der Babysprache aus verschiedenen Sichten beleuchtet, ist der deutsche Artikel hauptsächlich kritisch und verzichtet zudem auf qualitativ hochwertige Quellen.

        Weiterhin interessant:
        http://www.mutterspracherwerb.de/
        http://glad-study.cbs.mpg.de/
        http://www.ling.uni-potsdam.de/babylab/index.html

      2. wie gesagt, texte dazu findet man in jedem bbasis werk zur linguistik, in stephen pinkers „der sprachinstinkt“ ist das aber auch gut erklärt.
        für die die es im original lesen wollen: „the language instinct“ penguin verlag. da findet man dann auch quellen zu den jeweiligen studien.

    2. Die Kinder reagieren nicht auf das Eipippidutzikackaguggu-Gebrabbel, sondern auf Betonung und Mimik. Und das geht auch mit korrekten Sätzen.

  15. Wir sprechen mit unserem Sohn nie Baby-Talk, weil wir uns dabei doof vorkämen. Er spricht mit seinen 16 Monaten außer „da“ (öfters variiert mit „ga“ oder „gra“) kein Wort.
    Eine Bekannte verwendet Baby-Talk bei ihrer Tochter exzessiv – tja, und die kaut ihr mit ihren ebenfalls 16 Monaten schon das Ohr ab.

  16. Auch ich finde die „Baby-Sprache“ furchtbar, wenn sie aus dem Munde eines Erwachsenen blubbert…. meist gepaart mit einem übertriebenen Kniff in das Pausbäckchen und der Fütterung des 137. Kekses (welchen Kind sowieso nur lustvoll im Autositz zerbröselt).

    Allerdings glaube ich auch, dass es wir Erwachsenen sind, die damit ein Problem haben – nicht etwa die Kleinkinder.

    Für Genervtheit am Abend nach einem langem Tag in der Kinderpraxis kann ich aber großes Verständnis aufbringen!
    Das muss ab und zu schon heftig sein!
    Gruß, Papagena

  17. Viel bedenklicher finde ich den Verlust der gerade erst so mühevoll erlernten Muttersprache im Jugendalter: „Alta weischnisch de Wörter“ vor kurzem gehört von einen Kind, das nachweislich bis zum zwölften Lebensjahr akzentfreies, gutes Deutsch sprach.

  18. aus eigeneer Erfahrung kann ich sagen, sobald die Kinder über ein gewisses Maß an Verständnis verfügen, nehmen ise automatisch die richtigen Wörter an. Ein Hund ist nun mal erst ein „Wauwau“, weil er „Wau“ macht. eine Ente macht „Gaack“, lässt sich super nachahmen. Schlimmer finde ich Sachen wie „Guckelicht“ und „Guckaugen“ oder wenn sich die Anverwandten darüber streiten, ob es richtig „heia machen “ oder „deidei machen“ heißt. Das ganze scheint für die Erwachsenen viel wichtiger zu sein, als für die Kiddies selbst.

  19. Jemand, dem die Groß- und Kleinschreibung vollkommen egal ist, sollte nicht über andere „Sünder“ herfallen. Das ist extrem unglaubwürdig.

  20. Hach ja. Du hast ja sooo recht 🙂
    (Meine Mama hat übrigens in die Gegenrichtung übertrieben. Sie war damals noch im Studium… und schwört heute noch Stein und Bein, klein-Benedictas erstes Wort sei „lefelat“ (Referat) gewesen, gefolgt von griechischen und hebräischen Worten (von denen ich heute kein einziges mehr kann). Naja. Ich habs überlebt… *gg*)

  21. Ja er schrumpft definitiv. Wenn ich anfange von diesen grünen, runden, Dingsen zu reden weil mir wieder mal partout das Wort nicht einfällt stelle ich jedes mal aufs Neue fest, wieviel Worte ich dauernd verliere (und wiederfinde)
    Im übrigen finde ich es aber durchaus legitim meiner Tochter zu sagen dass es ‚Mamam‘ gibt. Denn das kann sie nachsprechen (Bilde ich mir zumindest ein). Ein ‚Brei‘ fällt ihr dann aber doch ziemlich schwer über die Lippen zu bringen.
    Aber vielleicht ist es auch einfach eine Frage des Maßes.

    1. aber warum denkst du – und viele eltern – denn nur, dass die kinder das wort „brei“ nur verstehen, wenn man „mamam“ dazu sagt? das sprachverständnis kommt vor dem sprechvermögen. wenn du einen hund hund nennst, wird dein kind auch drauf zeigen, auch wenn es nachher wauwau lautiert.

      1. Das denk ich doch gar nicht *g*
        Darum sag ich ja auch neben Mamam Brei zu dem Zeug (und manchmal Gemüse, Möhre, …)
        Doch der Hintergedanke für mich ist eben nicht nur das Verstehen – sondern das Nachsprechen. Und da ist Mamam deutlich leichter. Nur wieso sollte sie auf die Idee kommen es so zu nennen, wenn es keine ihrer Bezugspersonen (vor)macht?
        Ich wollte damit auch nicht obige Konversation verteidigen. Drum sag ich ja – es ist wohl eine Frage des Maßes. (Und vielleicht auch des Alters)

        Und Hand aufs Herz: Hast du wirklich immer mit deinen Kindern in klaren deutlichen Worten geredet? Nie auch mal ihre Babylaute nachgeahmt oder Babyworte verwendet?

        PS: Danke für dein Blog – ohne würde ich vermutlich gerade nervös da sitzen und grübeln was ich mit meinem schlafenden Kind anstellen soll, von dem ich den Eindruck hat, es würde fiebern. 😉 (Ich wusste gar nicht dass einen sowas sooo nervös machen kann *grummel*

  22. sigmatismatisch – jeden Tag ein neues Wort. Heute fehlte mir noch eins.
    Da kam dieser Beitrag gerade noch rechtzeitig.
    Ansonsten hast du recht – ich kriege die Krise, wenn ich so etwas höre. Auch wenn’s – wie David richtig ausführt – für die Sprachentwicklung des Kindes völlig unerheblich ist.
    Ich wüsste nur gern, ob jemand schon einmal die Sprachentwicklung der Erwachsenen im Zuge einer Elternschaft erforscht hat. Dass sich der Wortschatz verlagert ist klar, jedoch habe ich durchaus den Eindruck, dass er tatsächlich (in vielen Fällen – gerade bei Müttern) signifikant schrumpft.

    1. Es schrumpfen nicht nur die Sprachfähigkeit, sondern auch die Reflexionsfähigkeit („Mein Kind ist unfehlbar.“), die Fähigkeit zu warten („Wir warten schon geschlagene 20 Minuten in ihrer Praxis!“) und die Fähgkeit zur Rücksichtnahme („Platz da, ich habe einen Kinderwagen dabei!“) 🙂

  23. Wegen der „Sprachgesundheit“ der Kleinen brauchst du dir keine Sorgen machen. Ich als angehender Linguist kann dir versichern, dass Kinder, ob mit oder ohne dieses sogenannte „baby-talk“ erzogen, eine etwa gleiche Sprachkompetenz erlangen. In manchen Kulturen wird mit den Kindern in ihren jungen Jahren sogar überhaupt nicht kommuniziert! Trotzdem beherrscht das Kind die Sprache später. /klugscheiß_ende 😉

    Dass deine Mitarbeiter auch damit anfangen, könnte vielleicht damit zusammenhängen, dass sie versuchen sich dem Kind sprachlich anzupassen… was weiß ich. ^^

    btw: Dieses „baby-talk“ lässt bei mir auch immer die Zeh-Nägel zurückrollen!

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