konfuzius konfus

setting: vater und siebenjährige tochter, letztere mit hohem fieber und halsweh. befund ergibt eine hochrote tonsillitis. kinderdok.

dialog:
vater: „wissense, gestern waren wir schon bei ihrer kinderärztin, und da haben wir das hier bekommen.“ hält mir eine packung cec-saft unter die nase. „ham wir schon dreimal gegeben. is noch nicht besser.“
ich: „tja. ein bisschen dauert es eben manchmal, bis ein antibiotikum wirkt.“
vater: „aber das war doch schon gestern, und sie hat immer noch fieber.“ zeigt auf das fröhliche kind neben sich mit den frischen roten fieberbäckchen.
ich: „guter mann. bei uns gibt es ein sprichwort: wir ärzte können nur therapieren, für die wunder ist nur einer zuständig: gott.“
vater: „aha. und konfuzius sagt: besser zweimal gefragt als einmal zu wenig. deswegen sind wir hier.“
ich: „schon recht. aber ein anderes sprichwort sagt: fragst du fünf ärzte, kriegst du fünf meinungen.“

wir kriegen beide lächelnd die kurve und vereinbaren, das kind bei der eigenen kinderärztin nochmal vorzustellen, wenn´s fieber nach zwei tagen nicht runtergeht.

13 Antworten auf „konfuzius konfus“

  1. Mal dumm gefragt:

    Sagen die Kollegen nicht, dass es zwei bis drei Tage dauern kann, bis das Medikament wirkt und man erst dann noch mal vorbeischauen soll? Oder ignorieren die Patienten das?

  2. Mir hat noch nie ein Arzt gesagt, wann was wirkt, aber ich weiß es irgendwie aus langjähriger Erfahrung mit Bronchitis (zu der quasi jede Erkältung bei mir innerhalb eines Tages wird – 1 X im Jahr bin ich „fällig“), dass sowas normalerweise 3 Tage braucht. Vielleicht fehlte die hier?

    Ich war letztens hoch erfreut und positiv überrascht, dass das Antibiotikum bei meiner ersten Blasenentzündung meines Lebens (schmerzhaft hoch drei) innerhalb von wenigen Stunden wirkte. Ich weiß nicht, wie das geht, aber das fand ich beeindruckend.

  3. schade nur, daß so etwas einfach geld kostet & solche „deppen“ hier wirklich unnötige kosten erzeugen. …..auch eine methode, um das gesundheitssystem auszubluten.

    ….von wegen besorgt: das kind ist 7 und somit wird es nicht das erste fieber sein.

  4. bei einem kind ist man immer besorgt
    meine sind 10 und 14, sind sie krank mach ich mir immer so meine sorgen, man will seinem kind sowas ersparen, das ist halt das herz, auch wenn der kopf sag da muss es halt durch

    ich für meinen teil, frag allerdings nur wo anders nach wenn ich mich schlecht aufgehoben fühle,hab deshalb nun zweimal gewechselt und jetzt den für uns richtigen kinderarzt gefunden, wenn ich unsicher bin ruf ich einfach beim kinderarzt an und bekomme auch recht rasch einen rückruf

    1. leider nein…..in der regel verstehen die wahren deppen es auch gar nicht.

      klar, fieber ist schon aufregend, aber wenn du ein kind siehst, welches die ganze nacht keine luft bekam, völlig apathisch / lethargisch war und gaaaaanz schlimm hustete…..und es sitzt vor dir, lächelt dich an, griffelt nach dem stethoskop & gluckst vor sich hin (mit einer rotznase)…fragst du dich schon, was das soll.

      interessant wäre auch einmal eine studie, wie sich die wahrnehmung von kinderkrankheiten in den unterschiedlichen elterngenerationen über die jahrzente verändert hat.

      1. Ich glaube von dem Phänomen hat Pharmama auch mal berichtet als es ihrem Junior wirklich mies ging – jedenfalls bis sie sich zum Arzt aufmachten und er dort quietschfidel war.

        Aber ich verstehe jetzt so langsam wieso mein Kinderarzt so ungläubig klang als ich beim Absagen des Impftermins (wegen Krankheit) erklärte ich komme zu ihm wenns Tochter wirklich schlimmer geht – obwohl er mir angeboten hatte er schaut mal drauf.

  5. Ich war ja auch schon öfter besorgt, aber ich bin noch nie auf die Idee gekommen, ein krankes Kind von Arzt zu Arzt zu schleifen, nur weil ein Antibiotikum nicht von einer Sekunde auf die andere wirkt. Es sollte doch jedem klar sein, dass das nun mal ein Momentchen dauert. Im Zweifelsfall würde ich bei MEINEM Kinderarzt nochmal anrufen. Der Typ scheint ja viel Vertrauen zu seinem Kinderdok zu haben.

    Leute gibt’s.

  6. Hm das arme Kind… vor allem wie kommt man den auf die Idee, wenn das Kind – so wie du sagst – einen recht fröhlichen Eindruck machte, es so durch die Gegend zu schleifen…

    Aber so ne Sprichwortschlacht hat schon was… Auch wenn der Vater definitiv unterlegen war 😉

  7. Unsere Kinderärztin nennt immer Zeiträume, in denen die Krankheit nachlassen sollte. Falls nicht, solle man wiederkommen. (Hat bisher immer gestimmt, so dass wir einen zweiten Termin nie brauchten.) Das nimmt ein wenig die Unsicherheit.

  8. Naja, er scheint es – so macht die Beschreibung den Eindruck – vielleicht nun kapiert zu haben. Das war es dann doch wert 😉

  9. s ist wohl weniger die sorge um das kind, als die last.
    vor ein paar tagen versuchte mich eine mutter mit frischer pneumonie beim kind davon zu überzeugen, dass kindergarten doch wohl o.k. sei.
    alle versuche, sie davon zu übezeugen, das der lütte ins bett gehört prallten ab.
    o ton…“mensch mist. dann muss ich den doch zum frühstück bei der freundin mitschleppen. son sch….!“

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