mach´s fenster auf!

ja doch, auch bei uns ist es knackig warm in der praxis, trotz eines ausgeklügelten systems mit einer diffizilen feinabstimmung zwischen lüften auf der einen seite und aussperren der heißen luft da draussen auf der anderen, wenn das fenster besser zu bleibt. zu hause kannst du problemlos mal die jalousien runterlassen, die fenster zu und dich mit einer caipi auf die terrasse setzen und dich trotzdem freuen, dass du nachher in die kühle deiner höhle zurückkehren kannst. aber hier in der praxis muss´te arbeiten, rotieren, dich bewegen und eben – siehe oben – die luft besser draussen lassen und riskieren, dass der sauerstoffverbrauch ganz massiv nach dem zwanzigsten patienten gegen 100 prozent geht. also doch wieder das fenster auf.

„mönsch, sie haben aber schlechte luft hier drin.“ und fünf minuten später im nachbarzimmer „mönsch, sie haben es wenigstens kühl hier.“ ja, denkste. alles eine sache der gefühlten atemperspektive. quasi der breathe-factor, der dich entweder ersticken oder frei atmen lässt.

arzthelferinnen per se reissen mal immer das fenster auf und doctores in ihrer weitsicht schließen es schnell auch wieder – siehe oben – um die warme luft auszusperren. ein steter quell des disputes. so einigt man sich auf kurzes durchfluten — und bitte keine propeller mehr. die liegen auf dem letzten sperrmüll. denn luft mit null prozent sauerstoff kann durch einen quirl auch nur abgekühlt werden, aber niemals angereichert. dann doch lieber den warmen erstickungstod wählen.

nein, ´ne klima ist keine alternative, weder finanziell, noch vermietertechnisch. ´ne klima ist für mich immer auch großraumbüro, ist für mich us-amerikanische silikon-valley-nerd-luft. wer einmal einen tag in einem us- oder britischen krankenhaus oder einer amerikanischen cubicle-bude verbracht hat, der lobt sich nachher die deutschen hitzebüros. „ej, mach´s fenster auf. hier isses immer noch zu kühl!“

11 Antworten auf „mach´s fenster auf!“

  1. Ja, eine ewige Disskusion. Aber zwischen Amerika-Eisschrank und Deutschland-nirgendwokühl gibt es auch noch diverse blauzonen.

    Ich habe in Amerika gearbeitet (Houston, Texas) und da isses ordentlich warm. Seitdem weiß ich klimaanlagen zu schätzen. Man ist abends nicht so kaputt und muss keine Wechselklamotten zur Arbeit einpacken.
    Aber das die Amis es mal wieder übertreiben – natürlich. Ich habe selber die Leute erlebt die vorm Starbucks die Autos laufen lassen damit die kühl bleiben (und die 3 + 5 jährigen Kinder alleine drin sitzen lassen, Automatikauto!!!!). Krass fand ich aber meine eine Kollegin: Die war ansich schon seeeehr abgedreht, ist immer mit nem Handtuch auf dem Kopf und riesen High-heels ins Büro gekommen. Dort hat sie dann Hausschuhe angezogen und sich die Haare gemacht. Im Winter hatte sie immer einen Heizlüfter unterm Tisch, denn die Klimaanlage konnte man nicht regulieren (verplombt).

    Aber: Jeder so wie er meint, nicht wahr?

  2. Ich war ja auch eigentlich gegen so ein mobiles Klimadings (mobil weil ebenfalls Denkmalschutzproblem) für unseren Probenraum (25 Musiker) – aber es ist doch erstaunlich angenehm bei diesen Außentemperaturen. Im Herbst kommt das Teil wieder auf den Dachboden.

  3. Wir haben im Geschäft seit Anfang letztem Jahr Kühldeckensegel an der Decke. Und die Dinger funktionieren toll. Kein Luftzug, einfach angenehm. Solange die Kollegen die warme Luft draussen lassen.

  4. > wer einmal einen tag in einem us- oder britischen krankenhaus oder einer
    > amerikanischen cubicle-bude verbracht hat

    Na, mit Verlaub, gerade in den USA wird wie bekloppt runtergekühlt, dieser Missbrauch ist nun wahrlich kein Argument gegen eine Klimaanlage. Ein anständig geregeltes System macht aus einem Zimmer keinen Kühlschrank, sondern hält ganz einfach angenehme 24°C-T-Shirt-Temperatur.

    (Ja, aber passt nicht in die Praxis.)

  5. Mmh, so ein Miefquirl an der Decke waere schon ganz praktisch. Aber immerhin scheint die Sonne erst am fortgeschrittenen Nachmittag in mein Buero, da geht’s mit der Waerme. Wenn es zu warm wird, kann man immer noch in die Laborraeume fluechten, die sind klimatisiert.

    In Australien fand ich die Klimaanlagen immer zu kalt. Man hat ja immer gefroren wenn man irgendwo rein ist.

    P.S. Schickes neues Layout!

  6. Huch.. neues Outfit?
    Naja, wir kommen im Laden NICHT ohne Klimaanlage aus 🙁
    Zum einen gefühlte fußballfeldgroße Schaufensterfront, auf die ab 11 Uhr die Sonne platzt bis sie untergeht und dann die (notwendigen) Halogenstrahler innen, die sehr gut wärmen.. Und bei 36° drinnen ist vernünftiges Arbeiten nicht mehr möglich…
    Und Ventis pusten nur Papiere durch die Luft oder stehen im Weg. Schade, so ein Decken-venti wäre ja noch ne Alternative, aber is nich drin *seufz*
    Obwohl so was bei euch sicher DAS „Event“ für die Lütten wäre :D… Also meine würde gucken.. und haben wollen…

    LG Elawen

  7. Ja und was ist nun schlimm daran, wenn der Ventilator die Luft nicht mit Sauerstoff anreichert, aber immerhin kühlt?
    (Hab grad wieder ein Streitgespräch mit Frauchen hinter mir, die meint das Ventilatoren ja garnichts kälter machen, sondern nur die Luft aufwirbeln… tja, ist mir recht egal was sie tun, solange es grade eine Wohltat ist zwischen 2 von den Dingern zu sitzen…)

    1. ja. danke. wie gesagt, der vermieter… außerdem gibts hier denkmalschutz, da is´nicht mit löcher bohren durch die außenwand. ansonsten habe ich das prinzip privat beim hausbau realisiert: kontrollierte belüftung mit wärmerückgewinnung — sen-sat-i-o-nell!

  8. Aber moderater künstlich erzeugter Luftzug würde bei gleichem Wohlbefinden eine höhere Temperatur erlauben, was häufigeres Lüften erlaubt – und somit sogar gesteigertes Wohlbefinden bedeutet.

    (Es sei denn, die Temperaturdifferenz ist so hoch, dass es nichts bringt… Habe zuhause nie mehr als 24°, da die Fenster durch Bäume verdeckt werden…)

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