liebe zahnärzte …

… es mag ja in euren leitlinien eine neue empfehlung zu sein, auch kindern die benutzung von kaugummis zur zahnpflege anzuraten, aber: dann sollte man bitte auch vermitteln, dass das dann auch zuckerfreie, nur xylitol-haltige sein sollten, und – vor allem:

dass kaugummis auch als „kleinteile unter drei jahren“ zu werten sind.

o-ton des konsiliarius-hno damals in der klinik: „ich liebe den anblick von klebrigem wrigley spearmint im rechten hauptbronchus am morgen.“ (frei nach lieutenant colonel kilgore.)

28 Antworten auf „liebe zahnärzte …“

  1. Ohja, dieses leider verbreitete Kaugummi-gekaue ist auf die Dauer gaanz toll für den Kiefer bzw. die Gelenke desselben.
    Mein Vater ist Zahnarzt und kann allgemein die tollsten Gruselgeschichten erzählen. (Gerade was Kinder angeht.) Ganz begeistert ist er von Eltern, die ihren Kindern die Nuckel und Trinkflaschen bis in’s Schulalter in den Mund stopfen… Über Dauer-Kaugummikauer sagt er immer „Wer’s mag, knackende bis schmerzende Kiefergelenke zu haben und optisch zu einer Kreuzung aus Kuh, Neandertaler und Hyäne zu werden…“ 😀

  2. Ich war ja in meiner Kindheit maßgeblich daran beteiligt, dass die Firma Wrigley sich mit ihrem Produkt „Hubba Bubba“ am Markt halten konnte.

    //*lässt in Gedanken fußballgroße Bubbablase platzen

  3. lieber kinderdoc,

    es ist schade, daß du und dein hno-kollege diese blöde erfahrung gemacht habt. aber bitte schere nicht alle zahndocs über einen kamm…
    wir sind doch keine klone, die alle gleich ticken. und es gibt tatsächlich zahndocs mit hirn und verstand, die wissen wann man wem was empfehlen kann und wann nicht.
    bitte nicht die hoffnung aufgeben.
    lieben gruß

      1. *stirnpatsch* wie konnte ich das nur vergessen. danke für den hinweis. achso…und manche kinderdocs haben noch ein „b“ davor *duck*

  4. Empfehlen Zahnärzte Kaugummi? Unserer hat es uns noch nie empfohlen.
    Meine Tochter kaut aber auch gerne mal ein Kaugummi, vor allen Dingen bei den Hausaufgaben hilft es ihr ruhiger zu sitzen und sich zu konzentrieren. Irgendwie entspannt sie das kauen. Ich achte jedoch darauf, das sie gesittet Kaugummi kaut und nicht wie manch anderer mit weit geöffnetem Mund und schmatzend. Etwa 1-2x im Monat kaufe ich eine Packung zahnfreundlicher Kaugummis. Ihren ersten Kaugummi hatte sie etwa mit 4 1/2 Jahren, allerdings im Sitzen und nicht irgendwo tobend auf dem Spielplatz. Ich muss sagen ihren ersten Kaugummi hatte sie vor ihrem ersten Bonbon, denn da hatte ich als Mutter noch mehr Angst, dass sie sich daran verschluckt (auch im Sitzen).

    1. „gesittetes Kauen unter Aufsicht ab 4 1/2 Jahren so etwa 1 mal im Monat“ …… wahhh! Leut, wir reden hier über Kaugummi, nicht Drogen und Alk… ;o)

  5. Was mich auch nervt: Mein Zahnarzt sagt „Putzen MIT Zahncreme“, mein Kinderarzt „Putzen OHNE Zahncreme“ – oder anders rum, ich kanns mir nie merken…

    Die sind sich nicht einig aber jeder beharrt auf seiner Empfehlung und ich darf mir jetzt was aussuchen…

    1. …und im Prinzip haben beide recht, nur sehen eben beide nur ihren Aspekt:
      Der Kinderarzt sieht, dass Zahnpasta verschluckt werden kann und dann – je nach Zahnpasta – von Übelkeit bis zu Vergiftungserscheinungen so einiges anrichten kann.
      Der Zahnarzt hingegen weiß, dass Zahnpflege mit Zahnpasta für die Zähne besser ist, weil die sauber werden und sonst noch geschützt (und so).

      DU hast nun die Entscheidung – z.B.:
      Ist die Gefahr des Verschluckens größer (und dein Kind hat einen empfindlichen Magen), die Zähne sind aber ganz gut: ohne Zahnpasta putzen.
      Hat dein Kind eher schlechte Zähne, aber einen soliden Magen: mit Zahnpasta putzen.

        1. Es gibt Zahnpastas, die z.B. viel Fluorid enthalten – da wird davor gewarnt, sie (in großen Mengen) zu verschlucken (guck z.B. hier, das ist auch definitiv keine Eso-Seite).
          Bei kleinen Kindern kann da schon eine kleine verschluckte Menge reichen, weil sich diese Menge durch das geringe Körpergewicht des Kindes stärker konzentriert als bei einem Erwachsenen.

  6. Bei uns zuhause war Kaugummi ein absolutes no go.
    Mein Cousin hatte einen verschluckt, und zwar so, dass er blau anlief.
    Wenn meine Tante nicht mit ihm auf die Straße gerannt wäre und laut um Hilfe geschrien hätte, und ein zufälliger Passant den Heimlich-Griff angewendet hätte, hätte ich einen Cousin weniger.

  7. Habe ich noch nie empfohlen, wichtiger ist es, auf zucker- und säurehaltige Getränke zu verzichten. Es wäre auch schön, wenn die Kinderärzte keine Flouretten mehr empfehlen würden.

    1. es wäre auch schön, wenn den zahnärzte noch bessere argumente einfallen würden, und sie sich untereinander auch einig wären. schade, dass es momentan keine gemeinsame erklärung des zä- und kä-berufsverbandes gibt (wie früher). besser fl-uo-retten als gar kein zähneputzen.
      einer deiner kollegen hat mit einem augenzwinkern gemeint, die zahnärzte müssen ja auch wieder was zu tun bekommen, deswegen würden sie von den fluoretten abraten ;-P

  8. Wenigstens reden die mit ihren Patienten [etwas].
    Mir wurden noch nie weitergehende Tipps (außer Zähneputzen…) gegeben…
    Wie froh ich doch gewesen wäre, als Jugendlicher mal auf Zahnseide hingewiesen zu werden. Sowieso sehr komisch, warum das einem nicht empfohlen wird 🙁

  9. Nö, hilft schon insofern, dass durch das Kauen der Speichel angeregt wird, der ja die Zähne remineralisiert und generell für ein gutes Mundklima sorgt. Ersetzt aber selbstverfreilich kein Zähneputzen 😉
    Aber einem Kleinkind einen Kaugummi geben? Normalerweise wird alles, was gekaut wird, runtergeschluckt, warum soll das jetzt anders sein? Versteht Kindelein mit anderthalb oder zwei Jahren garantiert.

    1. Willkommen in der Zukunft.

      (Ich nehme an, du hast keinen Fernseher, sonst wüsstest du, worum es da geht:
      Es soll natürlich mitnichten das tägliche Zähneputzen ersetzt werden. Das Kaugummi dient eher dazu, nach Mahlzeiten wo KEINE Zahnputzgelegenheit zur Verfügung steht (z.B. Kantinenmittagessen) die Zähne zu pflegen. Dass das funktioniert, ist übrigens statistisch erwiesen – das Kauen regt den Speichelfluss an, der Speisereste entfernt und den Säuregrad im Mund ausgleicht. Deshalb nimmt man da auch Zuckerfreie – sonst macht der Zucker ja wieder sauer…)

      1. Realität: Die angeblich zahnpflegende (und tatsächlich nur absatzfördernde) Wirkung des Kaugummis wird von den Kindern dazu benutzt, bei jeder Gelegenheit ein Kaugummi zu fordern, denn Mama hat ja gesagt, „das ist gut für die Zähne“ – und das Zähneputzen auf ein Zahnpasta-in-den-Mund-und-gleich-Ausspülen zu reduzieren, denn sie haben ja den ganzen Tag schon kaugummierte Zahnpflege betrieben.

        1. Naja, über die Wirkung bei Kindern kann man tatsächlich streiten (trotzdem noch besser als gar nicht Zähneputzen – was ich z.B. als Kind getan habe, ich hasste das wie die Pest. Kann heute allerdings nicht mehr wirklich sagen, warum… und hab zum Glück gutes „Zahnmaterial“, so dass ich glimpflich davon gekommen bin.)

          Als Erwachsene bilde ich mir schon ein, dass das Kaugummi zwischendurch die Zahnpflege sinnvoll ergänzt (wobei ich heute ziemlich gründlich putze, was mir bisher auch jeder Zahnarzt bestätigt hat).

  10. In dem Moment, in dem ich diesen Post las steckte sich mein Sohn (5) einen Kaugummi in den Mund… Ich bin eigentlich nicht so dafür, Kaugummi kleinen Kindern zu geben- genau wegen der „klebrige Wrigleys Spearmint im rechten Hauptbronchus“… Aber Sohnemann hat es von einem Kindergartenfreund bekommen. Und so wie es riecht ist es eher etwas NICHT Xylithaltiges…
    Danke, liebe Kindergartenfreunde…
    Zum Glück ist der Sohn mittlerweile in der Lage sich nicht zwangsläufig zu verschlucken *seufz*
    Aber trotz Empfehlung wirds bei uns nicht mal so eben Kaugummi geben.
    So =)

    1. Es gibt „Zahnpflegekaugummis“ speziell für Kinder in einem augenkrebsfördernden Rosa mit einem Geruch, der einen umhaut. Ist zwar kein Zucker drin, aber dafür wahrscheinlich alles an Zusätzen, was gesetzlich grad noch legal ist. Da ich diesen Geruch kenne, musste ich mich schon beim Lesen schütteln ;o)

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