so was banales und primitives

beliebter vorstellungsgrund: warzen. grosse, kleine, dicke, dünne, dell-, dorn-, hühneraugen-. also auch bei diesem vierzehnjährigen:

ich: „seit wann hast du die?“
vierzehnjähriger: „paar wochen.“
ich: „sind schon ganz schön viele.“
vierzehnjähriger: „yep. deshalb bin ich hier.“
ich hatte bisher nur die fussohle gesehen – zwei/drei dornwarzen an den fussballen – nichts dramatisches.  ich beginne gerade mit meiner vorlesung zum thema warzen (braucht zeit, nicht dranrumschneiden, pinsel- und pflastermittelchen sind ok, bewirken aber auch keine wunder usw.), da fällt mein blick auf den grossen fusszeh – der allerdings mit wüster (dem link bitte nur mit stabilem magen folgen:) onychomykose und -lyse.
ich: „äh. die warzen sind ja eher harmlos gegen das hier. seit wann hast du das?“
vierzehnjähriger: „noch viel länger.“
ich: „und noch nicht in behandlung? damit solltest du zum hautarzt gehen.“
vierzehnjähriger: „bin ich ja. jede woche einmal. das sieht schon besser aus.“
ich: „okeee. und was sagt der zu den warzen? da bist du doch an der richtigen adresse.“
vierzehnjähriger: „die behandelt der nicht. sagt, damit soll ich zum hausarzt gehen.“
ich: „und warum will der die warzen nicht behandeln? ist doch auch haut.“
vierzehnjähriger: „er sagt, dass sei so banal und primitiv, damit solle sich der hausarzt beschäftigen.“

oh. danke. und ab diesem tag beschloss ich, alle banalen und primitiven erkältungen zum allgemeinmediziner, alle anfragen über säuglingsnahrung zur ökotrophologin und jegliche nabelpflege und säuglingspickelchen zur hebamme zu turfen schicken. und gespräche zu schlafproblemen, nuckelentwöhnung und trockenwerden kann ab sofort die nachbarin führen. so´ne primitive arbeit, dafür ist mir meine zeit doch zu schade.

14 Antworten auf „so was banales und primitives“

  1. Ich hatte mal den umgekehrten Fall: Einen vertretenden, sehr nervösen, sehr jungen Kinderarzt, der die vorgestellten Warzen ganz rasch zum Hautarzt überwies, weil da „ein Spezialist ranmuss“. Aber ich glaub, der hat an dem Tag alles überwiesen, was nur ging… 😉

    1. 😉 so einen arzt kannte ich auch mal *nasefass* — aber in dieser richtung ist das auch ok: wenn man an die grenzen seines fachgebietes kommt, schickt man weiter.

  2. Dazu fällt mir wirklich nur ein Wort ein: DREIST!
    Mit Warzen kann sich durchaus ein Hausarzt auseinander setzten allerdings ist doch gerade ein Hautarzt die richtige Adresse und der hat sich schlichtweg darum zu kümmern. Zumal das Mädel ja eh bei ihm war.

  3. Das ist doch wirklich ein Witz: Ein Hautarzt der keine Warzen behandelt!
    Wahrscheinlich hat er Angst auch welche zu bekommen :-).

    Kannst Du da nicht mal den Kollegen anrufen und Fragen, warum Jugendliche so einen Unsinn über ihn erzählen, Du würdest ja nicht glauben was Dir gesagt worden wäre etc. – vielleicht überlegt er dann mal einen Augenblick länger vor dem nächstem dummen Spruch.

    Ich weiß, Kollegen haut man nicht gerne in die Pfanne. Aber das würde bei mir zu einem Telefonat führen.

  4. Eine Unverschämtheit auch, wie großzügig mit der Zeit des jungen Mannes umgegangen wird (‚ist ja nur Schüler, der hat ja sonst nix zu tun‘ oder wie?). Jetzt kommt er wegen des Zehennagels schon wöchentlich zu dem einen Arzt und soll für die Fußsohle noch weitere Termine (incl. Anreise, Wartezeiten…) bei einem anderen machen. In so einem Fall würde ich als mitbetroffenes ‚Taxi Mama‘ dem Hautarzt schon ein paar unfreundliche Takte sagen…

    1. zurücküberweisen hiesse aber nur, den Konflikt vom Arzt auf den Patienten zu übertragen. Wäre das fair?
      Aber, lieber Kinderdok, wäre das nicht ein Fall für Eure „Standesorganisation“?

  5. … was soll ich sagen , Ärzte unter sich … gemein was ?

    So werden Patienten hin und her geschickt und ich als Laie würde mal sagen das ein Hautarzt schon Warzen behandeln sollte, vorallem hat er den jungen Mann schon in Behandlung, Hallo gehts noch … ich würde mir da ja mal Luft machen , so von Kollege zu Kollege .

    Tolle Seite !

    LG TimeBandits

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