Die Crux mit der Meningokokken-B -Impfung II

Meningokokken auf Agarplatte

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Im letzten Beitrag hatte ich berichtet, wie schwierig scheinbar die Verhandlungen zwischen Krankenkassen und den Ärzt:innen sei. Jetzt gehts noch um die Euros.

„Nun, da geht es um viel Geld. Es geht um Verhandlungen der Erstattung der Arztkosten zwischen Ärzt:innen und Krankenkassen. Es kursieren Gerüchte, dass die Impfleistung lediglich mit acht Euro vergütet werden soll, obwohl der Aufwand der Beratung bei einer neuen Impfung viel höher ist als bei etablierten Impfungen. Im Moment erhalten die Ärzt:innen bei der o. g. IgeL-Leistung deutlich mehr Geld.“

Ich habe zu dem Thema ein paar schöne Zahlen gefunden

Vergütung einer Einzelimpfung 20137,67 €
Vergütung einer Einzelimpfung 20248,47 €= +10,4%
Vergütung einer Kombiimpfung 201315,34 €
Vergütung einer Einzelimpfung 202416,42 €= +7,0%
Verbraucherpreisindex
2013 – 2024
= +28,0%
Grundlohnsummenveränderung 2013 – 2024= +40,6%
Inflationsindex
2013- 2024
= +29,7%
Löhne IKK classic
2013 – 2024
= +37,6%
Quelle: Pädinform, Statistisches Bundesamt, BMG, KBV, KV Bayern, GKV Spitzenverband

Ähnliches lässt sich übrigens auch für den Bewertungsschlüssel der Gebührenordnung für Ärzte GOÄ oder des EBM ableiten. Klar, verdienen wir auf hohem Niveau, aber der Vergleich zur allgemeinen Kostensteigerung ist schon enorm. Die Krankenkassen möchten die Vergütung der Meningokokken B an die „Einzelimpfung“ angleichen, also gute 8 Euro, dabei ist die Menge an Beratungsbedarf inhaltlich und zeitlich in keinster Weise vergleichbar zu den etablierten Impfungen.

Für die Beratung der Eltern einer neueingeführten Impfung, Nebenwirkungen, Indikationen, logistische Abläufe, neuer STIKO-Empfehlung, Umgang mit Antipyretika, mögliche gemeinsame Verimpfung mit anderen Impfstoffen und dergleichen mehr brauchen wir vielmehr Zeit, mal ganz abgesehen von ähnlicher Beratung durch die fMFA.

Wir bleiben gespannt, wann nun endlich Vergütung und Abrechnungsziffer vorliegen.

(c) Bild bei Flickr/Nathan Reading (CC BY-NC-ND 2.0 DEED)

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2 Antworten auf „Die Crux mit der Meningokokken-B -Impfung II“

  1. Danke für den spannenden Einblick in den Abrechnungsalltag in Praxen!

    Hat sich in der Tabelle der Fehlerteufel eingeschlichen? Da steht nach der Kombiimpfung 2013 noch einmal Einzelimpfung 2024, das soll bestimmt Kombiimpfung 2024 sein, oder?

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