Unsere Kinder, unsere Politik – Trump, die AfD und Herbert Renz-Polster (eine Buchkritik)

Wie passend: Nachdem ich diese Woche via Mediathek den Film „Elternschule“ gesehen habe, beendete ich heute das neue Sachbuch von Herbert Renz-Polster, das ich jeder/m ans Herz legen möchte, der/die meint, Kinder weiterhin unter autoritären Gesichtspunkten erziehen zu müssen. Wer hat geschrieben? Herbert Renz-Polster (im weiteren HRP 😉 ist kinderärztlicher Kollege und Sachbuchautor und sein Leib- und Seelenthema ist die bindungsorientierte Erziehung. In vielen seiner Bücher schildert er das evolutionsgeprägte natürliche Verhalten von Kindern, und wie wir Eltern damit umgehen können. Alle seine Bücher sind durchdrungen von der Liebe zu unserem Nachwuchs. Um was gehts denn? Für HRP ist die … Unsere Kinder, unsere Politik – Trump, die AfD und Herbert Renz-Polster (eine Buchkritik) weiterlesen

Spahn bewegt sich in einem Paralleluniversum

„Kinder- und Jugendärzte kritisieren Spahn-Pläne BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: „Spahn-Vorschlag ist unausgegoren, schadet unseren Patienten und wird Ärztemangel verschärfen!“ Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte lehnt den Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn ab, Kinder- und Jugenärzte zu längeren offenen Praxisöffnungszeiten zu verpflichten. BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: „Die Idee, Kinder- und Jugendärzten verpflichtende offene Sprechstunden vorzuschreiben, zeugt von kaum noch zu überbietender Ahnungslosigkeit. Wir Kinder- und Jugendärzte arbeiten heute schon an der Grenze unserer Leistungsfähigkeit. Dank des Babybooms in Deutschland versorgen wir Hunderttausend Kinder mehr als noch vor acht Jahren und viel mehr als die veraltete Bedarfsplanung berechnet hat. Und wir … Spahn bewegt sich in einem Paralleluniversum weiterlesen

Elder Statesman

Für mich war er der erste Bundeskanzler, den ich bewußt wahrnahm, bestimmt in einer Zeit, in der ich dachte, es gibt nur einen, den Helmut. Also den Schmidt. Willy war da schon vorbei.  Das nächste, das ich erinnere, war der versteinerte Ausdruck im Gesicht, als er Helmut Kohl zur Wahl gratulierte, nach dem Mißtrauensvotum 1982. Und, dass wir Oberstüfler mit schwarzer Armbinde durch die Innenstadt gelaufen sind. Als ob das von irgendjemand registriert worden sei. Schließlich seine Artikel, politischen Botschaften und Resumées in der „Zeit“, die glücklicherweise nach Übernahme des Herausgeberjobs deutlich an politischem Wert und Wertung zugenommen hat (auch … Elder Statesman weiterlesen

Neue Ziffern für gleiche Arbeit

Mal wieder wird die Gemeinde der Ärzte mit einem neuen Abrechnungsschlüssel geplagt, dem so genannten „Einheitlichen Bewertungsmaßstab„, kurz EBM, hier finden sich die Abrechnungsziffern für die verschiedenen erbrachten Leistungen. In der Zeit meiner Niederlassung ist das jetzt bereits die vierte Nivellierung des EBM – bisher konnte ich keine Verbesserung ausmachen. In der vorletzten Veränderung (war das 2004?) wurden viele viele Einzelleistungen zu Pauschalen vereinheitlicht, um die Abrechnung zu erleichtern, es ergab sich eine Flatline-Behandlung: egal wie oft der Patient im Quartal kommt, es fließt stets das gleiche Geld. Bei einem Auftritt ist das viel, beim fünfzehnten Mal verdammt wenig. Kinder … Neue Ziffern für gleiche Arbeit weiterlesen

Ich bin keine Fallpauschale

Im Süden der Republik regt sich organisierter Widerstand gegen die Finanzierungspolitik für chronisch kranke Kinder – das Reizwort lautet „Fallpauschale“. Hier wird für ein bestimmtes Krankheitsbild eine bestimmte Summe an das Krankenhaus gezahlt, völlig egal, wie lange der Patient Betreuung braucht. Es liegt auf der Hand, dass gerade bei Kindern Durchschnittswerte nicht funktionieren. Die Folge ist: Die Krankenhäuser können sich die Betreuung hochaufwändiger Kinder nicht mehr leisten, die Qualität sinkt, gespart wird an Material, Geräten und Personal. Die losgetretene Kampagne möchte den Patienten in den Focus rücken, nicht den ICD-Schlüssel, die Behandlung der Krankheit, nicht die gesparten Euros. Ich rufe … Ich bin keine Fallpauschale weiterlesen

Video-Antwort zum Armutsbericht

Zum armen Armutsbericht der Bundesregierung möchte ich hier gerne nochmals das sehenswerte Infografik-Video „Wealth Inequality in America“ re-posten. Sicher, es geht um die Staaten, aber sollte es hier wirklich anders sein? Außerdem geht es um die *Wahrnehmung* von Armut in einem Wohlstandsland. Viele werden es schon kennen (immerhin 3 Millionen Klicks bei YouTube), aber wer es noch nicht kennt, voilà: Video-Antwort zum Armutsbericht weiterlesen

Zum Schröder-Interview in der Zeit

Ich komme erst jetzt dazu, das zu lesen, nachdem alle schon darüber diskutiert haben, ob man das Gott sagen darf und ob Jim Knopf nun ein Negerbaby ist und Ephraim Langstrumpf ein Südsee- oder Negerkönig. Himmel! Ich denke bei dem Interview nur eins: hier wird eine Mutter befragt, wie viele andere auch. Mit genau den gleichen richtigen und fragwürdigen Ansichten, wie andere Mütter (und Väter) auch. Also, was soll das? Hat sie die Wahrheit gepachtet, nur weil sie Familienministerin ist? Warum muss die Zeit ein solches Interview führen? Und warum muss Frau Schröder diesem zustimmen? Ich habe doch auch keine … Zum Schröder-Interview in der Zeit weiterlesen

Arme Frau Schröder

Die Frau kann einem wirklich leid tun: Da ist sie nun schon Familienministerin und damit per Definition für die Belange auch der Kleinsten zuständig, und dann muß sie auch noch verkünden, dass die so genannten Kinderrechte nicht ins Grundgesetz müssen. Das bringt echt schlechte publicity. Als wenn Herr Bahr ins Mikro sagen würde, alle Ärzte seien Schmarotzer, oder Herr Westerwelle, der Obama ist ein Schaumschläger. Wen vertritt Frau Schröder? Vermutlich die Gerichte, die dann über Grundgesetzklagen entscheiden müssen und nicht über irgendwelche Klagen vor den Sozialgerichten wegen „Individualverstössen gegen die UN-Kinderrechtskonvention“. Das erspart der Leutheusser-Schnarrenberger wiederum die Beschwerden durch die … Arme Frau Schröder weiterlesen

herr bahr? nachsitzen!

der bundesgesundheitsbahr hat einen ganz heroischen vorschlag gemacht: ärzte sollen in den schulen vorsorgeleistungen anbieten, um schüler bewußter mit der gesundheit umgehen zu lassen. bahr sieht parallelen zu den „vorbeugeuntersuchungen“ zur zahngesundheit (wer beugt sich denn da vor?). die krankenkassen freuen sich. wer schon einmal bei einer zahn“vorbeuge“untersuchung im kindergarten zugegen war, lacht über diesen vorschlag. die qualität schwankt doch sehr. zum anderen gibt es ja schon seit langem die u10 (mit 7-8 jahren) und die u11 (mit 9-10 jahren), die als echte vorsorgeuntersuchungen durch die kinder- und jugendärzte durchgeführt wird. dies wird in der berichterstattung zum bahrschen vorschlag gerade … herr bahr? nachsitzen! weiterlesen