zwischenruf

wieso beschränkte sich die diskussion über die gesundheitspolitik in dem fernsehduell zwischen merkel und steinmeier eigentlich nur auf die frage, ob frau schmidt im nächsten kabinett gesundheitsministerin bliebe und was mit ihrem dienstwagen sei, obwohl die kanzlerin bemerkte, dass „dies ein sensibles thema ist, was die bürgerinnen und bürger beschäftigt“, sie aber auch nichts sinnergreifendes dazu sagen konnte, außer, dass ihr gesundheitsfonds so etwas tolles sei (was imgrunde außerhalb der großen koalition eh keiner mehr glaubt)? sehr mau.

fragt sich kinderdok, der sich natürlich ausschließlich für dieses topic interessiert.

8 Antworten auf „zwischenruf“

  1. Die Herren und die Dame Moderatoren haben auch nichts zu den so unwichtigen Themen wie Bildung, Familie, Grundrechte und deren stückweise Abschaffung gefragt.

    Und sie hatten ja auch nur 90 Minuten Zeit….

  2. die Politik hat doch eh nur noch unterhaltenden Charakter. Blüm war wenigstens ehrlich. Nach seinem genialen „die Renten sind sicher“ (nur noch getopt von „da werden Sie geholfen“) wechselte er zum fahrenden Humoristen.

    „Wir sind das Volk“ hat es geheißen, als die DDR-Politik am Ende war (pleite, keine Antworten, unzufriedenes Volk, usw.). Dieser Ruf wird bald auch in Gesamt-Deutschland erschallen – und ich hoffe, die, die ihn zu verantworten haben, hören ihn dann auch noch!

  3. Kinderdok, sensible Themen sind äusserst zerbrechlich, daher ist es besser, sie liegen zu lassen, so hehen sie wenigstens nicht kaputt 🙁

  4. Na, erwarten Sie da nicht zuviel?
    Wo die gute Frau doch 2001 schon einmal über die neue soziale Marktwirtschaft nachgedacht hat.
    Da kann sie sich wohl kaum mit so unwichtigem Kram wie Gesundheitsreformen, bzw. deren Auswirkungen für das niedere Fußvolk abgeben.

  5. Das könnte natürlich damit zu tun haben, dass es für die Mehrheit der Bevölkerung wichtigere Themen gibt.
    Bislang ist es ja (noch) so, dass die negativen Auswirkungen der Gesundheitsreform hauptsächlich bei den Ärzten ankommen und die Patienten nicht so viel davon mitkriegen (vor allem, wenn man gesund ist). Das ist auch normal – Systemänderungen brauchen eine gewisse Zeit, um überall spürbar zu werden.
    Die Arbeitsmarktpolitik und Finanzkrise betreffen dagegen viel mehr Menschen viel direkter und zeitnäher.

    Für mich gilt das auch – Gesundheitsthemen kriege ich hauptsächlich über die Blogs hier mit, in meinem täglichen Leben betrifft mich das kaum. Bildung, Arbeit, Finanzen und Umwelt beeinflussen mich persönlich viel unmittelbarer. Langfristig wird das möglicherweise anders aussehen, klar – aber bis dahin ändern es sich eh noch dreimal und vorher gibt es eben brennendere Themen.

    1. Kleiner Tipp:
      lern schon mal russisch, tschechisch und polnisch – werden ziemlich angesagt sein die Sprachen, wenn es bei Dir so weit ist, einen Onkel Doktor zu beanspruchen. Heisst dann halt Slavoczak, Mirschlechtski oder Drogovic, aber wenn juckts.

      Dieselbe Einstellung, die Du diesbezüglich an den Tag legst, war ja auch bei der Energiepolitik der letzten 40 Jahre äußerst „erfolgreich“. Nach dem Motto: Ozonloch heute ist geil, werde schneller braun und bis die große Klimakatastrophe kommt, bin ich vielleicht in Urlaub.

      Man sieht: Intelligenz und intelligentes Handeln sind Zweierlei

      1. Ja mówię po polsku… język polski jest pięknym językiem.

        Davon mal abgesehen: Du hast nicht kapiert, worum es mir ging. Meine Aussage betrifft nämlich die Wahrnehmung – und die meisten Menschen sehen eben vor allem die Themen, die sie unmittelbar und direkt betreffen. Du machst es doch auch nicht anders. Vor lauter Tunnelblick auf deine eigenen Themen übersiehst du nämlich ganz einfach, dass das Leben anderer Menschen möglicherweise tatsächlich andere Präferenzen erfordert – und dass das auch gut und rechtens ist. Genau das ist nämlich Demokratie.

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