muss das sein

aus der reihe „muss das sein?“ folgende krankengeschichte:

  • gestern morgen an der bushaltestelle den klassenkameradinnen vor die füsse gekotzt übergeben
  • weiter übelkeit und durchfall in der schule – musste sogar abgeholt werden
  • ganze nacht toilettengang
  • heute morgen wieder in die schule – zweimal dort durchfall
  • nachmittags bei mir auf der liege – blass, schlapp, müde, kaputt

„und warum war sie heute in der schule?“
„naja, sie hat doch ein diktat geschrieben.“
genau. in der dritten klasse.
wenn die kinder heute was in der schule verpassen, dann bekommen sie einfach keinen anschluss mehr. und beim g8 ist damit natürlich ratzfatz das einser-abi in gefahr.
und ehe alle hier jetzt lamentieren, dass die mama wahrscheinlich arbeiten muss – nein, muss sie nicht.

33 Antworten auf „muss das sein“

  1. *kopfschüttel* schon nach punkt eins wäre mein kind nichmal mehr zur schule gefahren/gegangen, zumal er sicher vorher schon gesagt hätte das es ihm nicht gut geht und dann hätte man abwägen müssen gehts noch oder nicht, aber spätestens bei durchfall und übergeben ist ende im gelände da geht es ab zum arzt die schulentschuldigung (ist derzeit dank schweinegrippe pficht) holen und dann ab ins bettchen und schonen

  2. Ich erinnere mich noch, dass es bei uns dann in der SekII blöd wurde, da reichte die Entschuldigung der Eltern nur noch bei einem Tag, für alles andere musste man zum Arzt. Das Nachschreiben von Arbeiten war auch höchst problematisch und bürokratisch… Aber ein Diktat in der 3. Klasse?!??

  3. Ich kann mich noch daran erinnern, dass man in der Schule richtig gehend gestraft wurde, wenn man eine Schulaufgabe nachschreiben musste. Man hatte mehr Stoff und schwierigere Aufgaben, einfach deswegen, damit man möglichst nicht krank ist, sondern trotzdem in die Schule geht.
    Das war aber im (neunstufigen) Gymnasium.
    Wenn man in der Grundschule bei einer Arbeit krank war, musste man sie nichtmal nachschreiben.
    Und selbst wenn die Mutter arbeiten müsste, würde sie sich doch krank melden dürfen, damit sie ihr Kind betreuen kann…

  4. Wenn das Kind krank ist bekommt die Mutter (soweit das Kind unter 12 Jahre ist) Krankengeld von der Krankenkasse. Ärztliches Attest reicht.

    Wenn das Kind kotzend in den Unterricht geht nur um ein Diktat mit zu schreiben kann man der Lehrerin anschließend viel spaß wünschen. Dann hat die Kleine sicherlich das ein oder andere Kind mit angesteckt.

    Ich weiß ja nicht wie die Schulen heute drauf sind, aber bei mit hat bis zur 11. Klasse ein Anruf meiner Mutter gereicht und ich konnte die Arbeit kurz darauf nachschreiben.

  5. Ich denke, daß Phänomen existiert nicht erst seit neuester Zeit.

    Meine Schulzeit ist fast 20 Jahre her und ich mußte wegen Klassenarbeiten auch in die Schule
    – am Tag der Beerdigung meiner Lieblingstante
    – mit Lungenentzündung und 39,8 Fieber
    – mit frisch gezogenen Weisheitszähnen wegen Mathearbeit
    – mit am Abend vorher gebrochenem Fuß
    usw…
    Und vielen meiner Klassenkameraden ging es ähnlich.
    Ich denke, daß das eher mit dem Ehrgeiz und der Einstellung der Eltern zu tun hat. Meine haben heute, 20 Jahre später, zugegeben, daß das vielleicht doch etwas überzogen war damals. Aber damals gab es keine Diskussion. Nur wenn ich mich wirklich nicht mehr auf den Beinen halten konnte, gabs ein Attest.

    LG, Inga

    p.s.: Meine Eltern sind übrigens beide Ärzte!

  6. Es ist wirklich so, dass viele Lehrer höchst ungehalten drauf reagieren, wenn jemand eine Arbeit nachschreiben muss. Abgesehen davon ist es bei einem Diktat ja wirklich auch nicht so einfach, das mit dem Nachschreiben.
    Nichtsdestotrotz würde ich mir als Mutter dann die Frage stellen, was mir lieber ist: Ein Kind, das, völlig in den Seilen hängend, mit Ächzen und Würgen (im wahrsten Sinne des Wortes…) ein Diktat mitschreibt und eventuell eine schlechte Note kassiert, oder den Groll der Lehrer auf mich zu ziehen und mein Kind zu Hause zu behalten, mit der Gefahr, dass es eventuell eine schwerere Nachschreibearbeit bekommt…

  7. In der Schule in der ich bis vor drei Jahren arbeitete, war es kein Problem eine Arbeit nachzuschreiben. Da die Arbeiten in drei Klassen parallel geschrieben wurden, wurden eben aus allen drei Klassen die Nachschreiber gesammelt und die Arbeiten eben erst ausgegeben, wenn alle geschrieben hatten. Bisweilen die gleichen Arbeiten, teilweise in Zahlen und Satzstellungen geändert.
    Beschwert hat sich nie jemand und mir ist es als Lehrerin auch lieber, ein krankes Kind bleibt zu Hause und der Rest der Klasse sowie ich fit.
    Liebe Grüße
    Barbara

  8. Ach Quatsch. Die Brut sollte nur einfach die Viren nicht zuhause verbreiten.
    Lieber in der Schule, damit die anderen Kinder krank werden und nicht soviele Kinder auf eine Pädagogin kommen. 😉

  9. Hrm, also … mein Arbeitgeber (*hust* öffentlicher Dienst *hust*) gibt mir drei Tage fürs (nicht vorhandene) kranke Kind frei. Danach muss man schummeln.

    Die sind theoretisch dafür gedacht jemanden zu organisieren, der aufs erkrankte Kind aufpasst. Das ist vor allem für alleinerziehende Eltern ohne Familienanschluss in der Nähe eher schwierig bis unmöglich. Deswegen wird versucht das Kind so nur irgend möglich in die Schule zu schicken.

    Ich persönlich war als Kind im Übrigen kaum krank, wenn dann immer nur in den Ferien. Meldete ich Kopf- oder Bauchschmerz an, dann wurde ich sowieso gnadenlos in die Schule geschickt. Das ist jetzt mehr als 20 Jahre her und noch während eines Vollbeschäftigungsregimes in dem jeder nen Job (staatlich garantiert) bekam. Man wird das Phänomen also, so fürchte ich, nie ganz ausrotten können.

  10. es ehrt euch ja alle, dass ihr an das arme mädchen denkt, die in die schule geschickt wurde, trotz kotz und kack – aber ebenso heftig ist doch die unverantwortung ggü den mitschülern. grad so virus-dünnpfiff ist sowas von infektiös.

    1. Ich finde es auch HÖCHST unverantwortlich von der Mutter! Die armen Mitschüler werden nun alle krank, nur weil die Mutter das Mädchen nicht zuhause behalten wollte. Da könnte ich mich tagelang drüber aufregen! Frechheit!

  11. Lieber Kollege,
    der IQ von 100 ist ein Mittelwert. Wir kennen viele, die deutlich darüber liegen und es gibt leider in etwas ebenso viele, die deutlich darunter liegen. Irgendwo müssen die ja sein – und einige kommen halt auch in Deine Praxis 😉

    1. Liebelein, du verwechselst da was – nämlich IQ (der hauptsächlich die analytischen und sprachlichen Fähigkeiten misst) und EQ (den sogenannten „emotionalen Quotient“, der auf Sozialverhalten etc. eingeht).

      Man kann mit einem sehr hohen IQ trotzdem zu dem Schluss kommen „mein Kind geht auch krank in die Schule“ – nämlich dann, wenn man weder Mitleid mit dem Kind, noch mit Lehrern und Mitschülern hat. „Mitleid“ und „Verantwortungsbewusstsein“ ist nämlich nix, was der IQ misst.
      Außerdem: jeder kennt doch mindestens einen „Intelligenz-Trottel“ – jemand, der eigentlich einen sehr hohen IQ hat und im eigenen Bereich auch Höchstleistungen bringt, darüber hinaus aber komplett lebensunfähig ist.

  12. naja… in etwa so verantwortungslos wie ein erkältungskranker kinderarzt, der weiterarbeitet und allen patienten seine viren gratis mit heimgibt… *flöt*

    wer krank ist, gehört nicht in schule/arbeit/unter menschen – insbesondere, wenn die krankheit ansteckend ist.

    blöd nur, wenn hier immer mit zweierlei maß gemessen wird, sowas find ich scheinheilig…

    1. tja, cassa, da hast du natürlich recht, mit dem kleinen aber feinen unterschied, dass ich a) mit mundschutz arbeiten kann b) den eltern meist herzlich egal ist, ob ich krank bin („na und? doktor ist krank? mein kind auch“) und c) ich selbstständiger chef und damit finanzielle verantwortung für meine mitarbeiter und meinen laden (damit aber auch die freiheit, einfach mal nicht zu erscheinen, wenn ich krank bin – und das mache ich auch).

      1. a) mundschutz: wenns was hilft, gut. wenigstens das.
        b) dann müssen sie halt zu nem anderen arzt gehen. was nicht geht, geht eben nicht.
        c) vertretungsarzt suchen z.b.? sicher auch ein gutes stück weit „systembedingt“, dass es hier knifflig wird… aber trotzdem. mit dem gleichen/ähnlichen argument schicken ja solche mütter ihre kinder in die schule… würden sie auf arbeit zu oft ausfallen, droht ihnen die kündigung. und auch diese mütter haben verantwortung für ihren „laden“ – nämlich eine familie, die ernährt werden will….

        und nicht zu vergessen: die vorbildwirkung – wenn der arzt es genauso macht, warum sollte man es als mutter nicht ähnlich machen?

        *seufz* aber da fällt mir ein, was ich zu dem thema noch fragen wollte: gibt es da eigentlich rechtliche stolpersteine? wenn man als arzt einen patienten falsch behandelt, weil man krankheitsbedingt „nicht ganz auf der höhe“ war und einen fehler gemacht hat… oder wird das genauso behandelt, als hätte ein gesunder arzt (voll fit und „zurechnungsfähig“) einen fehler gemacht?

        ansonsten: ich lesen sehr gern hier, tolles weblog! 🙂

  13. bei solchen geschichten träum ich ja immer von medizin für die mutter: ein gut konzentriertes phenolphthalein-safterl, mit ein wenig zitronengeschmack wegen des vitamin c (soll ja sehr gesund sein, so ein vitamin).

    und nicht vergessen: getrunken wird das safterl erst an der arbeitsstelle, tunlichst knapp vor einer besprechung bei der man AUF GAR KEINEN FALL fehlen darf. oder bei einer shopping-tour in einem einkaufszentrum, in dem die kunden-wcs gerade renoviert werden. oder vor einer autofahrt mit vorprogrammiertem stau mitten in der stadt.

    wir kommen dann applaudieren. möglcherweise begreift die frau es dann.

  14. ähnliches gerade gestern in der Kita meiner Kinder, am nachbarhaken vom Sohn hängt in einer Tüte eine komplette Apotheke für ein kleines Kind, von Nurofen über Prospan und Nasentropfen – diese Kind hatte letztes Jahr bereits eine Lungenentzündung und lag im Krankenhaus – sicher kann man nciht jede Rotznase zu hause behalten, aber bei kleinen Kindern, die ja nun ständig ihre netten Erreger austauschen, so ein Kind mit Medis ausgestattet in die Kita zu bringen, finde ich unverantwortlich erstens für das Kind und zweitens für alle anderen.
    Meine Kinder gelten für mich als krank bei erbrechen und/oder Durchfall oder wenn sie fieber haben. Und dann tut mir mein ARbeitgeber leid, dann muss ich als alleinerziehende eben zuhause bleiben.
    Zum Glück sind die beiden selten richtig krank.

    1. Ups – das ist nicht nur wegen der Ansteckungsgefahr eine Zumutung für die anderen Kinder! Was haben Medikamente am Kindergartenhaken zu suchen, wo doch jedes Kind hinkommt????? Das würde ich der Leitung melden!

  15. Ich kann mich noch erinnern, als ich die 2. oder 3. Klasse (genau weiß ich es nicht mehr) besuchte, hat eine Mitschülerin in die Turnhalle gek****. Aufwischen durfte ich dass damals (als Mitschülerin).

    Man sieht also, die Zeiten haben sich dahingehend (leider!!!) nicht geändert!

  16. Welches Bundesland?
    Hab‘ vor ein paar Tagen von ’ner Kollegin (und Mutter) erfahren, dass in Bayern schon landesweit einheitliche Tests in der 3. Klasse durchgeführt werden … *kopfschüttel* … wäre mal interessant, was der Lehrer oder die Lehrerin dazu sagt (unabhängig von der Elternmeinung).
    Bevor es falsch verstanden wird, ein krankes Kind in die Schule zu lassen ist ’ne Sauerei!

  17. Klingt wie bei meiner Mutter. Von Haus aus gestandene Krankenschwester, kam man bei ihr mit ein „bißchen Gejammer“ nie durch.
    Im besten Fall sagte sie dann immer: „Du gehst jetzt erstmal zur Schule, und wenn es dir schlechter geht läßt dich nach Hause schicken.“
    Und ich hab noch nicht mal Abitur. 🙂

  18. Mahnung der Klassenlehrerin beim letzten Elternabend der 2.Klasse – man möge doch bitte den Kinder im nächsten Schuljahr nicht sooo viel Druck wegen der Schulartempfehlung machen.
    Vergleichstests gibt es auch in der 3.Klasse in S-H. Der Kommentar der Lehrkraft dazu ist leider nicht zitierfähig.

    Erstaunlich aber auch die Reaktion von anderen Erwachsenen wenn ich eines der Kinder wegen „Krank“ nicht zur Schule schicke – „also meine Kinder haben niiie in der Schule gefehlt aber das musst Du ja wissen“. Na schönen Dank auch – ja meine sind halt mal krank und ja ich fehle dann auch mal im Job (wird übriens auch bei mir im öffentlichen Dienst *hust* mal gerne mit hochgezogener Augenbraue quittiert).
    Fazit: mir egal wie´s es die anderen finden – wenn Kind krank ist bleibt es zu Hause

    @rolandschwarzer: kenn ich – meine Mutter ist (Kinder-)krankenschwester – bei uns hiess das „Stell dich nicht so an“ 🙂
    wurde aber besser nach der Blinddarm-OP direkt nach der Lateinstunde…

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