unterschriften

das gekritzel auf rezepten und überweisungsscheinen ist für viele therapeuten, apotheker und auch patienten ein quell der freude, pharmama kann ein lied davon singen. inzwischen ist meist alles edv-erfasst, so dass der pc wenigstens halbwegs lesbares produziert. bleibt dann eben nur die unterschrift, die schon weiterhin per hand erfolgen muss – vielleicht bis einmal die elektronische unterschrift kommt. die kinder, die schon auch mal das – ihr! – rezept in die hand bekommen, um es höchstpersönlich unter aufsicht in die apotheke zu tragen, erfreuen sich aber gerne über meine unterschrift. ich habe in meinem namen noch ein zwar markante punkte, die meine signatur wenigstens noch entfernt an meinen namen erinnern lassen – aber welche rolle spielt das schon für einen grundschüler, der gerade mal die druckbuchstaben gelernt hat. „was´n das für ein gekritzel.“ kommt dann meist und ich erkläre gerne, dass das da mein namen sein soll. dankenswerterweise hat mir letztens ein vater souffliert: „weißt, bobele, je wichtiger die person, die unterschreibt, desto schlechter kann man die unterschrift lesen. weil derjenige nämlich viele unterschriften machen muss, und da kann er sich nicht mit malereien aufhalten. “ jo. das kann ich unterschreiben. ich weiß noch, mein chef in der kinderklinik hatte am ende nur noch einen strich als unterschrift. oder mehr ein liegendes l oder irgendein haken. ich werde dran arbeiten. vielleicht schaffe ich einen punkt als unterschrift am ende meiner laufbahn. aber ob das die apotheke dann wieder akzeptiert?

14 Antworten auf „unterschriften“

  1. Solange es die „Stammapotheken“ in der Gegend sind, werden die sich schon daran gewöhnen, solange die Umstellung schrittweise erfolgt. Also einfach mit der Zeit immer kürzer werden (aber nicht soviel, dass es nach Fälschung aussieht), dann ist „der Punkt aufm Zettel“ irgendwann das Kinderdoc-Markenzeichen.

    Nur bei misbräuchlich verwendbaren Medikamenten sollte die Unterschrift evtl. etwas komplexer bleiben. Wenn die Apotheker das auch mitbekommen (und Apotheker sind ja clever), wissen sie dann auch, was mit dem Rezept für die Codein-Familienpackung mit der kurzen Punkt-Unterschrift zu tun ist. 😉

  2. Danach müssten Lehrer ja ungeheuer wichtige Personen sein, ihrer Unterschrift nach. Bei meinem Haussarzt sind es 3 in einander verschlungene Kringel…

  3. Mein Gatte, der zwar nicht Arzt ist aber trotzdem eine unleserliche Unterschrift hat, wurde dereinst gebeten, seinen Namen noch mal fein säuberlich neben das „Gekritzel“ zu schreiben 😉

  4. Mein früherer Chef (Hochschuldozent) hatte einen Stempel seiner Unterschrift, den wir Hiwis dann zeitweise im Akkord auf die Scheine für die Studis hauen durften. Der war allerdings auch nicht leserlicher als seine reelle Unterschrift, sollte ihm nur zusätzliche Arbeit ersparen.

  5. Zu einfach zu fälschen. Zumindest einen winzigen Kringel oben oder unten solltest Du noch dranlassen. … V.a. wenn Du mal ein Rezept ohne Computer und Vorlage ausstellen musst, dann nimmt dir das die Apotheke viel leichter ab.

  6. http://de.wikipedia.org/wiki/Unterschrift:
    „[…] Drei lesbare Buchstaben reichen aus, um eine rechtswirksame Unterschrift zu leisten. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschieden (Az: 17 U 166/04) […] Mit weniger Buchstaben könnten die Schriftzeichen auch als nicht rechtswirksame Handzeichen oder Paraphe gewertet werden.[…]“

    Was passiert eigentlich, wenn ein Apotheker ein Medikament ohne gültige Unterschrift des Arztes ‚rausgibt? 🙂

    1. Ich schätze mal, dass im Rechtsfall ein Rezept ohne Unterschrift des Arztes nicht gültig ist. Und dann passiert wahrscheinlich dasselbe, wie bei einer Abgabe eines rezeptpflichtigen Medikamentes ohne Rezept.

  7. Nachdem ich in eine Praxis wechselte und ich dort tagtäglich Rezepte, AU- Scheine, Atteste… ohne Ende unterschreiben musste, wurde eines Tages auf der Bank mein Krakel nicht mehr akzeptiert („Das ist aber nicht Ihre Unterschrift!“). Ups! Hab ich erstmal hingeschielt, wie ich damals unterschrieben hatte und das ordentlich nach“gemalt“… 🙂

  8. In der Studi-Zeit aufm Bau gejobbt, jeden Feierabend unterschriebenen Stundenzettel beim Meister abgeben. Meister bei einem: „Wasn das fürn Krakel?“, Jobber: „Ey Mann, ich studier Medizin.“

  9. Stars und Promis sind nach der Logik wohl nicht so wichtig, zumindest ihre Namen auf Autogrammen eher lesbar. Andererseits, was macht der Fan mit einem Stricherl? Nichts :-).

  10. mein sohn sprach in seiner anfangsschulzeit immer von „Erwachsenenschrift“ wenn er etwas nicht enziffern konnte 🙂

  11. *kopfkratz* Bei mir ist manchmal schon die normale Handschrift nicht leserlich. Bei der Unterschrift fragt der DHL-Bote dann immer nochmal nach ob ich die Frau xxx bin. Ob das ein Gratmesser sein kann?

  12. Mein Vater ist Pastor. Wenn er mir früher etwas aufgeschrieben hat, sah das für mich immer nur wie eine Aneinanderreihung unterschiedlich langer Striche aus, die ab und zu einen Ausrutscher nach oben oder unten hatten – und i-Punkte wahllos darübergestreut. Ich kann mir bis heute nicht erklären, wie er seine Predigten hat lesen können!
    Auch seine Unterschrift bestand aus diesen Strichen – bloß daß sie in diesem Fall jeweils hinter seinen Initialen standen.
    :o)

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