küken 1.0

der august geht seinem ende entgegen und damit kommt der september (nb spitzeneinleitungssatz dieses postings – sprüht vor sinnhaftigkeit, transzendenz und nie da gewesener wissensprojektion). traditionell ist der 1.september der beginn vieler ausbildungsverträge, und nachdem ich heut abend beim zappen über herrn rachs kochschule gestolpert bin, fiel mir gleich meine neue auszubildende ein, die auch übermorgen bei uns den einstand gibt. meine letzte azubi hat erfolgreich ihren abschluss gemacht – auch gar nicht so schlecht – und nun dreht sich das rädchen weiter zur nächsten.
ich werde mal schauen, ob ich ihre entwicklung hier ein wenig spiegeln kann, ohne zuviel von ihrer person und dem ablauf bei uns preiszugeben. nicht dass mich am ende meine eigene azubine als blogger entdeckt 😉 .

nennen wir sie schlicht sabine.
bei den bewerbungsgesprächen fiel sie durch ihre besonnenheit und ruhe auf – meine gestandenen mfas machten daraus gleich „maulfaul“. mal sehen. da wäre sie nicht das erste küken frisch aus der schule, welches sich erst einmal freifliegen muss. außerdem kann nicht jede so gackern wie die alten hühner.

sabine ist noch siebzehn, damit aber die älteste der letzten auszubildenden. diejenigen davor hatten immer mit sechzehn ihre ausbildung begonnen. nun also eine siebzehnjährige, die ab ende des jahres schon volljährig wird und damit nicht mehr dem jugendarbeitsschutzgesetz unterliegt.
bis dahin darf sie a) an keinem dienst teilnehmen, b) nicht länger als acht stunden täglich oder vierzig wöchentlich arbeiten und c) auch nicht samstags arbeiten. in der regel. aber wer arbeitet bei uns schon samstags 😉 ? und sie darf laut jarbschg keine „arbeiten übernehmen, die ihre körperlichen kräfte übersteigen oder bei denen sie sittlichen gefahren ausgesetzt ist. ausdrücklich ist die beschäftigung mit akkord- und fließbandarbeit verboten.“
na, da müssen wir uns wohl noch was einfallen lassen.

6 Antworten auf „küken 1.0“

  1. Schön, dass auf Azubiene geachtet wird. Auch wenn Sie bald 18 Jahre alt wird und nicht mehr dem jarbschg so streng unterliegt, gilt ein Ausbildungsgesetz. Meine Azubis kennen das ALLE und nutzen die Rechte, vergessen jedoch die Pflichten. Ich wünsche viel Glück mit der besonnenen und ruhigen Azubiene und hoffe, dass sie weiß: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“.

  2. seitdem ich meine erste azubine habe, sind mir etliche graue haare gewachsen und die materialkosten deutlich höher geworden…aber wie heißt es so schön: wir investieren in die jugend und geben ihr zukunftsperspektive. na denn…in diesem sinne wünsche ich dir weisheit und starke, wirklich starke nerven ;D

  3. Absolut genial fand ich das „Kükenblog“ von http://blog.adimus.de/ … die Azubi wußte aber schon von Anfang an, dass bloggen zu ihrem Job gehört.

    Ich gebe aber zu, in der IT läßt es sich viel einfacher bloggen als aus ’ner Arztpraxis.

  4. Oha, wenn ich diesen Satzteil „oder bei denen sie sittlichen gefahren ausgesetzt ist“ lese, dann kommen mir Zweifel ob unsere Azubis in der Klinik an der richtigen Stelle sind… Details kann ich jetzt hier wegen der Wiedererkennung nicht preisgeben, aber so wirklich sittlich gefestigt sind nicht alle Patienten, die von denen versorgt werden müssen…

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