kinderärzte in einer anderen welt I

er war der kinderarzt, wie wir kinderärzte gerne gewesen wären: er sah gut aus, er war stets korrekt gekleidet (zumindest meist mit einer krawatte – was aber auch mit dem amerikanischen dresscode zu tun hat), er hatte erfolg bei frauen – mehr als ihm lieb war – und nebenbei war er auch einfach nur ein netter kerl: dr. doug ross. verkörpert wurde er von dem unbekannten george clooney, dessen weitere karriere wir im anschluss mit staunen verfolgen konnten, geschickt weg vom seriendarsteller zu dem eines charakters und wenigstens geachteten regisseurs. als er bei *er* ausstieg, hatte er bezeichnenderweise schon so gegenpolige typen wie seth gecko gespielt.

dr. ross´  erster auftritt war reichlich unsympathisch, völlig versoffen fiel er seinem dicksten kumpel, dr. greene, vor die füsse, in der später folgenden szene schwer mit entsprechenden katzentieren kämpfend. aber schnell erspielte er sich alle sympathien des internationalen publikums – doch so einfühlsam er seinen kleinen patienten gegenüber war, so elefantös porzellanig verhielt er sich zu seinen lieben, allen voran seiner dauerfreundin oberschwester hathaway. und so ist der erste handfeste skandal der selbstmordversuch jener carol hathaway, hinter dessen ursache wir sofort doc ross vermuteten. aber nichtsdestotrotz bekommen sie einander am ende, und erhalten sogar in der finalen staffel in episode 328 ein gemeinsames comeback.

doug ross war schön, er war chic, er war bodenständig, und hatte das ausreichende quant verruchheit. unsere weiblichen kommolitoninnen schwärmten für ihn, während wir zunächst so sein wollten wie greene, und verhielten uns doch eher so wie john carter, wenn auch mit weniger geld. doug ross war zwar der kinderarzt, aber in *er* musste man alles können, im zweifelsfall auch den bauch aufschneiden. aber in der summe: doug ross, *der* kinderarzt unter den us-ärzten. … auch wenn er oft im weißen kittel rumlief (siehe dresscode).

natürlich war emergency room an sich für uns alle prägend. frühere arztserien waren seicht, überhöht und weichgespült, *er* war deftig, lehrreich, und die ärzte allesamt so normal, wie man es einem fernsehpublikum zumuten konnte. sie machten fehler, zeigten gefühle, waren teils idole, teils echte kotzbrocken und immer auch von beidem etwas. echte fans hielten bis zum ende der letzten staffel durch, leidenschaftliche beendeten ihr junkie-dasein mit dem ausstieg von doug ross.

kinderärzte in einer anderen welt, to be continued…

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