danke herr rösler

„meine kinder sind jetzt zwei – und ich würde gar nicht im traum drauf kommen, mit ihnen zum hausarzt zu gehen“ sagte unser gegenwärtiger gesundheitsminister, und wir kinder- und jugendärzte frohlocken. anlass war zwar der besuch des ministers in einer kinderarztpraxis – was soll man da auch anderes sagen -, aber er sagte dies auch in blick auf die hausarztverträge in den südlichen bundesländern, durch die viele kinder bei hausärzten eingeschrieben wurde, ohne dass diese entsprechendes equipment für die versorgung der kleinen patienten bieten müssen – geschweige denn eine entsprechende fachärztliche qualifikation.
röslers bemerkung zog sofort einen rüffel des hausärzteverbandes nach sich. logisch. aber gesagt ist gesagt. ätsch.

42 Gedanken zu “danke herr rösler

  1. Wenigstens hat der Herr Roesler mal einen klugen Satz von sich gegeben.
    Was sonst auf uns zukommt mit der sogenannten Gesundheitsreform kann man ja getrost in der Pfeife rauchen. Leider werden wir es aber ausbaden muessen.

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  2. Was hat man denn von den Hausarztverträgen bei Kindern? Die Kinder zahlen doch eh keine Praxisgebühr – und mehr als die Befreiung von eben dieser wird doch von den Krankenkassen eh nicht angeboten, oder?

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  3. Meine Kinder sind 3 und 5 und mit ihnen kann ich NUR zum Hausarzt gehen…denn Kinderarztpraxen gibts hier in Norwegen nicht so. Kinderärzte arbeiten hier in der legevakt und in den Krankenhäusern. Aber unser Hausarzt ist klasse, er ist dafür ausgebildet und kann sehr gut mit Kindern umgehen.

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  4. Ich würde auch gerne weiter zu einem Kinderarzt gehen, aber der einzige Kassenarzt hier in der Gegend, bei dem wir bisher auch waren, ist leider ausgesprochen unverschämt, wenig einfühlend und fachlich auch nicht der Beste. Also werden wir für die nächste U7 notgedrungen zum Hausarzt wechseln. Aber offiziell gibt es ja keinen Ärztemangel, ne, überhaupt nicht… *kopfschüttel*

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  5. Was ist denn das Equipment, dass ein Hausarzt braucht um Kinder zu behandeln?
    Ich stelle mal die These auf, dass in 80-90% der Arztbesuche mit Kindern der Hausarzt gleich gut geeignet ist, wie der Kinderarzt.
    Wenn ein Hausarzt natürlich kaum Kinder zu Gesicht bekommt, fehlt ihm die Praxis mit Kindern umzugehen.
    In ländlichen Gebieten ist der Weg zum nächsten Kinderarzt manchmal recht weit. Warum sollte man nicht für den Schnupfen/Husten etc., die Impfungen und Routine Untersuchung nicht zum Hausarzt gehen?
    In Ballungsgebieten, in denen der Weg zum Kinderarzt auch nur einmal um die Ecke ist, sieht das natürlich etwas anders aus.

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    1. – stethoskope für kinder (größe – nicht, ob sie bunt sind)
      – blutdruckmanschetten für kinder
      – säuglingswaagen, die auch geeicht werden
      – blutabnahmesysteme für kinder
      – untersuchungseinheiten für kinder, wärmelampen
      – testmaterialien für vorsorgeuntersuchungen
      – infektzimmer
      – hochmodernes bestellsystem, um die wartezeit aufs minimum zu reduzieren
      – entsprechende praxiseinrichtung
      – einfühlsame erfahrene arzthelferinnen
      und vor allem:
      – die fünfjährige facharztausbildung eines kinder- und jugendarztes mit
      – den entsprechenden erfahrungen, was die beurteilung und therapie von kinder angeht
      – impf- und pädiatriefortbildungen, die nicht zehn jahre zurückliegen und
      – täglich zig kinderpatienten und nicht nur mal zwei oder drei pro tag

      es hat übrigens system, dass die zulassungsbeschränkungen für kinderarzt beinahe landesweit gelten, während die für allgemeinärzte überall offen sind. auch daher gibt es auf dem „land“ so wenig kinderärzte.
      achja, und – warum darf ich eigentlich keine erwachsenen behandeln? wo wäre da der unterschied??

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      1. – wärmelampen
        – testmaterialien für vorsorgeuntersuchungen
        – hochmodernes bestellsystem, um die wartezeit aufs minimum zu reduzieren
        – einfühlsame erfahrene arzthelferinnen

        Hm, nichts davon hatte unser Kinderarzt, und auch er selbst war eher von der Marke Holzklotz. Hat mir zuletzt barsch mitgeteilt, dass ich als Mutter nicht das von ihm ausgestellte Rezept zu lesen hätte, ich sei ja keine Apothekerin. Dass er zudem eine Fehldiagnose stellte (Mittelohrentzündung anstelle korrekterweise 3-Tage-Fieber) hat dem Ganzen dann die Krone aufgesetzt. Deswegen gehe ich dort auch nie wieder hin. Bei der „Qualifikation“ ist mir ehrlich gesagt jeder Hausarzt lieber.

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        1. Ich war immer beim Hausarzt als Kind… es war… ähm… nicht soooo toll.

          Die war grob, es war langweilig und überhaupt immer seeeehr viel Stress für mich… nur gut, dass ich fast nie krank war und nur selten musste XD

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      2. Über das ein oder andere in deiner Liste lässt sich bestimmt diskutieren – und hat garantiert auch nicht jeder Kinderarzt. Ich trau mich sogar wetten, dass es Hausärzte gibt, die das haben.
        Ist man nun ein schlechter Vater/Mutter, wenn man mit den Kleinen zum Hausarzt geht?
        Ich halte deine pauschale Verurteilung und Abwertung der Hausärzte für äußerst vermessen.

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        1. wer schreibt denn hier von schlechten eltern? es sind viele hausärzte, die meinen, kinder genauso gut behandeln zu können wie erwachsene – weil sie „selber kinder haben“. haha.
          und ist in erster linie der hausärzteverband der dividiert, indem er mittels massiver lobbyarbeit dafür gesorgt hat, dass kinderärzte nicht einmal das eigene personal oder befreundete erwachsene behandeln dürfen – das sei „fachfremd“ – während gleichzeitig hausärzte ohne besondere qualifikation bis runter an die geburt behandeln dürfen.

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        2. Stimmt, denn die Trennung Hausarzt – Facharzt ist im Fall der Kinderärzte eigentlich absurd. Deswegen hinkt der Vergleich „ich geh mit einem gynäkologischen Problem auch nicht zum Kardiologen“ auch. Denn mit jeglichem medizinischen Problem sollte man zum Hausarzt gehen können, der einen, wenn er nicht mehr weiter weiß, zum Facharzt schickt. In einigen Fällen (z.B. beim Gyn) weiß man dass schon im Vorraus und überspringt diesen Schritt.
          Der Kinderarzt ist ebenfalls diese erste Anlaufstelle nur halt für eine besondere Art von Patienten und nicht wie die restlichen Fachärzte für eine besondere Art von Problem.
          Dann wäre es doch sinnvoll Kinderärzte und Hausärzte mehr oder weniger gleich zu stellen. Jeder sollte auch das Klientel der anderen behandeln dürfen; und das ohne Vorurteile der anderen Gruppe gegenüber.
          Um es mal überspitzt auszudrücken: Ich gehe tausendmal lieber mit meinem Kind zu einem einfühlsamen und kompetenten Hausarzt als zu einem brutalo Kinderarzt zu dem ich auch noch 30 km fahren muss. Und als 20 jähriger würde ich auch lieber zu dem Kinderarzt um die Ecke gehen, den ich eben schon seit 20 Jahren kenne, als zu einem neuen mir unbekannten Arzt (um die andere Ecke) zu wechseln.

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  6. Mit meinem Sohn gehe ich auch zum Kinderarzt. Ich selbst war als Kind aber schon früh beim Hausarzt. Das lag aber daran, dass es in unserer Stadt nur einen guten Kinderarzt gab, als wir dort hin zogen. Der war völlig überlaufen und Termine abends nach 20 Uhr und Wartezeiten von mehreren Stunden waren normal. Da hatten meine Eltern nicht so viel Lust drauf, zumal bei vier Kindern ständig jemand krank war. Meinen Eltern wurde dann unser Hausarzt auch für die Kinder empfohlen, da er jahrelang in einer Kinderklinik gearbeitet hatte.
    Ich fand es aber als Kind manchmal blöd, dass alle aus meiner Klasse (außer eine, die beim selben Arzt wie ich war) beim Kinderarzt waren. Ich hab mir eine Kinderarztpraxis paradiesisch für Kinder vorgestellt, mit Bergen von Spielzeug und Süßgkeiten als Belohnung fürs tapfer sein.

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  7. Es gibt solche und solche unter den Hausärzten. Manche haben tatsächlich ein Händchen für Kinder – andere wiederum ganz und gar nicht. Kann man prima feststellen, wenn die Brut ausgerechnet an Sonn- und Feiertagen irgendwas ausbrüten und die üblichen 1.-Hilfe-Maßnahmen der Eltern nicht ausreichen. Hat ein Allgemeinmediziner Notdienst, so kann Mutter/Vater in der Tat Glück haben und dem Bobbele wird geholfen. Kann aber auch arg anstrengend werden, wenn z.B. ein Orthopäde oder Hautarzt gerade Dienstbereitschaft schieben. Die schicken einen zu 99,9% gleich ins nächste Krankenhaus mit Pädiatrie-Abteilung, ohne sich das Kind überhaupt anzugucken.

    Dort schütteln dann die geplagten diensthabenden (meist) Assistenzärzte natürlich nur mit dem Kopf.

    In meiner Kindheit (bin 1958 geboren) gab es in unserem kleinen Ort erst gar keinen Kinderarzt. Den hätte es in der 30 km entfernten nächst größeren Stadt gegeben. Per Bus und/oder Bahn damals einfach hirnrissig. Also wurden Kinder meiner Generation grundsätzlich bei Krankheit dem Hausarzt vorgestellt. Wir hatten das große Glück, einen wirklich lieben und geduldigen Hausarzt zu haben, der selber Vater mehrerer Kinder war. Er hatte Nerven wie Stahlseile, fand stets den richtigen Ton, um einem die Angst zu nehmen (ich fürchtete als Kind eine Spritze mehr als der Teufel das Weihwasser!!!), und selbst bei notwendigen Hausbesuchen (wir lagen einmal mit fünf Geschwistern kollektiv in „Masern-Quarantäne“ – Onkel Doc wanderte von Kinderbett zu Kinderbett) hatte er in der Tiefe seiner großen schwarzen Arzttasche „Trostpflaster“ – so ganz kleine Lollis.

    Mein eigener Sohn wurde mit „seinem“ Kinderarzt groß. Erst als 15jähriger fühlte er sich zu „alt“, um im Wartezimmer zwischen den „Minis“ zu sitzen.

    Eine super organisierte Praxis, ganz selten lange Wartezeiten, entspannter und lockerer Doc, der seinen kleinen Patienten grundsätzlich ohne weißen Kittel gegenüber trat.
    Im Grunde hatten die Kids in dieser Praxis wirklich das Gefühl, sie besuchen einen „Onkel Doktor“. Und nahmen auch die Piekse bei notwendigen Impfungen nie lange übel…

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  8. „meine kinder sind jetzt zwei – und ich würde gar nicht im traum drauf kommen, mit ihnen zum hausarzt zu gehen“, ich gehöre nämlich zu den geschätzten 800.000 in Deutschland, die sich eigentlich oder tatsächlich keine Krankenversicherung mehr leisten können.

    Danke, liebe KBV, Herr Rössler, Frau Schmidt, usw.

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  9. Gab es früher Kinderärzte?
    Wenn die Mutter durch war mit Tees und Hausmittelchen, und das Fieber nach drei Tage nicht sank, wurde der Hausarzt gerufen. Ein herzlicher Mann mit ungardeutschem Akzent, der alle Kinder Mäuschen nannte.
    Er nähte mich am Kopf, zwei Mal. Und auch sonst, wenn was klaffte oder geimpft werden musste, fuhr man zu ihm.
    Betäubung gab es nicht, aber Desinfektion mit Jod.
    Er war warmherzig und durchschaute unsere Tricks.
    Dafür schenkte er uns gebrauchte Spritzen ohne Nadeln, um Richtung Nachbar …naja.

    Ich glaube, er war ein Für-alle-Arzt.
    Allerdings hat er nie Blutdruck gemessen.

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  10. Um jetzt auch mal meinen Senf dazu zu geben: wir leben in Wien (überaus komisches, aber bei Weitem nicht so unverschämtes System mit den Krankenversicherungen, wie ich als Deutsche sagen kann) und ich gehe hier mit unserer 16 Monate alten Tochter zum Kinder-und Jugendarzt. Ich war erst etwas erschüttert, als ich den Satz vom Herrn Rösler hier las, denn ich dachte das wäre gar nicht nötig so zu betonen, da ich dachte, dass das auch nicht geht…. Hm, bin erschüttert, wenn ich mir vorstelle meine Kleine zu einem Arzt älteren Semesters mit einer herzlosen und nicht kindgerechten Einrichtung schicken zu müssen… Ein Hoch auf die Kinder- und Jugendärzte (vor allem den Tollen!)!

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  11. Da bin ich ja erstaunt, wieviele Allgemeinärzte sich die Behandlung von Kindern zutrauen… Sollten die nicht alle eine Heidenangst haben, verklagt zu werden, wenn sie irgendwas falsch machen und sich entsprechend weigern, so einen Hausarztvertrag für Kinder zu übernehmen?! Und die Chance, dass irgendwann mal was gehörig schief geht, besteht ja durchaus – schließlich sind sie eben (in aller Regel) KEINE Experten für die Behandlung von Kindern…

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  12. nun ja. kommt immer auf den arzt an.

    „mein“ – also „unser“ haus-(=praktischer)arzt, den lernte ich kennen als seine beiden zwei töchter mit meiner tochter in den kindergarten gingen, so mit 2/3/4 jahren.

    seine frau ist tochter eines landarztes, und sowohl meine tochter (heute zarte 35 jahre alt) als auch ich schenken ihm unser uneingeschränktes vertrauen.

    dass er zu beginn seiner karriere als hausarzt manchmal die wartezimmertür öffnete und hinausbrüllte „i bin a doktor für die kranken, die tachinierer können gleich heimgehen“ ist die eine seite.

    dass der kinderarzt um die ecke meinte, ein drei- bzw. vierjähriges kind mit über 40° fieber, das noch dazu nicht in seiner kartei sei, könne doch gerne in die ordination kommen und dort ein wenig warten, ist die andere seite – es war übrigens einmal eine eitrige mittelohrentzündung, einmal ein blinddarmdurchbruch. es war nicht mein kind, aber „mein“ hausarzt kam trotzdem, weil ich ihn darum ersuchte. der macht übrigens: hausbesuche. auch im vierten stock ohne lift. obwohl er über sechzig ist und eine beinprothese hat. in seiner „freizeit“ fährt er notarztrunden.

    ich war mit meiner tochter auch nie bei einem kinderarzt, weil: so einen wie meinen hausarzt hätte ich nie nicht gefunden. aber ich hätte mir einen solchen kinderarzt gewünscht.

    mit anderen worten: es kommt jetzt nicht nur darauf an, ob jemand das notwendige praxisequipment hat. es kommt auch auf das innere equipment an, das gefühl und die erfahrung und das helfen wollen, das auf den patienten eingehen, eben: ein doktor für die kranken sein.

    facharztausbildungen alleine sind nicht die lösung. die lösung ist die menschlichkeit. und bevor hier jemand wieder einen kommentarschwall lostritt: das war ein kompliment für den kinderdoc. oder ich habe ihn lange zeit falsch verstanden, aber davon gehe ich nun keineswegs aus.

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  13. … und warum geht dann keiner mit seinem kaputten Auto zum Klemptner … oder mit dem defekten PC zur Autowerkstadt … der/die dort sind ja soooo einfühlsam…. *kopfschüttel*
    Als Grundsatz muss gelten: Immer der fachlich kompetenteste für das Problem! All die Sympathie und das ganze Einfühlungsvermögen helfen immer dann nicht weiter, wenn das Fachwissen fehlt… und Kinder sind eben keine kleinen Erwachsenen…

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    1. Kinder sind aber auch keine Autos, sondern Menschen. Und da zählt eben nicht bloß das Fachwissen, sondern auch wie der Arzt dieses anwendet. Ansonsten könnte man sich auch von einem Automaten behandeln lassen.
      Mein ehemaliger Kinderarzt war übrigens auch fachlich nicht der Beste. Eine Alternative in zumutbarer Entfernung gibt es nicht, also wohin mit dem Kinde wenn nicht zu einem guten Hausarzt?

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  14. Ich bin erschüttert, was hier manche von ihren Ärzten und Kinderärzten erzählen. Wir haben uns hier in Berlin einen im angrenzenden Problemviertel aus dem Telefonbuch rausgepickt, weil in Prenzlauer Berg (auch gern Pregnant hill genannt) alles so überlaufen war. Er ist fachlich und menschlich super. Scheinbar hatten wir da großes Glück!
    Übrigens würde ich nie auf die Idee kommen mit einem Kleinkind zum Hausarzt zu gehen. Mit einem großen Kind, im Notfall, wenn kein Kinderarzt griffbereit… ok.

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  15. Ich habe lange Zeit gar nicht gewusst dass es Kinderärzte ausserhalb von Krankenhäusern gibt, (Österreich ländliche Gegend) allerdings hatte unser Hausarzt auch das von Kinderarzt angesprochene Praxisequipment. Dieser Hausarzt arbeitet allerdings auch nach der Devise, vor allem erste Anlaufsteu lle bei allen Gesundheitsproblemen zu sein, einfaches selber zu erledigen und alle Patienten mit unklaren Beschwerden in die richtigen Bahnen lenken.

    PS: Meine jüngere Schwester hat sich ernsthaft verschaukelt gefühlt als sie mit 14 zwecks Schulbesuches zu mir gezogen ist, und dann feststellen musste dass sie jetzt plötzlich zu einem Kinderarzt sollte und nicht wie üblich den selben Hausarzt wie ich haben sollte 😉

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  16. Was regt sich der Hausärzteverband denn da bitte auf? Was ist deren Argument für den Hausarztbesuch mit Kindern? Soll sich der Verband der Gastroenterologen jetzt auch beschweren, wenn jedes Kind mit Bauchweh nicht gleich zum Facharzt geht? So ein Blödsinn… -.-

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    1. wir sind kinder- und jugendärzte (übrigens die einzigen fachärzte, die die jugendlichen in der ausbildung „durchnehmen“) – also bis zum 18.geburtstag. und dann vermitteln sie mal einer zufriedenen jugendlichen, die – seit sie denken kann – durch den kinder- und jugendarzt behandelt wurde, plötzlich zu dem „omis ins wartezimmer“ muss (ot einer jugendlichen letzte woche).

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  17. Ist ja schön, wenn es überall Kinderärzte gibt… tagsüber sind 15 km bis in die nächste Praxis noch zumutbar, aber was ist nachts und am Wochenende?

    Da stehe ich als chirurgischer Hausdienst zusammen mit dem internistischen Kollegen viel zu oft vor Kindern (alle Altersstufen) – am Wochenende teilweise die Hälfte unserer „Notfälle“! Unser Krankenhaus hat keine Kinderklinik und die nächsten sind in 30 km Entfernung… toll! Die Eltern sehen nicht ein, dass sie da hin sollen, wir wären ja schließlich Ärzte… Also behandeln wir eben Kinder und schicken nur im absoluten Notfall weiter. Wenn irgendein Kinderarzt das jetzt doof findet, ist er gern eingeladen, uns zu helfen…

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    1. Darum geht es doch gar nicht. Natürlich ist Notdienst eine andere Sache – so wie ein Nervenarzt eben auch im Notdienst einen Herzinfarkt vor sich haben kann.

      Es geht hier doch um die Hausarzttarife – also darum, dass Kinder generell bei allem (Vorsorgeuntersuchung, Scharlach, Mumps, Windpocken, Impfungen, Gespräche über schulische Probleme, Entwicklungsstörungen, ADHS, … um mal ein paar eher kindertypische Probleme zu nennen) zum Hausarzt sollen. Es geht darum, dass ein normaler Hausarzt viele dieser typischen Kinderkrankheiten gar nicht so gut kennt (und erkennt)

      Schon so mancher Kinderarzt tut sich manchmal schwer daran das Drei-Tage-Fieber zu erkennen (das ist eben auch eine Krankheit, die erst zum Schluss die typischen Symptome liefert) – dem Hausarzt fehlt in der Regel die fachkundige Ausbildung auf spezielle Kinderprobleme.

      Die Vorsorgeuntersuchungen zum Beispiel sind wichtig, aber dazu muss der untersuchende Arzt auch ein Auge dafür haben, was ist jetzt noch in der Norm und was nicht. Das kann er – mit seinem Erfahrungsschatz und seiner Ausbildung. Ein guter Hausarzt kann das vielleicht auch, einfach weil er sich selbstständig in die Richtung fortgebildet hat, aber es gehört eigentlich nicht zu seinem Berufsbild.

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  18. Wenn man hier so selten dämliche Vergleiche liest wie „geht ja auch keiner mit seinem kaputten Auto zum Klemptner“, dann, scheint es, hat die Kinderarzt-Lobby bereits genügend Menschen eine ordentliche Portion Paranoia eingejagt. Ein Klemptner hat mit Autos so viel am Hut wie ein Schlachter mit Kindern.

    Ja, man kann mit Kindern auch zum Hausarzt gehen. Nicht jeder Hausarzt, lieber Kinderdoc, ist dumm und unfähig, und nicht jeder Kinderarzt, lieber Kinderdoc, macht seine Arbeit so, wie sie es sich wohl vorstellen und es anständig wäre. Und es ist erst recht nicht so, wie sie beinahe andeuten, dass ein Mensch sich mit dem 18. Geburtstag plötzlich in eine völlig andere Lebensform verwandeln würde und ein Spezialist deshalb unumgänglich wäre. Also bitte mal schön auf dem Teppich bleiben.

    Ein passenderer Vergleich, um mal auf das eingangs zitierte Geschwätz zurückzukommen, wäre gewesen, ob jemand mit seinem Auto in die LKW-Werkstatt geht. Vielleicht nicht selbstverständlich, aber wenn der Mechaniker erstklassig ist und sich wirklich kümmert, im Gegensatz zum Kleinwagenvertragsmechaniker, der zwar alles gelernt und die tollsten Geräte hat, aber nur beim Rechnungsschreiben hochwertig arbeitet – natürlich.

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    1. huch… nicht alle meine Mathaphern sind druckreif, das ist mir bekannt, aber von der Titelierung“dämlich“ würde ich als Mensch mit Anstand dann Abstand nehmen… pöh 🙂

      Übrigend ist das nicht ausschließlich /kein Lobyproblem, ich kenne da div. Kollegen, die, obwohl sie seit Jahr und Tag nur strafrechtliche Mandate haben, meinen eben mal nebenbei etwas Erbrecht mitmachen zu können. Das ist das Gleiche in grün. Wir haben das alle im Studium gehabt, ewig ist’s her und keiner mag auf den Verdienst verzichten. … von Lobby ist hier aber nichts zu hören… allerdings beschweren sich die Mandanten nur selten… im Gegensatz zu den Ärzten meint bei uns zum Glück nicht alle Welt es besser zu wissen. … nur mal so als Einwand

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    2. @ralf. die worte „jeder hausarzt“ und „jeder kinderarzt“ stammt nun nicht von mir. wer sich als hausarzt pädiatrisch fortbildet, und *entsprechende* erfahrung und equipment mitbringt – der darf gerne auch kinder behandeln – da kenne ich doch genug hausärztliche kollegen, die das auch gut können.
      es ärgert mich nur der lobbyismus des hausärzteverbandes, der sich ungesehen für alle seine mitglieder herausnimmt, diese voraussetzungen mitzubringen.

      kinder sind nun mal keine kleinwagen, bei denen der mechaniker für großwagen auch mal ran darf (und eben einen kleineren schraubenschlüssel ansetzt und weniger öl und benzin einfüllt.) – die dosis des erwachsenenmedikamentes einfach mal runterrechnen geht eben nicht.

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  19. Freibergs Krankenkassen vertreten die Meinung man könne jeder Zeit mit jedem Wehwechen und jeder U und jeder Impfung mit seinen klitzekleinen Kindern beim Hausarzt antanzen. Das sehen einige Hausärzte gott sei dank anders. Das Problem bleibt aber – zu wenig Kinderärzte und die Krankenkassen bleiben bei ihrer blöden Meinung man könne mit Babys auch jederzeit zum Hausarzt gehen. Warum gibt es da eigentlich noch Kinderärzte – frage ich mich??

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  20. Ich gehe mit Sohnemann eigentlich vorwiegend zum Hausarzt – wenn es sich um Husten, etwas Fieber und Schnupfen handelt. Ist es „schwerwiegender“ oder steht gar eine U-Untersuchung an, nehme ich auch die knapp 35 km Fahrt zum Kinderarzt auf mich – auch wenn das längere Wartezeit und mehr Viren bedeutet. 😉
    Sohnemann ist nun 2,5 Jahre alt und findet sowohl den „Onkel Doktor“ (Hausarzt) als auch den „KinderOnkelDoktor“ (Kinderarzt) super nett. Dazu muss ich sagen, dass unser Hausarzt 1. ein kleines Kind hat (ca. 1 Jahr älter als Sohnemann) und 2. sogar zur Durchführung von U-Untersuchungen berechtigt ist (hat sich wohl dafür fortgebildet?!). Beide sind sehr nett und nehmen sich ausreichend Zeit, erklären vor allem kindgerecht und ziehen nicht gleich die AB-Keule bei einem Schnupfen. Ein anderer Hausarzt aus unserer Stadt macht das nämlich – 3 Tage Schnupfen, womöglich noch gelblich und schon gibt es 100%ig AB. So unterschiedlich kann das sein.
    Aber IMMER zum Hausarzt?! NEIN danke!

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    1. „dass unser Hausarzt 1. ein kleines Kind hat (ca. 1 Jahr älter als Sohnemann) und 2. sogar zur Durchführung von U-Untersuchungen berechtigt ist (hat sich wohl dafür fortgebildet?!)“
      na. das ist doch mal eine qualifikation.
      1. hat meine frau auch schon zwei kinder in die welt gesetzt – was sie zur hebamme und mich zum gynäkologen macht und
      2. gibt es leider keine „fortbildung“, die zu „u-untersuchungen berechtigt“, denn letztere darf *jeder* durchführen ohne qualifikationsnachweis. das ist leider fakt.

      aber, @mmmr, genau das ist das prob: in vielen landstrichen sind die kinder- und jugendärzte weiters weg, da bleibt einem nur der gang zum hausarzt – wer will schon mit husten, schnupfen, fieber-kind durch die pampa gondeln.

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  21. Nun, für mich stellt sich die Frage nicht wirklich: entweder geh ich mit meiner Tochter zu meiner Hausärztin, oder ich stell mich in die pädiatrische Ambulanz im örtlichen Krankenhaus.
    Die Bestellverwaltung der pädiatrischen Abteilung kenn ich zwar konkret nicht, aber die Stunden, die wir in der gynäkologischen Abteilung schon verwartet haben, haben mich einige Abende Nacharbeiten gekostet. Und deshalb geh ich da NICHT hin.
    Bei der Hausärztin weiß ich, daß ich nicht lange warten muß, und da in diesem Wartezimmer ziemlich oft Kinder anzutreffen sind, darf man davon ausgehen, daß die Praxis Erfahrung mit Kindern hat.

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