44 Antworten auf „antiautoritäre erziehung“

  1. Der hat schon einen kilometerlangen Bart – wenn’s reicht 😉
    Aber man tut , was man kann um in den Top-100-Blogs bei WordPress zu bleiben. Ich halte die Daumen, daß es klappt.

  2. aha. tja. für mich war der so nackt wie ein gillette-kinn. aber man muss es auch nicht jedem recht machen ;-). und was das mit den top100 zu tun haben sollen. mir doch wurscht.

  3. Ich kannte den auch nicht, aber da wo ich in den Kindergarten gegangen bin gab es auch keine antiautoritäre Erziehung, also auch keine Witze drüber 🙂

  4. Ich finde der ist nah an der Realität… die Bobbeles heutzutage wollen doch dauerbespaßt werden. „Mach doch einfach mal wozu du Lust hast“ führt da zu schwerer Langeweile.

    1. Ich erinnere mich auch an viel Langeweile in meiner Kindheit. O-Ton Mutter: geniess es, Du wirst Dich zurücksehnen. Selber Satz übrigens beim Mittagsschlaf 😉 Recht hatte sie.

      1. Was’n Quark – ich finde Langeweile auch heute noch grässlich, und erzwungene Langeweile („Kinder, seid brav“ – im Erwachsenenalter: Meetings, wo alle Dinge dreimal wiederholt werden) erst recht.

        1. ??
          Wenn ich kreativ arbeite, habe ich keine Langeweile.

          Langeweile entsteht, wenn ich gezwungen bin, NICHT kreativ zu sein – z.B. wenn irgendwelche Lehrer zum drölfzigsten Mal erklären müssen, wie Bruchrechnen funktioniert, oder mein Chef schon wieder nicht das Ende der Besprechung findet…

        2. @Benedicta
          „Wenn ich kreativ arbeite, habe ich keine Langeweile.“

          Das widerspricht ja nicht dem, was Wolfram sagt. Er sagte nicht: „Kreativität macht Langeweile“, sondern „Langeweile macht Kreativität“. Und er hat m. E. Recht.

          Wann immer Du kreativ bist, dann hast Du aus irgendeinem Grund auch genug Zeit dazu. Wärest Du zu dem Zeitpunkt also nicht kreativ, würdest Du Dich langweilen.

          Hauen Dir hingegen z.B. Dein Chef und Deine Familie den Terminkalender derart voll, dass Du nur beim Nachtschlaf zur Ruhe kommst, hast Du keinen Raum für Kreativität, sondern wirst tendenziell eher zum Schema F tendieren, um zügig weiter zu kommen.

          So ist es auch, wenn Dein Chef Dir lang und breit vorsülzt, dass es nachts dunkel wird. Hörst Du da etwa zu? Eher wirst Du wohl anfangen, auf dem Notizblock zu kritzeln, Dir zu überlegen, was Du mit der Zeit besser anfangen könntest oder Dir ausmalen, auf wie viele verschiedene Arten man Deinen Chef ermorden könnte, mit anderen Worten: Du fängst an, kreativ zu sein.

          q.e.d. 😉

  5. Geht das in Deutschland jetzt auch so los? in Frankreich hat es System… Fragt doch ein Schüler der Terminale (Abschlußklasse vor dem Abitur) seinen Lehrer: „Und, ist dieses Gedicht jetzt schön?“

    1. ist doch wahr… ne, im Ernst… ich finde beispielsweise das Werk „Die Physiker“ sehr lustig und gut gelungen… aber wenn das alles immer bis auf den letzten Satz ausgequetscht wird…. bah!
      Da ist die Frage nach dem Gedicht nuuuuur verständlich^^

      1. Das ist aber nicht die Frage des Schülers: er wollte vom Lehrer wissen, ob er dieses Gedicht jetzt schön finden durfte oder nicht.

        Am Ende meines MasterII-Jahres stand eine „interdisziplinäre“ Klausur. Sollte heißen, wir sollten ein Thema unter den Gesichtspunkten verschiedener Disziplinen innerhalb der ev. Theologie betrachten. Ist am Ende halb und halb daran gescheitert, daß sich vier Professoren nicht auf ein gemeinsames Thema einigen konnten – aber: als das angekündigt wurde, wurde eine Kommilitonin, die bisher immer gute Noten hatte, leichenblaß: „und wie soll ich dafür lernen?“ Ich hab ihr gesagt, „gar nicht – du sollst das, was du in den vergangenen Jahren gelernt hast, anwenden.“ Sie wurde nur noch blasser; selbständiges Denken hatte sie nämlich mit ihren 26 Jahren nie lernen dürfen…

  6. Das Konzept unserer Kita „Wir leiten die Kinder nicht mehr an, wir dokumentieren nur noch“ – die Eltern sind von solch einen Konzept gar nicht einverstanden. Kommt dem obrigen sehr nahe.

    1. Heisst das dann, dass sich die Kleinen das Basteln mit Schere und Kleber selber beibringen sollen? Oder Kinderlieder? Oder was man sonst noch in der KiTa lernt.

      Was ist denn die Begruendung der KiTa fuer diese Vorgehensweise?

      1. „Was ist denn die Begruendung der KiTa fuer diese Vorgehensweise?“

        Die klassische Microsoftargumentation:

        Wenn es eine städtische Kita ist (aber nicht nur dann), ist Personalmangel als Ursache ziemlich naheliegend. Kann man natürlich so nicht offen sagen, also wird es einfach als pädagogisches Konzept verkauft.

        It’s not a bug, it’s a feature.

      2. Finde ich allgemein nicht schlecht… man muss die Kinder nicht ständig mit irgendwelchen Beschäftigungsprogrammen zubomben. Allerdings hat eine Bekannte von mir letztens ein Praktikum für ihr Studium in einer Kita gemacht. Große Gruppe, wenig Leute. Sie fand es total langweilig, „nur“ auf die Kinder aufzupassen und hätte gern mehr Sachen mit ihnen unternommen.

        Irgendwie erinnert mich der Satz vom Bobele an Momo, genau genommen an die Stelle, wo sie von dem Grauen Herren die sprechende Puppe bekommen hatte 😉

        1. Es geht ja nicht darum die Kinder staendig zu beschaeftigen. Das schaffen die schon selbst. Aber: Im Kindergarten wird ja nicht nur gespielt. Basteln, Malen, Singen usw haben auch den Hintergrund den Kindern Kulturtechniken beizubringen.
          Manche Dinge lernen Kinder tatsaechlich spielend, die sind ihnen sozusagen schon ins BIOS geschrieben, z.B. Laufen, Klettern, Sprechen usw. Andere Dinge benoetigen dann eben doch noch mehr Installationsaufwand und dazu gehoeren eben u.a. Kulturtechniken wie Schreiben und Lesen. Ich glaube nicht, dass jedes Kind von selber drauf kommt wie man Dinge schoen rund ausschneidet und eine Schleife bindet.
          Das braucht Anleitung und auch dafuer ist ein Kindergarten da (zu Hause ist Basteln usw. auch sinnvoll, aber das muss ich hier wohl nicht extra erwaehnen).
          Abgesehen davon finde ich es auch absolut ok wenn die Kleinen im Kindergarten auch mal gemeinsam was machen, worauf einzelne Kinder grade keine Lust haben. Ein bisschen Zumutung schadet da nicht.
          Andererseits ist es natuerlich komplett bescheuert alles mit einem paedagogischen Konzept zu hinterlegen. Ich kann mich noch gut an meine letzten beiden Jahre im Kindergarten erinnern: Da gab es freie Spielzeiten, Zeiten mit Anleitung zum Basteln, Malen, Singen, praktische Dinge ueben (Schleife binden z.B.). Heutzutage ist sicher noch interkulturelle Bildung und Spracherziehung von groesserer Bedeutung, bei uns gab es einfach keine nicht-deutschen Kinder. So verdammt schwer kann das noch nicht sein mit dem Kindergarten.

      3. Ja den Umgang müssen die sich selbst beibringen, theoretisch, praktisch hoffe ich das man den einen oder anderen schon mal die Schere in die Hand drückt. Und da öfters mal Bilder ausgestellt sind, muß es ja diesen „Malgruppenzwang“ noch geben. Das ist im Übrigen eine Auslegungsvariante des Sächsischen Bildungsplans/konzepts in unserer Kita. Alle Projekte benötigen seit neustem irgendwelche pädagogischen Ansätze – ich finde das ätzend. Vor allem tun mir die Erzieher leid, die jetzt nicht mehr Erzieher sind sondern in die Rolle von Pädagogen schlüpfen müssen. Das ist Stress und bei einer Gruppenstärke von 38 Kindern macht das „Beobachten“ bestimmt viel Spaß. Eine große offene Gruppe mit lauter kleinen Persönlichkeiten die den Tag bzw. die Spielzeit selbst gestalten, finde ich nicht gut.

  7. Bin ich der Einzige, der nicht versteht, was Bobeles Satz mit Antiautorität zu tun hat? Der bezieht sich doch eher auf das Thema angeleitetes vs. freies Spielen. Das sind doch völlig verschiedene Dinge.

  8. Diesen Satz habe ich auch schon von Kindern geerntet. Und zwar im Rahmen von Therapiestunden bei Lernstörungen. Selbst etwas zu entscheiden, das war für viele Kinder Streß pur. Für manche sogar überhaupt nicht mehr möglich.

    Und wenn man ihren Tagesplan ansah, dann war da Null Freiraum mehr für völlig normales Spiel. Eigenständige Entscheidungen sind jedoch Grundlage für eigenständiges Denken. Das aber sollte nach der Ansicht der Eltern (und leider gar nicht weniger Pädagogen) ausschließlich in Form eines Lernprogramms mit Arbeitsblättern gefördert werden.

    Ich hab es irgendwann frustriert aufgegeben, es war den Eltern nicht beizubringen auf diese Unmengen an Ballett-, Sport-, Musik-, Förderstunden zu verzichten. Denn das Kind sollte als Erwachsener ja mal die besten Chancen haben. Sie wollten partout nicht sehen, dass sie mit ihrem Konzept genau auf das Gegenteil hinarbeiteten.
    Naja, dann bringt man halt noch Zusatzstunden beim Logopäden, Motopädagogen, Ergotherapeuten,… unter. Je reicher die Wohngegend, desto krasser war es.

    Und wenn das Kind irgendwann in der Kinder- und Jugendpsychiatrie landet, dann hat das natürlich rein gar nichts mit dem übervollen Terminplan und dem Druck zu tun und erst recht nicht mit dem Elternverhalten. Denn es ist so praktisch Fehler immer nur beim andern zu suchen.

    Der oben genannte Satz ließ mich immer ahnen, dass die Hauptaufgabe ganz viel (natürlich unbezahlte) Elternarbeit sein würde. Nach einigen Jahren sah ich realistisch, dass 90% davon vergeblich sein würde.

    Interessanterweise habe ich es jetzt als Geistheilerin mit Eltern zu tun, die endlich bereit sind was zu verändern und andere Wege zu gehen. Und zwar am Ende der Kette der ganzen Fördermaßnahmen, wenn Ihr Kind als „austherapiert“ gilt und wenn sie einen Blick für die wahre Not ihres Kindes gewonnen haben. Jetzt kann ich wesentlich mehr bewirken als in all den Jahren zuvor und jetzt macht das auch viel mehr Spaß. *zugeb* Selbst wenn die Zeit des heilsamen Spiels als Methodeneinsatz vorbei ist.

    1. Nun, so schön finde ich die Anrede Tante“ auch nicht, aber mir ist sie eben doch vertraut, wurden in meiner Kindheit (zugegebenermaßen ist das schon eine Weile her) die Kindergärtnerinnen umgangssprachlich als „Kindergartentanten“ bezeichnet. Wir Kinder sprachen sie – und auch Personen im näheren Umfeld als Onkel und Tante an, auch wenn sie nicht zur Verwandtschaft gehörten.

  9. ich gebe danny wilde recht. was hat das freie spiel mit antiautoritärer erziehung zu tun? ich finde offene konzepte in kitas gut. wenn sie nicht aus personalmangel entstehen, sondern durchdacht sind. dann bedeutet das nicht, dass die kinder „aufbewahrt“ werden und verwahrlosen, sondern sich für einen von mehreren programmpunkten SELBST entscheiden dürfen. das ist doch das natürlichste der welt. oder schreibt ihr euren kindern zuhause vor: so und jetzt wird gesungen, dann gemalt und danach erst mit den bauklötzen gespielt, basta?! hierzu mal ein zitat von friedrich fröbel: „bei der erziehung muss man etwas aus dem menschen herausbringen und nicht in ihn hinein.“ basta 😉

    1. Vorschreiben was man als naechstes tut, wird man den eigenen Kindern wohl nicht. Aber bei uns war schon so, dass beim Basteln dann auch zu Ende gearbeitet wurde und nicht nach 5 Minuten ein „hab jetzt keine Lust mehr“ akzeptiert wurde. Und ja ich wurde auch schon zu Spielen genoetigt, weil eben 3 oder 4 Personen notwendig waren. Das finde ich auch voellig ok. Kinder halten auch mal Frust aus. Und am Ende macht es ja doch Spass.

  10. ich möchte den titel doch kurz erklären:
    die mode des freien spiels im kiga kommt natürlich aus den sechziger siebziger, als das antiautoritäre so en vogue war. klar wird das alles vermengt – da ein bissel steiner, da ein bissel as neill – übrig bleibt in vielen kindergärten eben doch die offene gruppe mit wenig anleitung zum spielen.
    ich weiss doch auch, dass es in vielen kindergärten ganz fantastisch läuft, aber leider sehen wir die problemkinder leider immer öfter aus den „offenen“ gruppen mit „freiem“ spiel.
    kinder, die bis zur einschulungsuntersuchung kaum einen stift in der hand gehalten haben, dann aber die stifthaltung angekreidet bekommen, welche dann mit ergotherapie zurechtgebogen werden muss.
    oder kinder, die keine schere benutzen können.
    doch – wenn die erzieherinnen anleiten, heute wird mal gebastelt, gemalt, gesungen – dann lernen kinder. wenn sie nur machen müssen, wenn sie wollen, wollen sie oft nicht, oder beschäftigen sich immer mit dem, was sie am besten können. förderung sieht in meinen augen anders aus.
    eine religion. ein ewiges streitthema.
    ich fand einfach den spruch göttlich.
    kinder lassen sich gerne fördern, inspirieren, anregen.
    erklärt mir nochmal kurz jemand die „spielzeugfreien tage“ – gehört auch in diesen zusammenhang?

    1. „die mode des freien spiels im kiga kommt natürlich aus den sechziger siebziger, als das antiautoritäre so en vogue war. klar wird das alles vermengt …“

      Aber ausgerechnet von einem Arzt, der von Berufs wegen wissen sollte, dass Konizidenz nicht Korrelation, geschweige denn Kausalität bedeutet?

      Klar ist übertriebenes freies Spiel Mist, wie alles, das übertrieben wird. Und natürlich ist der Spruch göttlich, als Kritik an falsch angewandtem freiem Spiel.

      Nur mit antiautoritärer Erziehung – die für sich genommen ebenfalls kritisch zu sehen ist – hat er m.E. immer noch nichts zu tun.

      Ich kann Kinder frei, also ohne Anleitung, spielen lassen und dabei dennoch autoritär auftreten, wenn sie unerwünschte Dinge tun. Umgekehrt kann ich Kinder zu bestimmten Spielen anleiten und dabei dulden, dass Einzelne mit Scheren und Kleber durch die Gegend werfen.

    2. Das hier und umgangssprachlich oft „freie Spiel“ genannte heißt eigentlich Freispiel und leitet sich anders her. Es geht nicht um anleitungsfreies Spiel, sondern darum, dass Kinder sich „frei spielen“ (siehe Armin Krenz). Kinder verarbeiten im freien Spiel die Erlebnisse in ihrem Alltag. Nichts ist wichtiger fürs Lernenkönnen und das Be-greifen ihrer Umwelt. Anleitung und (Maß)regelung haben sie im Alltag wahrhaftig genug. Das bemerkt ganz schnell jemand, der mal ein paar Tage den Kitaalltag beobachtet. Selbst bei relativ offenen Konzepten gibt es ca. 60-80% geregelte Zeiten (An- und Ausziehen, Essen, Schlafen, Waschen, Zähne putzen, warten, warten, Spazieren, Obstpause, Vesper). Es bleiben ca. anderthalb bis zwei Stunden für Freispiel, aber nur, wenn die Kinder schon vor dem Frühstück gebracht und nicht gleich nach dem Mittagsschlaf abgeholt werden UND wenn gerade kein besonderer Programmpunkt ansteht (Bibobesuch, Zahnarzt, Turnen, Basteln…). Motorische Fähigkeiten können i.d.R. spielend nebenbei erlernt werden, beim Essen, der Körperpflege, Kochen etc. Eine fachlich kompetente Pädagogin beobachtet natürlich nicht nur (so ein Schwachsinn), sondern setzt gezielt Impulse und gestaltet eine anregungsreiche Umgebung, denn ohne dies wird auch das gesündeste Kind Schwierigkeiten haben, sich selbst zu bilden. Diese Stammtischparolen über die offene Arbeit oder die neuen Bildungspläne nerven langsam wirklich. Man setzt doch auch nicht den miesesten Chirurgen als Maßstab für die Bewertung einer OP-Technik, oder lässt diese von Laien beurteilen…
      Was die Historie des Spielzeugfreien Konteptes angeht, bin ich nicht ganz so bewandert, aber grundsätzlich geht es natürlich auch darum, die Phantasie der Kinder nicht in vorgegebene Bahnen zu lenken. Auch das scheitert oft an mangelnder Ausdauer und Geduld, wenn nicht bei den Pädagogen, dann bei den Eltern. Viele Kinder müssen erst wieder lernen, was es für Spaß macht, mit Materialien kreativ zu werden, die nicht blinken, Geräusche machen und meist nur einer Spielvariante dienen.

      1. widerspruch: „Selbst bei relativ offenen Konzepten gibt es ca. 60-80% geregelte Zeiten (An- und Ausziehen, Essen, Schlafen, Waschen, Zähne putzen, warten, warten, Spazieren, Obstpause, Vesper“
        ok, jeder kindergarten ist anders – aber dies hier gibt es *hier* in den meisten kigas nicht – oder ungeregelt: die kinder kommen innerhalb von zwei (!) stunden, also anziehen, wann gerade ein kind mal reinkommt (übrigens unbegrüsst durch die erzieherinnen), vesper/essen dürfen die kinder, wann sie lust haben und selten gemeinsam (was dazu führt, dass oft gar nicht gegessen wird), zähne putzen ok, ab und zu, wenn man mal daran denkt, spazieren fällt meist aus, da das wetter angeblich immer zu schlecht ist usw. usw. — endet in der abholzeit, bei der inzwischen (wow! eine moderne neuerung!) die kinder in einem „zeitfenster“ abgeholt werden, d.h. auch dieses ritual ist zum a…
        so. ist für mich als laienhaften außenbeobachter ein null an ritualen und struktur – horror in der kindererziehung. aber sehr bequem für die erzieherinnen. aber was sollen die auch anderes machen, werden sie doch vom gesetzgeber zum *beobachten* verdammt.

        1. Also ich habe mich in der Tat wissenschaftlich mit der Thematik beschäftigt und halte das mit Verlaub für repräsentativer, als der punktuelle Eindruck eines Kinderarztes aus erster und/oder oft wohl zweiter Hand. Und den letzten Satz wollte ich eigentlich gerade ausgeräumt haben, hmpf!

        2. Also wir haben im Ort auch mehrere KiTas mit offenem Konzept – von einer weiß ich aus zweiter Hand, wie der „Tagesplan“ dort ist (die Tochter einer guten Freundin ist dort). Bringen zwischen 8 und 9 Uhr, Frühstück vom Buffet zwischen 9 und 11 Uhr, dazwischen freies Spielen, egal in welcher Gruppe mit welchen Kindern, mit welchem Spielzeug, zwischen 11 und 12:30 abholen. Strukturiert?! Sieht m.E. anders aus… 🙁

        3. NEIN! Die Kinder dürfen selbst bestimmen, mit WEM und mit WAS sie spielen! Holt das Jugendamt!

          Ich kenne das offene Konzept so: die Kinder werden alle zwischen 8 Uhr und 9 Uhr gebracht, essen gemeinsam Frühstück, es gibt einen Morgenkreis. Anschließend entscheiden sie sich für eine Aktivität und gehen mit der entsprechenden Erzieherin mit. Unter Anleitung dieser wird gebastelt, gemalt, Theater gespielt, geturnt o.ä. Nein, den Kindern wird nicht vorgegeben wie der zu bastelnde Schneemann auszusehen hat. Nein, die Kinder laufen nicht den ganzen Tag allein durch die Kita. Nein, die Erzieherinnen sitzen nicht nur daneben und schauen zu. Anschließend gibt es wieder ein gemeinsames Mittagessen, die Kinder waschen sich, machen Mittagsschlaf. Und übrigens, sie gehen alle mindestens einmal am Tag raus in den Garten. Anhand der Kommentare merkt man tatsächlich, dass die die am meisten schimpfen noch nie eine Kita mit solchem Konzept besucht haben. Wie zuvor schon einmal erwähnt: ich bezweifle nicht, dass es Einrichtungen gibt, in denen nur „verwahrt“ wird. Aber solche gibt es auch, wenn altmodische Konzepte bestehen.

        4. Oh, nach nochmailgem Durchlesen habe auch ich den letzten Satz als Ironie enttarnt, sorry…
          Aber wie gesagt, die kritiken speisen sich alle aus : meine Freundin hat da ihre Tochter, oder eine auf dem Spielplatz sagt immer…usw. Wenn man bei dem Thema mit diskutieren möchte, sollte man sich nicht auf solche „Daten“ beziehen, genauso, wie der Kinderdoc beim Thema Globuli nicht hören will, dass die der Tante von der Cousine der Nachbarin geholfen haben. Gleiches Recht für alle Branchen kann ich da nur sagen! 😉

  11. Solche Aufbewahrungsstätten gibt es sicher, ebenso wie die Kindergärtnerinnen, die sich auf einem solchen Konzept ausruhen. Aber das Ganze gibts eben auch in „gut“, wo die Erzieherinnen trotz der freien Wahlmöglichkeiten anleiten und man mit den Eltern in Kontakt steht, um eben eine einseitige Förderung zu vermeiden. Ich reagiere umgekehrt vielleicht auf das Wort Förderung etwas allergisch, weil es hier in Berlin (für mich) seinen positive Bedeutung schon fast verloren hat. Chinesisch für unter 3jährige und naturwissenschaftliche Kurse neben dem Kindergarten? Das ist nur eins von vielen Beispielen. Die Karriereweichen der Kleinen sollen bitte schon ab Tag 1 gestellt sein. Das Kind muss ja Startvorteile gegenüber den anderen haben. Das ist im Kleinen toll- solange die Kinder Spaß haben. Nur zu oft sieht man aber Kinder, die keine Lust haben, weil sie eben Freizeit und freies Spiel vermissen. Aber wir sprechen wohl beide von Extremen 🙂

    1. Ja das Wort Foerderung halte ich in diesem inflationistischen Gebrauch auf fuer falsch. Kinder die gesund sind und keine Defizite brauchen in manchen Dingen Anleitung um zu lernen oder manchmal auch Anregung um Neues auszuprobieren aber sicher keine Foerderung. Gras waechst nicht schneller wenn man daran zieht.

  12. Die Frage halte ich übrigens für durchaus realistisch. Nicht jedoch, dass ein Kind, das solche Fragen stellt, irgendwen jenseits der Verwandtschaft mit „Tante“ anredet. 😉
    (Eine der gruseligsten Anwandlungen, wie ich finde. Wie kommt man darauf, einem Kind beizubringen, irgendwelche Leute mit „Tante“ anzureden? Dies nur mal am Rande.)

    1. In meiner Kindheit war es – zumindest bei uns und in einigen anderen Familien – durchaus üblich, auch nicht verwandte Personen, wie etwa Freunde der Eltern mit z.B. „Onkel Heinz“ und „Tante Brigitte“ anzusprechen.

      Keine Ahnung, warum das so gemacht wurde. Ich war einigermaßen irritiert, als ich von dem Unterschied erfuhr.

      Mein Kind nennt noch nicht mal echte Onkel und Tanten so, sondern benutzt nur Vornamen. Mit Verwandtschaftsbeziehungen spricht sie nur ihre Eltern und Großeltern an – und ist dann mitunter irritiert, dass diese Personen tatsächlich Vornamen haben, bzw. dass ich mit „Mama“ nicht seine Mama anspreche. 😉

      Aber diese Irritation ist mir zehn mal lieber als wenn sie uns mit Vornamen anspräche. Das fände ich eklig.

  13. wow. was ihr euch hier alle überlegt… mein einziger gedanke zu diesem spruch war: „haha, wie knuffig!“

    ein hoch auf die einfachheit! 😉

  14. Letzte Woche passiert bei der Besichtigung einer KITA:
    Leitung erklärt mir ihr „offenes“ Konzept:
    Sie: wir basteln keine Laternen. Wenn Sie wollen, dass ihr Kind eine Laterne bastelt, machen wir nicht! Wenn ihr KIND eine Laterne basteln möchte, machen wird das. Aber es muss auf uns selbst zukommen!
    – AHA!

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