bücherwidmung

jetzt haben die hebammen endlich jenes buch geschrieben, welches sie schon immer uns kinderärzten hinters ohr schreiben wollten:

mit einer anleitung, wie man bis zur u3 die eltern grundsätzlich duzen-derweise einseitig indoktrinieren kann, homöopathisch ankicken, osteopathisch beeinflussen und davon überzeugen kann, dass die einzige autorität in sachen kindesbetreuung die hebammenzunft ist. boah, bin ich heute wieder gemein. nicht, dass es irgendwelche ressentiments zwischen kinderärzten und hebammen gebe… 😉

26 Antworten auf „bücherwidmung“

  1. Ähm Kinderdok du/sie wissen schon das Frau Ebert, bevor sie die Bücher geschrieben hat, Journalistin war oder?
    Oder bekomme ich hier gerade irgendwas (Ironie, Sarkasmus) nicht mit?

  2. Zum Thema sichere Geburtshilfe empfehle ich Marjorie Tew.

    Und solche Leute wie Sie, lieber Onkel Doc, sind es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit verhindern. Dadurch fallen viele Leute „zwischen die Fronten“ und werden dann garnicht mehr ordentlich betreut. Das kann auch nicht in Ihrem Interesse sein, vermute ich. Oder geht es hier nur um Ego und Profilierung?

    Feindbilder haben ja schon immer geholfen, sich nicht auf die tatsächlichen Problemfelder konzentrieren zu müssen.

  3. Im aktuellen Spiegel auf Seite 133 finden sich Ergebnisse einer niederländischen Studie. Demnach ist die perinatale Sterblichkeit bei ausschließlich mit Hilfe von Hebammen durchgeführten (Haus-)geburten 2,3-mal so hoch wie bei ärztlich geleiteten Geburten.

    Ich will alles andere als auf die Hebammen einhacken, gibt ganz sicher unheimlich gute – aber das hat mich dann doch etwas nachdenklich gemacht.

    1. @Isa
      Viele Hebammen raten wohl schon bei der kleinsten Angst der Mutter, oder sogar schon wenn es das erste Kind ist von einer Hausgeburt ab.
      Ganz bestimmt die überwiegende Mehrheit rät aber ab, sobald sich auch nur das kleinste Zeichen einer Risikogeburt einstellt, und das ist sogar schon, wenn die Schwangere gelegentlich Kopfschmerzen hat.
      Ich hab einige Hebammen kennengelernt, aber keine war scharf darauf, das die Frauen unbedingt zuhause entbinden sollen. Das geht wohl eher von den Müttern selbst aus, die etwas alternativ angehaucht sind.

      1. Mmh, hier in den Niederlanden ist die Mentalität sehr anders, eine große Anzahl Frauen entbindet daheim und olhne PDA – im Gegensatz zu fast allen westeuropäischen Ländern.
        Ich weiß zwar nicht, warum sich das ausgerechnet hier so gehalten hat, aber so ist es eben.
        Eigentlich fand ich die Idee auch ganz schön, so nach dem Motto „back to the roots“ – wenns eben nicht nur die Anthroposophen machen, sondern jede x-normale Frau, die es sich und ihrem Kind gesundheitlich erlauben kann, was ist dann daran schlimm?
        Und dann hab ich den Artikel gelesen..

        1. Okay von den Niederlanden kenn ich nur die Uni in Enschede und einen lustigen Ausflug nach Amsterdam 🙂
          Kann nur mein Wissen aus Deutschland wiedergeben, und so ist eben mein Querschnitt, auch wenn ich nur mit ca. 10 Hebammen reden konnte.

          Obwohl ich, nüchtern betrachtet, auch sagen muss „eine Geburt ist das natürlichste der Welt, keine Krankheit, und warum sollte es nicht auch zuhause klappen – woanders klappt es unter freiem Himmel“.
          Trotzdem hab ich mich auch mit meiner Partnerin zu einem Wunsch-Kaiserschnitt in der Klinik entschieden.

  4. Hatte das Glück, keine Hebamme mit Homöopathie-Unsinn im Haus gehabt zu haben, und war über ihre Beratung sehr dankbar, weitaus mehr, als was der Kinderarzt so von sich gab – der uns (und wohl allen anderen frischen Eltern) schon im vierten Monat Fleischbrei für die kleine andrehen wollte.
    Meine kleine ist jetzt 7 Monate alt, moppelig und zufrieden nur mit Pre-Nahrung. Jetzt wird wohl langsam bald angefangen mit Brei.

  5. Hi Kinderdoc,
    also wegen der offensichtlichen Bauchkrämpfe bräuchte ich meinem Kia nicht kommen!
    Auch Zähne kriegen tut ja nicht weh…
    Da hol ich mir lieber einen Rat bei meiner Hebamme, die weiß wann ein Kind schreit weil es überreizt ist oder wenn es Bauchschmerzen hat!
    LG Mel

  6. Wir haben uns bei und nach der Geburt unseres Sohnes ganz auf unsere Hebamme und unseren Kinderarzt verlassen. Beide waren/sind hervorragend in dem, was sie drauf haben und ich möchte beider Tipps nicht missen.

    Und keiner von beiden hegte irgendwelche Ressentiments gegen den anderen, allerhöchstens beide gegen esoterische Anti-Impf-Taliban.

    Was die Bücher betrifft: Ich habe mal in der Buchhandlung reingelesen. Hat mich nicht vom Hocker gekloppt. Allerwelts-Historien-Schmonzette, die Frau aber ganz gut weglesen und wieder vergessen kann.

    Und – hey – @ Avialle: Das sind ja mal »Awards«, die der Blogosphäre lange Zeit gefehlt haben 🙂

  7. Ich liebe diese Reihe, genau wie „Der Medicus“ – meine Kinder lieben alte Hausmittel wie Großmutters Hustentee. Den medizinischem Rat hole ich mir aber lieber von meiner erfahrenen Kinderärztin. In Sachen Babypflege und Stillberatung konnte ich mich auf meine Hebamme voll verlassen. Das heißt ich provitiere von allem.

  8. Angelehnt an ein ähnliches Buch, das eine neue Mittelwalterwelle anstupst, müsste das ja „Die Wanderbamme“ heißen. Oder „Bam(m) zu Morgenfrauen“.
    Ich werde unsachlich, ‚tschuldigung.

  9. Immer diese Grabenkämpfe..warum profitiert nicht die eine Seite von der anderen?
    Ich finde es auch ganz wichtig, die Mütter in ihrem Instinkt bezüglich ihrer Kinder zu bestärken, so wie es 1976 schon mein „alter“ Kinderarzt mit mir gemacht hat.

  10. Schon wieder Buchbesprechungen. Das waren noch Zeiten, als ich mich gefreut habe, wenn mein Feedreader einen neuen Artikel von kinderdok angezeigt habe. Kommt irgendwie immer seltener vor. Schade.

  11. Heh, das ist ein ganz tolles Buch und unbedingt lesenswert. Kinderärzte kommen da übrigens nicht drin vor. Die gab es damals noch nicht. Hebammen sind doch das ältere Gewerbe. 😉

    1. Naja, die Buchreihe (1. Das Geheimnis, 2. Die Spur, 3. Die Entscheidung, 4. Der Fluch der Hebamme) sind imho ziemlich durchschnittlich. Ich habe viele Jahre in Freiberg (= der Ort des Geschehens) gewohnt und so wie Frau Ebert es beschreibt ist die Sache nicht abgelaufen. Hinzu kommt, dass sie einen ziemlich kitschig-romantischen Stil schreibt, besonders fuerchterlich fand ich ihre Sexszenen. Allerdings verkaufen sich die Buecher wie geschnitten Brot, aber das war ja noch nie ein Kriterium fuer Qualitaet. 🙂

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