Wochenendschnipsel

Kristina Spöhrer ist Hausärztin und erzählt von ihrer Motivation, diesen Beruf zu ergreifen. Sie liebt die Patientenbindung, ihre eigene Chefin zu sein und verweist in dem Interview auch auf eine Twitterorganisation namens Twankenhaus. Wie schön.


Eltern, die durch Corona einen Verdienstausfall erlitten haben, können diesen nun zurückfordern. Voraussetzung: Die Klasse oder Kitagruppe wurde in Quarantäne geschickt, dies muß amtlich angeordnet sein, und das Kind muß unter 12 Jahre alt sein oder wegen einer Behinderung besondere Hilfe bekommen. Eine andere Möglichkeit der Betreuung muß ausgeschlossen sein. Wohlgemerkt: Hier zahlt nicht die Kasse (das Kind ist ja nicht krank), sondern das Land. Infos unter: www.ifsg-online.de)


Alexander Kugelstadt hat ein Buch über seine Arbeit als Psychosomatiker geschrieben, er ist ein Teil des Podcast-Duos „Psychcast“, seine Motivation war, PatientInnen und interessierten LeserInnen das Somatisieren der Psyche näher zu bringen. Hier werden einige Vorurteile gekippt, nebenbei schreibt Kugelstadt frisch und angenehm. Ein Buch für alle ÄrztInnen und PatientInnen, also eigentlich für alle.


Nach den AHA-Regeln, also dem Abstandhalten, dem Händewaschen und den Alltagsmasken, kommt nun noch das Lüften hinzu – dies soll vor allem in den Schule stattfinden. Zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus scheint das ja sehr sinnig. Niemand konnte bisher beantworten, wie das im Winter bei Minusgraden funktionieren soll. Jedes Land gibt seine eigenen Empfehlungen heraus, die sich jedoch marginal unterscheiden. Dies führt überall zu Verunsicherung, nicht nur in den Randgebieten, wo mitunter das eine Kind die Grundschule in Land I und das andere Kind die weiterführende Schule in Land II besucht. Ja – hier muß eine einheitliche Regelung her, das würde auch die Kritiker (vulgo: Covidioten) einnorden.


Die Stiftung Warentest hat sich mal wieder Kindermedikamenten angenommen. In diesem kurzen TV-Schnipsel von n-tv warnt sie vor unnötigen Medikationen, unklaren Dosierungsempfehlungen und damit unabsehbaren Nebenwirkungen. Glücklicherweise scheinen Fiebermittel unproblematisch zu sein. Mehr Infos gabs hier nicht, kaufen wir also mal die Zeitung… Jedenfalls: Es sollte Credo eines jeden Kinderarztes sein, weniger Behandlung ist grundsätzlich mehr. Hoffen wir, dass die Warnungen auch für Glaubuli und sonstige Pseudomittelchen gelten.


Es ging durch die sozialen Medien: Mund-Nasen-Schutze seien gefährlich für Kinder. Bullshit. Bullshit. Bullshit. Der Merkur greift diese Fake-News zusammenfassend auf. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, ein Pulmologe und sogar die Polizei werden bemüht, um mit diesen Falschmeldungen aufzuräumen. Gesunder Menschenverstand reicht aus: Wenn Sauerstoff reingeht, kann CO2 auch rausgehen.


Es ist Herbst, und damit traditionell die Zeit für den Herbst-Kongress des BVKJ, dieses Jahr ausnahmsweise online und halbpräsent in Köln. Die Presseerklärung greift die wichtigsten aktuellen Themen auf: Die Verläufe von COVID-19 bei Kindern (Kinder sind ebenso empfänglich wie Erwachsenen, aber in der Regel nicht so schwer erkrankt), die Impfskepsis und -gegnerschaft bei der Masernimpfung und damit mutmaßlich auch bei einer eventuellen COVID-19-Impfung, sowie die mangelnde flächendeckende Versorgung mit Kinderkliniken (40% der Betten wurden in den letzten 25 Jahren abgebaut). Themen, die uns weiter dramatisch beschäftigen werden.

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Ein Gedanke zu “Wochenendschnipsel

  1. Hallo,

    das Lüften bei Minusgraden geht eigentlich recht einfach: Für kurze Zeit alles auf was geht. Da reichen – je nach Wind – unter 5 Minuten. Dann wieder zu. Nennt man Stoßlüften. In der Luft ist nur ein kleiner Teil der Energie in Form von Wärme gespeichert, die man mittels Heizkörper in den Raum gesteckt hat.

    Hilfreich wäre meiner Meinung nach ein Druckgebläse für windstille Tage. Die Feuerwehr hat derartiges, um Rauch aus Gebäuden zu drücken. Druck auf den Flur und Tür sowie Fenster auf. Natürlich nicht bei allen Räumen gleichzeitig.
    Das ganze aller 15…30 Minuten – da kann die Wissenschaft ja Werte für liefern.

    Derzeit scheint man aber bezüglich des Lüftens mehr zu diskutieren, was alles nicht geht, als zu überlegen, was man mit vorhandenen Mitteln umsetzen kann.

    Nicht nur in Schulen.
    Jetzt wollen alle CO2-Ampeln haben. Wozu denn nur?
    Wie viel ein Mensch im Durchschnitt atmet, ist doch bekannt.
    Das Raumvolumen und die Anzahl der Menschen da drinnen auch. Ob das nun 20 Minuten oder 27 Minuten dauert, bis da ein CO2-Wert erreicht ist, bei dem man die Empfehlung zum Lüften gibt…
    Achso, es ging ja um Aerosole.
    Na dann müsste man ja eigentlich die messen, wenn man es schon so genau machen will.

    Die Technikgläubigkeit macht mir Angst…
    Wirklich. (Und ich komme aus der Elektronikentwicklung.)
    Was kann die Corona-Warn-App, was ich nicht mit dem Verstand auch kann?
    Was hat sie bis jetzt wirklich geleistet?
    Wer führt eigentlich ein Kontakttagebuch?
    Wer bedeckt im Unterricht / auf Arbeit Mund und Nase?

    Ich schweife ab.

    Achso, da war noch etwas. Es gibt CO2-Sensoren, die erfassen eine CO2-Konzentration. Die arbeiten meist nach dem NDIR-Prinzip [1].
    Es gibt „CO2-Sensoren“, die werden als CO2-Sensoren verkauft. Die erfassen aber noch mehr und geben – korrekterweise – einen CO2-equivalenten Wert aus.
    Das sind Sensoren wie CCS811 [2]. Die reagieren auf Total Volatile Organic Compounds (TVOC). Z.B. auf Desinfektionsmittel (bzw. dem Alkohol) in der Luft (weil Seifenlauge – nee, das will ja keiner).
    Ich habe da so eine böse Vorahnung, was da losgeht, wenn der CO2-Sensor, der eigentlich einen eCO2-Wert ausgibt, plötzlich immer „anschlägt“.

    Aber ja doch, die Luftqualität(!) beurteilt dieser Sensor durchaus ehrlicher in Bezug auf uns Menschen.
    Aber ist das hier gewollt?

    Gute Nacht.

    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Nichtdispersiver_Infrarotsensor
    [2] https://www.sciosense.com/?s=ccs811

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