„Frau Doktor, wo ich Ihr Buch gerade lese…“ (Rezension)

Liebe Ulrike Koock,

Danke für Dein tolles Buch, dass Du unlängst auf den Markt gebracht hast, und das Deine treuen Blog- und TwitterleserInnen schon lange erwartet hatten. Erschienen ist es übrigens bei Knaur, aber das weißt Du selbst. Ich muss das jetzt schreiben, damit die übrigen LeserInnen das Buch auch finden. Hier ist nämlich der Link zu Knaur, hier der zu Amazon (yes, affiliate) und da der zu Deinem Blog.

Ein cooles Buch, ich habe es genossen und innerhalb von vier Abendsitzungen durchgeschmökert. Weißt Du, auch zu Corona-Zeiten schaffe ich es nicht, vorher zu lesen: Stell Dir mich also mit Lesebrille, kleiner Nachttischfunzel und Kopf auf hochgetürmten Kissen im Bett lesend vor, jeden Abend mit einem Schmunzeln um den Mund weggeschlummert. Neeein, nicht falsch verstehen, kein Sedativum, sondern hoch unterhaltend.

Du hast über viele Deiner PatientInnen geschrieben, über Deine Arbeit in der Landarztpraxis, über skurrile Typen, übliche Wehwehchen und hast Dich auch nicht zurückgehalten mit ein paar Seitenhieben auf das Gesundheitswesen, die werten KollegInnen und so manche alternativmedizinische Seltsamkeiten. Wir kennen das, zwinker, zwinker. Du hast das Buch als Arbeitswoche gestaltet, Montag bis Freitag mit einem ebenso arbeitsreichen Wochenende, denn auch Sonnamd und Sonndach bleibst Du von der Medizin nicht verschont, dafür sorgen die Nachbarn mit Rasenmähern und die anderen an der Supermarktkasse. Jeder Tag ist gesplittet in kurze knackige Kapitelchen, je acht oder neun und auch mal zehn, mit jeweils grob einer/m PatientIn, oder auch mal zwei. Dazwischen wunderschön illustriert der Ablauf in der Praxis, die liebevollen fMFA, der viele Kaffe und die viel zu wenigen Snacks zwischendurch. Manche Begegnungen waren so kurz geschrieben, da hätte ich als Leser gerne gewußt: „Ja, und? Wie gings denn weiter? Kommt da noch was?“, so schnell hatte ich die PatientInnen ins Herz geschlossen. Lass Dir doch ruhig mehr Zeit beim Ausfabulieren und Beschreiben. Bloggen ist auf dem Blog, Buchschreiben darf ruhig episch sein. Darf ich sagen, dass mir das machmal zu knapp war? Zack, da war schon „Der Nächste, bitte…“

Schwesterfraudoktor

Richtig erwischt hast Du mich immer dann, wenn es menschelte. Wenn wir Dein Innerstes schauen dürfen, von lehrreichen Situationen aus der Krankenhauszeit, wenn die Gefühle durchkamen, von Dir, von den PatientInnen. Als die Patientin vor allem eine Umarmung brauchte oder die andere, die Dich fragte, wie es denn nun Dir geht. Und natürlich, wenn es um Schicksalsschläge ging bis hin zur unvermeidlichen Begegnung mit dem Tod. Du hast auch immer etwas mitzuteilen, das finde ich gut, Dein Buch ist nicht einfach ein Sammelsurium an lustigen Typen plus Schenkelklopfern, sondern die PatientInnen bieten Dir Gelegenheit, den LeserInnen medizinisches Wissen zu vermitteln, nie oberlehrerhaft, sondern stets nebenbei, damit aber besonders intensiv und nachhaltig – die üblichen Verdächtigen: Gewicht, Bewegungsmangel, Nikotin, Alkohol, Zecken, Seelisches.

Wie heißt es so schön? Dein Buch wird viele LeserInnen finden. Da bin ich mir ganz sicher. Vor allem aber ist es Werbung für einen wunderbaren Beruf: Den der Landärztin, der Hausärztin, der Vertrauensärztin, weit weg von der oft unpersönlichen Begegnung als Klinikärztin. Ist das nicht der Grund, warum wir in die Niederlassung gegangen sind? Weil wir unsere Menschlein kennen, Du die Großen, ich die Kleinen, und sie unserer Hilfe und Zuneigung sicher sein können. Auch wenn der Kaffe mal kalt wird über den Tag.

5/5

Dr. Ulrike Koock: „Frau Doktor, wo ich Sie gerade treffe…“, Knaur Verlag 2021, 16,99€ [Affiliate link]

(Ich habe mir übrigens brav das Buch selbst gekauft.)


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